Dienstag, 22.05.2012



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Coswig (Anhalt)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Coswig (Anhalt)
Coswig (Anhalt)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Coswig (Anhalt) hervorgehoben
51.88333333333312.43333333333383Koordinaten: 51° 53′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Wittenberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Coswig (Anhalt)
Höhe: 83 m ü. NN
Fläche: 204,83 km²
Einwohner: 11.513 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06869
Vorwahl: 034903
Kfz-Kennzeichen: WB
Gemeindeschlüssel: 15 0 91 060
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
06869 Coswig (Anhalt)
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Doris Berlin

Coswig (Anhalt) an der Elbe ist eine Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland). In Coswig befindet sich der Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft, der weitere 14 Gemeinden angehören.

Die Stadt ist nicht zu verwechseln mit Coswig im Landkreis Meißen im Bundesland Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung

Zu Coswig (Anhalt) gehören die Stadtteile Siedlung Ratskiefern und Waldschloß sowie folgende Ortsteile (in Klammern Datum der Eingemeindung):

  • Buko (1. Januar 2009)
  • Cobbelsdorf (1. Januar 2009) mit Pülzig
  • Düben (1. März 2009) mit Steinmühle
  • Klieken (1. März 2009) mit Buro, Schlangengrube und Werder
  • Köselitz (1. Januar 2009)
  • Senst (1. Januar 2009)
  • Serno (1. Januar 2009) mit Göritz und Grochewitz
  • Wörpen (1. Januar 2008)
  • Zieko (1. Januar 2004)

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Wiesenburg/Mark, Straach, Möllensdorf, Wittenberg, Wörlitz, Vockerode, Dessau-Roßlau, Thießen, Bräsen, Jeber-Bergfrieden und Stackelitz.

Geschichte

Am heutigen Standort wird bereits 1187 eine Burg Cossewiz erwähnt. Ob vor dieser Zeit schon eine slawische Siedlung existierte, ist nicht belegt. Als Oppidum wird Coswig im Jahre 1215 bezeichnet und gilt in jener Zeit als die wichtigste Stadt der anhaltischen Askanier nördlich der Elbe.

Schloss

Bereits im 16. Jahrhundert wurde Coswig von Wörpen aus durch eine Wasserleitung mit Trinkwasser versorgt. Im 16. Jahrhundert spielten die Weberei, das Töpferhandwerk sowie die Landwirtschaft (u.a. Hopfenanbau) wirtschaftlich die bedeutendste Rolle.

Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Stadt durch spanische Truppen weitgehend zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg befand sich Wallenstein auch in Coswig.

Coswig war von 1603 bis 1793 Teil von Anhalt-Zerbst. Das in der Stadt befindliche Schloss wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und diente bis ins 19. Jahrhundert als Witwensitz und wurde dann teilweise in ein Gefängnis umgebaut. Der Bahnhof der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn wurde am 10. September 1841 eingeweiht.

In der Zeit des Nationalsozialismus war das in einem Flügel des Schlosses untergebrachte Gefängnis stark überbelegt mit 900 Personen (statt vorgesehener 300), darunter vielen aus politischen Gründen, die hier zusammengepfercht wurden. Dazu kamen die 850 Häftlinge des Außenlagers Griebo, von denen etwa 300 aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen starben. Während des Zweiten Weltkrieges mussten hunderte Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit verrichten. In der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoff AG (WASAG) kam es 1944 zu einer Detonation, der auch zahlreiche Zwangsarbeiter zum Opfer fielen.

Im Jahr 1987 feierte die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen.

Am 2. Juli 2007 wurde die Stadt mit allen Mitgliedsdörfern der Verwaltungsgemeinschaft aufgrund einer Gebietsreform vom Landkreis Anhalt-Zerbst in den Landkreis Wittenberg eingegliedert.

Religionen

Politik

Rathaus
  • Bürgermeisterin: Doris Berlin
  • Stadtrat: 20 Sitze, davon:

Die Wahlbeteiligung bei der Wahl des Stadtrates der Stadt Coswig (Anhalt) am 13. Juni 2004 lag bei 43,6 %.

Wappen

Blasonierung: „Im blauen mit zwölf goldenen Sternen bestreuten Schild eine Frauengestalt in langem, silbernem Kleid, golden gekrönt, in der Rechten einen goldenen Stechhelm, die Linke einen Schild haltend. Der Schild gespalten, vorn in silber ein roter golden bewehrter Adler am Spalt, hinten neunmal schwarz-golden geteilt, belegt mit einem grünen Rautenkranz.“

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch 1994 nach korrigierter (im 19. Jahrhundert war der anhaltische Stammschild seitenverkehrt dargestellt) historischer Vorlage gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Flagge

Die Flagge der Stadt Coswig (Anhalt) ist Rot - Blau gestreift mit aufgelegtem Wappen.

Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Kirche „St. Nicolai“ ist das älteste Gebäude und prägt das Stadtbild Coswigs.
  • Die Neuapostolische Kirche, Flieth 4a, erbaut im Jahre 1926 mit interessanter Architektur und Pfeifenorgel. Im Jahre 2001 aufwendig restauriert.
  • Die Kommende des Deutschen Ordens im Ortsteil Buro, mit Ordenskirche, Komturei und historischer Garten und Parkanlage
  • Die Dübener Heide, der Fläming und der Wörlitzer Park sind lohnende Ziele in nächster Nähe zur Stadt.
  • Die B 187 zwischen Dessau-Roßlau und Coswig, die Landesstraße (L 123) von Coswig nach Straach sowie die Kreisstraße (K 2376) von Coswig nach Wörlitz gehören zur Deutschen Alleenstraße.
  • Das Kavalierhaus in der Schlossstraße (ehemalige Sparkasse).

Mahnmale

  • Gedenkstein aus dem Jahre 1965 im Vorhof des Schlosses für die Opfer unter den politischen Strafgefangenen während des Naziregimes
  • Gedenkanlage mit Einzel- und Massengräbern auf dem Waldfriedhof in der Wittenberger Straße für die 15 sowjetischen, drei niederländischen, zwei französischen und einen italienischen Frauen und Männer, die Opfer der Zwangsarbeit wurden.
  • Gedenkstein auf dem Friedhof für den Leiter des Rotfrontkämpferbundes Hermann Hagendorf, der 1933 im KZ Oranienburg ermordet wurde. Während die an ihn erinnernde Tafel an der Jugendherberge, die seinen Namen trug, nach 1989 beseitigt wurde, behielt der Hermann-Hagendorf-Platz an der Roßlauer Straße seinen Namen
  • Gedenkstein auf dem Hof der Grundschule an der Schulstraße zur Erinnerung an den KPD-Führer Ernst Thälmann

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Autoverkehr

Coswig liegt an der Bundesstraße 107 (TangermündeChemnitz) und an der Bundesstraße 187 (Dessau-RoßlauWittenbergJessenSchönewalde). Die Bundesstraße 187a wurde zwischen Coswig und Zerbst/Anhalt herabgestuft. Die nächstgelegene Anschlussstelle Coswig zur Bundesautobahn 9 (MünchenBerlin) liegt etwa 5 km westlich. Im Jahr 2005 fand ein umfangreicher Ausbau des durch Coswig verlaufenden Elberadweges statt.

Schienenverkehr

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Dessau-Falkenberg/Elster. Am Bahnhof Coswig (Anhalt) gibt es stündlich die Möglichkeit, nach Dessau-Roßlau sowie weiter Richtung Halle (Salle) bzw. Leipzig, oder, in Gegenrichtung, Richtung Lutherstadt Wittenberg - Annaburg zu fahren. Der Bahnhof Coswig (Anhalt) wird von Regionalbahnen der DB Regio fahrplanmässig angefahren.

Datei:Gierseilfähre Coswig.JPG
Gierseilfähre Coswig

Schiffsverkehr

Als Elbestadt hat Coswig eine Anlegestelle für Fahrgastschiffe. Im Mai 2007 wurde die Marina, eine weitere Anlegestelle für private Schiffsreisende und Bootsbesitzer, eröffnet. Am Ortsrand von Coswig befindet sich außerdem eine Gierseilfähre über die Elbe im Zuge der Kreisstraße K 2376 nach Wörlitz.

Ansässige Unternehmen

Die SchwörerHaus KG unterhält in Coswig das Ausstattungszentrum Ost und ein Werk zur Fertigung großformatiger zementgebundenen Holzwerkstoffplatten. Die Handelskette Netto betreibt seit 2008 ein Auslieferungslager für Mitteldeutschland in Coswig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hermann Cohen (1842–1918), deutscher Philosoph, Gründer der Marburger Schule
  • Dietrich Falke (* 1927), Arzt, Facharzt, Medizinischer Mikrobiologe, Infektiologe und Autor medizinischer Fachliteratur
  • Barbara Höll (* 1957), Politikerin der Partei Die Linke, MdL Sachsen, MdB Kandidatin
  • Franz Hübner (1840–1914), Missionar und Bischof der Neuapostolischen Kirche
  • Manfred Kuschmann (1950-2002), Langstreckenläufer

Referenzen

  1. Neuapostolische Gemeinde Coswig (Anhalt)

Literatur

  • "Stadtkirche St. Nicolai und ehemaliges Dominikanerinnenkloster in Coswig (Anh.)" Autor: Matthias Prasse, ISBN 978-3-00-027632-3 Herrenhaus-Kultur-Verlag Dresden, 2009
  • "Schloss Coswig in Anhalt, Ein Führer zu Geschichte und Architektur" Autor: Matthias Prasse, ISBN 978-3-00-027631-6 Herrenhaus-Kultur-Verlag Dresden, 2009
  • "Der Deutsche Ritterorden in Buro, Komturei, Ordenskirche und historische Gartenanlage" Autor: Mathias Prasse, ISBN 978-3-00-024926-6, Herrenhaus-Kultur-Verlag, Dresden 2008

Weblinks

Commons Commons: Coswig (Anhalt) – Bilder, Videos und Audiodateien
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