Meinestadt.de - Brühl/Rheinland - 22.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis | ||||
| Höhe: | 65 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 36,12 km² | ||||
| Einwohner: | 44.563 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1234 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 50321 | ||||
| Vorwahl: | 02232 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | BM | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 012
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| Stadtgliederung: | 7 Stadtteile | ||||
| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Michael Kreuzberg (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Brühl im Rhein-Erft-Kreis | |||||
Brühl ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen zwischen Köln und Bonn im Rhein-Erft-Kreis.
Inhaltsverzeichnis |
Brühl besteht aus dem eigentlichen Ort Brühl (Innenstadt), unterteilt in Brühl Mitte, Brühl Süd, Brühl Nord, Brühl West und Brühl Ost sowie sechs weiteren Stadtteilen. Aktuell sind in Brühl 46.693 Einwohner gemeldet, was den Grunddaten derzeit widerspricht. (Stand 13. März 2008)
| Ortsteil | Einwohner (Gesamt 46.693) |
|---|---|
| Brühl (Innenstadt) | 23.580 |
| Badorf | 4.982 |
| Heide | 1.541 |
| Kierberg | 4.423 |
| Pingsdorf | 4.639 |
| Schwadorf | 1.694 |
| Vochem | 5.286 |
Brühl liegt in der Kölner Bucht am Rande des Vorgebirges und damit am Rande der Ville, die zum Naturpark Rheinland gehört.
Die nächstgelegenen Großstädte sind Köln und Bonn. Köln grenzt dabei direkt mit dem Stadtteil Meschenich im Brühler Nordosten an, zwischen Brühl und Bonn schiebt sich Bornheim im Brühler Süden.
Die an Brühl angrenzenden Orte sind (von Norden im Uhrzeigersinn) Köln, Wesseling, Bornheim, Weilerswist, Erftstadt und Hürth.
In Brühl herrscht das milde Klima der Kölner Bucht. Diese liegt in der Übergangszone vom gemäßigten Seeklima zum Kontinentalklima mit milden Wintern (Januarmittel um die 2 bis 3 °C) und mäßig warmen Sommern (Julimittel um die 18 bis 19 °C).[1] Das Gebiet liegt durch den Schutz der Eifelbarriere im Lee der Westwinde und ist damit klimatisch begünstigt. Das milde Klima wird als positiv angesehen. Es können sich gelegentlich allerdings auch Föhnwetterlagen entwickeln. Für die vergleichsweise geringen Niederschläge von 681 mm im Jahr sind hauptsächlich Steigungsregen verantwortlich.[2] Neben dem Klima hat insbesondere der tiefgründige Lössboden die Entstehung großer Obst- und Gemüsebauflächen um Brühl herum begünstigt.
Durch das heutige Stadtgebiet führte die Eifelwasserleitung, ein römischer Aquädukt zur Versorgung von Köln mit Trinkwasser. Auch die Straßen von Köln nach Trier und die Bonnstraße waren Römerstraßen. Römische Steinfunde aus dem Stadtgebiet werden im Rheinischen Landesmuseum Bonn, aufbewahrt. Eine Besiedelung der Brühler Gegend in römischer Zeit ist daher anzunehmen.
Erste urkundliche Erwähnungen von Höfen im heutigen Stadtgebiet gibt es um das Jahr 650. Badorfer und Pingsdorfer Keramikgefäße aus dem frühen Mittelalter gehören zu den bedeutenden rheinischen Kulturgütern. Der Palmersdorfer Hof wird in einer Schenkungsurkunde des Kölner Erzbischofs Brun (Köln) für das Stift (Kirche) St. Cäcilien in Köln aus dem Jahre 961 erwähnt.[3] Der Name Brühl taucht erstmals 1180 auf einer Urkunde auf, als Erzbischof Philipp I. von Heinsberg zwei der Höfe zum Burghof an der Brule zusammenfasst. Der Name folgt aus einem altdeutschen Wort, das die Lage in einer sumpfigen Niederung bedeutet.
Da die Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten (die Kölner Erzbischöfe waren damals wie die in Mainz und Trier auch Kurfürsten) in dieser Zeit nicht gern in Köln gesehen waren, wurde Brühl ihr bevorzugter Aufenthaltsplatz. 1284 baute der Erzbischof Siegfried von Westerburg gegen die Stadt Köln in Brühl ein befestigtes Schloss (Vollendet 1290). Er verlieh Brühl Stadtrechte und übertrug gleichzeitig dem Schöffenrat nach Stadtrecht Selbstverwaltung und Rechtsprechung.[4] Die Stadt wurde zu einer der stärksten Landesfestungen von Kurköln ausgebaut.
