Meinestadt.de - Ebringen - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Breisgau-Hochschwarzwald | |
| Höhe: | 290 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,18 km² | |
| Einwohner: | 2754 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 337 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79285 | |
| Vorwahl: | 07664 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FR | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 15 028 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Schlossplatz 1 79285 Ebringen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rainer Mosbach | |
| Lage der Gemeinde Ebringen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | ||
| Datei:Ebringen-frla.png | ||
Ebringen (alemannisch Ebringe) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg (Deutschland) südlich von Freiburg im Breisgau.
Inhaltsverzeichnis |
Eine ausführliche Darstellung der Geographie, Geologie sowie von Fauna und Flora auf der Ebringer Gemarkung findet sich im Hauptartikel Schönberg (Ebringen).
Ebringen liegt circa vier Kilometer vom südwestlichen Stadtrand Freiburgs entfernt in 245 bis 644 Meter Höhe. Der Ort liegt in einer ansteigenden Talmulde des 644 m hohen Schönbergs, ist nach Westen und Süden zur oberrheinischen Tiefebene offen und bietet damit dem Weinbau ideale Bedingungen.
Die gesamte Ebringer Gemarkung liegt im Schönbergmassiv, einem Vorgebirge des Schwarzwaldes, das geologisch zum Oberrheingraben gehört.
Der Schönberg zeichnet sich durch eine sehr vielfältige Oberflächengeologie aus, die das gesamte Erdmittelalter sowie tertiären Vulkanismus und eiszeitliche Lößablagerungen umfasst.
Das bebaute Gebiet Ebringens ist nach Westen hin nur durch eine schmale Siedlungszäsur von 200 Metern Breite - durch die die L125 führt und die die Rheintalbahn nach Westen begrenzt - von der Nachbarortschaft Wolfenweiler getrennt, so dass Schallstadt (mit Wolfenweiler) und Ebringen ein nahezu zusammenhängendes Siedlungsgebiet von 4 km Länge in Ost-West-Richtung bilden.
Die Gemarkung grenzt – vom Norden im Uhrzeigersinn – an Freiburg im Breisgau, Merzhausen, Au, Wittnau, Sölden, Bollschweil, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler und Schallstadt.
Zur Gemeinde Ebringen gehören das Dorf Ebringen, der Weiler Talhausen, die Höfe Oberer Schönbergerhof und Unterer Schönbergerhof sowie die Berghauser Kapelle. Im Gemeindegebiet liegt die Ruine Schneeburg.[2] Die Hauptsiedlungsachse in Ebringen zieht sich von der westlichen Gemarkungsgrenze über eine Länge von etwa 1700 Metern an die unteren Hänge des Schönbergs hinauf, beginnend bei etwa 240 Metern über NN bis hinauf auf etwa 350 Meter über NN.
Die Hauptachse gliedert sich in die Ebringer Ortsteile Unterdorf mit Gewerbegebiet, Mitteldorf und Oberdorf sowie den Ortsteil Tirol. Südlich der Umgehungsstraße befindet sich, südwestlich der Ortsmitte und fast im rechten Winkel zur Hauptsiedlungsachse, der Ortsteil Talhausen, der sich über etwa 600 Meter Länge erstreckt. An der Stelle der mittelalterlichen Siedlung Berghausen am Südhang des Schönbergs existiert nur noch die nach Aufgabe der Siedlung mehrfach erweiterte Kapelle. Auf dem Schönberg befinden sich außerdem zwei Höfe. Während der Obere Schönberger Hof nur Viehwirtschaft betreibt ist der Untere Schönberger Hof ein Ausflugslokal mit Blick auf Freiburg und die Breisgauer Bucht.
Das Klima in Ebringen ist typisch für den Ostrand des Oberrheingrabens. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei circa 11,5 °C, mit dem Minimum von etwa 2 °C im Januar und dem Maximum von etwa 21 °C im Juli für die Periode von 1983 bis 2008. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei etwa 950 Millimetern jährlich.
