Mittwoch, 23.05.2012



Lexikon Suche


Freistatt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel handelt vom Ort Freistatt, zur Freistatt in der Bedeutung von Zufluchtsort siehe Asyl; für den Roman von William Faulkner siehe Die Freistatt (Roman).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Freistatt
Freistatt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Freistatt hervorgehoben
52.6166666666678.6540Koordinaten: 52° 37′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Samtgemeinde: Kirchdorf
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 12,53 km²
Einwohner: 994 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27259
Vorwahl: 05448
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 018
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Bürgermeister: Gero Enders

Freistatt ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Kirchdorf. Seit 1923 ist Freistatt eine selbstständige politische Gemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Freistatt umfasst 12,53 km² Fläche, den größten Teil bildet das unter Naturschutz stehende Wietingsmoor.

Gemeindegliederung

Die meisten Einwohner leben im Kernbereich Freistatts in der Nähe der Bundesstraße 214; zu Freistatt gehören der ca. 6 km nördlich liegende Ortsteil Heimstatt mit u.a. dem Altenheim, die Siedlung Sprekelshorst und die im Moor liegende Betreuungseinrichtung Deckertau.


Geschichte

Freistatt wurde im Jahre 1899 von Friedrich von Bodelschwingh als Betheler Zweiganstalt im Wietingsmoor gegründet. Dort sollten sozial benachteiligte Personen (z.B. Obdachlose) Unterkunft und Hilfe finden (Arbeiterkolonie). Schwer erziehbare Jugendliche (Zöglinge) mussten im Moor beim Abstechen des Torfes arbeiten. In den Heimen, in denen sie wohnten, wurden sie sehr streng behandelt und häufig auch schlimm bestraft (z.B. Schläge mit dem Rohrstock). Diese Art der Erziehung gibt es seit den 1970er-Jahren nicht mehr.

Außer den Männern mit sozialen Schwierigkeiten und den Fürsorgezöglingen in den Heimen wohnten in Freistatt nur die Mitarbeiter und Diakone, die mit ihren Familien in Häuser oder Mietwohnungen einziehen mussten. Ausscheidende Mitarbeiter konnten ihre Wohnung in Freistatt nicht behalten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für Ruheständler möglich, in Freistatt wohnen zu bleiben, und seit 1965 können Mitarbeiter in Freistatt eigene Häuser bauen oder kaufen. 1999 wurden in dem Neubaugebiet Bäckerweide erstmals Grundstücke an Familien verkauft, die nicht zu den Mitarbeitern der Diakonie Freistatt gehören.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Alle Unabhängige Wählergemeinschaft - UWG Freistatt). Bürgermeister: Gero Enders. Stellvertretende Bürgermeister: Henning Kunst und Frank Kruse. Weitere Ratsmitglieder: Gabriele Bieber, Mario Enders, Dieter Grünenbaum, Werner Kiene, Marita Sengstake-Sander, Wilfried Wiegmann.

Wirtschaft und Infrastruktur

Für die 993 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2006) bietet Freistatt eine recht gute Infrastruktur. Den Bürgern stehen Super-Markt, Café, Arztpraxen, Gemeindebüro, Handwerksbetriebe, Sporthalle, ein Minigolfplatz und ein Kleintiergehege zur Verfügung. Freistatt ist der Sitz der Diakonie Freistatt, dem niedersächsischen Stiftungsbereich der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Bethel betreibt in Freistatt Einrichtungen für wohnungslose/obdachlose Menschen, Wohnheime für seelisch behinderte und psychisch kranke Menschen, ein Altenpflegeheim mit Tagespflege, Jugendhilfeeinrichtungen und einen Schulverbund mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (Erziehungshilfe). Daneben befinden sich in Freistatt Qualifizierungsbetriebe für Langzeitarbeitslose und zwei Suchtkliniken.

Überregional bekannt ist Freistatt für die noch funktionstüchtige „Moorbahn“ (Feldbahn), die früher zum Transport des Torfes von den Abstichstellen zum Torfwerk diente.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Wilhelm Ehmann (* 5. Dezember 1904 in Freistatt, † 16. April 1989 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Kirchenmusiker.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Walter Link (* 21. Juli 1937 in Siegen) war Diakon und Diplom-Sportlehrer an der Janusz-Korczak-Heimsonderschule für Verhaltensgestörte in Freistatt, Landtagsabgeordneter des Niedersächsischen Landtages und Bundestagsabgeordneter der CDU. Er wohnte früher in Freistatt, jetzt wohnt er im nahe gelegenen Wehrbleck.

Sonstiges

Bürgerschaftliches Engagement gibt es im Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr, in der Kirchengemeinde und im Kirchenchor. Die Jugendlichen in Freistatt haben sich selbst einen Jugendraum eingerichtet.

Weblinks

en:Freistatt, Missouri

eo:Freistatt ht:Freistatt, Missouri nds:Freestatt nl:Freistatt pt:Freistatt ro:Freistatt ru:Фрайстат vo:Freistatt (Niedersachsen)