Seit 1285 bestand eine jüdische Gemeinde in Brühl. 1371 wird erstmals der jüdische Friedhof urkundlich erwähnt.
1469 erhob Kurfürst Ruprecht Brühl auch offiziell zur Landeshauptstadt von Kurköln. 1530 wurde Brühl fast vollständig von einem Brand zerstört.
Ab 1567 war Bonn Sitz der Regierung. Der Kurfürst residierte aber während der Sommermonate weiterhin in Brühl.
1596 wurden vier Brühler Frauen Opfer der Hexenverfolgungen. Deren Schicksal teilte 1604 die 35jährige Dienstmagd Anna Schmitz, die in einem „Hexenprozess“ gefoltert und danach verbrannt wurde.
Im Dreißigjährigen Krieg traf sich der Kölner Kurfürst-Erzbischof Ferdinand von Bayern mit Verbündeten der Katholischen Liga auf der Brühler Burg. 1647 plünderten hessische Truppen die Stadt, bevor im folgenden Jahr der Frieden von Münster den Krieg beendete. 1666/67 wurde Brühl von der Pest heimgesucht. Im folgenden Jahr errichteten die Franziskaner an der Uhlstraße ein erstes Krankenhaus. 1689 wurde Kurköln und damit auch Brühl und sein Schloss in kriegerische Auseinandersetzungen des Reichs verbündet mit den Generalstaaten, der Mark Brandenburg, Hannover und dem Bistum Münster gegen Kurköln, das mit Ludwig XIV. von Frankreich verbündet war, hereingezogen. Die als Pfälzischer Erbfolgekrieg begonnene Auseinandersetzung hatte ihre lokale Bedeutung durch Streit um die Nachfolge des 1688 verstorbenen Erzbischofs Maximilian Heinrich von Bayern, um die sich Wilhelm Egon von Fürstenberg mit französischer Hilfe bemühte. Die Franzosen hatten sich im kurfürstlichen Schloss verschanzt. Die dies seit Juni 1689 belagernden Kaiserlichen schossen mit einer Münsterschen Batterie den Pulverturm des Schlosses in die Luft. Die Stadt wurde daraufhin im August übergeben und die Stadtmauern dann durch die Hannoveraner geschleift. Damit war Brühl für die Zukunft keine befestigte Stadt mehr. [5]
Der lange Krieg schwächte die Reichsgewalt, ließ aber die deutschen Fürsten weiter erstarken. Diese wollten nun nach dem Vorbild der französischen absolutistischen Könige glanzvoll repräsentieren. 1725 legte Kurfürst Clemens August I. von Bayern den Grundstein für Schloss Augustusburg am Standort der zerstörten Burg. 1735 wurde auch die Kirche des benachbarten Franziskanerklosters von 1493 im barocken Stil zur Schlosskirche umgestaltet und durch eine Orangerie mit dem Schloss verbunden. 1763 führte die erste große Tournée von Wolfgang Amadeus Mozart, seinem Vater und seiner Schwester durch Brühl, bei diesem Kurzbesuch spielte das siebenjährige Wunderkind Wolfgang Amadeus auf der Orgel der Schlosskirche.
Die große Zeit der Kurfürsten und Erzbischöfe in Brühl endete 1794 mit der Flucht des letzten Kölner Kurfürsten Maximilian Franz von Österreich vor den französischen Revolutionstruppen.
Von 1798 bis 1814 bildete Brühl einen Kanton im Arrondissement Köln / Cologne des französischen Département de la Roer. 1798 feierte man in Brühl im Nachhall der französischen Revolution ein Freiheitsfest, errichtete einen Freiheitsbaum und verbrannte auf der Schlossterrasse kurfürstliche Insignien. Der Code Civil galt fortan auch in Brühl. Am 19. September 1804 empfing die Stadt den Souverän Napoléon Bonaparte frühmorgens zu einem kurzen Besuch.
Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel das Rheinland Preußen zu. In den folgenden Jahrzehnten wandelte die Industrialisierung das Bild der barocken Residenzstadt. Geradezu sinnbildlich passierte am 15. Februar 1844 der erste Eisenbahnzug der neueröffneten Strecke der Bonn-Cölner Eisenbahn quer über die Allee zwischen den beiden Brühler Barockschlössern.
1876 begann in Brühl die Gewerkschaft Roddergrube als erste im Rheinischen Braunkohlerevier mit der Braunkohleförderung und Brikettfabrikation. Die Tagebauflächen sind mittlerweile längst rekultiviert und dienen als Naherholungsgebiet Kottenforst-Ville im Naturpark Rheinland. 1877 wurde der Kaiserbahnhof in Kierberg an der Eifelstrecke Köln–Kalscheuren–Euskirchen fertiggestellt.
Seit 1897 verband als weitere Bahnverbindung die Vorgebirgsbahn Brühl zunächst mit Bonn und im folgenden Jahr auch mit dem Kölner Barbarossaplatz. Die von einer Dampflokomotive gezogene Bahn wurde im Volksmund „Feuriger Elias“ genannt. Sie führte ursprünglich mitten durch die Stadt.
Am 18. Juli des gleichen Jahres übernachtete Kaiser Wilhelm II. mit seiner Gemahlin Kaiserin Auguste Viktoria im Brühler Schloss.
Brühl lag 1914 im Aufmarschgebiet für den Ersten Weltkrieg und wurde Garnisons- und Lazarettstandort. 1917 wurden 150 Schwerverwundete von der Westfront in Brühl behandelt. Fünf Tage zuvor war als letzter kaiserlicher Besuch Auguste Viktoria nochmals zu Gast in der Stadt.
Am 9. November 1918 beendete die Novemberrevolution den Weltkrieg und das Kaiserreich. Auf dem Markt wurde vom Balkon des Brühler Rathauses ein Arbeiter- und Soldatenrat ausgerufen. 1922 bis 1924 entstanden Bergarbeitersiedlungen zwischen Liblarer Straße und Donnersbach. Die soziale Not in den Anfangsjahren der Weimarer Republik führte Anfang 1924 zu einem mehrmonatigen Bergarbeiterstreik. Durch Aussperrung verloren viele ihr Wohnrecht und die Stadt musste Ersatzwohnraum zum Beispiel auf den Apfelwiesen an der Bergerstraße (genannt „Appela“) bereitstellen.
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Hinweistafel auf eine ehemalige NSDAP Dienststelle in der Innenstadt |
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Ehemaliger Standort der Synagoge in der Innenstadt |
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Detail der Gedenkstätte |
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Standort der Synagoge von 1884 bis 1938 |
Am 10. November 1938 wurden im Rahmen der Novemberpogrome jüdische Geschäfte geplündert und die Synagoge an der Friedrichstraße von SA-Trupps in Brand gesteckt. 1941 mussten Juden ihre Wohnungen räumen und wurden in drei Häuser in der Wallstraße und Kempishofstraße eingewiesen. Ab Juni 1942 begann deren Deportation in den Osten. Insgesamt 65 Brühler Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.
Bereits 1942 kam es im Zweiten Weltkrieg zu einem ersten Luftangriff. 1943 begannen größere Evakuierungsmaßnahmen. Am 28. November 1944 verwüstete ein Luftangriff vor allem den südlichen Stadtbereich und hinterließ 180 Tote. Am 7. März 1945 beendete der Einmarsch von US-Truppen die nationalsozialistische Herrschaft.
Der aktuelle Bürgermeister Michael Kreuzberg ist seit 1999 im Amt, er löste damit die erste Bürgermeisterin Brühls, Irene Westphal (SPD), ab. Bei den Wahlen 2004 wurde er für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.
Das Wappen ist nach einem Schöffensiegel von 1319 gestaltet und zeigt den heiligen Apostel Petrus über einem silbernen Schild mit Kölner Stiftskreuz. In der rechten Hand hält er zwei Schlüssel in der linken ein Evangelienbuch. Umgeben wird er von sieben Schöffenköpfen. Das städtische Wappen ziert übrigens auch die Gullideckel der Stadtwerke.
Die 1935 gegründete Stadtbücherei Brühl gehört zu den ältesten Bibliotheken im Rhein-Erft-Kreis. Sie liegt in der Brühler Innenstadt und ist mit regelmäßigen Lesungen, Aktionen und Ausstellungen ein wichtiger Veranstaltungsort.
