Meinestadt.de - Eppelheim - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
| |
|
||
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | ||
| Höhe: | 110 m ü. NN | ||
| Fläche: | 5,64 km² | ||
| Einwohner: | 14.629 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 2594 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahlen: | 69208–69214 | ||
| Vorwahl: | 06221 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HD | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 018
|
||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schulstraße 2 69214 Eppelheim |
||
| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Dieter Mörlein (parteilos) | ||
| Lage der Stadt Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis | |||
| Datei:Eppelheim in HD.png | |||
Eppelheim ist eine Stadt im Rhein-Neckar-Kreis. Sie liegt im Nordwesten Baden-Württembergs und im Einflussbereich des direkt benachbarten Oberzentrums Heidelberg.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt auf dem Neckarschwemmkegel in der Oberrheinischen Tiefebene, nur wenige Kilometer südwestlich der Erhebungen des Odenwaldes und direkt an der Bundesautobahn 5, welche Eppelheim vom Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund trennt.
Das Stadtgebiet ist beinahe vollständig vom Stadtkreis Heidelberg umgeben, so grenzt Eppelheim an die Stadtteile Wieblingen im Norden, Pfaffengrund im Osten und Kirchheim im Süden. Im Westen liegt die ebenfalls zum Rhein-Neckar-Kreis gehörende Gemeinde Plankstadt.
Mit Mannheim liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich ein weiteres Oberzentrum der Metropolregion Rhein-Neckar.
Zur Stadt Eppelheim gehört das Gehöft Birkighöfe.[2]
Aus Orientierungsgründen werden verschiedene Stadtgebiete oftmals nach ihrer Lage mit den entsprechenden Himmelsrichtungen bezeichnet (so zum Beispiel Nordost-Eppelheim), eine genaue Abgrenzung existiert jedoch nicht.
Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit, der Römerzeit und des frühen Mittelalters legen nahe, dass das heutige Stadtgebiet schon früh von Menschen bewohnt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Eppelheim im Jahre 770 im Zusammenhang mit einer Schenkung im Lorscher Kodex unter dem Namen Ebbelenheim.
Ab dem 11. Jahrhundert war Eppelheim ein typisches kleines Dorf in der Kurpfalz. Die Macht des Pfalzgrafen beinhaltete die Blutgerichtsbarkeit, die Wehrhoheit und das Steuerrecht (die sogenannten Zeichen der hohen Obrigkeit). Zuständig war das pfälzische Zentgericht zu Kirchheim. Die niedrige Obrigkeit war das Dorf selbst: hierzu gehörte das Ortsgericht, welches ein Siegel führte, aus dem 1895 das Gemeindewappen entwickelt wurde.
Die Einwohnerzahl blieb bis ins 18. Jahrhundert hinein stets unter 150. Ein Grund hierfür war, dass Eppelheim am 28. Januar 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges von französischen Truppen niedergebrannt wurde.
In der Folge wurde Eppelheim wieder aufgebaut und erlebte einen stetigen Bevölkerungszuwachs, im 20. Jahrhundert gar eine Bevölkerungsexplosion. So stieg die Bevölkerung von 2.644 Einwohnern im Jahre 1905 auf 13.904 Einwohner im Jahre 1997.
1803 wurde Eppelheim badisch.
Im Rahmen einer Kreis- und Gemeindegebietsreform löste am 1. Januar 1973 der Rhein-Neckar-Kreis den Landkreis Heidelberg ab. Eppelheim sollte als Folge ebenso wie die selbständige Gemeinde Ziegelhausen ein Stadtteil von Heidelberg werden, wogegen sich die Einwohner vehement und letztlich erfolgreich wehrten.
1998 wurde Eppelheim vom Land Baden-Württemberg zur Stadt erhoben.
