Mittwoch, 23.05.2012



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Eibenstock

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eibenstock
Eibenstock
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eibenstock hervorgehoben
50.49555555555612.5975650Koordinaten: 50° 30′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Eibenstock
Höhe: 650 m ü. NN
Fläche: 90,36 km²
Einwohner: 6339 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08309
Vorwahl: 037752
Kfz-Kennzeichen: ERZ
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 170
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
08309 Eibenstock
Bürgermeister: Uwe Staab (CDU)
Lage der Stadt Eibenstock im Erzgebirgskreis
Datei:Eibenstock in ERZ.png

Eibenstock ist eine Stadt im sächsischen Erzgebirge und gehört zum Erzgebirgskreis.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Eibenstock hat folgende Ortsteile: Eibenstock, Blauenthal, Wolfsgrün, Neidhardtsthal, Wildenthal, Oberwildenthal, Carlsfeld, Blechhammer, Neues Wiesenhaus, Stabhammer, Wilzschmühle und Weitersglashütte.

Geschichte

Aufgrund der Höhenlage von mehr als 600 m wird Eibenstock nicht zu den allerersten Bauerndörfern im Erzgebirge gehört haben, sondern als dauerhafte Ansiedlung in Form eines Radialwaldhufendorfes frühestens erst im Laufe des 13. Jahrhundert im Bereich der späteren Herrschaft Schwarzenberg entstanden sein. In etwa 1,5 Kilometer Entfernung vom Stadtrand wurde unweit der Mündung des Steinbächels in die Große Bockau bei Blauenthal ein Ringwall gefunden.

Die ersten beiden urkundliche Erwähnungen als Ybenstok bzw. Ibenstok datieren auf das Jahr 1378. Damals wurde eine Alte Seife genannt, was darauf hindeutet, dass die Entwicklung des Dorfes auch vom Bergbau bestimmt worden ist. Noch bis in das 19. Jahrhundert wurden in der Umgebung von Eibenstock Seifenbergbau betrieben, gleichzeitig aber auch der Abbau von Eisenstein und Zinn aus festem Gestein. 1560 wurde Eibenstock offizieller Sitz eines eigenen Bergamtes und nannte sich fortan freie Bergstadt.

1453 belehnte der Kurfürst Friedrich von Sachsen die Brüder Leonhart und Nickel von Tannenberg auf Plohn u.a. mit den Dörfern Eibenstock, Sosa und Burkhardtsgrün. Diese konnten sich nur kurz an dem neuen Besitz erfreuen, denn Wilhelm von Tannenberg musste bereits 1456 Eibenstock an den Erbmarschall von Sachsen, Hans Löser, abgeben. 1464 fiel Eibenstock dann wieder an die Herrschaft Schwarzenberg und somit 1533 zum sächsischen Amt Schwarzenberg.

1532 wurde der Ort als Marktflecken und 1555 als Städtlein bezeichnet. Marktrecht erhielt die nunmehrige Stadt erst 1639. 1734 gab es das erste Mal einen Fischmarkt, bei dem frischer Fisch aus Hamburg verkauft wurde.

Mit Clara Angermann kam das Tambourieren 1775 (Kunststickerei mit Häkelnadel) in die Stadt, wo sie diese Kunst bis 1780 den Frauen beibrachte. Die Stickerei begann nun aufzublühen. 1850 gab es schon 6 erfolgreiche Stickereibetriebe und 1858 kam die erste Stickmaschine zum Einsatz. Die Stickereien waren in der ganzen Welt berühmt, so dass von 1891 bis 1908 die USA ein Konsulat in der Stadt für die Pflege ihrer Geschäftsbeziehungen unterhielt.

Durch drei große Brände (1856, 1862 und 1892), denen ganze Stadtteile zum Opfer fielen, wurden beim Wiederaufbau die Neugestaltung der Gebäude nach zeitgemäßen Gesichtspunkten vorgenommen. In der Zeit von 1864 bis 1868 wurde die neoromanischen Kirche und 1906/07 wurde ein neues Rathaus im Jugendstil gebaut.

Mit dem Ersten Weltkrieg 1914–1918 brach das Stickereiwesen zusammen und erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte sich die Stickereiindustrie wieder etablieren. Allerdings hat sie nie wieder den hohen Berühmtheitsgrad erreichen können, welchen sie vor 1914 innehatte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden zahlreiche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zum Aufbau eines Rüstungsbetriebes eingesetzt, von denen viele durch Hunger und aufgrund unmenschlicher Lebensbedingungen starben.

