Meinestadt.de - Bunde - 22.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Leer | |
| Höhe: | 2 m ü. NN | |
| Fläche: | 121 km² | |
| Einwohner: | 7578 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 63 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26831 | |
| Vorwahl: | 04953 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LER | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 57 024 | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Kirchring 2 26831 Bunde |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gerald Sap (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Bunde im Landkreis Leer | ||
| Datei:BundeLandkreis-leer.png | ||
Bunde (Plattdeutsch Bunn) ist eine Gemeinde im ostfriesischen Landkreis Leer in Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde liegt in dem ostfriesischen Landstrich Rheiderland westlich von Leer am Dollart. Die Gemeinde grenzt an die Provinz Groningen des Königreichs der Niederlande. Der Niederländische Ort Bad Nieuweschans = Bad Neuschanz ragt deutlich in die Gemeinde Bunde hinein.
Der Flecken Bunde besteht aus einer Ansiedlung mit der Kirche und einer dem Verlauf des Geestrückens folgenden Reihensiedlung mit dem „Steinhaus“. Eine ältere Burg befand sich westlich der zentralen Siedlung mit der Kirche.
Der Ort Bunde liegt an der Spitze eines süd-nördlich verlaufenden Geestrückens, der weit in die Marsch mit westlich jünger verlandeten Poldern hineinreicht. Östlich und südlich liegen zusammenhängende Hochmoorgebiete.
Bunde grenzt im Landkreis Leer an Jemgum und Weener, im Landkreis Emsland an Rhede und an die niederländischen Gemeinden Reiderland und Bellingwedde.
Die Gemeinde Bunde hat fünf Ortschaften, denen je ein Ortsvorsteher vorsteht. Diese Ortschaften, die aus den Mitgliedsgemeinden der 2001 aufgelösten Samtgemeinde Bunde hervorgingen, sind:
Ein Sonderfall ist die Ortschaft Dollart. Diese besteht aus mehreren Dörfern und war bis 1973 selbst eine Samtgemeinde. Einen historischen Ort namens Dollart gab es nicht. Die in der heutigen Ortschaft Dollart zusammengefassten Dörfer haben immer noch ein starkes Selbstverständnis. Die Orte sind:
Ein Großteil des heutigen Gemeindegebietes war im Mittelalter durch Sturmfluten zu einem Teil des Dollarts geworden. Bunde hatte zu dieser Zeit einen wichtigen Seehafen. Nach und nach wurden viele Dollartflächen eingepoldert und zurückgewonnen.
Die Gemeinde Bunde in ihrer jetzigen Form ist im Jahr 2001 entstanden. Seit 1973 bildeten mehrere eigenständige Gemeinden, die nun die fünf Ortschaften sind, die Samtgemeinde Bunde.
Die Gemeinde Bunde hat heute 7.580 Einwohner (Stand 5. November 2004). Sie bezeichnen sich überwiegend als Ostfriesen. Das Ostfriesische Platt ist eine weit verbreitete Umgangssprache.
Sitzverteilung im Gemeinderat nach den Ergebnissen der Wahl vom 10. September 2006:
Bürgermeister ist Gerald Sap (SPD). Er wurde bei der Wahl am 10. September 2006 ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt.
Das Wappen der Gemeinde zeigt in Silber auf Blau einen Dreimastsegler auf dem Meer. Dies deutet auf die Seefahrtstradition in Bunde hin und erinnert daran, dass Bunde nach den Dollarteinbrüchen einen wichtigen Hafen besaß.
In Ostfriesland wurde bereits im frühen 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Wie das gesamte Rheiderland ist die Gemeinde Bunde heute calvinistisch geprägt. Neben den reformierten Gemeinden findet sich auch eine altreformierte Gemeinde. Die lutherische Gemeinde ist jüngeren Datums und wurde gegründet, als sich Heimatvertriebene in Bunde ansiedelten. Katholiken gibt es kaum, deren nächste Gemeinde ist in Weener.
