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Burg Stargard

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burg Stargard
Burg Stargard
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burg Stargard hervorgehoben
53.49533333333313.31008333333350Koordinaten: 53° 30′ N, 13° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburg-Strelitz
Amt: Stargarder Land
Höhe: 50 m ü. NN
Fläche: 41,1 km²
Einwohner: 4533 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17094
Vorwahl: 039603
Kfz-Kennzeichen: MST
Gemeindeschlüssel: 13 0 55 009
Adresse der Stadtverwaltung: Mühlenstraße 30
17094 Burg Stargard
Webpräsenz:
Bürgermeister: Tilo Lorenz
Lage der Stadt Burg Stargard im Landkreis Mecklenburg-Strelitz
Datei:Burg Stargard in MST.PNG

Burg Stargard (bis 1929: Stargard) ist eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Der Name Stargard ist slawischen Ursprungs und bedeutet „alte Burg“. Die Stadt liegt zwischen sieben Bergen. Auf einem dieser Berge (Burgberg) steht die mittelalterliche Burg Stargard, welche der Stadt ihren Namen gab.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt im Tal der Linde, etwa 8 km südlich der kreisfreien Stadt Neubrandenburg. Eine Grundmoräne mit Höhen bis zu 127 m ü. NN bestimmt das Stargarder Land. Es fällt im Westen zum Tollensesee ab, an dem die Gemarkung der Stadt einen Uferanteil hat.

Zu Burg Stargard gehören die Ortsteile Bargensdorf, Quastenberg, Quastenberg Siedlung, Lindenhof und Sabel.

Geschichte

Der Geschichtsteil bezieht sich auf den Ort (Burg) Stargard und nicht auf dessen Ortsteile. Deren Geschichte wird in den einzelnen Ortsteilartikel beschrieben.

Name

Ort oder Burg werden zuerst 1170 als Stargart genannt. Aus dem Altpolabischen übersetzt heißt stary dann ‚alt‘ und gard bedeutet ‚Burg‘, also ‚Alte Burg‘ (vergleichbar Altenburg oder Oldenburg), welche dem Bistum Havelberg (angeblich) zur Stiftung des Kloster Broda geschenkt worden sind. Die betreffende Urkunde hat sich jedoch als Fälschung und der Ort Staregart darin als Zusatz aus späterer Zeit erwiesen, datierend wohl um das Jahr 1244.[1]. Seit Eingemeindung der Burg ins Stadtgebiet, (angeblich) um Verwechslungen mit den anderen namensgleichen Städten zu vermeiden, führt die Stadt seit 1929 den Namen Burg Stargard.[2]

Mittelalter

Die deutsche Siedlung von Händlern und Handwerkern wuchs seit dem frühen 13. Jahrhundert am Fuße einer spätmittelalterlichen Burg, die für die Kolonisation des slawischen Gebietes zentrale Bedeutung hatte und früh zum politischen Zentrum der nach ihr benannten Herrschaft Stargard wurde. 1250 entstand der Bergfried. Für ältere Vorgängersiedlungen, die verschiedentlich vermutet werden, fehlt bis heute der wissenschaftliche Nachweis. Auch für slawische Vorgängerbauten erbrachten archäologische Untersuchungen auf dem Burgberg keinen Beleg.

1259 wurde Stargard mit dem brandenburgischem Stadtrecht belehnt. Nach der Heirat von Heinrich II. (dem Löwen) 1292 als Wittum von den Askaniern in die Hände der Fürsten, später Herzöge zu Mecklenburg gelangt war Stargard 1352-1471 eine der Residenzen der Nebenlinie Mecklenburg-Stargard der mecklenburgischen Dynastie.

17. bis 19. Jahrhundert

Im Dreißigjährigen Krieg als Hauptquartier des kaiserlichen Generals Tilly (1631) letztmalig von strategischer Bedeutung verlor die Burg in der Folgezeit schnell Bedeutung und wurde Sitz eines herzoglichen Verwaltungsamtes. Vom allgemeinen Niedergang des Landstrichs nach dem Dreißigjährigen Krieg mitbetroffen, 1758 bei einem Großbrand zu weiten Teilen zerstört, sank die Stadt Stargard (ab 1929: Burg Stargard) zur unbedeutenden Landstadt herab und verlor im frühen 20. Jahrhundert die letzten überörtlich wirkenden Behörden.

Neuere Zeit

In der Zeit des Nationalsozialismus bewohnte ein jüdisches Ehepaar Sehlmacher aus Berlin eine Wohnung am Papiermühlenweg. Nach einer Denunziation wegen "Abhörens von Feindsendern" wurde Ehefrau Gertrud nach dem KZ Auschwitz zur Vernichtung deportiert, während Ehemann Ernst im Zuchthaus Dreibergen-Bützow ums Leben kam.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten jüdische Frauen aus Polen, der Sowjetunion und Frankreich im „Nemerower Holz“ unter primitivsten Bedingungen ein Außenlager des KZ Ravensbrück errichten, wo Produktionsstätten und unterirdische Wege zur Herstellung von Zulieferteilen für die „V 1“ hergestellt wurden. 1.200 bis 2.000 Frauen mussten hier Zwangsarbeit verrichten. Im April 1945 wurde das Lager „Waldbau“ geräumt und die Häftlinge auf einen Todesmarsch bis nach Malchow getrieben, wo die noch Lebenden von der Roten Armee befreit wurden.

