Meinestadt.de - Burg/Dithmarschen - 22.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Dithmarschen | ||||
| Amt: | Burg-Sankt Michaelisdonn | ||||
| Höhe: | 15 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 11,23 km² | ||||
| Einwohner: | 4243 (30. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 378 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 25712 | ||||
| Vorwahl: | 04825 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | HEI | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 51 016
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| Adresse der Amtsverwaltung: | Holzmarkt 7 25712 Burg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Werner Hill (parteilos) | ||||
| Lage der Gemeinde Burg (Dithmarschen) im Kreis Dithmarschen | |||||
| Datei:Burg in HEI.PNG | |||||
Burg (Dithmarschen) ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.
Inhaltsverzeichnis |
Burg liegt an der Grenze der Dithmarscher Geest zur Wilstermarsch und wird durch zwei sehr unterschiedliche Naturräume geprägt.
Der Geestteil ist recht hügelig und mit Wald bewachsen. Höchste Erhebung ist der Wulffsboom mit 65 Metern, auch als Hamberg bezeichnet. Unterhalb des bis zu 35 Metern aufragenden Klevhangs, einer ursprünglichen Kliffkante, schließt sich die Wilstermarsch an. Sie ist flach, moorig und waldarm und liegt zum Teil unter dem Meeresspiegel. Durch diesen Naturraum führt auf dem Gemeindegebiet der Nord-Ostsee-Kanal. Nicht zuletzt wegen seiner besonderen Lage auf bewaldeter Geest und in der Marsch wird Burg gern als "Perle der Westküste Schleswig-Holsteins" bezeichnet.
Der Wald um Burg herum wird teilweise vom Waldmuseum genutzt. Dort finden sich zwei waldgeschichtliche Pflanzungen und ein Steingarten mit Findlingen aus eiszeitlichen Geschieben. An der Straße Am Papenknüll befindet sich eine rekultivierte Heidefläche mit bronzezeitlichen Hügelgräbern. Sie wurde vom Umweltministerium Schleswig-Holstein als Naturerlebnisraum anerkannt.
Die amtliche Blasonierung des 1952 verliehenen Wappens lautet: „In Silber auf goldenem, mit zwei blauen Wellenbalken belegtem Dreiberg eine zweitürmige rote Burg mit geschlossenem blauen Tor, darüber zwei ins Kreuz gestellte blaue Schlüssel.“[1]
Die Gemeinde ist der Verwaltungssitz des Amtes Burg-Sankt Michaelisdonn.
Burg beherbergt ein Waldmuseum. Das Museum ist in einem 21 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Wulffsboom errichtet und damit einer der höchsten Punkte Dithmarschens. Von dort aus lässt sich die Elbmündung sehen. Das Museum widmet sich vor allem der heimischen Flora und Fauna. Das Museum ging 1968 aus dem Naturkundeunterricht der örtlichen Realschule hervor und ist seit 1979 im Turm untergebracht.
Seit 2003 hat Burg außerdem ein eigenes Heimatmuseum, das Burger Museum. Es vermittelt einen Einblick in Handel, Handwerk und Schifffahrt der Gemeinde Burg in den letzten Jahrhunderten und verfügt über das Originalinventar mehrerer solcher Betriebe, u.a. einer ehemals königlich privilegierten Landapotheke.
Burg ist als Luftkurort staatlich anerkannt.
Im Ortszentrum befindet sich der Baumgarten, der Park des Luftkurorts. Neben seltenen Baum- und Pflanzenarten ist in dem Park eine Freilichtbühne vorhanden. Dort werden in der Sommersaison regelmäßig Konzerte und Aufführungen dargeboten. In der nebenan befindlichen Bökelnburghalle werden auch bei schlechtem Wetter Veranstaltungen durchgeführt, insbesondere regionale Messen und Ausstellungen.
Burg besitzt ein beheiztes Waldschwimmbad. Das Freibad hat eine 80 m lange Rutsche, Sprungtürme und Kleinkinderbecken.
Der Ort leitet seinen Namen ab von der Bökelnburg (niederdeutsch für Buchenburg). Die Bökelnburg soll sich innerhalb des noch bestehenden Bökelnburgwalls befunden haben. Dieser Ringwall stammt aus dem 9. Jahrhundert und weist einen Durchmesser von ca. 100 Metern auf. Er wurde unmittelbar auf dem Geestrand errichtet und ermöglicht einen weiten Blick über die umliegende Wilstermarsch. Mithilfe der Burganlage konnten die Dithmarscher im 9.-11. Jahrhundert ein Eindringen abotritischer Slawen, Franken und Wikinger verhindern. Auf dem Bökelnburgwall ist heute ein Wanderweg angelegt. In seinem Inneren befindet sich seit 1818 ein Friedhof.
Nach der örtlichen Sage residierte im 12. Jahrhundert Graf Rudolf II. von Stade auf der Bökelnburg. Er regierte die Dithmarscher mit harter Hand und forderte auch nach mehreren Dürrejahren den Kornzehnten. Den Dithmarscher Bauern soll es im Jahr 1145 mithilfe einer List gelungen sein, sich des ungeliebten Regenten zu entledigen: In Kornsäcken versteckt, ließen sie sich der Legende nach frühmorgens auf einem Wagen in die Burg bringen. Wie vereinbart, zerschnitten sie die Säcke bei Ertönen des Schlachtrufs "Röhret de Hann, snidet de Sacksbann! (Rühret die Hände, zerschneidet die Sackbände)". Sie setzten die Burg in Brand, töteten Graf Rudolf samt seiner Gattin Walburga und gewannen so ihre Freiheit wieder.
Dieses Schauspiel wird im Fünf-Jahres-Rhythmus anlässlich des sog. Holzmarktfestes von örtlichen Laienschauspielern in niederdeutscher Sprache aufgeführt.
Der Legende nach wurde die Burger Petrikirche als Sühnetat für den Mord an dem Regenten um das Jahr 1150 errichtet. Angeblich besteht die östliche Feldsteinmauer der Kirche aus Resten des Bökelnburg-Fundaments.
Eine kleine Fährverbindung über den Nord-Ostsee-Kanal verbindet Burg mit dem Kreis Steinburg. Richtung Süden wird es über Wilster mit der Bundesstraße 5 an die Bundesautobahn 23 angebunden, im Norden mit der BAB-Ausfahrt Schafstedt.
Burg verfügt über eine Station an der Eisenbahn-Hauptstrecke Hamburg–Sylt (so genannte Marschbahn), die die Nord-Ostsee-Bahn stündlich bedient. Der Burger Bahnhof wurde im Zuge des Baus der Hochbrücke Hochdonn 1920 in Betrieb genommen und ist denkmalgeschützt.
Burg liegt an der im Mai 2004 eröffneten Deutschen Fährstraße, außerdem an der Grünen Küstenstraße.
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