| Kirchengemeinde | Gründung | Mitglieder (2005) |
|---|---|---|
| Evangelisch-reformierte Kirche | ||
| Kirchengemeinde Bunde | um 1528 | ± 3.200 |
| Kirchengemeinde Landschaftspolder | ||
| Kirchengemeinde Ditzumerverlaat | ||
| Kirchengemeinde Wymeer | ||
| Evangelisch-lutherische Kirche | ||
| Emmaus-Kirchengemeinde Bunde | 1969 | ± 800 |
| Römisch-katholische Kirche | ||
| Keine Gemeinde in Bunde | ||
| Evangelische Freikirchen | ||
| Ev.-altreformierte Kirchengemeinde Bunde | 1858 | 405 |
| Freie ev. Bibelgemeinde Boen | ||
| Baptistengemeinde Wymeer | 1893 | 17[1] |
| Baptistengemeinde Ditzumerverlaat | 1865/1875 | 19[2] |
| Judentum | ||
| Heute keine mehr, siehe: Jüdische Gemeinde Bunde | ||
Zwei markante Wahrzeichen Bundes sind weithin sichtbar: Kirche und Mühle. Die reformierte Kirche (ehemals „St. Martin“) ist eine Kreuzkirche mit einem romanischen Langschiff aus dem frühen 13. Jh. und einem Querschiff und Chor aus dem späten 13. Jh.[3] Im Laufe der Jahrhunderte war die Backsteinkirche außen und innen manchen baulichen Veränderungen unterworfen. Die beiden Chorflankentürme aus dem 13. Jh. sind nicht erhalten; stattdessen prägt ein architektonisch unpassender Westturm aus dem Jahr 1840 das äußere Bild.[4] Sehenswert ist der Taufstein aus dem 13. Jh. sowie Kanzel und Gestühl aus Eichenholz mit Intarsien (1720). Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt der hölzerne Lettner. Von der historischen Orgel, die Hinrich Just Müller 1793 fertigstellte, ist nur noch der äußere Orgelprospekt bewahrt,[5] das Orgelinnere wurde 1965 von Karl Schuke (Berlin) verfertigt. Die Bunder Mühle ist die drittgrößte Holländer-Galerie-Mühlen Ostfrieslands. Sie wurde 1869 erstmals als zweistöckiger Galerieholländer erbaut. Nach einem Brand wurde sie 1911 zu einem vierstöckigen Galerieholländer erweitert. Die Bunder Mühle wurde vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Bunde nach abgeschlossener Restaurierung 1998 wieder in Betrieb genommen.
Am Wynhamster Kolk steht eine kleine Wasserschöpfmühle aus dem Jahr 1804. Im Ortsteil Bunderhee steht das Steinhaus, eine Burganlage des 14. Jahrhunderts, die im 18. Jh. um ein Wohnhaus erweitert wurde. Der Neubau der ev.-altreformierten Kirche stammt aus dem Jahr 1965. Die Orgel wurde 1980 von der Firma Alfred Führer (Wilhelmshaven) gebaut und hat weite Beachtung erfahren. Die Kirche der ev.-lutherischen Gemeinde wurde 1967 fertiggestellt, für die die Firma Paul Ott (Göttingen) 1971 die Orgel baute.
Im Ortsteil Wymeer stehen seit 1974 zwei Hochmoorgebiete unter Naturschutz oder sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Wirtschaftlich-touristisch erschlossen wird die Gemeinde durch die Bundesstraße 436 (Grüne Küstenstraße/E 22) sowie die Autobahnen 31 und 280. Bunde besitzt zwei Autobahnauf- und -abfahrten; eine davon direkt am Gewerbegebiet Bunde-West, unmittelbar vor der Grenze zu den Niederlanden. Die A 31 verläuft nahezu genau auf der Ostgrenze der Gemeinde zur Stadt Weener, die kurze A 280 verbindet die A 31 mit dem niederländischen Rijksweg 7. Der Bunder Bahnhof an der Bahnstrecke Leer–Groningen ist nicht mehr in Betrieb.
Bunde liegt im Verbreitungsbereich der beiden lokalen Tageszeitungen Rheiderland-Zeitung und Ostfriesen-Zeitung.
In der Gemeinde gibt es je eine Grundschule in Bunde, Wymeer und Dollart sowie die Haupt- und Realschule Bunde (ab 1. August 2007 Ganztagsunterricht). Zudem ist eine Außenstelle der Volkshochschule in Bunde ansässig. Mit dem Jugendbüro betreibt die Gemeinde seit 2007 eine Einrichtung der offenen Jugendarbeit.
In Bunde wird das Ostfriesische Platt gesprochen.
Harm Wiemann u.a.: Aus vergangenen Tagen: Chronik der Samtgemeinde Bunde. Hrsg. Samtgemeinde Bunde. Selbstverlag, Bunde 1983.
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