Nach der politischen Wende wurde ab 1991 im Rahmen der Städtebauförderung mit der Sanierung der Burg und des historischen Stadtkerns begonnen. Jedoch geraten zentrale Bereiche der historischen Altstadt gegenwärtig zunehmend in Verfall.

Als Grundzentrum der Region ist Burg Stargard heute bei leicht steigenden Einwohnerzahlen beliebter Wohnort im „Speckgürtel“ des nahegelegenen Oberzentrums Neubrandenburg.

Politik

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 214 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein gold bewehrter roter Adler.“

Flagge

Die Flagge der Stadt Burg Stargard ist quer zur Längsachse des Flaggentuches von Rot, Weiß und Rot gestreift. Die äußeren roten Streifen nehmen jeweils ein Fünftel, der weiße Mittelstreifen nimmt drei Fünftel der Länge des Flaggentuches ein und ist in der Mitte mit der Figur des Stadtwappens belegt. Der gelb bewehrte Adler nimmt drei Fünftel der Höhe des Flaggentuches ein. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 3:2

Städtepartnerschaft

  • Stadt Marne im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein seit 1990
  • Dorf Tychowo im Powiat Białogardzki der Woiwodschaft Westpommern in Polen seit 2006

Sehenswürdigkeiten

Die Burganlage
  • Die nördlichste Höhenburg Deutschlands stammt aus dem 13.Jahrhundert. Sie wurde als Backsteinbau ursprünglich für den Markgrafen von Brandenburg errichtet und umfasst heute 11 Gebäude, u.a. Hauptburg, Marstall, Torhaus, Reste vom Bergfried (Umbau 1821-23 durch Friedrich Wilhelm Buttel), Altes Herrenhaus (15. Jh.), Neues Oberes Tor (16. Jh.), Amtsschreiberhaus (18. Jh.), Burgschänke (19. Jh.), Stallhaus (19. Jh.).
    • Das Heimatmuseum befindet sich im Marstall (Kern aus dem 13. Jh.) der Burganlage
  • Die Stadtkirche Burg Stargard wurde nach dem Stadtbrand 1758 in den bestehenden Zustand errichtet. Ursprünglich eine 3-schiffige Pfeilerbasilika aus Feldsteinen aus dem 13. Jh. Der mittelalterliche West-Turm wurde 1894 durch einen neugotischen Backsteinturm ersetzt.
    • Ausstattung: Kanzelaltar (1770), Taufstein (13. Jh.)
  • Das Heilig-Geist-Hospital als ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt (1290) aus Feldsteinen; 1576 wurde die ursprüngliche Kirche zum Hospitalgebäude umfunktioniert.
  • Der historische Stadtkern mit dem rechtwinkligen Straßennetz ist nach dem Stadtbrand von 1758 entstanden mit dem
    • ehemaligen Gasthof Zum Weißen Hirsch von 1760,
    • Wohnhaus der Malerin Marie Hager mit ständiger Ausstellung.
Denkmal 1914/18
  • Drei Gedenksteine auf dem Denkmalberg, einer Anhöhe hinter der Kirche, für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914/18 sowie für die Opfer des Faschismus 1933-1945
  • Gedenkstein von 1948 (bzw. 1952) auf dem Grab des jüdischen Ehepaares Sehlmacher, das der Shoa zum Opfer fiel
  • Sowjetischer Soldatenfriedhof in der Nähe des Bahnhofs mit Gedenkstein für die dort begrabenen 18 Opfer von Krieg und Zwangsarbeit
  • Der Tierpark auf dem Klüschenberg.
  • Die Sommerrodelbahn am Rand der Stadt
  • Weinbaugebiet Stargarder Land gilt als nördlichste Weinbauregion Deutschlands, Weinbau an den Rebflächen „Teufelsbruch“ und „Burg“, insgesamt stehen in Burg Stargard auf einer Fläche von ca. 0,2 ha 1200 Rebstöcke der Sorten: Regent, Blauer Portugieser, Müller Thurgau, Phoenix, Ortega und Elbling

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt haben

Literatur

Zu den seltenen Fällen, in welchen Burg Stargard literarischer Schauplatz wurde, zählt eine heute zum Schulstoff gehörende Kurzgeschichte von Heiner MüllerDas Eiserne Kreuz[3], welche den Freitod einer Stargarder Familie gegen Kriegsende zum Inhalt hat.

Einzelnachweise

  1. Ernst Eichler/Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Koch Verlag, Rostock, 2002, ISBN 3-935319-23-1
  2. BEI DER WIEDEN, Helge [Hrsg.]: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands: Mecklenburg/Pommern. Stuttgart, 1996. ISBN 3-520-31501-7. S. 12-13. [bei ERNST/MÜHLMER fälschlich: nach 1933.]
  3. In: Müller, Heiner: Werke. Bd. 2: Die Prosa. Hrsg. von Frank Hörnigk. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1999. S. 72-74.

Weblinks

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