Diese an einer privaten Wetterstation in Ebringen seit 1983 gemessenen Daten lassen als Trend - synchron mit den DWD-Daten der Station Freiburg-St.Georgen - eine Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperaturen im Zeitablauf erkennen. [3]
Die Gemeinde kann auf den ältesten urkundlich erwähnten Weinbau im Markgräflerland zurückblicken. In einer Schenkungsurkunde von Rebland an das Kloster St. Gallen wird Ebringen neben einem Openwilare erwähnt: Propterea vernacula terra juris mei in loco, qui dicitur Openwilare, tradimus sancto Galloni viginti juchos, et in Eberingen unum juchum de vinea. Die Urkunde datiert von einem 16. Januar in der Herrschaftszeit des Frankenkönigs Chilperich II., der von Juni 715 bis März 721 regierte, ohne eine Jahresangabe, es wird nur ein herrschender König Chilperich erwähnt. Die Regierungszeit von Chilperich I. (561-584) scheidet aus, da zu dieser Zeit das Kloster St. Gallen noch nicht bestand. Weitere Chilperichs gab es nicht, so dass die Datierung in die Zeit 716-721 eingrenzbar ist. Die inneren Verhältnisse des Frankenreiches machen eine Errichtung der Urkunde in den Jahren 717/718 am wahrscheinlichsten.
Die Ebringer Nachbarorte Pfaffenweiler wie Wolfenweiler erheben den Anspruch, mit Openwilare identisch zu sein. Geklärt ist das nicht und die Forschung geht bei Openwilare von einem untergegangenen Weiler im nördlichen Schneckental aus. [4]
Die ältesten Siedlungsspuren der Ebringer Gemarkung finden sich auf dem Gipfelplateau des Schönbergs. Diese werden in die Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) datiert.
Aus der Keltenzeit sind keine archäologischen Zeugnisse bekannt, dagegen gab es in der Römerzeit auf der Ebringer Gemarkung einen Gutshof. In die Zeit der Römerherrschaft (etwa von Christi Geburt bis 260 n. Chr.) dürfte daher auch die Einführung des Weinbaus fallen.
260 nach Christus überrennen die Alamannen den Limes. Die Römer ziehen sich an die Rheingrenze zurück, bleiben aber im Bereich des Breisgaus politisch bestimmend. Die Alamannen gründen kleinere Siedlungen. Ebringen dürfte nicht nur aufgrund der Namensendung -ingen zu den ersten alamannischen Siedlungen gehört haben, denn im südwestlichen Bereich des Ortes legen die Alamannen ein größeres Gräberfeld an, das von circa 300 bis 700 nach Christus als Friedhof benutzt wird.
Bei der mit der Eingliederung der Alamannen ins Frankenreich beginnenden Christianisierung gewinnt das Kloster St. Gallen rasch an Einfluss. Dies belegt auch eine Schenkungsurkunde aus den Jahren 716 bis 721, in welcher u. a. Ebringer Rebland dem Kloster vermacht wird. Die Urkunde stellt das älteste schriftliche Zeugnis für den Weinbau zwischen Freiburg und Basel dar.
817 wird der Ortsteil Talhausen erstmals erwähnt. 968 erfolgt die erste Nennung des um um 1400 aufgegebenen Berghausens.
Der Einfluss St. Gallens in Ebringen blieb während des gesamten Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reichs 1806 bestehen.
Ursprünglich war Wittnau im Hexental der Schwerpunkt der St. Galler Güterverwaltung im Breisgau, doch verlor das Kloster im Hochmittelalter erheblich an Einfluss, was eine Reorganisation der Herrschaft notwendig machte. Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Ebringen, da in einer Urkunde von 1250 ein nicht namentlich genannter St. Galler Propst mit Sitz in Ebringen erwähnt wird.