2007 fand der Vorschlag von Bürgermeister Mörlein überregionale Beachtung, die neu erhobenen Studiengebühren von den Studierenden zu übernehmen, wenn sie eine gemeinnützige Arbeit im Umfang von 60 Stunden pro Semester annehmen.[3]
| Jahr | 1439 | 1577 | 1692 | 1727 | 1785 | 1802 | 1905 | 1933 | 1939 | 1960 | 2005 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 55 | 100 | 63 | 127 | 434 | 502 | 2.644 | 4.062 | 4.141 | 7.330 | 14.461 |
Die Blasonierung des Wappens lautet: In Rot ein blauer Reichsapfel mit goldenem Beschlag und goldenem Kleeblattkreuz.
Es wurde 1900 angenommen und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1699, auf dem das Fleckenzeichen von Eppelheim dargestellt wurde. Möglicherweise verweist es auf die volksetymologische Deutung des Ortsnamens von „Eppel“ bzw „Äpfel“. Unwahrscheinlich ist ein Zusammenhang mit dem Herzschild der Kurpfalz, in dem der Reichsapfel auf die Kurwürde der Pfalzgrafen bei Rhein verwies. Die Flagge ist Gelb-Rot und wurde 1959 vom Innenministerium verliehen.[4]
Wie in der ganzen Kurpfalz wurde auch in Eppelheim von Kurfürst Ottheinrich die Reformation eingeführt und Eppelheim somit protestantisch. Die am 22. März 1812 eingeweihte Eppelheimer Pauluskirche in der Hauptstraße gehört heute zum Kirchenbezirk Südliche Kurpfalz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Der älteste Teil der heutigen Kirche, das Portal des Turms stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. In der Kirche befindet sich das von Harry McLean 1953 geschaffene Michaelsfenster sowie „Jesus, der gute Hirte“ und „Ausgießung des Heiligen Geistes“. Die beiden Bilder „Die Schöpfung“ und „Speisung in der Wüste“ für das neue Gemeindehaus wurden im September 1993, nur wenige Monate vor seinem Tod übergeben. Die Originalentwürfe dieser Arbeiten erhielt die evangelische Kirchengemeinde als Dauerleihgabe.
1876 bekamen aber auch die Katholiken wieder ein Gotteshaus, die Josephskirche. Diese wird heute aber nur noch gelegentlich genutzt, da die Hauptkirche der katholischen Gemeinde St. Joseph die Christkönigkirche in der Rudolf-Wild-Straße ist. Seit 2006 bildet die zum Erzbistum Freiburg gehörende Gemeinde mit den Gemeinden St. Marien im Pfaffengrund und St. Bartholomäus in Wieblingen die Seelsorgeeinheit Christophorus (ehemals Heidelberg-West) im Dekanat Heidelberg-Weinheim.
Nach dem 2. Weltkrieg war für den Ort und die beiden Kirchengemeinden ein Meilenstein die Glockenweihe im Jahr 1948 durch die Pfarrer Gottlob Hees und Josef Ott. Hinsichtlich des Klangs der Glocken hatten sich die beiden Kirchengemeinden abgestimmt.
In der Gesamtbevölkerung bilden heute die Protestanten mit 5.187 Bürgern weiter die Mehrheit, während 4.537 katholisch sind und 4.412 sonstigen Religionen angehören oder konfessionslos sind.
Der Gemeinderat der Stadt Eppelheim hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 22 Mitglieder, die den Titel „Stadtrat“ führen. Sie gehören folgenden Parteien an:
| Gemeinderat 2004 | |||||
| Partei | Sitze | ||||
| CDU | 10 | ||||
| SPD | 6 | ||||
| GRÜNE | 4 | ||||
| FDP | 1 | ||||
| FWG | 1 | ||||
| Wahlbeteiligung: 56,2 % | |||||
Eppelheim unterhält seit 1989 eine Städtepartnerschaft mit Wilthen in der Lausitz (Sachsen) und seit 3. Oktober 1996 mit Dammarie-les-Lys in Frankreich).
Freundschaftliche Kontakte bestehen zu Vértesacsa in Ungarn und Montebelluna in Italien.
In der gesamten Region bekannt sind die Veranstaltungen in der Rhein-Neckar-Halle. In den 1970er-Jahren war sie in Wahlkampfzeiten außerdem Schauplatz für Auftritte bundesdeutscher Politprominenz.
