Meinestadt.de - Edewecht - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||||
| Landkreis: | Ammerland | ||||
| Höhe: | 10 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 113,5 km² | ||||
| Einwohner: | 21.093 (30. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 186 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 26188 | ||||
| Vorwahl: | 04405 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | WST | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 51 004
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| Gemeindegliederung: | 15 Ortsteile | ||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Rathausstr. 7 26188 Edewecht |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeisterin: | Petra Lausch (parteilos) | ||||
Edewecht (Plattdeutsch Erwech, historisch: Adewacht) ist eine Gemeinde im Landkreis Ammerland in Niedersachsen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Edewecht ist die südlichste Gemeinde des Ammerlandes. Die Landschaft ist von ehemaligen Hochmooren, den Flußläufen der Vehne und der Aue sowie einigen Geestrücken geprägt. Sie wird mit dem Begriff Parklandschaft Ammerland aus der Tourismuswerbung plakativ bildlich beschrieben. An den Eschen, die auf den Geesthügeln geschaffen wurden, begann in vorgeschichtlicher Zeit die weit gestreute Besiedelung. Diese Altorte befinden sich an den Eschen in Westerscheps, Osterscheps, Edewecht und Jeddeloh.
Die Gemeinde besteht aus den 15 Bauerschaften. Nord Edewecht I und Nord Edewecht II bilden ein geschlossenes Siedlungsgebiet. Dort befindet sich auch die Gemeindeverwaltung und die Kirche, und es entsteht ein Ortszentrum. Die einst klare Abgrenzung zu Süd Edewecht ist durch rege Bautätigkeit fast vollständig verschwunden. Südöstlich des Hauptortes befindet sich das Industriegebiet. Insgesamt wohnen dort mit 6.331 Personen etwa 30% der Gemeindebevölkerung.
Zweitgrößter Ort der Gemeinde ist mit 4.135 Einwohnern Friedrichsfehn. Die Wohnlage ist durch die Nähe zur Großstadt Oldenburg attraktiv. Die eingemeindete Moorkolonie war wie alle Bauernschaften Edewechts niemals politisch eigenständig. Es gehörte wie auch das Gebiet der Siedlung Wildenloh zu Eversten. Die Bauerschaften Husbäke, Jeddeloh I, Jeddeloh II, Klein Scharrel, Osterscheps und Portsloge haben jeweils unter 2.000 Einwohner. Noch kleiner sind Kleefeld, Süddorf, Westerscheps, Wittenberge und Wildenloh.
Die Bauerschaften sind im Text je einmal kursiv ausgezeichnet. Die Einwohnerzahlen sind vom Stand 31. Dezember 2007.
Die Gemeinde Edewecht grenzt an drei Städte und fünf Gemeinden. Dies sind die Ammerländer Kommunen Apen, Westerstede und Bad Zwischenahn, die kreisfreie Stadt Oldenburg, die Gemeinde Wardenburg des Landkreises Oldenburg und die Kommunen Bösel, Friesoythe und Barßel des Landkreises Cloppenburg. Die Aufzählung beginnt im Nordwesten und setzt sich im Uhrzeigersinn fort.
Um 1150 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. Ein älterer Name des Ortes ist Adewacht, der sich wohl auf die Gründungsjahre des Ortes bezieht. Mit Ade ist demnach die durch Edewecht fließende Aue gemeint, wacht ist in dieser Deutung mit Wachstelle, Zollstelle zu übersetzen. Im Mittelalter galt Edewecht als das volkreichste Dorf im Ammerland und war Stammsitz von sieben Halb-Adelsgeschlechtern. 1450 herrschte die Pest in Edewecht und raffte viele Einwohner dahin.
Größte Religionsgemeinschaft ist die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Edewecht mit ca. 11.000 Mitgliedern. Daneben gibt es die katholische Kapellengemeinde St. Vinzenz Pallotti, die Evangelisch-methodistische Kirche und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) in Jeddeloh I. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeiten diese vier Kirchengemeinden zusammen im Ökumenischen Arbeitskreis. Am 8. Januar 2006 wurde dieser Zusammenarbeit durch die Gründung einer lokalen ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Edewecht, ACKE) zudem eine verbindliche, durch Satzung geregelte, Struktur gegeben.
Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden im Gebiet des Kirchspiels Edewecht insgesamt 27 Hofstellen urkundlich erwähnt. Ihre Geschichte lässt sich über mehrere Jahrhunderte verfolgen, einige bestehen noch heute. Die Höfe befanden sich in den alten Eschdörfern Edewecht (12), Osterscheps (7), Westerscheps (6) und Jeddeloh (2). Edewecht galt als eines der bevölkungungsreichsten Dörfer des Ammerlandes. Genauere Einwohnerzahlen aus dieser Zeit sind nicht überliefert.
