Meinestadt.de - Flein - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Heilbronn | |
| Gemeindeverwal- tungsverband: |
„Flein-Talheim“ | |
| Höhe: | 212 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,47 km² | |
| Einwohner: | 6570 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 776 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 74223 | |
| Vorwahl: | 07131 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 25 030 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Kellergasse 1 74223 Flein |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Alexander Krüger | |
| Lage der Gemeinde Flein im Landkreis Heilbronn | ||
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Flein ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn im nördlichen Baden-Württemberg. Der 1188 erstmals erwähnte Ort gehörte ab 1385 der nahen Reichsstadt Heilbronn und ist seit 1802 selbstständige Gemeinde.
Inhaltsverzeichnis |
Flein liegt im Süden des Landkreises Heilbronn und grenzt unmittelbar südlich an die Stadt Heilbronn an. Die Gemarkung des Ortes umfasst im Wesentlichen das Quell- und Entwässerungsgebiet des Deinenbachs, der von mehreren östlich des Ortes entspringenden Quellen gespeist wird, die von etwa 300 Meter auf etwa 200 Meter über NN abfallende Markung in nordwestlicher Richtung durchquert und im benachbarten Sontheim kurz vor deren Mündung in den Neckar in die Schozach mündet. Die Hänge im Osten der Markung werden zum Weinbau genutzt oder sind bewaldet, in dem zum Neckar hin flacher werdenden Gelände im Westen befinden sich Wiesen und Äcker. Die Siedlung Flein hat sich westlich um den Kirchberg auf der südlichen Seite des Deinenbachs gebildet und ist durch Wohn- und Gewerbeansiedlung in jüngerer Zeit stark nach Nordwesten (Gewerbegebiet) und auch über den Deinenbach nach Norden (Wohngebiet Sommerhöhe) gewachsen.
Nachbarstädte und -gemeinden Fleins sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten): Heilbronn (Stadtkreis), Untergruppenbach und Talheim (beide Landkreis Heilbronn). Zusammen mit Talheim bildet Flein den Gemeindeverwaltungsverband „Flein-Talheim“ mit Sitz in Flein.
Zu Flein gehören keine weiteren Ortsteile oder Orte im geographischen Sinne.[1]
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Besiedelt war die Gemarkung Fleins schon zur Zeit der Bandkeramischen Kultur in der Jungsteinzeit. Spätere Siedlungsfunde stammen aus der Zeit der Kelten und der Römer. Ob die heutige Siedlung alamannischen oder fränkischen Ursprungs ist, ist weitgehend unbekannt. Der Ort wird erstmals im Jahr 1188 in einer kaiserlichen Urkunde als Flina erwähnt. Dieser Name leitet sich möglicherweise vom althochdeutschen Wort flins oder vom mittelhochdeutschen vlins ab, was jeweils so viel bedeutet wie Kiesel oder harter Stein und in Bezug zum Felsen des Kirchbergs stehen könnte, um den herum sich der Altort bildete.
Hinweise auf einen Herrensitz in Flein gibt es keine, und es gab auch keine einheitliche Ortsherrschaft, sondern der ursprüngliche Königsbesitz war kleinteilig an verschiedene königliche Gefolgsleute verschenkt oder verliehen, darunter die Staufer, die Schenken von Limpurg, die Herren von Weinsberg und die Herren von Talheim. Außerdem traten die Klöster Schöntal und Lichtenstern sowie ab dem späten 13. Jahrhundert auch bürgerliche Grundherren auf. Die Veitskirche kam um 1230 über eine Schenkung des staufischen Ministerialen Wilhelm von Wimpfen an das neu gegründete Spital Wimpfen. Im späten 13. Jahrhundert wurde auf dem Klosterberg ein 1289 erstmals erwähntes Klarissinnenkloster gegründet, das jedoch bereits bis 1302 nach Heilbronn verlegt wurde.
Im 14. Jahrhundert waren schließlich die Herren von Sturmfeder auf der nahen Burg Stettenfels die einflussreichsten Grundherren, die ihre umfangreichen Rechte in Flein am 25. Mai 1385 an die Reichsstadt Heilbronn verkauften. Für rund 180 Jahre entstammten die Vögte des Ortes fast ununterbrochen der Heilbronner Patrizierfamilie Erer. Ab 1559 wurde das Vogtsamt von einem der Heilbronner Bürgermeister besetzt.