1349 kommt es zu einer Änderung der Herrschaftsverhältnisse. Werner von Hornberg überträgt der Fürstabtei sein Eigengut, die Schneeburg auf dem Schönberg und erhält diese dann mitsamt der Vogtei über die St. Galler Herrschaft in Ebringen, Talhausen und Berghausen sowie der übrigen Klostereinkünfte im Breisgau als Lehen.
Das auf dem Schönberg gelegene Berghausen wird am Anfang des 15. Jahrhunderts aufgegeben.
Den Hornbergern gelingt es in den folgenden Jahrzehnten, die Lehensabhängigkeit vom Kloster de facto stark zu reduzieren. Konrad von Hornberg setzt beim Kloster 1428 die weibliche Erbfolge für seine Ehefrau Benignosa von Rathsamhausen durch, wobei das Lehen bei Wiederverheiratung der Witwe auch an deren Ehemann fallen dürfe.
Die Herren von Staufen versuchen 1457, gedrängt von ihren Pfaffenweiler Untertanen, aufgrund einer Urkunde von 1331, Ansprüche auf Talhausen und Berghausen geltend zu machen. Doch der österreichische Landvogt Peter von Mörsberg entscheidet zu Gunsten von Konrad von Hornberg.
Nach Kondrads Ableben 1457/58 fällt die Herrschaft Ebringen an seine Witwe und nach deren Wiederverheiratung 1458 an den vorarlberger Ritter Hans von Hohenems.
Nach dem Tode Benignosas heiratet Hans von Hohenems Helena von Klingenberg.
Die Herren von Staufen versuchen 1478 erneut für Pfaffenweiler ihren Anspruch auf Talhausen und Berghausen (und damit den Hohfirst) gerichtlich durchzusetzen, doch wurde die Klage durch das Hofgericht zu Ensisheim im Elsass in allen Punkten abgewiesen und Ebringen mit Talhausen, Berghausen und der Schneeburg als Lehen St. Gallens bestätigt. In den 1480er Jahren wenden sich die Herren von Staufen deshalb direkt an Kaiser Friedrich III., der die Angelegenheit jedoch an das für Lehenssachen zuständige Mannengericht im Breisgau verweist. Auch dort hatten die Staufer keinen Erfolg.
Hans von Hohenems' Tochter Helena erbt Ebringen und heiratet 1506 in zweiter Ehe Sigmund zu Falkenstein, Herr der Heidburg zwischen Kinzigtal und Elztal. [5]
In der Reformation blieb Ebringen anders als die Nachbarortschaft Wolfenweiler katholisch, was zu einer Neuordnung der Pfarreigrenzen führte. Vor der Reformation waren Teile des Ebringer Unterdorfes pfarrlich Wolfenweiler zugeordnet. Die als Resultat das Augsburger Religionsfriedens gefundene Formel cuius regio eius religio hatte in Ebringen als Auswirkung, dass die Gebiete der weltlichen Herrschaft und der Pfarrei deckungsgleich wurden.
1621 erwirbt die Fürstabtei Sankt Gallen die ungeteilte Herrschaft in Ebringen zurück.
Die Ebringer Gemarkung am Westhang des Schönbergs ist Schauplatz des ersten Tages der am 3., 5. und 9. August 1644 zwischen Franzosen und Bayern stattfindenden Schlacht bei Freiburg - der insbesondere für Frankreich verlustreichsten Schlacht des Dreißigjährigen Krieges. Ebringen wird, wie alle Dörfer rund um den Schönberg, bei den Kämpfen stark in Mitleidenschaft gezogen.
Das Schlachtenkreuz erinnert an die Schlacht am 3. August. Es steht an Stelle des Beinhauses, wo man erst 30 Jahre nach der Schlacht die bis dahin auf dem ganzen Berg verstreut liegenden Knochen der Gefallenen bestattete. Das Massengrab entwickelte sich - nicht zur Freude der Kirche - zu einem Wallfahrtsort der Bevölkerung der katholischen Orte der Umgebung und es wurden offenbar auch immer wieder Knochen als Reliquien entwendet. Da die Kirche die Wallfahrten nicht unterbinden konnte, veranlasste der letzte St. Galler Dorfgeistliche Ildefons von Arx schließlich 1791 den Abtransport der verbliebenen Gebeine der Gefallenen, wodurch in den folgenden Jahrzehnten die Verehrung langsam zum Erliegen kam.