Der Eppelheimer Wasserturm wurde 1907 fertig gestellt und ist mit seiner Höhe von 47,6 Metern (einschließlich der Spitze) und dem 220 Kubikmeter fassenden Sammelbehälter auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Wahrzeichen der Stadt. Von 1902 bis 1905 wurde zudem die Kanalisation aus- und das Wasserwerk mit Pumpstation (heute: Jugendtreff Altes Wasswerwerk) gebaut und damit die Brunnenwasserversorgung abgelöst.
Der Wasserturm wurde am 27. April 1983 stillgelegt und vom 31. August 1993 bis 31. März 1994 rechtzeitig vor dem 100-jährigen Jubiläum renoviert.[5]
Auf dem Allmendgartenbuckel wurde 1984 das Eppelheimer Feldkreuz in Form eines Knospenkreuzes errichtet, gestiftet von Günther und Kurt Fath sowie Linus Wiegand. Seit 1984 werden an dieser Stelle ökumenische Pfingstgottesdienste abgehalten.
Größere Grün- oder am Ende parkähnliche Anlagen sucht man in Eppelheim vergeblich. Allerdings gibt es neben der Kunstmeile im Konrad-Adenauer-Ring einige kleinere Plätze und Gärten:
Kunstmeile Eppelheim.JPG
Kunstmeile im Konrad-Adenauer-Ring |
Eppelheim Hugo-Giese-Platz.JPG
Hugo-Giese-Platz (ehemals Marktplatz) |
Eppelheim Jakob-Neu-Garten am Ende des Winters.JPG
Jakob-Neu-Garten |
Eppelheim Günther-Rühle-Platz.JPG
Günter-Rühle-Platz |
Eppelheim Leonie-Wild-Platz.JPG
Leonie-Wild-Platz |
Der älteste Eppelheimer Verein ist der Gesangverein Eintracht mit seinem Gründungsdatum 1848. Ebenfalls auf eine lange Tradition können neben der Freiwilligen Feuerwehr mit Spielmannszug der Konzertverein sowie der Zitherverein von 1924 zurückblicken.
Der Obst- und Gartenbauverein wurde 1884 auf Initiative des Eppelheimer Lehrers und späterem Ehrenbürger Jakob Neu gegründet. Zu seinem Gedenken wurde anlässlich des 100jährigen Vereinsjubiläums 1984 der Jakob-Neu-Garten angelegt (Ecke Grenzhöfer Straße / Bürgermeister-Jäger-Straße).
Der Turnverein 1888 Eppelheim wurde vom späteren Ehrenbürger Jakob Neu gegründet, 1908 wurde die Fahne, welche seit 1945 verschwunden ist, geweiht. Später erfolgte die Spaltung in den noch heute bestehenden Turnverein Eppelheim 1927 (TVE) und den Arbeitersportverein (ASV). 1910 wurde der Schützenverein gegründet. Der DSKC Eppelheim bei den Damen und der VKC Eppelheim bei den Herren waren mehrfach deutscher Mannschaftsmeister im Kegeln. Dieter Zieher, Theo Holzmann und Richard Pelikan wurden Europapokalsieger und Weltmeister im Kegeln und erhielten die höchste deutsche Sportauszeichnung, das Silberne Lorbeerblatt.
