Mittwoch, 23.05.2012



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Dornheim (Thüringen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
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Dornheim (Thüringen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dornheim hervorgehoben
50.83510.994166666667290Koordinaten: 50° 50′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Riechheimer Berg
Höhe: 290 m ü. NN
Fläche: 7,87 km²
Einwohner: 572 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 03628
Kfz-Kennzeichen: IK
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 008
Adresse der Gemeindeverwaltung: Längwitz 71
99310 Dornheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Burkard Walther (FFW Dornheim e.V.)
Die Lage von Dornheim im Ilm-Kreis hervorgehoben

Dornheim ist eine Gemeinde im Ilm-Kreis in Thüringen in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Dornheim liegt ca. 4 km östlich von Arnstadt am Wolfsbach. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg an. Der Verwaltungssitz ist in der Gemeinde Kirchheim.

Nachbargemeinden

Dornheim grenzt, im Uhrzeigersinn von Norden beginnend, an Arnstadt, Alkersleben und Wipfratal

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 815 in einer Besitzurkunde des Klosters Hersfeld.

Der schwarzburgische Amtmann Christoph von Entzenberg erwarb 1553 ein Lehen und erbaute ein Rittergut. Sein Sohn Melchior ließ 1587 das „Gelbe Haus“ (auch Dornheimer Schloss oder Wasserschloss genannt) mit Wassergraben und Zugbrücke ausführen. Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb Friedrich Gotthardt Bertuch den Besitz. Die Tochter Bertuchs heiratete den Arnstädter Unternehmer Christian Gottfried Schierholz (1787-1851), der eine Käserei, Spirituosenbrennerei und Essigfabrik im Rittergut einrichtete. 1820 übernahm er die Porzellanmanufaktur in Plaue und verlegte deren Produktion auch teilweise nach Dornheim. 18 Jahre lang wurde Schierholzsches Porzellan in Dornheim bemalt, gebrannt und von hier versandt. Durch erneute Heirat ging das Gut an die Familie von Witzleben.

Am 17. Oktober 1707 heiratete Johann Sebastian Bach in der Dorfkirche seine Cousine (2. Grades) Maria Barbara Bach.

Im August 1813 entführte ein preußisches Freikorps 200 französische Trainpferde aus Dornheim. Der Landkammerrat Schierholz konnte verhindern, dass die Franzosen, die Dornheim bereits umstellt hatten, in einem Racheakt das Dorf abbrannten.

Am 26. Oktober 1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, trafen sich in Dornheim -unter einer lange erhaltenen „Drei-Monarchen-Linde“ - die gegen Napoleon verbündeten Herrscher, der russische Zar Alexander I., der österreichische Kaiser Franz II. und der preußische König Friedrich Wilhelm III., um ihre Kampfhandlungen abzustimmen (Drei-Monarchen-Treffen). Der österreichische Kaiser übernachtete im Dornheimer Rittergut. Das österreichische Heer lagerte zwischen Dornheim und Arnstadt, russische Garde biwakierte zwischen Dornheim und Kirchheim.

Ab 1936 bewirtschaftete Dr. Alfred Adalbert von Witzleben-Wurmb das Rittergut. Er wurde im Juli 1945 von der Sowjetischen Militäradministration verhaftet und kam in einem sowjetischen Lager um. Seine Frau und die drei Kinder wurden im Oktober ausgewiesen. Eine aus dem Osten geflüchtete und von den Witzlebens aufgenommene Familie von Götz hatte sich, einschließlich ihrer drei Kinder, im August das Leben genommen[2]. Das schöne und völlig intakte Schloss wurde geplündert und war 1947 schon stark verwüstet. Die Museumsverwaltung Arnstadt konnte nur noch wenig Inventar retten. Anfang 1948 erfolgte der völlige Abbruch des Schlosses. Auch von den Wirtschaftsgebäuden des ansehnlichen Ritterguts ist wenig erhalten. Ein Rest des Wassergrabens um das Schloss existiert noch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche von Dornheim
  • Die Dorfkirche St. Bartholomäi, in der Johann Sebastian Bach 1707 seine Cousine Maria Barbara Bach heiratete, ist Hauptsehenswürdigkeit des Ortes. Auf dem Friedhof neben der Kirche befinden sich Grabmale der Familien Schierholz, von Witzleben und von Götz.
  • Das Drei-Monarchen-Denkmal (gegenüber dem Gelände des abgerissenen Ritterguts) erinnert an das Treffen von russischem Zaren, österreichischem Kaiser und preußischem König 1813 in Dornheim. Das Denkmal wurde 1991 von Bürgern des Ortes vorbildlich wieder instandgesetzt, auch eine Linde neu gepflanzt.
  • Eine große Schautafel am Rande des ehemaligen Gutsbezirks stellt das Schicksal von Schloss, Rittergut und dortigen Familien dar.
  • Denkmal für den polnischen Zwangsarbeiter Antonin Junkiewicz, der 1942 ums Leben kam und auf dem Friedhof begraben ist

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Dornheim besteht aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Burkard Walther wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Wappen

Blasonierung: „In Blau ein silberner Balken, dieser belegt mit Notenlinien, einem Violinschlüssel sowie den Noten b-a-c-h; oben zwei und unten eine goldene Königskrone.“

Persönlichkeiten

Literatur

  • Thomas Bienert: Das ehemalige Rittergut Dornheim im Ilmkreis. In: Das Schicksal geschundener und verschwundener Adelssitze, Thüringer Allgemeine, 2006

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Grabmal auf dem Kirchhof: „Durch Kriegswirren am 24.8.1945 freiwillig aus dem Leben geschieden“

Weblinks

en:Dornheim

eo:Dornheim (Turingio) nl:Dornheim (Thüringen) pt:Dornheim ro:Dornheim (Thüringen) ru:Дорнхайм (Тюрингия) vo:Dornheim