Dienstag, 22.05.2012



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Buchloe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung der Pflanzengattung Buchloe findet sich unter Buchloe dactyloides.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Buchloe
Buchloe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Buchloe hervorgehoben
48.037510.725627Koordinaten: 48° 2′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Buchloe
Höhe: 627 m ü. NN
Fläche: 36,16 km²
Einwohner: 12.021 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 332 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86807
Vorwahl: 08241
Kfz-Kennzeichen: OAL
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 121
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
86807 Buchloe
Webpräsenz:
Bürgermeister: Josef Schweinberger

Buchloe [ˈbuːxloːə] ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und bildet mit den benachbarten Gemeinden Jengen, Lamerdingen und Waal die Verwaltungsgemeinschaft Buchloe.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Buchloe liegt im Gennachtal in der Region Allgäu in Mittelschwaben.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Zur Gemeinde Buchloe gehören unter anderem die Orte Buchloe, Hausen, Honsolgen und Lindenberg.

Geschichte

Buchloe, einst an einem bewaldeten Höhenzug gelegen, der sanft zum Gennachtal abfällt, hat eine bewegte Entstehungsgeschichte. Entstanden in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts durch Rodung eines Großgrundherrn mit ursprünglich etwa Reutgenossen am Ortsrand der Urmark Wiedergeltingen, wird der Ort erstmals 1150 urkundlich erwähnt.

Die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgte wohl auf Bitten Volkmars des Weisen von Kemnat durch König Rudolf von Habsburg zwischen 1273 und 1283. Eine entscheidende Wende in der Geschichte Buchloes erfolgte nach dem Tausch des Marktes und von Patronatsrechten in Buchloe und Dillishausen durch das Kloster Stams mit dem Hochstift Augsburg gegen Güter und Rechte desselben in Seeg in Miemingen (Tirol) im Jahre 1311. Buchloe blieb von da an bis zur Säkularisation (1802) im Besitz des Hochstifts.

1771 war Matthias Klostermayr, genannt der "bayerische Hiasl", nach seiner Verhaftung für kurze Zeit im Buchloer Zucht- und Arbeitshaus (1722-1725 erbaut, bis 1955 als Gefängnis genutzt und 1962 abgebrochen) inhaftiert.

Oft wurde Buchloe von schweren Brandunglücken heimgesucht. Im sog. deutschen Bauernkrieg standen die Buchloer auf der Seite der Aufständischen, angeführt von dem Buchloer Sebastian Bader. Herzog Ludwig von Baiern, der einen Angriff der „Buchloer Haufen“ gegen seine Stadt Landsberg erwartete, ließ am 20. April 1525 als vorbeugende Maßnahme den Markt Buchloe plündern und in Asche legen. Bereits 1533, also 8 Jahre nach dem Bauernkrieg, wütete wieder eine Feuersbrunst in Buchloe, die nochmals den halben Ort einäscherte und auch die Pfarrkirche „zu unserer lieben Frau“ zerstörte. 1546 kam während des Schmalkaldischen Krieges Schertlin von Burtenbach nach Buchloe, ließ den Ort ausplündern und Feuer legen. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte hat sich Buchloe von der 20 Höfe umfassenden welfischen Ansiedlung am Berg über der Gennach zu der heutigen Größe und Bedeutung entwickelt. Der Ort zählte 1820 717 Einwohner und 1920 rund 2.500 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) verdoppelte sich durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten die Bevölkerungszahl in Buchloe auf 5.250. Dieser Bevölkerungszuwachs und die Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt waren letztlich ausschlaggebend dafür, dass Buchloe am 20. April 1954 vom Freistaat Bayern die Bezeichnung „Stadt“ mit den Farben Rot und Weiß als Stadtwappen − einst ein spätgotisches Spitzenschild des Hochstifts Augsburg − wieder verliehen bekam. Heute wohnen mehr als 12.000 Menschen in der Stadt..

Eingemeindungen

1971 und 1972 wurden die Gemeinden Lindenberg und Honsolgen mit Hausen eingemeindet.

