Meinestadt.de - Erkerode - 23.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Wolfenbüttel | |
| Samtgemeinde: | Sickte | |
| Höhe: | 60 – 180 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,34 km² | |
| Einwohner: | 1013 (30. Dez. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte: | 76 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 38173 | |
| Vorwahl: | 05305 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WF | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 58 012 | |
| Bürgermeister: | Johann-Heinrich von Henninges (CDU) | |
Erkerode ist ein Ort und eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie liegt am westlichen Rand des Höhenzugs Elm und etwa 17 Kilometer südöstlich von Braunschweig. Östlich des Ortes beginnt das rund 3 km lange Reitlingstal, das in den Elm führt.
Inhaltsverzeichnis |
Erkerode befindet sich im Südosten der Stadt Braunschweig und gehört zum Landkreis Wolfenbüttel. Der Ort liegt im westlichen Teil des Naturparks Elm-Lappwald, am westlichen Elmrand. Die Wabe tritt hier aus dem Reitlingstal ins Vorland über. Erkerode ist Hauptort der Gemeinde Erkerode. Die nächstgelegenen Mittelzentren sind Helmstedt, Königslutter am Elm und Wolfenbüttel.
* Entfernungsangaben beziehen sich jeweils auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.
| Stadt Hannover (76 km) | Stadt Braunschweig (17 km) | Stadt Königslutter am Elm (10 km) | |
| Sickte (6 km) | |||
| Stadt Wolfenbüttel (13 km) | Ortsteil Lucklum (1 km) | |
Reitlingstal Reitling-Weidehof (3 km) |
| Gemeinde Dettum (5 km) | Gemeinde Evessen (2 km) |
Seit der niedersächsischen Gebietsreform von 1974 besteht die Gemeinde Erkerode aus den Ortsteilen Erkerode (652 Einwohner) und Lucklum (362 Einwohner), letzteres eine ehemals mittelalterliche Kommende des Deutschen Ritterordens. Zuvor gehörte Erkerode zum Landkreis Braunschweig, danach wurde der Ort Bestandteil des Landkreises Wolfenbüttel.
1175 wurde der Ort Erkerode erstmals urkundlich erwähnt als Erikeroth. Das Dorf zählte lange zum adligen Gericht Destedt und war seit dem 12. Jahrhundert im Besitz derer von Veltheim. Das Dorfbild wird auch heute noch von Bauernhöfen der mittelalterlichen Typen Haken- und Streckhof bestimmt. Vereinzelt findet man den Dreiseithof, der auch als „Erkeroder Typ“ bezeichnet wird.
1868 gründeten der Pfarrer Gustav Stutzer aus Erkerode, der Arzt Oswald Berkhan und die Braunschweiger Bürgerin Luise Löbbecke die „Idioten-Anstalt zu Erkerode“. Sie sollte kranken und behinderten Menschen eine Heimat bieten. Wenig später bildete sich zwischen Lucklum und Sickte, vier Kilometer vom Gründungsort Erkerode entfernt, die noch heute überregional bekannte „Evangelische Stiftung Neuerkerode“ .Sie ist heute mit über 900 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Landkreis Wolfenbüttel.
Das frühere Pfarrwitwenhaus, in dem diese Anstalt entstand, wurde später als Dorfschule genutzt und ist seit den 1980er Jahren Dorfgemeinschaftshaus.
1902 entstand die Gaststätte „Elmwarte“ oberhalb des Ortes am Rande des Elms. Sie entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugslokal, vor allem für Braunschweiger Bürger. Die Lokalität auf rund 200 Höhenmetern ist ein Aussichtspunkt, von dem aus ein Blick weit in das Land Richtung Westen (Braunschweig) und Richtung Süden (Harz - Brocken) möglich ist. In den 1950er und 1960er Jahren entstand im Bereich zwischen dem Ortskern und der Elmwarte sowie in Hanglage zum Reitlingstal eine Bebauung mit Wochenendhäusern. Die Häuser wurden nicht nur von Kurzurlaubern aus Berlin (wegen der Nähe zum Zonengrenzübergang Helmstedt) errichtet, sondern auch von Braunschweiger Rechtsanwälten und Steuerberatern, die ihre Bungalows als Dauerwohnsitz nutzten. Daneben entstanden in den 50er Jahren an den Rändern des Ortskernes Einfamilienhäuser von Heimatvertriebenen und Übersiedlern aus der DDR. Während letztere sich in das Leben im „Altdorf“ integrierten, blieben die Bewohner des als „Elmwarte“ oder des „Hang“ (scherzhaft auch „Millionenhügel“ oder „Hypothekenberg“) genannten Gebietes weitgehend unter sich.