Als Ergänzung für Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Videos, Gesellschaftsspiele und CD-ROMs wurde im November 2001 eine Mediothek neu eröffnet. Das Angebot umfasst Hörbücher auf MC und CD, Musik-CDs mit Rock, Pop, Jazz, Klassik, DVDs sowie Internetplätze. Die über 36.000 Medieneinheiten wurden im Jahre 2006 von mehr als 4.300 aktiven Kunden genutzt.
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der strukturierten Leseförderung der Kinder. Aus diesem Grund nimmt die Stadtbücherei Brühl seit 2005 am sogenannten Sommerleseclub teil. Hierbei handelt es sich um ein Leseförderungskonzept für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse, an dem in Nordrhein-Westfalen circa 40 Bibliotheken beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen sowie vielen regionalen und überregionalen Sponsoren.
Das Vorbild ist der „Teen Reading Club“ in Los Angeles. Das Konzept wurde in Deutschland 2001 erstmals im sauerländischen Brilon getestet. Ziel ist es, die Kinder zum Lesen möglichst vieler Bücher während des Veranstaltungszeitraumes des Sommerleseclubs zu animieren und somit deren Lesekompetenz zu fördern. Jeder Teilnehmer erhält einen Nachweis pro gelesenem Buch. Zusätzlich werden von den Schülern einschlägige Buchbewertungen abgegeben. Neben Gutscheinen für Essen und Getränke locken ebenso positive Einträge auf dem Schulzeugnis. Zugelassen sind Kinder und Jugendliche der jeweils ausgewählten ortsansässigen Schulen. Im Jahre 2006 stand die Stadtbücherei Brühl mit 1.183 Sommerleseclub-Teilnehmern und insgesamt 4.511 gelesenen Büchern an der Spitze von ganz Nordrhein-Westfalen.
Schulbibliotheken gibt es an der Gesamtschule Brühl, am Max-Ernst- und St.-Ursula-Gymnasium.
Das Stadtarchiv Brühl ist in der Barbara-Schule untergebracht. Das Archiv beherbergt Quellen zur Stadt- und Heimatgeschichte sowie ein Archiv der Zeitungsbände ab 1916. Heimatkundler finden hier Material für ihre Recherchen und Familienkundler können hier nach vorheriger Absprache Personenrecherchen durchführen, denn das Archiv verfügt über sämtliche Personenmelderegister Brühls seit 1850.
Ein Fotoarchiv mit 20.000 Arbeiten in Form von Dias, Negativen und Aufsichtbildern dokumentiert die Stadtgeschichte. 5.000 Werke des Brühler Fotografen Fritz Neff mit Lichtbildern aus den Jahren 1930 bis 1939 sind ein bedeutender Beitrag zur Heimatgeschichte und ein lebendiges Zeugnis der Lebensverhältnisse der 1930er-Jahre.
Brühl hat drei von der Bundesregierung getragene Hochschulen: die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung und die Bundesfinanzakademie. Dazu kam zuletzt die staatlich anerkannte private Europäischen Fachhochschule, die derzeit vier Studiengänge im Bereich Industrie-, Handels- und Logistikmanagement sowie Wirtschaftsinformatik anbietet.
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Zentrum und Schloss |
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Altes Sudhaus |
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St. Margareta |
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Brühl-Nord, Trasse Köln/Bonn |
Bis zum Umzug der Bundesregierung und des Bundespräsidenten von Bonn nach Berlin im Jahre 1999 war die Stadt hauptsächlich bekannt durch die Schlösser Augustusburg und Falkenlust, in deren Räumen bis 1994 der Bundespräsident Empfänge für Staatsgäste abhielt. Die Schlösser wurden in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Werke des in Brühl geborenen und aufgewachsenen Künstlers Max Ernst werden im nahe dem Schloss Augustusburg gelegenen Max-Ernst-Museum ausgestellt, das am 3. September 2005 durch Bundespräsident Horst Köhler eröffnet wurde. Am 30. September 2005 wurde bereits der 15.000. Gast begrüßt.
Beide Museen befinden sich in historischen Fachwerkhäusern in der Kempishofstraße (Museumsinsel).
Der Bahnhof Brühl liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten linken Rheinstrecke (DB-Kursbuchstrecke 470), auf der im Schienenpersonennahverkehr neben dem Schienenpersonenfernverkehr und dem Güterverkehr
verkehren.
