Meinestadt.de - Deutschneudorf - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Hilfe zu Wappen |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Seiffen/Erzgeb. | |
| Höhe: | 664 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,03 km² | |
| Einwohner: | 1142 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 142 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09548 | |
| Vorwahl: | 037368 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 140 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Bergstr. 9 09548 Deutschneudorf |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heinz-Peter Haustein (FDP) | |
| Lage der Gemeinde Deutschneudorf im Erzgebirgskreis | ||
| Datei:Deutschneudorf in ERZ.png | ||
Deutschneudorf ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Seiffen/Erzgeb. an.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Deutschneudorf liegt an der Schweinitz, einem Nebenfluss der Flöha, unmittelbar an der tschechischen Grenze. Es ist eine typische Streusiedlung in der Kammlage des Erzgebirges.
Deutschneudorf grenzt direkt an den tschechischen Ortsteil Mníšek v Krušných horách. Im Westen grenzen Olbernhau und Seiffen/Erzgeb., im Norden Neuhausen/Erzgeb., im Osten Nová Ves v Horách und im Süden Hora Svaté Kateřiny an die Gemeinde.
Deutschneudorf hat folgende Ortsteile:
Deutscheinsiedel wird 1448 erstmals urkundlich als Ansiedlung bi dem Einsidel in der Herrschaft Purschenstein erwähnt. Um 1600 wird eine Brettmühle und Flößerei erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Brettmühle und ein benachbartes Bauerngut 1634 niedergebrannt. Ab 1646 erfolgt der Wiederaufbau des Gutes unter der Begünstigung des Grundherren August von Schönberg ziehen Einwohner aus Seiffen, Neuhausen sowie aus Böhmisch-Einsiedel zu. Durch Verkauf eines Teiles des Einsiedler Waldes an Kurfürst Johann Georg I. 1653 kommt es zu einer Flurteilung. Um 1660 wird der Ort erstmals als zum teutschen Einsiedel bezeichnet. 1696 wird durch zwei Einwohner aus Seiffen, Samuel Lorenz und Samuel Zeidler, ein Grundstück zum Bau einer Brettmühle bei der Brüderwiese erworben. In den nächsten 50 Jahren werden weitere Mühlen sowie ein Eisenhammer auf der Brüderwiese errichtet. 1731 wird ein Schulmeister erwähnt. 1839 werden die alten Grundherschaften aufgelöst. Aus dem königlichen und herrschaftlichen Anteilen wird die Gemeinde neu gebildet, hinzu kommt der Ortsteil Brüderwiese, der bis dahin zum Seiffener Ortsteil Heidelberg gehörte. Mit der Einrichtung der Poststelle 1850 erhält der Ort die amtliche Bezeichnung Deutscheinsiedel. 1889 entsteht eine Telegraphenverbindung nach Seiffen und ein Schulgebäude . Die Freiwillige Feuerwehr wird am 1. November 1893 gegründet, am 31. Juli 1899 die Talstraße nach Deutschneudorf eröffnet und die Kirche am 25. September 1905 eingeweiht. 1926 wird ein Landheim des CVJM eingeweiht. 1929 die Hochdruckwasserleitung in Betrieb genommen. 1936 wird Deutscheinsiedel Filialkirche von Deutschneudorf, 1949 das Stechen von Torf eingestellt, 1979 die Schule geschlossen und schließlich 1994 die Abwasserkanalisation fertiggestellt.
Um 1514 finden erste Schürfungen auf dem späteren Gemeindegebiet statt. Der Grünthaler Saigerhüttenfaktor August Rohdt erhält 1620 die Fortuna Fundgrube und die Pallas Fundgrube. 1637 errichtet er einen Hohen-Ofen-Platz zur Unterstützung des Drahthammers in Rothenthal. Aus dem nahen St. Katharinenberg kommen Exulanten als Fachleute. 1651 wird die Ansiedlung als Naudorff untern Catherbergk erstmals urkundlich erwähnt und umfasst 1657 drei Häuser. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Auftreten der Pest ist die Gegend nahezu menschenleer. Auf den entstandenen Rodeflächen werden böhmische Exulanten angesiedelt. Anthon Bähr wird 1663 als 1. Siedler beym Sanct Catharinaberg bezeichnet. Der erste Lehrer wird 1718 aktenkundig. Der Bau einer eigenen Kirche wird 1736 fertiggestellt und 1741 wird ein Schulgebäude errichtet. 1801 wird Deutschneudorf eigenständige Kirchgemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1875 gegründet. 1879 wird die erste Fernsprechstelle eingerichtet. Das Gemeindeamt wird 1924 errichtet. 1927 wird als letzter sächsischer Bahnbau die 1919 vom sächsischen Landtag bewilligte Eisenbahnstrecke von Grünthal nach Deutschneudorf eröffnet. 1936 wird ein Schwimmbad erbaut. Während des Einmarsches der deutschen Wehrmacht ins Sudetenland am 1. Oktober 1938 befinden sich der Reichserziehungsminister Bernhard Rust sowie Konrad Henlein im Ort. Am 1. April 1939 wird die Oberlochmühle, bisher Ortsteil von Oberseiffenbach, Deutschneudorf zugeordnet. Zwischen Herbst 1944 und 8. Mai 1945 wird von Mitglieder der SS-Division "Brandenburg" unter der Code-Bezeichnung "ORPHE" ein Geheimdepot für Kunst- und Kulturgut angelegt. 1955 wird die Schule in Deutschkatharinenberg geschlossen. 1966 wird die Bahnstrecke für den Personenverkehr und 1969 für den Güterverkehr stillgelegt und 1971 abgerissen. 1966 bis 1970 erfolgt der Bau der zentralen Trinkwasserversorgung.Der Fortuna-Stollen wird ab 1998 wieder aufgefahren, um ein Besucherbergwerk anzulegen. Nebenbei wird auch nach den 1945 versteckten Kunstschätzen gesucht. Es wird vermutet, dass der Stollen eines der Verstecke des Bernsteinzimmers sein könnte. Am 1. Januar 1999 werden Deutscheinsiedel und Deutschneudorf per Gesetz zur Gemeinde Deutschneudorf zusammengeschlossen. Während des Augusthochwassers 2002 ist Deutschneudorf einer der ersten Orte, die überflutet werden.
Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:
|
1982 bis 1988
|
1989 bis 1995
|
1996 bis 2002
|
2003 bis 2007
|
Im 2004 gewählten Gemeinderat werden alle 12 Gemeinderäte von der FDP gestellt.
Die Partnergemeinde ist Beratzhausen in Bayern
In Deutschkatharinenberg befindet sich in einer bis 1880 betriebenen Kupfer- und Silbererzgrube das 2001 eröffnete Besucherbergwerk „Fortuna-Stollen“. Bis heute bestehen Vermutungen, nach denen hier am Ende des Zweiten Weltkrieges das Bernsteinzimmer eingelagert wurde. Das Heimatmuseum „Haus der erzgebirgischen Tradition“ befindet sich in Deutschneudorf.
Bürgermeister Hans-Peter Haustein (FDP) sucht seit Jahren in der Region nach dem Bernsteinzimmer. Wie im Februar 2008 bekannt wurde, hätten Bodenscans quaderförmige Formen gezeigt, welche auf unterirdisches Gold oder Silber schließen ließen. Des Weiteren gebe es in den Unterlagen eines Funkers und Navigators der Luftwaffe der ehemaligen Wehrmacht Hinweise darauf, dass in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs wertvolle Kisten nach Deutschneudorf verbracht worden seien. Momentan findet die Suche mit rasterartigen Erdbohrungen statt.
In Deutscheinsiedel befindet sich ein Grenzübergang für den PKW-Verkehr. In Deutschneudorf und in Deutschkatharinenberg gibt es grenzüberschreitende Wanderwege (Grenzübergänge nur für Fußgänger).
In Deutschneudorf wird ein deutsch-tschechischer Kindergarten betrieben. Der Bau einer deutsch-tschechischen Grundschule ist in Vorbereitung.
Die Sage um den 'Weißen Stein' thematisiert die Durchreise von Peter dem Großen in der Ortslage Deutschneudorf.
Amtsberg | Annaberg-Buchholz | Aue | Auerbach | Bad Schlema | Bärenstein | Bernsbach | Bockau | Börnichen/Erzgeb. | Borstendorf | Breitenbrunn/Erzgeb. | Burkhardtsdorf | Crottendorf | Deutschneudorf | Drebach | Ehrenfriedersdorf | Eibenstock | Elterlein | Erlbach-Kirchberg | Gelenau/Erzgeb. | Geyer | Gornau/Erzgeb. | Gornsdorf | Großolbersdorf | Großrückerswalde | Grünhain-Beierfeld | Grünhainichen | Heidersdorf | Hohndorf | Hormersdorf | Jahnsdorf/Erzgeb. | Johanngeorgenstadt | Jöhstadt | Königswalde | Lauter/Sa. | Lengefeld | Lößnitz | Lugau/Erzgeb. | Marienberg | Mildenau | Neukirchen/Erzgeb. | Niederdorf | Niederwürschnitz | Oberwiesenthal | Oelsnitz/Erzgeb. | Olbernhau | Pfaffroda | Pobershau | Pockau | Raschau-Markersbach | Scheibenberg | Schlettau | Schneeberg | Schönheide | Schwarzenberg/Erzgeb. | Sehmatal | Seiffen/Erzgeb. | Sosa | Stollberg/Erzgeb. | Stützengrün | Tannenberg | Thalheim/Erzgeb. | Thermalbad Wiesenbad | Thum | Venusberg | Wolkenstein | Zöblitz | Zschopau | Zschorlau | Zwönitz
en:Deutschneudorf eo:Deutschneudorf et:Deutschneudorfi vald fr:Deutschneudorf lmo:Deutschneudorf nl:Deutschneudorf pms:Deutschneudorf ro:Deutschneudorf ru:Дойчнойдорф vo:Deutschneudorf