Kleine Stickereibetriebe schlossen sich zu Genossenschaften zusammen, wie die Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) Sticktex oder die Eibenstocker Buntstickerei, aber diese wurden dann 1972 in volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt.

In den Jahren 1974 bis 1979 wurde mit der Talsperre Eibenstock das zweitgrößte Talsperrenprojekt der DDR in die Realität umgesetzt. Der Ortsteil Muldenhammer wurde rückgebaut. Es entstand ein Becken mit 77 Millionen Kubikmetern Stauraum und 350 ha Fläche entstand und versorgte damit ca. 1 Million Menschen mit Trinkwasser.

Nach der politischen und wirtschaftlichen Veränderung 1989/90 war die Wirtschaft in Eibenstock wieder am Boden.

Im Rahmen öffentlich-rechtlicher Vereinbarungen wurden die Gemeinden Blauenthal und Wildenthal auf der Grundlage der Sächsischen Gemeindeordnung in der freiwilligen Phase der ersten sächsischen Kommunalreform zum 1. Januar 1994 in die Stadt Eibenstock eingegliedert. Am 1. April 1997 folgte die Gemeinde Carlsfeld.

Eibenstock feierte 2005 sein 850-jähriges Bestehen, weil bereits im Juli 1955 – wie in vielen anderen Erzgebirgsorten in der allgemeinen Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg – ein Jubiläum festlich begangen wurde und zwar das 800-jährige Bestehen.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 Stichtag: 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1802 3.142
1834 4.576
1875 6.553
1913 9.899
Jahr Einwohner
1960 7.050
1971 8.477
1998 7.410
1999 7.285
Jahr Einwohner
2000 7.187
2001 7.081
2002 6.924
2003 6.815
Jahr Einwohner
2004 6.708
2005 6.576
2006 6.440
2007 6.339


Quelle ab 1998: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Gedenkstätten

  • Gemeinschaftsgrabanlage mit zwei Obelisken auf dem Städtischen Friedhof für eine unbekannte Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener sowie von Frauen und Männern, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden. Dort ruhen auch 40 unbekannte KZ-Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Flossenbürg, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
  • Gedenksteine an der Straße Eibenstock-Wildenthal beim früheren Gasthaus Waldschänke sowie an der Straße nach Schönheide für die Häftlinge des Todesmarsches

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neoromanische Kirche
Kursächsische Postmeilensäule auf dem Postplatz
  • Neoromanische Kirche
  • Nachbildung der Kursächsischen Postdistanzsäule von 1727 auf dem Postplatz (Originalreststück im Museum)
  • restaurierter Königlich-sächsischer Stationsstein am früheren Zollamt (Karlsbader Straße)
  • Eibenstock war durch das große FDGB-Ferienheim an der Talsperre Eibenstock bekannt. Heute ist der Komplex saniert und wird als Hotel betrieben, daneben wurde ein Erlebnisbad errichtet. Wegen des auffälligen blauen Anstriches trägt das Hotel seit der Sanierung den Namen „Das Blaue Wunder“. Ursprünglich diente das Gebäude zur Unterbringung der Erbauer der Talsperre Eibenstock.
  • Südlich der Stadt befindet sich der 778 m hoch gelegene Adlerfels, von dessen Nähe man bei klarer Sicht einen schönen Panoramablick auf Eibenstock genießt. Am Berghang befindet sich eine Allwetterbobbahn und ein Skilift.

Wirtschaft und Infrastruktur

Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert wurde in der Region Zinn- und Eisenerzbergbau betrieben. Nach einer großen Hungersnot von 1771/1773 wurde dieser Wirtschaftszweig hauptsächlich durch die Stickerei abgelöst.

Städtepartnerschaften

Eibenstock pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu:

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit Eibenstock in Verbindung stehen

Literatur

  • Johann Paul Oettel. Alte und Neue Historie Der Königl. Pohln. und Churfürstl. Sächßl. freyen Berg-Stadt Eybenstock, in Meißnischen Ober-Erz-Gebürge. 1748 (erweiterter Nachdruck 1997)
  • Stadt Eibenstock (Hrsg.): 850 Jahre Bergstadt Eibenstock - Festschrift. 2005

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

Commons Commons: Eibenstock – Bilder, Videos und Audiodateien
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