Darüber hinaus ist Brühl mit dem Bahnhof Kierberg an die Eifelstrecke angeschlossen,(DB-Kursbuchstrecke 474) Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier, die täglich im Stundentakt von der Eifelbahn (RB 24) von Köln über Euskirchen nach Kall befahren wird.
Auf der Strecke der Vorgebirgsbahn verkehrt mit mehreren Haltepunkten im Stadtgebiet in dichtem Takt eine Stadtbahn nach Köln und Bonn (Linie 18 der Kölner Verkehrs-Betriebe und der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH).
Am 6. Februar 2000 um 0:13 Uhr ereignete sich im Bahnhof Brühl ein schweres Zugunglück, bei dem neun Fahrgäste eines Schnellzuges ums Leben kamen. Im Bahnhof wurden danach die das Unglück auslösenden Weichen und Gleise entfernt. Insgesamt wurden von den Feuerwehren, den Hilfsorganisationen und dem THW 847 Kräfte sowie etwa 300 Beamte der Polizei und des Bundesgrenzschutzes vor Ort eingesetzt.
Für den Nahverkehr dient das Stadtbusnetz der Brühler Stadtwerke, das durch Anrufsammeltaxen ergänzt wird. Drei Regionalbuslinien verbinden Brühl mit Köln-Meschenich und Kalscheuren (Regionalverkehr Köln), Wesseling und Lechenich sowie Weilerswist (REVG).
Die kurze Bundesautobahn A 553 verbindet Brühl mit den Autobahnen A 61 und A 1. Die Bundesstraße 51 verbindet Brühl mit der Eifel, die B 265 Köln - Schleiden tangiert Brühl im Nordwesten. Die A 555 ist über einen Zubringer von der A 553 oder dem Industriegebiet Brühl-Ost aus erreichbar. Sie bietet eine direkte Verbindung nach Köln und Bonn.
Die Stadt Brühl ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.
Da die Erschließung der rheinischen Braunkohle in Brühl 1876 begann, siedelte sich 1888 hier ein erstes Eisenwerk an, das die nötigen Einrichtungen lieferte. Nach der Übernahme des Betriebs durch den Gießereifachmann Georg Sandmann im Jahre 1927 wurde das Eisenwerk Brühl zum führenden Motorblock- und Zylinderkopf-Produzenten in Europa mit in den 1980er Jahren bis zu 3500 Mitarbeitern. Mit 1500 Mitarbeitern (2007) ist der Familienbetrieb immer noch der größte Arbeitgeber der Stadt.
Hinzu kamen Unternehmen der Schließtechnik sowie zur Herstellung von Verpackungen und Verpackungsmaschinen. Ferner befindet sich seit den 1970er Jahren die Zentrale von Renault/Nissan Deutschland in Brühl und mit ihr auch das Zentrallager der Firmen. Zusammen mit dem Eisenwerk Brühl und dem Phantasialand ist diese eine der größten ansässigen Firmen.
Die 1883 gegründete Zuckerfabrik in Brühl Ost musste über 100 Jahre später den Betrieb einstellen. Sie war zuletzt im Besitz der Firma Pfeifer & Langen. Auf der großen Industriebrache zwischen Franzstraße und Bergerstraße ist ein neues Wohngebiet entstanden.
1874 übernahm Friedrich Giesler, der in Brühl an verschiedenen Unternehmungen, wie Braunkohlegruben und Eisenbahnbau beteiligt war, an der Uhlstraße eine von damals drei in Brühl bestehenden Brauereien. Die übrigen kaufte er später auf. Sein Vermögen war so groß, dass er schon 1832 das Schloss Falkenlust erwarb und später auch das Kloster Benden in Heide. Im Jahr 2000 wurde der Familienbesitz von der Kölner DOM-Brauerei übernommen. Seitdem wird „Giesler-Kölsch“ in Köln gebraut. Seit 1976 brennt die in Köln gegründete Flimm KG u. a. den Magenhalbbitter „Kabänes“ in Brühl.
Im Jahr 2005 wurden die Anlagen der ehemaligen Giesler Brauerei komplett abgerissen, lediglich der unter Denkmalschutz stehende Turm der Brauerei wurde verschont. Um ihn entstand die neue Giesler-Galerie, ein Einkaufszentrum, welches die Innenstadt ergänzen soll und die Shoppingmöglichkeiten in Brühl steigern soll. Sie ist Brühls erstes Einkaufszentrum und wurde mit Beginn des an sie angrenzenden Brühler Weihnachtsmarkts am 23. November 2006 eröffnet.
