Dienstag, 22.05.2012



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Braunlage

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Braunlage
Braunlage
Deutschlandkarte, Position der Stadt Braunlage hervorgehoben
51.72694444444410.611944444444560Koordinaten: 51° 44′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Goslar
Höhe: 560 m ü. NN
Fläche: 21,7 km²
Einwohner: 4929 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38700
Vorwahl: 05520
Kfz-Kennzeichen: GS
Gemeindeschlüssel: 03 1 53 003
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Herzog-Johann-Albrecht-Str. 2
38700 Braunlage
Webpräsenz:
Bürgermeister: Stefan Grote (SPD)
Südpanorama mit dem Wurmberg im Hintergrund

Die Stadt Braunlage [braʊ̯nˈlaːɡə] ist ein heilklimatischer Kurort und Wintersportplatz, umrahmt vom Nationalpark Harz in einer Höhenlage von 550 m ü. NN im Ort bis 971 m ü. NN auf dem Wurmberg. Braunlage liegt im Harz südlich des Brockens im Landkreis Goslar in Niedersachsen (Deutschland). Bis 1972 war Braunlage Kreisstadt des zu Niedersachsen gehörenden Landkreises Blankenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung

Zur Stadt Braunlage gehören die Ortsteile Hohegeiß und Königskrug.

Klima

Klimadiagramm von Braunlage


Geschichte

Eisenhütte und Dorf Braunlage mit Kirche 1654
Braunlage um 1900
Wurmberg um 1900
Wurmberg um 1900

Braunlage entstand als Siedlung im Wald wohl im 13. Jahrhundert. 1253 taucht im Güterverzeichnis der Grafschaft Regenstein erstmals die „holtmarke to dem brunenlohe“ auf. Aber erst ab 1518 entsteht der eigentliche Berg-und Hüttenort Braunlage. 1531 taucht erstmals der Name „huete to dem brunlohe“ auf.

1561 werden vom gräflich-blankenburgischen Rat Hieronimus Pathe die Hüttenwerke wieder aufgebaut. Der Merian-Stich von 1654 zeigt das Eisenhüttenwerk „Braunlah auff dem Hartz gelegen in der Kolli“ und stellt die mittelalterliche Bergwerksgemeinde Braunlage dar.

1658 errichtet der Faktor der Eisenhütten zu Braunlage, Christian Walter, die Herzoglich-Braunschweigisch-Lüneburgische Faktorei der Braunlager Eisenhüttenwerke. Dieses Gebäude ist bis heute in weiten Teilen erhalten. Es gehörte zu den ältesten Gebäuden Braunlages, steht seit 1958 unter Denkmalschutz und ist seit 1962 das Hotel Altes Forsthaus.

Im 17. Jahrhundert war es ein Marktflecken, 1934 schließlich erhielt es als Kurort Stadtrechte. Von 1946 bis 1972 war Braunlage Kreisstadt des (Rest-) Kreises Blankenburg, der mit der niedersächsischen Gebietsreform 1972 aufgelöst wurde. Seit dieser Reform ist die südliche Nachbargemeinde Hohegeiß Stadtteil von Braunlage.

Der Tourismus entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst zögerlich. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz über die Strecken Braunlage–Walkenried und Braunlage–Tanne der Südharz-Eisenbahn beschleunigte sich die Entwicklung. Ganze Villenviertel mit Sanatorien (Dr. Barner und Dr. Vogler/Schröder) und Hotels entstanden zunächst am Hütteberg, im Ortszentrum und schließlich im Jermerstein-Viertel.

Während im Jahr 1905 die von Carl Röhrig im Norden Braunlages betriebene Glashütte schließen musste, entwickelte sich durch den Bahnanschluss besonders die Holzindustrie. Die Sägewerke Fuchs (Ortsmitte) und Buchholz (nördlich des Bahnhofs) waren die Erwerbsquellen schlechthin. Zudem prägte ein großer Granitsteinbruch am Wurmberg mit Schotterwerk an der Warmen Bode das Gewerbeleben der Stadt. Dieser Steinbruch ist so gewaltig, dass er selbst von der Hochfläche bei Sankt Andreasberg gut sichtbar ist.

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eroberte auch der Omnibus den Harz mit der Linie Bad Harzburg–Braunlage. Der Name Büssing spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle: er betrieb die Linie von Bad Harzburg und errichtete ein Erholungsheim für Werksangehörige in Braunlage. Die Bahnlinie wurde 1962/1963 eingestellt.

1963 wurde die Wurmbergseilbahn, zunächst von der Mittelstation Nahe dem Rodelhaus, mit einer Länge von 1.362 m und einer Höhendifferenz von 250 m bis zur Bergstation auf den Wurmberg eröffnet. Der zweite Bauabschnitt von der Talstation am Großparkplatz bis zur Mittelstation wurde im Sommer 1965 fertiggestellt, weitere 150 m Höhendifferenz wurden somit überwunden und 1.500 m Länge zur Seilbahn zugefügt, wodurch die längste Seilbahn Norddeutschlands entstand. In Richtung Brocken, dem höchsten Berg im Harz, befindet sich auf dem Wurmberg die Wurmbergschanze.