Während des Holländischen Kriegs wird Ebringen vom 16- bis 18. Oktober 1676 von französischen Truppen (strenisches Regiment) geplündert. Dabei kommt es auch zu Beschädigungen an Gebäuden und zu Vergewaltigungen. Ein Großteil der Bevölkerung war geflohen und blieb dem Ort ein Vierteljahr fern.
Bei der Belagerung Freiburgs im November 1677 flieht die Bevölkerung erneut. Die Franzosen verlangen von Ebringen die Lieferung von Eichen im Wert von 20.000 Gulden zum Ausbau der Festung Freiburg. Hierfür wird der herrschaftliche Wald auf dem Schönberggipfel abgeholzt. Die Weinlese 1678 wird von Soldaten geraubt, 1679 lagen die Weinberge dann brach, weil der Ort weitgehend verlassen war. Erst ab 1679 kehrte die Bevölkerung nach und nach zurück.
Im Spätjahr 1690 verlässt die Bevölkerung wegen des Herannahens eines großen französischen Heeres erneut den Ort für einige Wochen.[6]
1711/13 wird das Ebringer Schloss (das heutige Rathaus) als Verwaltungssitz der St. Galler Herrschaft erbaut.
Im Frühherbst 1713 wird gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs Freiburg von fast 160.000 französischen Soldaten sieben Wochen lang belagert. Dieses riesige Heer versorgte sich wie damals üblich durch Plünderung der Umgegend. In Ebringen wird alles Essbare, Vieh und Heu geplündert, Häuser niedergebrannt. Die Bevölkerung flieht erneut, u. a. nach Bartenheim im elsässischen Sundgau.
In den folgenden drei Jahrzehnten kehrt dann eine relative Ruhe ein, in der der Ort sich erholt. 1742 führt der von der Fürstabtei St. Gallen aus Weisstannen nach Ebringen versetzte Dorfpfarrer Joseph Benedikt Müller wie schon in seiner vorigen Pfarrei [7] auch in Ebringen die allgemeine Schulpflicht ein.
1744 belagern französische Truppen im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekrieges erneut Freiburg und es kommt daher auch wieder in Ebringen zu Plünderungen. Auch die Rebberge (von den Belagerern üblicherweise als Pferdeweide verwendet) werden stark in Mitleidenschaft gezogen: Als der St. Galler Fürstabt sich nämlich im Folgejahr 1745 von seinen Ebringer Untertanen huldigen lässt, findet der desolate Zustand der Weinberge Erwähnung.
Danach kehrt eine gut vier Jahrzehnte bis zur Französischen Revolution währende relativ friedliche Periode ein.
1748 wird im Bereich der ehemaligen Siedlung Berghausen die noch heute stehende Kapelle erbaut.
Die französische Revolution bedeutet für Ebringen einen tiefen Einschnitt. Unter dem Eindruck der Vorgänge in Frankreich verfasst der vom Kloster St. Gallen aufgrund seiner Opposition zum Fürstabt von 1788 bis 1796 nach Ebringen strafversetzte Pater Ildefons von Arx eine erste Dorfchronik mit dem Titel 'Geschichte der Herrschaft Ebringen', die in den folgenden Jahrzehnten bis 1860 noch mehrfach für die Zeit 1792-1860 ergänzt wurde.
Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kann die Fürstabtei St. Gallen ihre Besitzungen in Ebringen und Norsingen behalten, verliert aber alle anderen Gebiete im Reich und in der Schweiz. Am 8. Mai 1805 löst der Kanton St. Gallen die Fürstabtei auf und konfisziert deren Besitzungen. 1806 fällt Ebringen mit Norsingen an das neugebildete Großherzogtum Baden. Baden muss dem Kanton St. Gallen als Rechtsnachfolger der Fürstabtei hierfür 140.000 Gulden Entschädigung bezahlen. Das Großherzogtum holt sich das Geld bei den beiden im Zuge des Herschaftsübergangs entstandenen politischen Gemeinden Ebringen und Norsingen.
Die Weinernten von 1813 bis 1817 waren allesamt von geringem Ertrag und 1816/17 auch qualitativ sehr schlecht, was gut mit den 1816/17 europaweit grassierenden Hungersnöten korreliert. Die Pfarrbücher verzeichnen in jener Zeit noch einmal eine hohe Kindersterblichkeit, die aber dann nach 1820 merklich zurückgeht. Im Ort selbst begann sich das Bürgertum zu emanzipieren. In den 1830er Jahren gelang es schließlich dem Bürgermeister (bis 1832 lautete der offizielle Titel des Dorfvorstehers Vogt), in einem Streit mit dem Dorfpfarrer die Oberhand zu gewinnen und 1838 beim Ordinariat die Abberufung des Pfarrers zu erwirken.
Die badische Revolution ging auch an Ebringen nicht vorüber. Überall in Baden entstanden politische Debattierclubs, die sich u.a. als Gesangvereine tarnten. Unter diesem Aspekt ist auch die 1847 erfolgte Gründung des Männergesangvereins Ebringen (MGV) zu sehen. Nach der Niederschlagung der Revolution durch preußische Truppen ereilte den MGV daher auch das Schicksal vieler anderer um 1848 gegründeter Vereine: Er wurde verboten und durfte erst über eineinhalb Jahrzehnte später neugegründet werden.
Ein wichtiger Beitrag zur Dorfentwicklung war der Bergbau am Schönberg, für dessen Südfeld in Ebringen eine heute noch bestehende Bergleute-Siedlung für 48 Familien entstand. Dieser Zuzug aus dem Rheinland hatte Auswirkungen auf das soziale Gefüge des bislang fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Ortes. Die einfacheren Unterkünfte für alleinstehende Bergleute sind mittlerweile restlos verschwunden. Der Bergbau wurde von 1937 bis 1942 betrieben und dann wegen der geringen Ergiebigkeit und Güte aufgegeben. Die Anlagen und Schächte wurden allerdings noch bis 1957 zum Zwecke einer möglichen Wiederaufnahme des Bergbaus gewartet.
1937 eröffnete ein unbeheiztes Freibad mit 25-m Becken beim Ortsteil Talhausen. Das Becken wurde 1945 beschädigt und seither nicht mehr benützt. Das Gelände wird seit den 1970er-Jahren für Wohnbebauung genutzt, so dass von den Becken heute nichts mehr sichtbar ist.
1937/38 wurden auf den Bergmatten des Schönbergs 211 Landparzellen von einem Mittelsmann für das Deutsche Reich aufgekauft und ein Truppenübungsplatz für die Wehrmacht eingerichtet, der nach dem Krieg von den französischen Besatzungstruppen und der deutschen Polizei weitergenutzt wurde. Er wurde bis in zum Anfang der 1990er Jahre betrieben. 1995 wurde die Fläche von der Gemeinde Ebringen von der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs angekauft und in ein Naturschutzgebiet umgewidmet.
1939 bis 1946 starben durch unmittelbare Kriegseinwirkungen 84 Ebringer Bürger, vor allem als Soldaten der Wehrmacht, mehr als die Hälfte davon nach dem 20. Juli 1944. Während die Männer und Söhne eingezogen waren, wurden in landwirtschaftlichen Betrieben Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene als Helfer eingesetzt. Sie stammten zumindest aus Frankreich, Polen und der Sowjetunion, vielleicht auch aus weiteren Ländern. Ebringen wurde am 22. April 1945 nach kleineren Schusswechseln mit auswärtigem Volkssturm von französischen Truppen besetzt.
