Meinestadt.de - Falkensee - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Havelland | |
| Höhe: | 32 m ü. NN | |
| Fläche: | 43,3 km² | |
| Einwohner: | 39.366 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 909 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 14612 | |
| Vorwahl: | 03322 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HVL (alt NAU) | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 63 080 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Falkenhagener Str. 43/49 14612 Falkensee |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heiko Müller (SPD) | |
| Lage der Stadt Falkensee im Landkreis Havelland | ||
| Datei:Falkensee in HVL.png | ||
Falkensee (mit Betonung auf der letzten Silbe) ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Osten des Landkreises Havelland nahe Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Falkensee liegt am nordwestlichen Rand Berlins im sogenannten „Speckgürtel“.
Im Norden grenzt Falkensee an Schönwalde, im Westen an Brieselang, im Süden an Dallgow-Döberitz (alles Brandenburg) und im Osten an das Falkenhagener Feld (Berlin-Spandau) und Albrechtshof (Berlin-Staaken).
Das größte Gewässer – der Falkenhagener See – liegt im Norden der Stadt.
Die Bevölkerungsdichte ist im Vergleich zu Berlin eher niedrig. Dies liegt hauptsächlich an der eher dörflichen Bebauung, sowie den ausgedehnten Wäldern, die teilweise zu Falkensee gehören und zwischen Ortsteile ragen (beispielsweise der Spandauer Forst).
Die Namen der Dörfer Seegefeld und Falkenhagen (heute sind es Stadtteile) bildeten den heutigen Stadtnamen Falken(hagen)see(gefeld). Der Ortsname wird auf der letzten Silbe betont: Falkensee. Falkenhagen wurde (und wird) auf der vorletzten Silbe betont, Seegefeld auf der ersten. Bei der Aussprache der zusammengefügten Ortsnamen änderte sich somit nichts.
Seit 1923 heißt der Zusammenschluss der Gemeinden Seegefeld (erstmals 1265 urkundlich erwähnt) und Falkenhagen (erstmals 1336 urkundlich erwähnt) Falkensee.
Der Ortsteil Falkenhagen wurde mehrfach von verheerenden Bränden heimgesucht. So brannte er am 12. April 1675 vollständig nieder, 1806 wurde der nördliche Teil durch Feuer zerstört und 1822 brannte Falkenhagen erneut bis auf wenige Gebäude vollständig ab. Somit liegt die auf Papier aufgezeichnete und früher oder später verbrannte Geschichte des Ortes teilweise im Dunkeln.
1898 kaufte die Deutsche Ansiedlungsbank den Großteil des zum Rittergut Seegefeld gehörenden Landes und förderte die Besiedlung desselben. So entstanden die heutigen Ortsteile Neu-Finkenkrug, Neu-Seegefeld und Waldheim. Im selben Jahr kam der Ortsteil Falkenhain und 1902 der Ortsteil Falkenhagener See hinzu. Um 1920 erfuhr das Gebiet der späteren Landgemeinde Falkensee seinen ersten großen Zuzug; viele Berliner zogen hinaus „ins Grüne“.
1943 wurde im Ostteil der Stadt am Ortsrand ein Häftlingslager als Außenlager des KZ Sachsenhausen errichtet (heutige Gedenkstätte an der Hamburger Straße). Ursprünglich war diese Anlage 1938 zur Unterbringung von 650 Bahnarbeitern angelegt worden, bevor sie 1939 an die Heeresverwaltung vermietet wurde, welche die Anlage weiter ausbaute und nördlich der Spandauer Straße ein Lager für Kriegsgefangene errichtete. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden dort bis zu 2.500 größtenteils ausländische Gefangene interniert. Sie verrichteten Zwangsarbeit im Ausbesserungswerk der Deutschen Reichsbahn (RAW) – dem späteren DEMAG-Panzerwerk Albrechtshof (am Seegefelder Weg) – und im umzäunten Barackenlager, das von der SS bewacht wurde. Weil die Gefangenen von den Morden während des Todesmarsches von Häftlingen des Außenlagers Lieberose zum KZ Sachsenhausen erfahren hatten, weigerten sie sich am 20. April 1945, dem Befehl zur Evakuierung nachzukommen. Nach der Flucht der Wachmannschaften empfingen sie die eintreffenden sowjetischen Truppen als Befreier. 1945 hatte Falkensee 32.000 Einwohner, da zahlreiche ausgebombte Berliner sich in das Umland retteten. Dies war die höchste Einwohnerzahl bis zu diesem Zeitpunkt und für die nächsten 55 Jahre.
