Mittwoch, 23.05.2012



Lexikon Suche


Dhronecken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dhronecken
Dhronecken
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dhronecken hervorgehoben
49.72586.9821472222222380Koordinaten: 49° 44′ N, 6° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Thalfang am Erbeskopf
Höhe: 380 m ü. NN
Fläche: 1,45 km²
Einwohner: 124 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54426
Vorwahl: 06504
Kfz-Kennzeichen: WIL
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Saarstraße 7
54424 Thalfang
Ortsbürgermeister: Detlef Jochem
Lage von Dhronecken in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf
Datei:Dhronecken-karte-vg-thalfang-erbeskopf.png

Dhronecken im Hunsrück ist eine Gemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Dhronecken liegt zwischen Trier und Saarbrücken, an der Hunsrückhöhenstraße, 9 km von der Autobahn 1, Richtung Morbach und Hahn. Nach Trier sind es etwa 30 Minuten, nach Saarbrücken etwa 45. Dhronecken gehört zum Hochwald genannten Teil des Hunsrücks, der Erbeskopf (816 m) ist nicht weit. Sanfte Hügel, reine Luft und viele Wanderwege machen Dhronecken zu einem Mittelpunkt für Wanderer. In der Dhronecker Mulde bildet sich durch Zusammenfluss zweier Forellenbäche die Kleine Dhron, die durch ein Tal dem Flüsschen Dhron und damit der Mosel zufließt.

Geschichte

Mit dem Sieg Caesars über die Stämme der Kelten/Gallier im Jahre 51 vor Christus wurde das heutige Dhronecken Teil einer römischen Provinz mit dem Namen Belgica Prima (Siehe hierzu auch: Archäologiepark Belginum bei Morbach). Damals entstand bei Dhronecken ein römisches Heiligtum. Bemerkenswert auch - nach Cüppers, Die Römer in Rheinland-Pfalz, 1990 - die breite Ansiedlung von Sarmaten zwischen Dhron und Nahe, also von Nicht-Germanen aus der heute russischen Steppe. Mit der Völkerwanderung begann die Landnahme durch die Franken zwischen 400 und 600 nach Christus. Die fränkischen Könige teilten das Land in Gaue, wobei Dhronecken dem Triergau zugeordnet wurde und damit dem Trierer Bischof, was durch die Könige Pippin und Karl dem Großen um 800 n.Chr. durch Urkunden bestätigt wurde. Im Verlauf des Mittelalters kam es zur Aufsplitterung in kleinere Territorien, und Troneck wurde Teil der Mark Thalfang (Talevangero marca). Zu Beginn der Neuzeit war Dhronecken unter dem Namen „Troneck“ Sitz der Wildgrafen und Hauptort der Mark Thalfang. Nach der Französischen Revolution wurde 1794/95 das linke Rheinufer und damit auch Dhronecken an Frankreich abgetreten. Aufgrund eines Gesetzes vom 26. März 1798 hoben die Franzosen die Feudalrechte in ihrem Besatzungsgebiet auf. Nach Ende der französischen Herrschaft kam der Ort 1814 zum Königreich Preußen. Seit 1947 ist der Ort Teil des im gleichen Jahr neu gegründeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Dhronecken könnte die Heimat des Nibelungenhelden Hagen von Tronje sein, wird dieser doch in den wichtigsten Fassungen des Nibelungenliedes als "Hagen von Troneg" bezeichnet (auch, im Dativ: von Tronege Hagene, geborn von Tronege, helt von Tronege, von Tronegaere). Im vielbändigen Standardwerk der germanischen Altertumskunde heißt es daher: Die Forschung identifiziert die Herkunft Hagens, an erster Stelle, mit der Burg Troneck im Hunsrück, aber auch andere Orte beanspruchen dies, da sichere Hinweise fehlen. Nun, im Jahre 752 erwähnt eine mittelalterliche Urkunde erstmals die Dhron als "Drona" (Die lateinische Form "Drahonus" im Mosella-Gedicht des Ausonius, Ende 4. Jh., gilt als unzuverlässig), was zusammen mit der Lage im Zusammenfluss, im Eck zweier Bäche der mittelalterlichen Burg (Troneg/Troneck) ihren Namen gab. Möglicherweise glaubte der Verfasser des Nibelungenliedes, um das Jahr 1200, in Troneck und Orten der Region (Hunoldispetra, Balderingin, Metz) die Heimat des urgeschichtlichen Hagen gefunden zu haben. [1][2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heusner-Haus mit Altan. Erbaut um 1700
Blick aus dem Tor der Ruine der Burg Dhronecken auf den Glockenturm der Gemeinde