Neben der Kinderkrippe Teddybär gibt gibt es in Eppelheim Kindergärten in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft, im einzelnen:
Kindergarten Villa Kunterbunt.JPG
Kindergarten Villa Kunterbunt |
KiGa Sonnenblume.JPG
Kindergarten Sonnenblume |
Kindergarten Scheffelstraße.JPG
Kindergarten Scheffelstraße (100-jähriges Jubiläum im Jahr 2000) |
Kindergarten St Elisabeth.JPG
Kindergarten St. Elisabeth (100-jähriges Jubiläum im Jahr 2006) |
St Luitgard Eppelheim.JPG
Kindergarten St. Luitgard |
In der Schulstadt Eppelheim können folgende Schulen besucht werden:
Eppelheim Theodor-Heuss-Schule Seiteneingang.JPG
Seiteneingang Theodor-Heuss-Schule |
Friedrich-Ebert-Schule.JPG
Friedrich-Ebert-Schule während der Generalsanierung 2008/2009 |
Realschule und Gymnasium Eppelheim.JPG
Humboldt-Realschule und Dietrich-Bonhoeffer- Gymnasium |
Käthe-Kollwitz-Schule.JPG
Käthe-Kollwitz-Schule |
In der Region ist Eppelheim noch heute als Maurerdorf bekannt, da überdurchschnittlich viele Eppelheimer seit Ende des 19. Jahrhunderts dem Beruf des Maurers nachgingen. So gab es 1903 etwa 500 Maurer, nicht zuletzt auf Grund des seit 1870 im benachbarten Heidelberg einsetzenden Baubooms.
Wie im ganzen nordbadischen Raum wurde auch in Eppelheim über Jahrhunderte Tabak angepflanzt.
Größter Arbeitgeber der Stadt sind die Rudolf-Wild-Werke im Süden mit circa 1.400 Arbeitsplätzen. Außerdem gilt die Firma durch ihre Gewerbesteuerzahlungen als wichtiger Faktor für den städtischen Haushalt.
Seit 1908 wurde Eppelheim von der Stadt Heidelberg mit Gas, seit 1922 mit elektrischem Licht beliefert.
Seit 1989 lieferten die Stadtwerke Heidelberg als Ergänzung zum eigenen Wasserwerk Trinkwasser nach Eppelheim. Ab 2002 wurde die gesamte Betriebesführung der Eppelheimer Trinkwasserversorgung von dort übernommen, zunächst für drei Jahre [1].
Eppelheim liegt direkt an der Bundesautobahn 5 und wird mit dieser sowohl über die Anschlussstelle Heidelberg/Schwetzingen als auch die Anschlussstelle Heidelberg-Wieblingen der Bundesautobahn 656 verbunden.
Die Stadt wird durch die stark frequentierte Heidelberger Straßenbahnlinie 22 der Rhein-Neckar-Verkehr an die benachbarte Universitätsstadt Heidelberg und den weiteren Öffentlichen Nahverkehr angebunden. Der abgebaute weiterführende Teil dieser Straßenbahnstrecke nach Plankstadt und Schwetzingen wird heute als Buslinie 713 von der Busverkehr Rhein-Neckar betrieben. Ausschließlich innerhalb Eppelheims verkehrt die ebenfalls von der BRN betriebene Buslinie 732 als sogenannter City-Bus. Eppelheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
Am südlichen Stadtrand führte die 1967 stillgelegte Bahnstrecke Heidelberg–Speyer vorbei, an der Eppelheim seit 1870 über einen Bahnhof verfügte.
Altlußheim | Angelbachtal | Bammental | Brühl | Dielheim | Dossenheim | Eberbach | Edingen-Neckarhausen | Epfenbach | Eppelheim | Eschelbronn | Gaiberg | Heddesbach | Heddesheim | Heiligkreuzsteinach | Helmstadt-Bargen | Hemsbach | Hirschberg an der Bergstraße | Hockenheim | Ilvesheim | Ketsch | Ladenburg | Laudenbach | Leimen | Lobbach | Malsch | Mauer | Meckesheim | Mühlhausen | Neckarbischofsheim | Neckargemünd | Neidenstein | Neulußheim | Nußloch | Oftersheim | Plankstadt | Rauenberg | Reichartshausen | Reilingen | Sandhausen | Schönau | Schönbrunn | Schriesheim | Schwetzingen | Sinsheim | Spechbach | St. Leon-Rot | Waibstadt | Walldorf | Weinheim | Wiesenbach | Wiesloch | Wilhelmsfeld | Zuzenhausen
eo:Eppelheim it:Eppelheim ja:エッペルハイム nl:Eppelheim pl:Eppelheim pt:Eppelheim ro:Eppelheim ru:Эппельхайм vo:Eppelheim