Mittwoch, 23.05.2012



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Eichenzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eichenzell
Eichenzell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eichenzell hervorgehoben
50.4833333333339.7314Koordinaten: 50° 29′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 314 m ü. NN
Fläche: 55,96 km²
Einwohner: 11.143 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36124
Vorwahl: 06659
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 006
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schlossgasse 4
36124 Eichenzell
Webpräsenz:
Bürgermeister: Dieter Kolb

Eichenzell ist eine Gemeinde im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Eichenzell liegt in einer Hügellandschaft in der hessischen Rhön Richtung Vogelsberg, etwa 8 km südlich von der Kreisstadt Fulda direkt am Fluss Fulda.

Nachbargemeinden

Eichenzell grenzt im Norden an die Stadt Fulda und die Gemeinde Künzell (Ortsteil Engelhelms), im Osten an die Gemeinde Ebersburg, im Süden an die Gemeinde Kalbach, sowie im Westen an die Gemeinde Neuhof (alle im Landkreis Fulda).

Gliederung

Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort Eichenzell die Ortsteile Büchenberg (mit dem Weiler Zillbach), Döllbach, Kerzell (mit dem Weiler Steinberg), Löschenrod, Lütter, Rothemann, Rönshausen (mit dem Weiler Melters) und Welkers.

Geschichte

Das Kerndorf Eichenzell wurde im Jahre 927 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erwähnt. Die urkundliche Erwähnung einiger der anderen Dörfer in der Gemeinde erfolgte schon früher: Lütter 815, Döllbach 852, Zillbach 859 und Rönshausen 866. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die Gegend südlich von Fulda schon bald nach der Gründung des Klosters im Jahre 744 planmäßig gerodet und besiedelt wurde.

Im Jahre 1971 wurde Eichenzell hessischer Landessieger beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen im Jahr 1972 kamen zu Eichenzell die Gemeinden Kerzell, Löschenrod, Welkers, Rönshausen, Lütter, Rothemann, Döllbach und Büchenberg hinzu. Die Gemeinden Zillbach und Melters hatten sich bereits vor der Gebietsreform an Büchenberg bzw. Rönshausen angeschlossen.

Das "Eichenzeller Schlösschen" ist bis heute das Wahrzeichen der Gemeinde; erbaut im Renaissance-Stil von den Rittern von Ebersberg um das Jahr 1548. In seiner wechselvollen Geschichte wurde es als Ritter-Residenz, Wohnhaus, Pfarrhaus, Gotteshaus, Gaststätte und Gemeindesaal genutzt. Heute ist es der Sitz der Gemeindeverwaltung mit modernem Bürgerbüro und wurde im Mai 2007 von Bürgermeister Rudolf Breithecker neu gestaltet eingeweiht.

Von alters her werden die Einwohner der Kerngemeinde auch "Eichezeller Weckfresser" genannt. Im Garten des Eichenzeller Schlösschens ist ein solcher "Weckfresser" in Stein gemeißelt. Bis 1785 gehörte Eichenzell zur Pfarrei Florenberg. An besonderen Festtagen oder zu bestimmten Wallfahrten gingen die Eichenzeller dann auf den Florenberg zur Kirche. Trotz des langen Weges waren die Eichenzeller immer die Ersten. Sehr zum Verdruss der anderen Wallfahrer aus den Nachbarorten. Bis die anderen auf dem Berg eintrafen, hatten die Eichenzeller meist schon alle Festtags-"Weck" aufgekauft. Da es werktäglich meist nur das schon Wochen voraus gebackene Brot gab, war der "Festtags-Weck" schon eine gern gegessene Abwechslung. Verärgert darüber, dass ihnen die Eichenzeller schon alles aufgekauft hatten, bezeichneten die Nachbargemeinden sie als "Eichenzeller Weckfresser". Und diese Bezeichnung ist bis auf den heutigen Tag geblieben. Allerdings gilt sie in dieser Form nur für die alteingesessenen Bürger, während die Eichenzeller Neubürger vornehm als "Brötchengenießer" bezeichnet werden.

Im Döllbachtal war in den 1970er Jahren westlich des Ortsteils Döllbach in Richtung des Nachbarorts Thalau eine Talsperre geplant, die als Wasserreservoir für den Raum Frankfurt und auch der Energieerzeugung dienen sollte. Der entstehende Stausee sollte auch als Naherholungsgebiet genutzt werden. Die Stützen der A7-Autobahnbrücke wurden daher seinerzeit extra mit besonderem Beton ausgeführt, sie hätten nämlich später mitten im See gefußt. Die Stausee-Idee scheiterte jedoch aus verschiedenen Gründen, u.a. auch weil die Wasserversorgung für den Raum Frankfurt anders gesichert werden konnte. Für den Ortsteil Döllbach hatte das für die lange Zeit von der Planung bis zur Verwerfung einen Baustopp zur Folge, es wurden keine Baugebiete im Ort ausgewiesen.