Bauwerke

Burg Dhronecken Um 1300 wird erstmals schriftlich ein Ritter Conrad von Tronecken erwähnt, etwas später die "Feste Troneck", die aber wahrscheinlich viel älter ist. Mehrfach zerstört, durch kölnische, kaiserliche und französische Truppen, schließlich durch ein Erdbeben, sind nur noch Reste vorhanden, ein Eckturm kann aber noch bestiegen werden.

Auf den Fundamenten der alten Burg wurden in der Neuzeit Wirtschaftsgebäude errichtet, auch ein größeres, hochragendes Gebäude, das "Schloss" genannt, heute als Forstamt genutzt wird. Daneben dient eine Scheune mit Balkengefüge als Bürgerhaus der Gemeinde Dhronecken. Die schön gelegenen Schlossgärten sind seit 1985 durchgehend bepflanzt und gepflegt.

Unterhalb der Burg befindet sich ein Naturspielplatz auf beiden Seiten eines Bachs. Eine Wasserfurt mit Springsteinen, ein im Hang aufsteigender forumartiger Spiel- und Versammlungsort, aus mächtigen Steinblöcken, hölzerne Stege über naturbelassenes sumpfiges Gelände, Spielhäuser, eine Hängebrücke sowie eine Gleitbahn, sie sind erste Attraktionen für Kinder und auch Erwachsene.

Haus des wild- und rheingräflichen Verwalters der Burg Dhronecken

Das Haus ist, wie dendrologische Untersuchungen zeigen, um 1700 in barockem Stil erbaut worden. Es gehörte dem wild- und rheingräflichen Verwalter der Burg Dhronecken, Friedrich Christian Heusner, der zugleich Amtmann und Richter war. Seit 1981 steht dieses Haus unter Denkmalschutz und konnte so saniert werden, dass außen seine ursprüngliche Gestalt wiederhergestellt wurde, und innen, in der "Säulenhalle", die gedrechselten 4 bis 5 m hohen Eichensäulen erhalten blieben. Was dieses Haus kulturhistorisch hervorhebt, ist sein Altan (Gartenloggia) aus gedrechselten Eichenstämmen und eichenen Balustern. die Familie des Erbauers F. Ch. Heusner stammte aus Franken, wo sich, Italien als Vorbild nehmend, auf Säulen stehende Balkone damals verbreitet fanden. In die Gegenwart, da in Deutschland aus Holz, haben sich nur sehr wenige gerettet. Neben Ulm ("3-Kannen-Anlage") ist der Dhronecker Altan wohl einer der größten.

Decker Mühle

Eine heute noch funktionsfähige Sägemühle, die Decker Mühle, sie wurde nach der Dhronecker Chronik um 1750 erstmals erwähnt.

Weblinks

Commons Commons: Dhronecken – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Johannes Hoops u.a 2006. Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Verlag: de Gruyter.
  2. Carla Regge. 1991. Dhronecken (Chronik des Dorfes) Trier: Sonnenburg Verlag.


en:Dhronecken

eo:Dhronecken fr:Dhronecken nl:Dhronecken ro:Dhronecken ru:Дхронеккен vo:Dhronecken