Auf dem weitläufigen Gelände der „Berlin-Seegefelder-Industrie AG“ (BSI), die sich bis 1945 südlich der Bahnstrecke zwischen den heutigen Bahnhöfen Falkensee und Seegefeld befand, waren nach Gründung der DDR über 30 Jahre der „VEB Landmaschinenbau Falkensee / Kombinat Impulsa“ und das Trafowerk untergebracht. Heute befinden sich in dem „Gewerbegebiet Süd“ unter anderem ein großer Einkaufsmarkt und neben weiteren kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Großhandelsmarkt.
Am 7. Oktober 1961, nicht einmal zwei Monate nach dem Bau der Mauer, erhielt Falkensee das Stadtrecht als davor größte Landgemeinde Deutschlands.
Seit 1992 befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Gefangenenlagers eine Gedenkstätte mit Mahnmalen und mahnenden Kunstwerken, die teilweise von Jugendlichen aus Falkensee und der israelischen Stadt Ma'alot (es besteht seit 1990 ein Jugendaustausch der beiden Städte) zusammen erstellt wurden. Nach der Wiedervereinigung erlebte Falkensee einen regen Zuwachs der Bevölkerung, vor allem aus dem Westen Berlins und verdoppelte in kurzer Zeit seine Einwohnerzahl. Der ehemalige Todesstreifen der DDR-Grenze wurde bepflanzt und bebaut, mittlerweile ist er nicht mehr überall zu erkennen. Auf dem Berliner-Mauer-Radweg kann heute auch in Falkensee dem Verlauf der ehemaligen Mauer nachgefahren werden.
Am Falkenhagener See ist in Falkensee seit 2003 die Botschaft von Madagaskar ansässig.
Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Falkensee mit Wirkung ab 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.
Die Stadtverordnetenversammlung hat neben dem hauptamtlichen Bürgermeister Heiko Müller (SPD) derzeit 36 Mitglieder. Diese teilen sich nach der Kommunalwahl am 28. September 2008 wie folgt auf die Parteien und Wahlbündnisse auf (Wahlbeteiligung: 47,71 %):[1]
| Partei/Wahlbewerber – Fraktion | Stimmenanteil (%) | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 23,83 | 9 |
| SPD | 31,73 | 11 |
| Die Linke | 14,05 | 5 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 15,81 | 6 |
| Alternatives Bündnis Falkensee | 5,06 | 2 |
| FDP | 8,99 | 3 |
Der SPD-Bewerber Heiko Müller setzte sich beim ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am 30. September 2007 mit 53,32 % (Wahlbeteiligung: 44,6 %) gegen fünf weitere Konkurrenten durch.[2] Er trat das Amt am 1. November 2007 an.[3]
Blasonierung: „In Blau ein von silbernen Leisten begleiteter breiter grüner Schräglinksbalken, vorn oben eine aufgehende, ungebildete zwölfstrahlige goldene Sonne, im Balken ein linksgewendeter fliegender silberner Falke, hinten unten ein gestürzter silberner Fisch.“[1]
Daneben existiert noch ein Logo der Stadt, welches nicht hoheitsrechtlich geschützt ist.
In der Liste der Baudenkmäler in Falkensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
Das einzige Kino in Falkensee befindet sich am Bahnhof Falkensee in der Potsdamer Str. 4[2].
Am Dorfanger liegt das Jugendzentrum „Creative Zentrum – Haus am Anger“, das zahlreiche bildende und künstlerische Kurse anbietet.
Falkensee hat eine Autobahnanbindung an den Berliner Ring. Der Berliner Flughafen Tegel liegt etwa 18 km (Straße) entfernt. Mehrere Straßen führen in Nachbarorte und nach Berlin sowie Potsdam. Es bestehen Busverbindungen nach Berlin, Potsdam und dem weiteren Umland.
An der südlichen Stadtgrenze führt die B5 an Falkensee vorbei, nach Westen zum Berliner Ring und nach Osten in die Berliner Innenstadt.
Die Buslinien in Falkensee werden von der Havelbus Verkehrsgesellschaft betrieben. Zu niedrig frequentierten Zeiten werden teilweise Linientaxis zum Bustarif eingesetzt. Eine Linie wird von der BVG betrieben: Die Linie 337 vom Bahnhof Berlin Spandau zum Bahnhof Falkensee.