1951 initiiert Max Schüler (1904–95) die Gründung der Winzergenossenschaft Ebringen und treibt maßgeblich die Inangriffnahme der Flurbereinigung der Ebringer Rebberge an, da durch die zu kleine Parzellierung durch Realteilung, Stützmauern, sowie veraltete Rebsorten ansonsten der Niedergang des Weinbaus aufgrund einer nicht mehr konkurrenzfähigen Wirtschaftsweise absehbar war.
Der Serienmörder Heinrich Pommerenke verübt 1959 seinen vierten Mord an einer Frau, die er in Höhe des Bahnhofs Ebringen bei einer Notbremsung aus dem Zug stößt und sie dann ersticht.
In die Amtszeit von Bürgermeister Eugen Schüler (1963–90) fallen dann die Flurbereinigungen der drei Ebringer Rebberge (1964–74), welche der Ebringer Landschaft ein völlig neues Gesicht gaben.
Am 1. Januar 1975 wurde Ebringen im Zuge der Gebietsreform gemeinsam mit Mengen nach Schallstadt-Wolfenweiler eingemeindet. Aus Ebringen wurde Schallstadt-Wolfenweiler 4. Der Name Ebringen verschwand aus amtlichen Dokumenten, allerdings wurde ein Wettbewerb für einen neuen Namen der Gesamtgemeinde ausgelobt, bei dem der Name „Weingau“ Sieger wurde.
Ebringen legte noch vor dem Vollzug der Eingemeindung Widerspruch beim Staatsgerichtshof Baden-Württemberg ein, da es dem Eingemeindungsvertrag nur unter der Prämisse zugestimmt hatte, dass auch Pfaffenweiler der neuen Gesamtgemeinde beitreten würde. Pfaffenweiler blieb jedoch selbständig. Bis zur Klärung des Rechtsstreits wurde der Schallstadt-Wolfenweiler Bürgermeister Oskar Hanselmann zum Ortsverweser eingesetzt. Am 6. Februar 1976 erklärte der baden-württembergische Staatsgerichtshof in Mannheim die Eingemeindung Ebringens für nichtig und die Gemeinde erhielt ihre politische Selbständigkeit zurück.
Dominierende Konfession ist als Erbe der St. Galler Herrschaft die römisch-katholische Kirche.
Ebringen bildet zusammen mit den Nachbargemeinden Schallstadt und Pfaffenweiler eine Verwaltungsgemeinschaft. Ab 2006 war ein Zusammenschluss mit der Nachbarverwaltungsgemeinschaft der Hexentalgemeinden in Vorbereitung. Die ursprünglich auch einbezogene Verwaltungsgemeinschaft Ehrenkirchen-Bollschweil hat sich dagegen 2007 aus den Fusionsverhandlungen wieder zurückgezogen. Nachdem sich dann 2008 auch Schallstadt aus dem Projekt verabschiedete, gilt die Verwaltungsneuordnung als gescheitert.
Der Ebringer Gemeinderat hat 12 Mitglieder aus seit den Wahlen vom 13. Juni 2004 fünf Listen. Der Frauenanteil betrug zu Beginn der Wahlperiode mit drei Gemeinderätinnen 25 % gegenüber 5 oder knapp 42 % nach der Wahl 1999. Zum 23. Juli 2007 schieden drei Gemeinderäte aus den Listen der CDU, Bürgerliste und Bürger für Ebringen wegen Umzugs bzw, aus Alters- und Gesundheitsgründen aus und wurden durch Nachrücker ersetzt. Der Frauenanteil stieg dadurch auf 4 bzw. 33,3 % an.
Folgende Listen kandidierten 2004 bzw 1999 für den Rat:
Für die Wahl am 7. Juni 2009 kandidieren wieder die fünf derzeit im Rat vertretenen Listen.