Im März 1933 gründete Edmund Merl, das heutige Lebensmittelunternehmen Edmund Merl GmbH & Co. KG.
Brühl hat mit dem Phantasialand einen der ältesten Freizeitparks Deutschlands. Im Westen Brühls befindet sich der Naturpark Rheinland mit zahlreichen Seen, darunter die Badeseen Heider Bergsee und Bleibtreusee, die zumindest teilweise auf Brühler Gebiet liegen. Auf dem Bleibtreusee existiert seit Juli 2007 eine Wasserskianlage. In der Innenstadt findet man eine abwechslungsreiche Gastronomie- und Kneipenszene vor. In Brühl gibt es ein umfangreiches Kulturangebot, u. a. ein kleines Kino, sowie ein reges Vereinsleben in unterschiedlichsten Bereichen wie Musik, Karneval, Sport, Jugend und vielem anderen. Der Brühler Kunstverein wurde 1972 als eingetragener Verein gegründet. Seit 2002 nutzt er dank der Initiative des Marienhospitals die wiederhergestellte „Alte Schlosserei des Marienhospitals“ als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Die Kolpingsfamilie Brühl 1870 e. V.: „Das Kolpingwerk ist die von Adolph Kolping geschaffene und geprägte katholische Bildungs- und Aktionsgemeinschaft zur Entfaltung des Einzelnen in der ständig zu erneuernden Gesellschaft.“ dieser erste Satz aus dem Programm des Kolpingwerkes Deutschland fasst die Zielsetzungen des Verbandes, der Vereinigung aller örtlichen Kolpingsfamilien, also den Nachfolgern der Gesellenvereine, zusammen. Die Kolpingsfamilie Brühl 1870 e. V. wurde am 10. April 1870 unter Dechant Berrich gegründet, damals unter dem Namen „Katholischer Gesellenverein“. Schon 1873 wurde auf Initiative von Präses Kaplan Loerper erstmals Bildungsarbeit in Form von Fortbildungskursen angeboten; diese Bildungsarbeit zählt auch heute noch zu den Grundpfeilern der Vereinsarbeit. Der Sonderspaß e. V. ist ein Verein, der behinderten Kindern Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bietet. Betreut werden diese dabei oft durch Brühler Jugendliche.
Zu den bekannteren Sportvereinen gehört der Brühler Turn Verein von 1879 e. V. (BTV), der in 20 Abteilungen aufgegliedert ist, u. a. in die Judo-Abteilung, die auf internationaler Ebene schon Erfolge feiern konnte. Des Weiteren gibt es auch eine Trampolinabteilung, die auf nationaler Ebene im Jugendbereich schon erfolgreich war. Die Leichtathletikabteilung veranstaltet jährlich einen Stadtmarathon.
Einige weitere Vereine sind der Tischtennisclub, ein Tennisclub (auf dessen Turnier Boris Becker Anfang der 1980er als Jugendspieler gewann), der ansässige DLRG, ein Rugbyclub (Zusammenschluss mit der Mannschaft aus Hürth), der Brühl schon des Öfteren auf internationalen Turnieren vertreten hat, ein Tauchverein und ein Surfclub.
In der Tradition der Schlossstadt (u. a. bedingt durch das Jagdschloss Falkenlust) gibt es mehrere Schützenvereine. Im Juli findet jedes Jahr ein Schützenfest statt.
Die Tanzschule Breuer ist eine große Tanzschule in Brühl, die regelmäßige Kurse und Veranstaltungen anbietet, die zahlreich wahrgenommen werden.
Darüber hinaus bietet das Jugendzentrum in Brühl Süd Kurse zu weiteren Kampfsportarten an.
Erwähnenswert ist auch noch der ansässige Polizeisportverein Brühl, da Brühl über eine Ausbildungsstätte für die Polizei NRW verfügt (Brühl Ost).
Es gibt auch eine Vielzahl von Fußballvereinen. Die meisten Vereine sind traditionsreiche Vereine, die auf die jeweiligen Stadtteile (und/oder Dorfgemeinschaften) zurückzuführen sind, aus denen sie entstanden sind.
Die Brühler Fußballvereine im Überblick:
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