Im Laufe der Geschichte war Flein mehrfach von Zerstörung und Kriegen betroffen. 1450 wurde der Ort bei der Belagerung Heilbronns durch Truppen der Länderfürsten niedergebrannt. Im Bauernkrieg scharten sich im April 1525 in Flein etwa 70 aufständische Bauern der näheren und weiteren Umgebung um den Bauernführer Jäcklein Rohrbach, um sich zu den Zwölf Artikeln zu bekennen und sich dem Hellen Haufen anzuschließen. Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde Flein wie das gesamte Umland schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bis auf die Kirche und wenige Häuser war der Ort zerstört, Felder und Weinberge waren verwildert. Außerdem brachen mehrmals Seuchen wie die Pest aus. Von 1675 bis 1693 kam es in und um Flein mehrmals zu Franzoseneinfällen. Im 18. Jahrhundert kam es zwar zu keinen kriegerischen Handlungen, doch war der Ort noch vielfach von Truppendurchzügen und Einquartierungen betroffen.
Mit dem Ende der Reichsfreiheit Heilbronns 1802 ging Flein wie auch die drei anderen reichsstädtischen Dörfer Böckingen, Frankenbach und Neckargartach an Württemberg über. Die Zehntanteile des Wimpfener Heilig-Geist-Spitals gingen an das bayerische Königshaus, das damit den General von Beckers belehnte, die Anteile des Klosters Lichtenstern und des Klaraklosters gingen an Württemberg. Nach einem Großbrand am 14. April 1815 wurden zehn zerstörte Wohnhäuser mit den Steinen eines unvollendeten Schlosses auf dem nahe gelegenen Berg Haigern wiederaufgebaut. 1822 wurde die kommunale Selbstverwaltung eingeführt, von 1837 bis 1860 kaufte sich die Gemeinde von ihren Lasten gegenüber den verschiedenen Grundherren frei. Die Armut in dem im 19. Jahrhundert noch rein landwirtschaftlich geprägten Ort führte im Zeitraum 1839 bis 1894 zur Ab- und Auswanderung von 114 Einzelpersonen und Familien. Im Laufe der Industrialisierung boten vor allem Fabriken in Heilbronn und Sontheim Erwerbsmöglichkeiten für mehrere hundert Fleiner. 1920 arbeiteten 340 Fleiner in Sontheimer oder Heilbronner Fabriken, 1933 waren es 255. Ab 1935 entstand nördlich des Deinenbachs auf einem Höhenzug das Wohngebiet Sommerhöhe, dessen Fläche inzwischen die des Altorts übertrifft.
Die Ansiedlung von Flüchtlingen und Vertriebenen und die anschließende Erschließung weiterer Baugebiete führte nach 1945 zu einem starken Anstieg der Wohnbevölkerung. Im Zuge der Gebietsreform der ersten Hälfte der 1970er Jahre entschied sich die Gemeinde gegen eine Eingemeindung nach Heilbronn und für die Bildung eines Verwaltungsverbandes mit Talheim. 1983 bis 1995 wurde ein Sanierungsverfahren im Ortskern durchgeführt.
Flein war ab dem späten 16. Jahrhundert lange Zeit fast rein evangelisch geprägt, wenn auch die Streitigkeiten über die Kirchenzuständigkeit zwischen der Reichsstadt Heilbronn und dem Heilig-Geist-Orden bis ins 18. Jahrhundert fortdauerten und der katholische Orden das Patronatsrecht über einen von der reformierten Stadt vorgeschlagenen Pfarrer in der Veitskirche behielt. Heute verfügt Flein über eine eigene evangelische und zusammen mit Talheim auch über eine katholische Kirchengemeinde (Katholische Kirchengemeinde Flein-Talheim). Die evangelische Kirchengemeinde hat 3400 Mitglieder und wird von zwei Pfarrämtern betreut.
Der Gemeinderat Fleins hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 18 Mitglieder. Die Wahl erbrachte folgendes Ergebnis:
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
Am 24. Juni 2007 fanden Bürgermeisterwahlen statt; der Amtsinhaber Jürgen Schmid trat nach 16 Jahren im Amt altershalber nicht mehr an. Da keiner der Kandidaten die im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit erzielte, wurde ein zweiter Wahlgang am 15. Juli 2007 nötig. In diesem wurde Alexander Krüger mit 63,9 % der Stimmen für acht Jahre zum Bürgermeister gewählt. Er trat sein Amt am 15. August 2007 an.[2]
Die Blasonierung des Fleiner Wappens lautet: In Blau auf gold-roten Flammen ein goldener Kessel, darin der unbekleidete, golden nimbierte, betende heilige Veit. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Blau.