Bei der Bürgermeisterwahl am 26. März wurde Rainer Mosbach bereits im ersten Wahlgang mit 50,25 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 75,92 % zum neuen Bürgermeister gewählt. Auf Platz zwei kam Joachim Vogt mit knapp unter 47 % der gültigen Stimmen. Amtsantritt des neuen Bürgermeisters war der 1. Juni 2006. Altbürgermeister Thoma stellte sich nicht mehr zur Wahl.
Ebringens alemannischer Dialekt zählt ursprünglich zum Hochalemannischen. Inzwischen ist der Dialekt weitgehend einer mehr oder weniger stark dialektgefärbten Umgangssprache gewichen, die aufgrund ihres relativ geringen Sozialprestiges in der Region Freiburg jedoch lediglich noch im Umfeld der Fastnacht gesellschaftlich akzeptiert wird. Wo noch Ebringer Dialekt gepflegt wird, ist dieser in der Regel niederalemannisch. Die Umgangssprache zieht in der Regel die diphthongierten Varianten den monophthongierten vor (z. B. mei, dei, sei beim Possessivpronomen statt mi, di, si ) und verwendet beim Diminutiv die schwäbische -le statt der alemannischen -li Form.
Der Weinbau dominiert mit knapp einem Quadratkilometer Anbaufläche die landwirtschaftliche Nutzung in Ebringen. Die angebauten Sorten, der so genannte Sortenspiegel, betrug um 2000 laut Auskunft des Badischen Weinbauverbandes: 33 % Spätburgunder, 29 % Gutedel, 21 % Müller-Thurgau, 4 % Nobling, 3 % Weißer Burgunder, 3 % Ruländer, 7 % andere Sorten wie Edelsorten oder Neuzüchtungen unter anderem Dornfelder, Gewürztraminer, Merzling, Muskateller, Chardonnay, Regent, Riesling, Bronner. Seither haben sich die Gewichte verschoben. Die Sorte Nobling lag z. B. 2008 unter 1% und die Sorte Freisamer wird nicht mehr angebaut.
Die größten örtlichen Weinbauvereinigungen sind die Winzergenossenschaft Ebringen und das Weingut Missbach.
Ebringen ist mit seiner Umgehungsstraße an die L 125/B3 angebunden. Die Innenstadt von Freiburg ist mit dem Auto in circa 15 Minuten erreichbar, das Gewerbegebiet Haid in etwa 6 Minuten. Nach Wittnau führt eine Straße über den Schönberg.
Nächstgelegene Autobahn ist die A5/E35. Anschluss Richtung Norden ist Freiburg-Mitte, nach Süden Freiburg-Süd.
Durch Ebringen führt der Markgräfler Radwanderweg und der Fernradweg Freiburg-Mulhouse. Beliebt für Radrennfahrer ist der Anstieg der Umgehungsstraße zur Berghauser Kapelle (Bergwertung der Deutschen Straßenradmeisterschaften 2004 und der alljährlichen Reblandtour).
Der DB-Haltepunkt Ebringen liegt auf der Gemarkung Wolfenweiler. Seine Bedienung erfolgt im Rahmen des Integralen Taktverkehrs Baden-Württemberg montags bis freitags in der Regel stündlich und an Wochenenden zweistündlich.
In Freiburg (Fahrzeit ca. 10 Minuten) bestehen seit dem Fahrplanwechsel 2006/07 in der Regel Übergänge von circa 30 Minuten auf den Fernverkehr der Deutschen Bahn.
Mit dem Bus erreicht man den von acht Haltestellen erschlossenen Ort über die Linie 7240 Freiburg-Bad Krozingen. Tagsüber an Werktagen besteht zwischen Ebringen und Freiburg ein Halbstundentakt mit weiterer Verdichtung in den Stoßzeiten, Abends und samstags sowie nach Bad Krozingen besteht ein Stundentakt, an Sonn- und Feiertagen ein Zweistundentakt.
Nächstgelegener internationaler Verkehrsflughafen ist Flughafen Basel Mulhouse Freiburg, circa 50 km südsüdwestlich von Ebringen.
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