Meinestadt.de - Emmelsbüll-Horsbüll - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Nordfriesland | |
| Amt: | Südtondern | |
| Höhe: | 0 m ü. NN | |
| Fläche: | 35,73 km² | |
| Einwohner: | 982 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 27 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25924 | |
| Vorwahl: | 04665 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NF | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 166 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Marktstraße 12 25899 Niebüll |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Günter Carstensen (AAE-H) | |
| Lage der Gemeinde Emmelsbüll-Horsbüll im Kreis Nordfriesland | ||
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Emmelsbüll-Horsbüll (dänisch: Emsbøl-Horsbøl, friesisch: Ämesbel-Hoorbel) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie entstand 1974 aus dem Zusammenschluss der beiden Dörfer Emmelsbüll und Horsbüll in der Wiedingharde und liegt an der Nordseeküste.
Inhaltsverzeichnis |
Horsbüll, heute der kleinere der beiden Orte, wurde 1231 erstmals im Waldemar-Erdbuch als Mittelpunkt der damaligen Horsbüllharde erwähnt. Die Kirche stammt aus dieser Zeit. Sturmfluten erzwangen wiederholt die Rückversetzung des Deichs. Auf diese Weise verschwand im Laufe der Jahrhunderte der westliche Teil der Horsbüllharde, so dass die Horsbüller Kirche seit 1805 direkt am Deich steht. Heute liegt dahinter allerdings nicht mehr die Nordsee, sondern der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog.
Einer Sage nach soll bei einer großen Sturmflut an der Stelle, wo heute die Horsbüller Marienkirche steht, ein Landeigner von seinem Pferd (="Hors") aus den Fluten gerettet worden sein. "Büll" ist im friesischem Raum häufig vertreten und bedeutet Siedlung, Dorf. Tatsächlich hat die Wiedingharde heute noch ein Pferd im Wappen.
Die Horsbüller Marienkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert ist die älteste Kirche der Wiedingharde. Aus der Entstehungszeit stammt noch der Taufstein. Die Gemeinde war recht wohlhabend, denn vor der Reformation besaß sie drei gotische Schnitzaltäre. 1780 wurden diese abgerissen. Die Kirche erhielt einen barocken Altar. Mit den Apostelfiguren eines der alten Altäre wurde der Deckel der Taufe verziert. In der Kirche befindet sich noch das frühneuzeitliche Gestühl mit Türen und geschnitzten Wangen.
Der alte Ortskern „Alt-Horsbüll“ hat einen halligartigen Charakter.
Emmelsbüll am südlichen Rand der Wiedingharde wurde ebenfalls erstmals im Waldemar-Erdbuch erwähnt. Es bestand außer dem Dorfkern mit der Kirche aus mehreren auf Warften liegenden Höfen, darunter dem ehemals adeligen Gut Toftum. In Südwesthörn, wo heute ein Schöpfwerk das im Sielzug gesammelte Wasser aus dem Gotteskoog und dem Alten Wiedingharder Koog in die Nordsee entwässert, befand sich bis ins 20. Jahrhundert hinein ein kleiner Hafen.
Durch die Gewinnung des Kleinen Emmelsbüller Koogs 1554 und des Gotteskoogs 1566 erweiterte sich das zur Gemeinde gehörende Gebiet.
Emmelsbüll besitzt eine sehenswerte Kirche von 1768, die auf einer langgestreckten, recht hohen Warft erbaut wurde. Der 1770 gemalte „Himmel“ des Tonnengewölbes wurde in den 90er Jahren wieder freigelegt.
Das Interieur stammt größtenteils aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau. Das älteste Stück ist der Taufstein aus gotländischem Kalkstein, wie Waldemar II. ihn in den von ihm neu gegründeten Kirchspielen aufstellen ließ. Kanzel und Altar ähneln der Ausstattung der Tonderner Kirche. 1900 malte der „Friesenmaler“ Carl Ludwig Jessen zwei neue Bilder für den barocken Altar, von denen das größere, eine Himmelfahrtsdarstellung, allerdings in den 50er Jahren gegen ein barockes Gemälde ausgetauscht wurde und nun an der Südwand hängt. Die Marcussen-Orgel von 1874 besitzt einen noch funktionstüchtigen Blasebalg.
Im Vorraum befindet sich ein Türsturz aus der alten Kirche mit eingeritzten Tierdarstellungen. Es handelt sich dabei eher um die in der germanischen Mythologie wichtigen Tiere Eber und Lindwurm als um eine Darstellung einer Judensau.[1]
Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt, die Haupteinnahmequellen sind jedoch die Muschelentsandungsanlage und Windenergieanlagen.
Viele Einwohner leben vom Tourismus, sei es durch die Vermietung von Ferienwohnungen, sei es durch Arbeitsplätze auf Sylt.
Bei der Deicherhöhung des Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koogs wurde Klei von Feldern entnommen, da das Naturschutzgesetz Kleientnahme, d.h. das Ausbaggern des Wattbodens, vor dem Deich nicht mehr erlaubt. Dort, wo Klei entnommen wurde, befindet sich heute eine Seenplatte, die zunehmend touristisch genutzt wird (Badestelle, Angelteich) und auch von Zugvögeln als Rastplatz angenommen wird.
Wie in vielen anderen Dörfern auch ist die Infrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten stark beschnitten worden.
1967 wurden fünf Dorfschulen (außer den drei Emmelsbüll-Horsbüllern die Marienkooger und Lübke-Kooger Schule) zu einer Dörfergemeinschaftsschule zusammengefasst, die auch die Klanxbüller Grundschulkinder besuchen.
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