Meinestadt.de - Dasburg - 22.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Eifelkreis Bitburg-Prüm | |
| Verbandsgemeinde: | Arzfeld | |
| Höhe: | 264-531 m ü. NN | |
| Fläche: | 4,78 km² | |
| Einwohner: | 226 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 47 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 54689 | |
| Vorwahl: | 06550 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BIT | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 32 214 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Luxemburger Straße 6 54687 Arzfeld |
|
| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Christian Nosbüsch | |
| Lage von Dasburg in der Verbandsgemeinde Arzfeld | ||
| Datei:Arzfeld-dasburg.png | ||
Inhaltsverzeichnis |
Dasburg ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz (Deutschland) und gehört zur Verbandsgemeinde Arzfeld. Im Tal des Ortes fließt der Fluss Our, der zudem die natürliche Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bildet.
Der Jahresniederschlag beträgt 929mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 80% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der August, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im August. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Der kleine Ort in der Eifel wurde 1222 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch soll die Burg bereits um 850 entstanden sein. Sie gilt als eine der ältesten Burgen in diesem Gebiet. Bereits beim zweiten Normannensturm im Jahre 892 wurde sie erwähnt. König Pippin übertrug das Gebiet als Stiftung der Abtei Prüm, diese gab es den Grafen von Vianden zu Lehen. Die Burg und das Gebiet wurden von Burggrafen verwaltet.
Der Flecken Dasburg entstand zu Füßen der Burg und hieß anfangs noch Daysberhc. 1252 war der Name Dasberg, 1399 hieß er Daisberg. 1625 gab es in Dasburg bereits 34 Häuser, die jährlich ein Rauchhuhn entrichten, 16 Tage im Schloss Wachdienst ausüben und einen Tag Heu machen mussten.
1794 wurden die Burg und die dazugehörenden Güter zum Eigentum der französischen Republik erklärt. 1811 schenkte Napoleon I. das Schloss und seine Güter als Dotation dem Marschall Nicolas-Charles Oudinot, Herzog von Reggio. Dieser ließ das Schloss am 13. April 1813 öffentlich versteigern, unter der Bedingung, dass es in Jahresfrist geschleift sei.
36 Ansteigerer zahlten 4400 Francs. Bei der Zerstörung des Archivgewölbes ging auch das wertvolle Archiv zugrunde. Vier Wochen vor dem Einzug der Verbündeten waren die einstmals so stolzen Gebäude bis auf einige heute noch teilweise stehenden Burgreste Trümmer geworden.
Auch im Klöppelkrieg 1798 wurde Dasburg mehrmals erwähnt, wobei der Ort als ein Zentrum der Erhebung gegen die Unterdrückung galt.
Nach den Freiheitskriegen fiel Dasburg an Preußen. Zu dieser Zeit wurde die Our als natürliche Grenze festgelegt und Dasburg ein Grenzort.
Durch die Hanglage und die schlechte Bodenqualität konnten sich die Dorfbewohner kaum von der Landwirtschaft ernähren. So waren früher die meisten Handwerker, Maurer, Tagelöhner und Waldarbeiter. Dank des aufblühenden Gewerbelebens stieg die Einwohnerzahl ständig, und es waren die dorfüblichen Handwerker fast ausnahmslos im Dorf vertreten. Auch eine Bierbrauerei besaß das Dorf. Erst nach 1900 begann die Abwanderung zur Industrie und nach Amerika und die Einwohnerzahl lag sehr bald unter 500.
Im Ersten Weltkrieg waren im Ort zehn Gefallene und im Zweiten Weltkrieg 31 Gefallene und Vermisste zu beklagen. Zudem wurde der Ort zu 80 % zerstört.
Von der mittelalterlichen Burganlage, der Dasburg sind noch erhalten geblieben: die Fundamente der inneren Wehrmauer, Teile der äußeren Wehrmauer mit zwei Halbtürmen, Reste des Eingangstores und die Nordseite des 20 Meter hohen Wehrturmes, des Zentrums der wahrscheinlich staufischen Kernburg. Der Grundriss der Burg weist auf den Typus Höhenburg hin. Sehenswert ist ein Gang entlang der Umfassungsmauer, die an ihrer nördlichen Schmalseite ursprünglich eine Brücke hatte und von einem Torzugang und einigen Halbtürme unterbrochen war.
