Dienstag, 22.05.2012



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Crivitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Crivitz
Crivitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Crivitz hervorgehoben
53.58333333333311.6540Koordinaten: 53° 35′ N, 11° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Parchim
Amt: Crivitz
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 58,41 km²
Einwohner: 4784 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19089
Vorwahl: 03863
Kfz-Kennzeichen: PCH
Gemeindeschlüssel: 13 0 60 010
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Amtsstraße 5
19089 Crivitz
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ulrich Güßmann
Lage der Stadt Crivitz im Landkreis Parchim
Datei:Crivitz in PCH.PNG

Crivitz ist eine Stadt in der Mitte des Landkreises Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Crivitz, dem weitere acht Gemeinden angehören. Seit dem 1. Januar 2003 gehört die vormals selbständige Gemeinde Gädebehn zur Stadt Crivitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Verkehr

Durch das Stadtgebiet Crivitz verläuft die Bundesstraße 321. Diese wurde als Umgehungsstraße um die eigentliche Stadt geführt. Die Bundesautobahn 14 ist über die Anschlussstelle Schwerin-Ost in etwa elf Kilometern Entfernung erreichbar. Die Stadt liegt rund 20 Kilometer östlich von Schwerin und rund 21 Kilometer nordwestlich von Parchim. Im Norden durchquert die Warnow das Gemeindegebiet. Crivitz selbst liegt am kleinen gleichnamigen Crivitzer See. Größere Flächen im Stadtgebiet sind bewaldet, so befindet sich im Süden das Waldgebiet Bürgerholz mit dem Militzer See, im Westen das Waldgebiet Forst Gädebehn und im Osten das Eichholz. Im Eichholz befindet sich auch der höchste Punkt des Gemeindegebietes mit über 87,8 m ü. NHN. Im Norden grenzt das Stadtgebiet an den Barniner See und an die Warnow. Durch das Stadtgebiet fließt vom Militzer See über den Crivitzer See in den Barniner See der Amtsgraben.

Seit 1888 hat Crivitz einen Bahnhof an der Bahnstrecke Schwerin–Parchim, von dem aus die Züge der Ostseeland-Verkehr GmbH nach Parchim und Rehna verkehren.

Ortsteile

  • Augustenhof
  • Basthorst
  • Crivitz
  • Gädebehn
  • Kladow
  • Muchelwitz

Geschichte

Stadtansicht von Crivitz mit See (Postkarte von 1913)

Name

Der Name Crivitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet nach der altpolabischen Form Krivica soviel wie krumm oder gekrümmt; also Criwitz ist der "Ort an der Krümmung". Möglicherweise ist damit die Lage der Stadt auf der Halbinsel (Seekrümmung) am Crivitzer See gemeint, oder vielleicht nur die gekrümmte damalige Straßenstruktur. Um 1273 schrieb sich der Ortsname Kriwitz oder Kriwicz und im Stadtsiegel von 1329 Criwisc.[1]

Mittelalter

Schon sehr früh befand sich auf der Halbinsel eine slawische Burg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Stadt wurde wahrscheinlich 1251 von den Grafen von Schwerin um die damals vorhandene Burg gegründet. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Stadt 1302. 1357 fiel Crivitz an die Herzöge von Mecklenburg. Crivitz entwickelte sich zu einer typisch mecklenburgischen Landstadt.

Neuere Zeit

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Gelände des Friedhofs der jüdischen Gemeinde am Trammer Weg ein Barackenlager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet, die Zwangsarbeit verrichten mussten. Auch hat es im Ort polnische Zwangsarbeiter gegeben. Von den Inhaftierten kamen mindestens 31 ums Leben. Gegen Ende des Krieges wurden Häftlinge des KZ Sachsenhausen von SS-Mannschaften auf einem Todesmarsch durch die Umgebung von Crivitz getrieben, wobei mindestens 41 von ihnen ihr Leben verloren haben.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit Hilfe der Städtebauförderung gründlich saniert. Crivitz ist jetzt Amtssitz des Amtes Crivitz im Landkreis Parchim.

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 215 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein roter Kleeblattbogen, darauf drei rote Kuppeltürme mit je drei Fenstern nebeneinander, der mittlere stärker und mit einem Tatzenkreuz, die äußeren mit einem Knauf; darunter ein von Rot und Gold geteilter Dreieckschild, beseitet von je einer roten Rose.“

Das Wappen wurde 2000 neu gezeichnet.

Die Türme sind städtisches Symbol der Wehrhaftigkeit, der kleine Schild verweist auf die Grafen von Schwerin, die das Stadtrecht verliehen, die Rosen sind wahrscheinlich dekorativer Natur. 1940 hatten die Nationalsozialisten der Stadt ein neues Wappen verliehen, das aber 1945 wieder abgelegt wurde.

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

Stadtkirche in Crivitz
Denkmal 1914/18 von Wandschneider
  • Stadtkirche; mittelalterliche dreischiffige Hallenkirche, spätgotischer Backsteinbau (spätes 14. Jh.) mit gedrungenen West-Turm.
  • Stadtzentrum / Marktplatz
  • Ehemalige Synagoge an der Fritz-Reuter-Straße 13, die bereits 1922 aufgegeben wurde und seither als Wohnhaus genutzt wird
  • Gymnasium am Sonnenberg; 1996 fertiggestellt Erhielt 1998 den "Architekturpreis Vormauerziegel und Klinker " und den "Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 1998"
  • Grabanlage mit Gedenkstein auf dem Friedhof für 31 Opfer der Zwangsarbeit, darunter etliche Kinder
  • Grabanlage (erneuert 1975) mit Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof für 41 Opfer des Todesmarsches vom April 1945
  • Kapelle des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen, ausgestaltet mit einer Pieta des Bildhauers Wieland Schmiedel
  • Gedenkstein von 1950 an der Weinbergstraße, 1961 von dem Bildhauer Wieland Schmiedel erneuert, für die Opfer des KZ-Todesmarsches
  • Gedenkstein von 1950 am Ortsausgang nach Schwerin, Richtung Crivitz-Ausbau, Kiesgrube, 1961 von Bildhauer Wieland Schmiedel erneuert, für die Opfer der Häftlingskolonnen durch alliierte Bombenangriffe
  • Gedenkstein an der Straße Crivitz-Schwerin, Abzweigung nach Sukow, an die Opfer des Todesmarsches
  • Gedenkstele von 1996 bei der Stadtkirche als eine von 52 Stelen Wieland Schmiedels entlang der Route des Todesmarsches

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Die historische Stadtkirche von Crivitz ist das Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die von ihrer Tradition her der Brüderbewegung zuzurechnen ist, besitzt ebenfalls ein Gemeindezentrum in Crivitz. Zu ihr gehört auch das Seniorenwohnheim Elim. Die römisch-katholische Kirchengemeinde feiert ihre Gottesdienste in einer Hinterhofkirche, die in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Umbau eines Stallgebäudes entstand.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Ehrenbürger

Sonstiges

Eine Besonderheit ist die durch den Vorschlag eines in Crivitz geborenen Wissenschaftlers vorgenommene Benennung eines 6,1 Kilometer großen Mars-Kraters nach der Stadt. In diesem landete 2004 der amerikanische Marsrover Spirit.[2]

Quellen

  1. Ernst Eichler/Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Koch Verlag, Rostock, 2002, ISBN 3-935319-23-1
  2. Der Krater "Crivitz" auf dem Mars - Amt Crivitz

Weblinks

Commons Commons: Crivitz – Bilder, Videos und Audiodateien
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