Erkerode liegt am Rande des Elms, einem Höhenzug, dessen Entstehung im Trias vor etwa 200 Millionen Jahren begann. In einem früheren Meer, dem geologisch genannten Germanischen Becken, lebten Meerestiere, die Terebratel. Als sie starben, bildeten sie eine Kalkschicht und aus dieser Schicht entstanden durch Verdichtung der Elmkalkstein. Der Meeresboden wölbte sich in einem Zeitraum von 100 Millionen Jahren, verursacht durch ein 900 m dickes Salzlager, zum Elm auf. Das Salzgestein, das leichter als das darüber liegende Kalkgestein ist, drückte den Elm nach oben.
Die Gesteine im Elm sind Kalksteine und wurden früher am sogenannten Westhölzchen von Erkerode gebrochen. Es ist ein seltenes und besonderes Kalkgestein, der sogenannte Erkeroder Trochitenkalk, der eine regionale Sonderentwickling des Unteren Muschelkalks ist. Dieser Kalkstein ist lokal auf die Umgebung von Erkerode begrenzt. Er entstand aus Ablagerungen abgestorbener Seelilien in dem warmen bewegten Flachwassermeer. Seelilien (Crinoiden) sind eine Art der Encrinus liliiformis und sind keine Pflanzen. Es waren Tiere, die sich von Plankton ernährten. Diese Tiere waren an einem Stiel am Meeresboden befestigt und trugen am oberen Ende einen kelchförmigen Körper mit Armen. Die versteinerten Stielglieder sind radförmig und werden Trochiten genannt. Die Seelilien kamen derart gehäuft im Meer vor, dass sie nach ihrem Absterben sich zu Gesteinsschicht auftürmten. In Erkerode besteht die Kirche, Mauern und zahlreiche steinerne Haussockel aus diesem Naturstein.
Von einstmals mehreren Wassermühlen entlang der Wabe ist heute noch eine in Betrieb. Sie ist regional einzigartig und kann immer am Pfingstmontag beim "Deutschen Mühlentag" von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Sie wird vom eigens gegründeten Mühlenverein Erkerode e. V. unterhalten.
Trotz interessanter und wechselvoller Geschichte der Elmgemeinde gehört Erkerode zu den wenigen Kommunen im Landkreis Wolfenbüttel, die keinen Orts- bzw. Gemeindeheimatpfleger haben.
Am jährlichen Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag findet auf dem Hof der Wassermühle an der Evessener Straße ein Mühlenfest statt. Bei dieser Veranstaltung kann der Euro in die Ersatzwährung "Elmtaler" umgetauscht werden. Dabei handelt es sich um kleine Holzmünzen, die mit dem Aufdruck der Mühle versehen sind. Die Abstufung des Elmtalers geschieht durch Teilung, maximal bis zu einem Viertel, 25 Cent entsprechend.
Die Dorfkirche St. Petri entstand im 14. Jahrhundert und wurde im romanischen Stil errichtet. Sie ist ausgestattet mit einer Orgel des Orgelbaumeisters Johann Andreas Zuberbier aus dem Jahr 1705.
In der Wassermühle an der Wabe hat die "SOWIWAS-Energie (Sonne, Wind und Wasser-) GmbH" ihren Firmensitz, die Energie aus regenerativen Quellen erzeugt. Ende März 2009 wurde die einzige Gaststätte im Ort mit Ausflugslokal mit großem Saal aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.
Erkerode ist durch seine Lage im Naturpark Elm-Lappwald abseits großer Verkehrswege gelegen. Angebunden ist der Ort durch eine Kreisstraße an die etwa einen Kilometer westlich des Ortes verlaufende Landesstraße 625 und die etwa 7 km östlich des Ortes verlaufende L 290. Die L 625 kreuzt nach etwa 8 km die Bundesautobahn 39.
Der bei der niedersächsischen Kommunalwahlen am 10. September 2006 gewählte Gemeinderat Erkerode besteht aus 11 Mitgliedern. Die CDU stellt 6 Mandatsträger, die SPD wird von 3 Personen vertreten und Bündnis 90/Die Grünen gehören mit 2 Sitzen dem Rat an. Als Bürgermeister wurde Johann-Heinrich von Henninges (CDU) im Amt bestätigt, der dieses Amt seit 1999 innehat.
1985 erhielt die Gemeinde Erkerode ein Wappen. Es zeigt einen Ammoniten im heraldisch rechten Feld, der auf die früheren Kalksteinbrüche am Rande des Elms hinweist (wie am "Westhölzchen"). Das Wasserrad im heraldisch linken Feld erinnert an einstmals vorhandenen Wassermühlen an der Wabe, die durch den Ort fließt. Das Kreuz im unteren Feld symbolisiert die Kommende des Deutschen Ritterordens im Gemeindeteil Lucklum.
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