Das Landesamt für Denkmalpflege kümmert sich heute um den Burgbering. Die Gemeinde Dasburg gehört der nach dem berühmten Kreuzritter benannten Vereinigung Route Gottfried von Bouillon an, die historische Bauwerke in der Grenzregion der vier Länder Belgien, Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz der Öffentlichkeit bekannt machen möchte.
In Dasburg gibt es noch zwei Stollenanlagen. Diese liegen in einem Berg bzw. direkt unter der Burganlage an der B 410. Die Entfernung voneinander beträgt etwa 300 Meter. Jede der Anlagen, die nicht miteinander verbunden sind, besitzt nur einen Eingang. Die Eingangsbauwerke sind aus Beton. Nach dem ehemaligen Bundesvermögensamt in Trier wurden die Bauarbeiten von einer Bergbaufirma ausgeführt; der Reichsarbeitsdienst leistete wahrscheinlich Hilfsarbeiten. Vermutlich begannen die Arbeiten in den Jahren 1939/1940. Die Stollen waren dem Festungspionierstab 23 in Bitburg unterstellt. Beide Stollenanlagen waren 1964 für eine Nutzung als Sanitätsmaterial-Außenlager der Bundeswehr vorgesehen. Dieses Vorhaben wurde am 14. September 1970 von der Wehrbereichsverwaltung endgültig aufgegeben. Es bestand auch kein anderweitiger militärischer Bedarf. Zur Gefahrenbeseitigung wurden beide Stollen mit Betonplomben versehen und verschlossen. Für Fledermäuse und Kriechtiere wurden Schlitze und Rohre eingebaut. Im Stollen an der B 410 wurden Senkschächte abgedeckt und an verschiedenen Stellen Abmauerungen angebracht.
Zur Zeit wird versucht, zumindest eine Stollenanlage wieder zu öffnen und für künftige Generationen zu erhalten.
Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus mit ihrer Innenausstattung im Rokokostil wurde 1767 errichtet.
Die Marienkapelle aus dem Jahr 1638 wurde zur Abwendung der Pest auf einem Felsblock errichtet. Schutzheilige gegen die Seuche Pest sind Sebastian und Rochus.
Die Holzproben aus den Bauelementen belegen, dass das Gebäude in einem Zug vom Keller bis zum zweiten Obergeschoss errichtet wurde. Erhaltene Waldkanten fanden sich im ehemaligen Fachwerkgeschoss, im heutigen Giebel. Sie stammen aus dem Winter 1471/72, das heißt in diesem Winter wurde das Bauholz geschlagen und konnte ab Frühjahr 1472 verbaut werden. Angesichts des massiven Baukörpers mit Wandstärken bis zu 2,10 Meter im Keller dürfte sich die Bauzeit über einige Jahre hingezogen haben; um 1472 war der Bau aber schon weitgehend gediehen.
Eine größere Umbaumaßnahme zeigt der nachträglich eingezogene Unterzug oder Deckenbalken im Erdgeschoss an. Er datiert rund 150 Jahre später in die Zeit um 1615.[1]
Arzfeld | Dackscheid | Dahnen | Daleiden | Dasburg | Eilscheid | Eschfeld | Euscheid | Großkampenberg | Hargarten | Harspelt | Herzfeld | Irrhausen | Jucken | Kesfeld | Kickeshausen | Kinzenburg | Krautscheid | Lambertsberg | Lascheid | Lauperath | Leidenborn | Lichtenborn | Lierfeld | Lünebach | Lützkampen | Manderscheid | Mauel | Merlscheid | Niederpierscheid | Oberpierscheid | Olmscheid | Pintesfeld | Plütscheid | Preischeid | Reiff | Reipeldingen | Roscheid | Sengerich | Sevenig (Our) | Strickscheid | Üttfeld | Waxweiler