Der Heilige Veit ist der Kirchenpatron Fleins. In Flein findet sich die älteste Darstellung seines Martyriums, vermutlich ein altes Fleiner Fleckenzeichen, auf einem Stein aus dem Jahr 1604 neben dem Eingang des alten Rathauses, die zweitälteste Darstellung auf einem Markstein von 1699. In der Beschreibung des Oberamts Heilbronn von 1865 wird der hl. Veit im Ölkessel als Ortswappen genannt, in den Gemeindesiegeln ist er aber erst ab 1903 nachweisbar. Da seit der Reformation keine Heiligenbilder mehr in Wappenbilder aufgenommen wurden, stammt das Wappen wahrscheinlich aus der Zeit von 1500 oder früher und ist damit eines der ältesten Ortswappen im Landkreis Heilbronn. In Flein wird das Wappenbild als „Veit im Häfele“ bezeichnet.
Die Farben des Wappens wurden 1938 von der württembergischen Archivdirektion festgelegt. Im selben Jahr wurde der Gemeinde von der Heilbronner NSDAP-Kreisleitung nahegelegt, ein anderes Wappen ohne religiösen Bezug anzunehmen. Die Archivdirektion schlug ein Wappen vor, dessen Blasonierung In gespaltenem Schild vorne in Blau ein dem Beschauer zugewandter Löwenkopf, hinten in Gold eine blaue Traube mit zwei Rebblättern lautete, wobei der Löwenkopf für die Zugehörigkeit Fleins zu staufisch-rothenburgischem Besitz, die Traube für den Fleiner Weinbau stehen sollte. Im Juni 1939 ließ die Kreisleitung jedoch wissen, mit der Neugestaltung des Wappens sei es nicht mehr so eilig. Flein blieb daraufhin bei seinem alten Wappen und legte es 1956 endgültig fest. Der bis dahin im Wappen auf einem Dreifuß stehende Ölkessel wurde direkt in die Flammen gestellt, statt silbern bekleidet wurde Veit unbekleidet dargestellt. Das Wappen wurde am 11. Januar 1957 vom baden-württembergischen Innenministerium bestätigt, das der Gemeinde gleichzeitig ihre Flaggenfarben verlieh. Im selben Jahr entwarf der einheimische Künstler Hans Epple die heute von der Gemeinde verwendete Zeichnung (siehe Abbildung).[3]
Partnergemeinden Fleins sind Onzain im Département Loir-et-Cher in Frankreich (seit März 1990) und Steinthaleben im Kyffhäuserkreis in Thüringen (seit Juni 1991).
Flein, das an der Württemberger Weinstraße im Weinbaugebiet Württemberg liegt, ist für seine Weine berühmt. Auf 180 ha Rebfläche werden Rebsorten wie Riesling, Schwarzriesling und Samtrot angebaut. Die Weine werden überwiegend durch die Weingärtnergenossenschaft Flein-Talheim ausgebaut und vermarktet, daneben gibt es aber auch private Weingüter. Bekannte Weinlagen sind der Kirchenweinberg, der Eselsberg, der Altenberg und der Sonnenberg, die zur Großlage Kirchenweinberg im Bereich Württembergisch Unterland gehören.
1951 wurde Hildegard Seitz aus Flein zur Württembergischen Weinkönigin gewählt. Dies war bisher das einzige Mal, dass die Württembergische Weinkönigin aus Flein kam.
Der öffentliche Nahverkehr im Verkehrsverbund H3NV wird durch Busse gewährleistet, dabei ist Flein die einzige Gemeinde im Landkreis Heilbronn, die an das Stadtbusnetz der Stadtwerke Heilbronn angeschlossen ist. Die A 81 ist über Anschlussstellen in Ilsfeld und Untergruppenbach zu erreichen. Der nächste Bahnhof an der Strecke Heilbronn–Stuttgart liegt in Lauffen am Neckar.
Über das Geschehen in Flein berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe Süd-Ost (SO).
Die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Flein wird von etwa 350 Schülern besucht (Stand 2005). Außerdem gibt es in Flein noch die Johannesschule, eine Förderschule, die sich an den Prinzipien der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners ausrichtet. Die Fleiner Ortsbücherei hat einen Bestand von 13.000 Medien (Stand: 2005).
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