Ein weiteres Kuriosum war im Jahre 2006 die Idee, oberhalb des "Industriepark Rhön" einen Flugplatz mit 1,5 km Asphaltpiste zu erstellen. Der Unternehmer Lutz Helmig wollte hier investieren, um einen Sonderlandeplatz auch für kleinere Jets einzurichten. Die Idee, die Gemeinde auch aus der Luft mit einem Landeplatz infrastrukturell anzubinden, scheiterte jedoch am massiven Widerstand der Anwohner in Rönshausen.

Im Sommer 2007 wurde die Männertanzgarde "Eichezeller Schreckschruwe" bei den Meisterschaften in Köln Deutscher Meister. Die Männertanzgarde "Löscheröder Schoppegarde" belegte beim selben Wettbewerb Platz 5. Im Jahr 2008 konnten die "Schreckschruwe" ihren Erfolg wiederholen und wurden erneut Deutscher Meister.

Religionen

Eichenzell ist hauptsächlich katholisch geprägt; in allen Ortsteilen sind katholische Kirchen zu finden. Es gibt jedoch in Eichenzell auch eine evangelische Kirche (Trinitatis Kirche). Sekten sind in Eichenzell nicht ansässig.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung Eichenzell besteht aus 37 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei 52,5 Prozent Wahlbeteiligung (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 18. März 2001):

Parteien und Wählergemeinschaften 2006 2001
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 52,1 19 44,8 17
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 44,2 16 51,1 19
Christliche Wähler-Einheit (CWE) 3,7 2 4,2 1
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung 52,5 % 63,1 %

Bürgermeister

Dieter Kolb (parteilos) ist seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde.

Wappen

Beschreibung: Von silber und rot gespalten, rechts eine blaue Lilie und links ein silbernes Eichenblatt.

Sehenswürdigkeiten

Ortskern

Ortskern
(1) Renaissance-Schlösschen mit Gemeindeverwaltung
(2) Katholische Kirche St. Peter und Paul mit Pfarrzentrum
(3) Grundschule Eichenzell
(4) Kultur- und Festscheune "Am Hof"
(5) Feuerwehr Eichenzell, Musikverein Eichenzell
(6) Fluss "Fulda"
(7) Rhön-Eisenbahn Strecke von Fulda (links) nach Gersfeld (rechts)
(8) Heimatmuseum, Rhönklub, Bücherei
(9) Gasthaus "Altes Brauhaus" (historisch: Gasthaus "Adler")
(10) Gasthaus "Kramer" an der Hauptstraße L3307
(11) Alter Friedhof und evangelische Trinitatis-Kirche

Bauwerke

Schloss Fasanerie „Adolphseck"
  • Renaissance Schlösschen im Ortskern
  • Wartturm des Rhönklub Eichenzell östlich der Kerngemeinde
  • Heimatmuseum im Ortskern
  • Schloss Fasanerie „Adolphseck". Das Schloss, einstmals fürstbischöfliche und später kurfürstlich-hessische Sommerresidenz, liegt in der Gemarkung Eichenzell. Das Schloss wurde in den Jahren 1730 bis 1757 erbaut. Die Barockanlage, die sich der Fuldaer Fürstbischof Amand von Buseck schuf, spiegelt dessen Macht und Prachtliebe wider. Architekt war der in fürstbischöflichen Diensten stehende italienische Hofbaumeister Andreas Gallasini. Das Schloss, wie auch die in Europa einmalige Porzellansammlung kann besichtigt werden, es finden in den Sommermonaten täglich außer montags Führungen statt.

Infrastruktur

Verkehr

Verkehrstechnisch ist Eichenzell sehr gut an das Straßen- und Schienennetz angebunden. Durch die Gemeinde verlaufen die Bundesstraßen 27 und 40, sowie die Autobahnen 7 und 66. Alle Straßen haben Ab- bzw. Auffahrten, die Eichenzell gut erschließen. Die Deutsche Bahn AG betreibt die Bahnstrecke Fulda–Gersfeld, welche mehrere Haltestellen in Eichenzell und den Ortsteilen hat.

Bildung

In Eichenzell, Lütter und Hattenhof (Gemeinde Neuhof) befinden sich Grundschulen. In Eichenzell befindet sich ebenso eine Real- und Hauptschule, die Von-Galen-Schule. Eine Gesamtschule befindet sich in Neuhof. Gymnasien befinden sich in Fulda.

Wirtschaft

Eichenzell hat durch seine günstige infrastrukturelle Anbindung in der Mitte Deutschlands auch eine besondere Bedeutung als Wirtschaftsstandort. Im Gewerbegebiet "Industriepark Rhön", seinerzeit von Bürgermeister Karl Ebert Anfang der 1970er Jahre initiiert, arbeiten heute über 4000 Arbeitnehmer in kleinen und großen Unternehmen auf einer Fläche von mittlerweile 120 Hektar. Neu entsteht gerade das Gewerbegebiet "Am Eichenzeller Weg" zwischen Kerzell und Löschenrod direkt am "Eichenzeller Kleeblatt", dem Kreuz der A66 mit der als Kraftfahrstraße ausgebauten B27.

Weblinks

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