Seit dem Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Edewechter Bevölkerung langsam aber kontinuierlich zu. Durch Gemeinheitsteilungen wurden neue Siedlerstellen geschaffen. Danach stagnierte die Einwohnerzahl trotz Geburtenüberschuss durch Ab- und Auswanderung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Seitdem ist die Bevölkerungsentwicklung wieder steigend. Gründe sind die Hochmoorbesiedelung, Eingemeindungen, Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg und die Erschließung neuer Wohngebiete.
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| alaut Winkler[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| blaut Winkler[2] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| claut Homepage der Gemeinde Edewecht[3] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| dAuswertungen der Gemeinde Edewecht für das statistische Landesamt laut Winkler [4]. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1934 wurde eine Gebietsreform durchgeführt. Es gab die kleineren Zugewinne Harkebrügger Mark westlich von Westerscheps und Hansa südlich von Husbäke. Teile von Jeddeloh II fielen an die Gemeinde Wardenburg. Bedeutend war der Zugewinn des Bezirks Friedrichsfehn nach Auflösung der ehemaligen Gemeinde und heutigen Oldenburger Stadtteils Eversten. Friedrichsfehn ist heute die zweitgrößte Ortschaft der Gemeinde. Durch die Gebietsreform wuchs die Fläche von 9.412 ha auf 11.340 ha.
Datei:Sitzverteilung Gemeinderat Edewecht 2006.svg Datei:Sitzverteilung Gemeinderat Edewecht 2001.svg Bei den letzten Wahlen zum Gemeinderat kam es zu folgenden Ergebnissen:
| Partei | 10. Sept. 2006 | 9. Sept. 2001 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU | 42,8 % | 10.598 | 14 Sitze | 47,8 % | 12.544 | 16 Sitze |
| SPD | 37,5 % | 9.280 | 12 Sitze | 38,4 % | 10.067 | 12 Sitze |
| FDP | 8,4 % | 2.083 | 2 Sitze | 7,5 % | 1.957 | 2 Sitze |
| Grüne | 5,8 % | 1.427 | 2 Sitze | 6,4 % | 1.678 | 2 Sitze |
| UWG | 5,5 % | 1.374 | 2 Sitze | – | – | – |
| Wahlbeteiligung | 8.630 von 16.414 | 9.012 von 15.031 | ||||
| 52,6 % | 60,0 % | |||||
Im Edewechter Gemeinderat gibt es nach Streitigkeiten zwischen der bisherigen Mehrheitsgruppe aus CDU und FDP über mögliche Wahlbeeinflussungen keine Mehrheitsgruppe mehr, also keine "vertraglichen" Verbindungen zwischen den einzelnen Fraktionen. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat die Wahl wegen Beeinflussung von Wählern durch zwei CDU-Ratsfrauen für ungültig erklärt. Die Wahl muss demgemäß wiederholt werden, allerdings ging das Verfahren am 25. März 2009 in die nächste Instanz vor das Oberverwaltungsgericht Lüneburg.
Edewecht bietet seinen Bürgerinnen und Bürgern ein vielfältiges Vereinssportangebot. Über die Grenzen Edewechts hinaus bekannt ist der VfL Edewecht, dessen 1. Herren-Handballmannschaft in der Regionalliga spielt.
Große Gewerbeschau, Frühjahrsmarkt, Osterfeuer, Herbstmarkt, Bockbierfest, Weihnachtsmarkt
Die Gemeinde Edewecht gilt in der Region wegen ihrer aktiven und engagierten Wirtschaftspolitik und günstigen Gebühren- und Steuerhebesätze als attraktive Wirtschaftsgemeinde. Insbesondere die Nahrungsmittelindustrie hat sich in der Gemeinde angesiedelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Metallbau.
Edewecht ist ein Zentrum der Nahrungsmittelindustrie. Zahlreiche bundesweit bekannte Produkte werden vor Ort hergestellt. Etablierte mittelständische Hersteller sind:
Weniger Außenwirkung, da der Endkundenkontakt fehlt, hat der Schlachthof Ammerland. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere kleinere fleischverarbeitende Betriebe. Die wichtigsten Betriebe außerhalb der Nahrungsmittelindustrie sind der Metall- und Elementebauer Haskamp mit 200 Beschäftigten [6], Sommerfeld im Baugewerbe sowie mehrere Baumschulen. Vom ehemals bedeutenden Porotonhersteller Oltmanns ist nach der Fusion mit Wienerberger nurmehr ein kleiner Standort in Jeddeloh I geblieben.