Politik

Liste der Ersten Bürgermeister von Buchloe

Name Amtszeit
Anton Zech 1886–1912
Johann Bosch 1912–1919
Adolf Popfinger 1919-1920
Johann Strauß 1920-1938
Albert Eser 1938-1945
Johann Mayer 1945-1947.
Josef Uebele 1948-1962
Jakob Förg 1962-1966
Franz Motzer 1966-1973
Gert Daisenberger 1974-1991
Franz Greif 1991-2003
Josef Schweinberger 2003-heute

Zweiter und dritter Bürgermeister sind zur Zeit Irmgard Ablasser (CSU) und Manfred Beck (SPD).

Wappen

Das Wappen ist „gespalten von Rot und Silber“. Das seit etwa 1500 geführte Wappen änderte sich im Laufe der Zeit. 1643 zeigt es eine Damaszierung der rechten Schildhälfte. Von 1834 bis 1950 zeigte das Wappen sich „gespalten von Gold und Silber mit Buchenblättern“.

Patenschaft

  • 1960 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Gemeinde Saubsdorf im Kreis Freiwaldau im Altvatergebirge übernommen.
  • Als Partnerstadt kann Cesson, Frankreich nahe Paris vorgezeigt werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Heimatmuseum Buchloe

Bauwerke

  • Südlich von Buchloe befindet sich die Volkssternwarte Buchloe, in der regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen stattfinden.
  • Schwabenhalle: ein landwirtschaftlicher Mittelpunkt in der schwäbischen Region für Viehauktionen
  • Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt mit einer gefälligen Ausstattung des 18. Jahrhunderts.
  • Haus der Begegnung: katholisches Pfarrheim im Westteil der Stadt mit auffälliger Architektur in Form einer Welle
  • Schloss Rio: 1901-1903 im historisierenden Stil erbaut, im Süd-Westen Buchloes (Richtung Lindenberg) gelegen
  • Lindenberg: Katholische Pfarrkirche St. Georg und Wendelin mit schöner Ausstattung. Liegt direkt auf einem Berg. Von weitem sichtbar mit einem schönen Ausblick ins Umland.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Buchloe liegt direkt an der Bundesautobahn 96 (München–Buchloe–MemmingenLindau) mit Anschlussstelle zur Bundesstraße 12 (Lindau über München und Passau nach Philippsreut) und bezeichnet sich selbst als „Tor zum Allgäu“.

Der Bahnhof Buchloe ist der Knotenpunkt der drei Eisenbahnlinien München–Kempten (Allgäu)–Lindau ("Allgäubahn"), Augsburg–Buchloe und Buchloe–Memmingen–Lindau mit IC-Anschluss sowie EC-Direktverbindungen in die Schweiz.

Ansässige Unternehmen

Ein bekanntes Unternehmen der Stadt ist der Automobilhersteller Alpina Burkard Bovensiepen GmbH und Co. sowie die Karwendel-Werke Huber.

Weiterhin hat die Moksel-Gruppe ihren Stammsitz in Buchloe. Auch die FRISTO Getränkemarkt GmbH und die Rudolf Hörmann GmbH & Co KG haben ihren Hauptsitz in Buchloe, ebenso die Bauunternehmensgruppe Xaver Riebel.

Öffentliche Einrichtungen

Buchloe hat eine eigene Polizeiinspektion, ein Krankenhaus und eine Freiwillige Feuerwehr. Anbei hat das Bayerische Rotes Kreuz einen Sitz. Außerdem gibt es eine Ortsgruppe der Wasserwacht in Buchloe, vier Kindergärten, Altersheime, "Betreutes Wohnen" sowie eine Sozialstation.

Bildung

In Buchloe gibt es zwei Grundschulen (die Meinrad-Spieß- und die Comenius-Grundschule), eine Hauptschule, eine Realschule, eine Volkshochschule und eine Berufsfachschule für Krankenpflege (die mittlerweile mit der Kaufbeurer Krankenpflegeschule zusammengelegt wird).

Freizeit- und Sportanlagen

Im Osten von Buchloe befinden sich einige Sporteinrichtungen. Unter anderem befinden sich darunter ein Tennisplatz, eine Squashhalle, eine Eissporthalle, ein Hallenbad sowie auch ein Freibad. Diese liegen direkt an den Schulen bzw. in deren direkter Umgebung. Des Weiteren bietet Buchloe noch ein Fußballstadion, mehrere Bolzplätze, zwei Fitnessstudios, eine Schießstätte, ein Jugendzentrum und eine Bücherei.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

Commons Commons: Buchloe – Bilder, Videos und Audiodateien
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