Meinestadt.de - Flacht - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Rhein-Lahn-Kreis | |
| Verbandsgemeinde: | Hahnstätten | |
| Höhe: | 125 m ü. NN | |
| Fläche: | 4,45 km² | |
| Einwohner: | 1142 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 257 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65558 | |
| Vorwahl: | 06432 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EMS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 41 043 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Austraße 4 </br> 65623 Hahnstätten | |
| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Adolf Ohl | |
Flacht ist eine Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Hahnstätten im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.
Inhaltsverzeichnis |
Flacht liegt im Taunus vier Kilometer südlich von Limburg an der Lahn. Die Ortsgemeinde liegt im flachsten Bereich des Aartals an der oberen Aar.
Am 17. Februar 881 wurde in einer Urkunde der Abtei Prüm erstmals eine Kirche in Flachta erwähnt.
Für die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Erklärungen. Eine Erklärung führt den Namen auf die Lage des Ortes im „Flachen“ zurück. Eine weiterer Erklärung leitet den Namen vom althochdeutschen Wort „flahta“ für Flechte in der Bedeutung „Geflochtenes, Zaun, Hürde“ und der damals gängigen Praxis, Zäune zum Schutz vor Eindringlingen und wilden Tieren zu bauen, ab. Eine dritte Erklärung führt die Herkunft des Namens auf das Wort „flak“ für Wasser zurück.
Im Mittelalter gehörte Flacht der Wald-Markgenossenschaft "Fuchsenhell" an. Zudem war Flacht Mittelpunkt eines Kirchspiels , zu dem Niederneisen, Holzheim und Linter
Im 17. Jahrhundert kam Flacht an das Haus Nassau. 1806 wurden das Amt Diez und somit das Kirchspiel Flacht erstmals dem Herzogtum Nassau einverleibt, von 1813 bis 1815 kam Flacht noch einmal kurz zu Nassau-Oranien zurück, um bis zu dessen Annexion durch Preußen 1866 wieder dem Herzogtum Nassau anzugehören. Von 1867 bis zu dessen Auflösung und der Bildung des Rhein-Lahn-Kreises gehörte Flacht zum Unterlahnkreis.
1835 wurde die erste Flachter Schule gebaut und 1902/03 mit einem Anbau erweitert. Der Schulbetrieb wurde zum Schuljahr 1973/74 nach Niederneisen verlegt. 1850 bekam der Ort drei Laufbrunnen, 1899 eine Wasserleitung. Die 1887 eingerichtete Poststelle bekam 1905 einen Telefonanschluss. 1900 wurde der Flachter Bahnhof erbaut, 1910 das Rathaus, 1939 das evangelische Gemeindehaus, 1949 der erste und 1980 ein neuer Sportplatz.
Zur evangelischen Kirchengemeinde Flacht gehören die benachbarten Orte Niederneisen und Holzheim. Die Kirchengemeinde gehört zum Evangelischen Dekanat Diez. Flacht ist seit der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts protestantisch.
Mangels Urkunden kann nicht gesagt werden, seit wann jüdische Bürger in Flacht lebten, Nachweise über jüdische Bürger in Flacht gibt es erst für die Zeit ab Mitte des 18. Jahrhunderts. Die jüdische Gemeinschaft in Flacht stellte mehrmals den Antrag zum Bau einer Synagoge, diese Anträge wurden mehrfach abgelehnt, deshalb wurde wechselnd in Privathäusern „private Betstuben“ eingerichtet. 1928 erbte die Gemeinde das Haus „Hauptstraße 35“ in dessen Erdgeschoss eine Synagoge eingerichtet wurde. In der Zeit von 1843 bis 1933 wurden immer zwischen 29 und 35 jüdische Bürger gezählt. Bis 1938 ging deren Zahl auf zwölf zurück. Während der Novemberpogrome 1938 wurden die Innenräume der Synagoge zerstört, Torarollen, Gebetsbücher und Torawimpel auf die Straße geworfen und der Friedhof verwüstet. Am 11. November 1938 wurden die verbliebenen männlichen Erwachsenen in Konzentrationslager verschleppt. 1939 gab es in Flacht keine jüdischen Bürger mehr.
1962 wurde von Jehuda Leopold Frank auf dem jüdischen Friedhof ein Denkmal mit folgender Inschrift errichtet:
„Zum Gedenken
an die in den
nationalsozialistischen
Konzentrationslagern
umgekommenen
jüdischen
Mitbürger
von Flacht und Niederneisen“–
Des Weiteren trägt dieses Denkmal 21 Namen in den Konzentrationslagern ermordeter jüdischer Bürger aus Flacht und Niederneisen[1].
Der Gemeinderat von Flacht setzt sich aus 16 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister zusammen.
| SPD | FWG | CDU | Gesamt | |
| 20041 | 8 | 6 | 2 | 16 Sitze |
1 Ergebnis der Gemeinderatswahlen vom 13. Juni 2004. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,1%.
Die bei der Ersterwähnung Flachts im Jahre 881 genannte und zur Abtei Prüm gehörende Kirche ging zu einem unbekannten Zeitpunkt vor 1226 an das St. Florinstift in Koblenz über und verblieb in dessen Eigentum bis zur Reformation. Der viergiebelige Westturm ist der älteste Teil der Kirche und lässt eine Bauzeit um 1200 wahrscheinlich erscheinen. Der Chor ist gotisch und zeigt freigelegte Wandmalereien. Der Bau des Kirchenschiffs erfolgte um 1700 und ist seit 1778 in der heutigen Form. Das Kircheninnere ist durch eine barocke Ausstattung geprägt, ebenfalls dieser Epoche entstammen Orgelprospekt und Kanzel. Zu drei Seiten befinden sich Emporen, die von toskanischen Säulen getragen werden. Die Kirche ist mit drei Glocken ausgestattet, deren älteste, "Anna", 1499 gefertigt wurde. 1838 gab es noch einmal größere Umbauten an der Kirche und von 1968 bis 1969 eine grundlegende Renovierung, bei der zwei Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert entdeckt wurden.
„Undig der Kirche“ wurde 1405 erstmals eine Getreidemühle erwähnt, die damals ebenso wie die Kirche in Besitz des St. Florinstifts Koblenz war. 1604 ging sie in Besitz des Landesherren, seit 1873 ist sie in Privatbesitz.
1889 wurde vom Turn- und Fechtclub e.V. eine Turnhalle gebaut, diese wurde 1931 und 1966 renoviert und erweitert. Ab 2007 ist sie in das Eigentum der Ortsgemeinde Flacht übergegangen und wird im Moment abgerissen und neu gebaut.
Das Bahnhofsgebäude in Flacht wurde um 1900 gebaut, 1990 verkauft und wird seither als Gaststätte genutzt. Die Aartalbahn wurde vom Land Hessen als Baudenkmal eingestuft. Zurzeit betreibt der „Arbeitskreis Aartalbahn“ Handhebeldraisinenfahrten zwischen Diez und Zollhaus. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof verlaufen Aar-Höhenweg und Aartal-Rad- und Wanderweg.
Bis in die 1960er Jahre war Flacht hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt, 2005 existierten noch drei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe.
Die B 54 verläuft in Nord-Süd-Richtung durch Flacht, etwa fünf Kilometer nördlich von Flacht verläuft die A 3. Flacht ist eine Bahnstation an der Aartalbahn. Der Streckenabschnitt von Diez nach Zollhaus, an dem auch Flacht liegt, wurde am 1. Juni 1870 in Betrieb genommen, der Personenverkehr wurde 1983 eingestellt und wird seitdem durch Busverkehr ersetzt.
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