Von der Autobahn A 28 und der Bundesstraße 401 lässt sich die Gemeinde über ein gut ausgebautes Straßennetz schnell erreichen. Zudem befindet sich in der Nachbargemeinde Bad Zwischenahn ein Bahnhof. Die Gemeinde war von 1912 bis 1991 Eigentümerin einer eigenen Eisenbahn, der Kleinbahn Bad Zwischenahn–Edewechterdamm.
Als Binnenschifffahrtsweg führt ein Teil des Küstenkanals durch Edewecht. Mehrere Anlegestellen befinden sich im Gemeindegebiet.
Positiv hervorzuheben ist auch die Infrastruktur für Radwanderer. Neben einem im Jahre 2006 eröffneten Radwanderweg Rund um Edewecht durchqueren Teile größerer Radwanderrouten (Ammerland-Route, Reiherweg) die Gemeinde. Zudem laden zahlreiche, wenig befahrene Nebenstraßen und ein gut ausgebautes Radwegenetz Radtouristen ein.
Neben der weit verbreiteten Tageszeitung Nordwest Zeitung werden in Edewecht der Hunte Report und die Ammerländer Sonntagszeitung verteilt. Darüber hinaus erscheint einmal monatlich der Edewechter Blick mit Informationen aus der Gemeinde.
In der Gemeinde gibt es 4 Grundschulen, 2 Hauptschulen, eine Realschule und ein neu eingerichtetes Gymnasium (Sekundarstufe I) sowie eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung (Astrid-Lindgren-Schule).
Die Haupt- und Realschule Edewecht wird als Ganztagsschule geführt. An vier Wochentagen (Mo–Do) können Schülerinnen und Schüler an diversen Nachmittagsangeboten teilnehmen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Hausaufgabenbetreuung, der Vorbereitung für Abschlussprüfungen und der sportlichen (sozial-affektiven) Bildung.
Aufgrund rückgängiger Anmeldezahlen für die Hauptschulen wird derzeit über den Fortbestand der kleinen Hauptschule in Osterscheps diskutiert. Sollten die Schülerzahlen nicht deutlich steigen, ist damit zu rechnen, dass die beiden Hauptschulen organisatorisch zusammengelegt werden.
Rund 90 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren können eine Vormittagsgruppe der Kindergärten besuchen, ergänzt wird das Angebot durch Nachmittagsgruppen. Die Kindergärten befinden sich teils in kommunaler, teils in kirchlicher Trägerschaft.
Der Kunstpfad Ammerland e. V. wurde 1996 gegründet und ist eine Interessengemeinschaft Ammerländer Kulturveranstalter. Darin zusammengeschlossen sind Der Kunst- und Kulturkreis Rastede, die Vortragsgesellschaft Westerstede, der Bahnhofsverein Westerstede, das LITERATURIUM Klein Scharrel/Edewecht, das Heimatmuseum Wiefelstede und die Studio Galerie Rastede. Ein ständiger Kulturausstausch besteht zwischen dem Landkreis Ammerland und dem polnischen Landkreis Pleszew.
Das Micro Hall Art Center (MHAC) wurde 1971 als „Five towers micro hall center“ in Augustfehn von Dr. Klaus Groh gegründet, weil es äußerlich dem deutschen Barcelona-Pavillon – allerdings mit fünf Lüftungsschächten – angelehnt war. 1986 wurde die Einrichtung in Augustfehn aufgelöst und in Edewecht in einem umgebauten Altbau erneut ins Leben gerufen, allerdings unter dem Namen „Micro Hall Art Center“. Hier fanden bis 2006 auf ca. 100 m² Ausstellungs- und ca. 400 m² Gartenfläche Ausstellungen, Performances, Theater und Kleinkunst statt. In einem Teil des Gebäudes war das Literaturium (siehe unten) untergebracht. Hier traten u. a. Martin Buchholz, Eva-Maria Hagen, Die Kugelblitze, Die Kaktusblüte, Kabarett Obelisk, Gerlinde Kempendorff, Angelika Mann und Schall & Hauch auf. 2006 wurde die Einrichtung aus Altersgründen aufgelöst, ein Nachfolger fand sich nicht.
Das Literaturium war ein privates Kulturzentrum in der Provinz im Micro Hall Art Center. Die von Klaus Groh und Hannelore Huck-Groh gegründete Einrichtung veranstaltete zwischen 1981 und 2003 über 200 Kulturveranstaltungen in Edewecht. Werke von Künstlern wie Robert Rehfeldt, Christo, Milan Knížák, Jochen Gerz, Robert Filliou, Peter Sorge, Werner Berges, Ben Vautier, Ken Friedman, Birger Jesch, Karel Trinkewitz, Regina Silveira und anderen wurden hier gezeigt.
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