Drei Bahnhöfe befinden sich in Falkensee: „Finkenkrug“, „Falkensee“ und „Seegefeld“ (der Bahnhof Albrechtshof befindet sich wenige Meter hinter der Berliner Stadtgrenze). Diese West-Ost-Trasse führt mit dem Zug nach Westen beispielsweise in Richtung Nauen, Wismar und Wittenberge und in Richtung Osten über die Berliner Stadtbahn zum Flughafen Berlin-Schönefeld und nach Ludwigsfelde.
An das Eisenbahnnetz wurde Falkensee bereits 1846 angeschlossen. Der erste Bahnhof mit dem Namen Seegefeld wurde provisorisch 1848, endgültig 1860 eröffnet. Falkensee gehörte seit 1921 zum Berliner Vororttarif. Trotz vieler früheren Pläne wurde Falkensee erst am 14. August 1951 an das Berliner S-Bahnnetz angeschlossen. Nach dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war die Stadt wieder vom Stadtschnellbahnverkehr abgekoppelt. Falkensee war nur über den Berliner Außenring, mit Halt an dem 1995 stillgelegten und 2006 abgerissenen Bahnhof Falkenhagen (im Ortsteil Waldheim), für Berliner zu erreichen. Der Zugverkehr von Falkensee und Finkenkrug über den sogenannten „S-Bahn-Außenring“ nach Potsdam funktionierte von 1961 bis 1995 ebenfalls nur mit Umsteigen an diesem Bahnhof.
Erst am 26. Mai 1995 wurde der Lückenschluss der Fernbahnverbindung Berlin–Hamburg zwischen Albrechtshof und Berlin-Spandau fertiggestellt. Seit Mai 1997 ist der Abschnitt elektrisch betrieben. Zuerst übernahmen nur Regionalbahn-Züge den Verkehr, seit dem 24. Mai 1998 fahren auch Regionalexpress-Züge als Nahverkehrszüge über Falkensee in die Berliner Innenstadt. Ein Teil der Züge aus Richtung Norden fuhr anstatt über den östlichen Berliner Außenring nun auch direkt über Falkensee nach Berlin und stellte damit ein dichtes Zugangebot sicher. Diese bis 28. Mai 2006 verkehrenden RE-Züge konnten die S-Bahn bisher provisorisch ersetzen, sind aber nach Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofes ersatzlos entfallen.
Die seit 1990 geplante S-Bahn wurde bislang wegen des fraglichen verkehrlichen Nutzens zurückgestellt. Laut einem Gutachten würde zwar der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten für eine S-Bahn-Verlängerung Spandau - Falkensee und den Bau eines vom übrigen Bahnbetrieb unabhängigen Streckengleises übersteigen, die Reisezeiten würden sich mit der S-Bahn jedoch verlängern, so dass einige heutige Bahnnutzer auf das Auto umsteigen würden. Je nach Konzept würden die S-Bahn bis Falkensee nur etwa 2.000 Fahrgäste pro Tag nutzen. Eine abschließende Entscheidung über den S-Bahnbau ist derzeit nicht in Sicht.
Größtes Unternehmen ist das Logistikzentrum am Bahnhof Seegefeld, am Rande des Gewerbegebietes Süd, das aus den ab 1995 hier beheimateten Herlitz-Werken hervorging. Ansonsten ist die Falkenseer Wirtschaft durch viele klein- und mittelständische Unternehmen der Nahversorgung geprägt.
In Falkensee sind die Lokalredaktionen der Tageszeitung Märkische Allgemeine Zeitung und des Brandenburger Wochenblatts beheimatet. Daneben gibt es eine Vielzahl von kleinen Anzeigenblättern.
Neben dem Sitz der Stadtverwaltung im Rathaus verfügt Falkensee über eine Stadtbibliothek. Auch andere Einrichtungen der Kreisverwaltung des Landkreises Havelland sind inzwischen in Falkensee beheimatet. Hinzu kommt eine Vielzahl von Sportstätten.
In Falkensee gibt es neun Schulen:[3]
Brieselang | Dallgow-Döberitz | Falkensee | Friesack | Gollenberg | Großderschau | Havelaue | Ketzin | Kleßen-Görne | Kotzen | Märkisch Luch | Milower Land | Mühlenberge | Nauen | Nennhausen | Paulinenaue | Pessin | Premnitz | Rathenow | Retzow | Rhinow | Schönwalde-Glien | Seeblick | Stechow-Ferchesar | Wiesenaue | Wustermark
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