Am 7. Mai 1964 veranstaltete Gerhard Zucker auf dem Hasselkopf eine Vorführung von Postraketen. Einer dieser Flugkörper explodierte, die herumfliegenden Trümmer töteten drei Personen.

Herausragendes Ereignis für Braunlage war die Grenzöffnung 1989. Der Ort, der bisher an der Grenze zur DDR lag, rückte nun inmitten des Harzes. Die daran geknüpften wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. War Braunlage noch bis zur deutschen Einheit ein gut besuchter Ferienort, so geriet es in den Folgejahren durch den Wegfall der Zonenrandförderung und die zunehmende Konkurrenz aus dem Ostharz in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten – so verringerte sich die Zahl der Übernachtungen im Zeitraum 1991 bis 2006 um beinahe die Hälfte[1].

Siehe auch: Postgeschichte von Braunlage

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1821 1.691
1848 2.473
1871 2.288
1885 2.489
1905 3.408
1925 4.520
Jahr Einwohner
1933 4.893
1939 4.981
1946 9.489
1950 9.334
1956 7.523
Jahr Einwohner
1961 7.163
1968 7.716
1970 7.249
1975 7.266
1980 7.140
Jahr Einwohner
1985 6.776
1990 6.148
1995 5.998
2000 5.476
2005 5.142

(Ab 1968 Stand jeweils zum 31. Dezember)

Politik

Wappen

Der Luftkurort führt seit 1935 ein sich auf seine natürliche Lage beziehendes Wappen. In Silber, drei grüne Fichten auf drei Hügeln. Sie sollen die waldreiche Umgebung des Ortes im Harz symbolisieren. Die am 20. Dezember 1935 erteilte Genehmigung des Wappens gestattete außerdem eine Fahne mit den aus dem Wappen abgeleiteten Farben Grün-Weiß zu führen.

Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 10. September 2006 zusammen aus:

  • CDU: 7 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Bürgerliste: 4 Sitze

Bürgermeister

  • 1986–2006: Albert Baumann (CDU)
  • 2006–heute: Stefan Grote (SPD)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heimatmuseum am Kurpark

An Natursehenswürdigkeiten hat Braunlage die Steinklippe sowie den kleinen Bodefall an der Elbingeröder Straße zu bieten.

Die nähere Umgebung ist reich an Naturerlebnissen. So ist der Wurmberg ebenso zu nennen, wie der benachbarte Achtermann oder der Brocken. Auch der felsige Jermerstein nordwestlich von Braunlage lohnt einen Ausflug. Die Warme Bode mit dem Großen Bodefall und dem Kleinen Bodefall im Norden und den Bodewiesen im Süden ist ein weiteres Stück erlebenswerter Natur. In Richtung Sorge kann man sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite der Warmen Bode und der am Wurmberg entspringenden Bremke folgen. Diese Wege, die großteils der ehemaligen innerdeutschen Grenze folgen, sind auch mit dem Fahrrad gut befahrbar. In Richtung Sankt Andreasberg sind der Silberteich und die Hahnenkleeklippen eine Erwähnung wert.

Museen

  • Das Heimat- und Skimuseum (offizielles FIS-Skimuseum) gibt Auskunft über die Ortsgeschichte ebenso wie über die Entwicklung des Skilaufs allgemein sowie speziell im Harz.

Bauwerke

Datei:BraunlageTrinitatis.jpg
Trinitatis-Kirche

Als sehenswerte Bauwerke sind zu nennen:

  • evangelische Trinitatis-Kirche (innen Fachwerkbau)
  • Pfarrhaus hinter der Kirche (eines der ältesten Häuser Braunlages)
  • „Altes Forsthaus“; ehemaliges Faktoreigebäude des Braunlager Hüttenwerks, errichtet 1658
  • Sanatorium Dr. Barner; Jugendstilsanatorium des Architekten Albin Müller
  • alte Schule (Gebäude in Ortsmitte an der Bodebrücke)
  • Postgebäude
  • altes Rathaus
  • Friedhofskapelle mit Säulenportikus

Parks

Der Kurpark Braunlages ist einer der größten im Harz. Er unterteilt sich in zwei Bereiche. Zunächst der zuerst angelegte „Untere Kurpark“ mit Kurgastzentrum, Konzertplatz, „Grotte“ sowie dem Kurteich mit hoher Fontäne. Daran anschließend der „Obere Kurpark“, der an einem Hang gelegen eine Wassertretstelle, eine Köthe, die Steinklippe mit von-Langen-Denkmal sowie eine Vielfalt verschiedener heimischer und fremdländischer Bäume aufzubieten hat.

Naturdenkmäler

Sport

Braunlage ist ein bedeutender Wintersportort im Harz. Überregional bekannt ist die Wurmbergschanze, auf der alljährlich der FIS Continental-Cup im Skispringen ausgetragen wird.

Seit 1974 wird im Wurmbergstadion Eishockey gespielt. Zu den Mannschaften in Braunlage, dem ESC Braunlage – Harzer Wölfe (Herren/Nachwuchs) und dem WSV Braunlage (Frauen) siehe Eishockey in Braunlage.

Wanderer passieren Braunlage als eine der Stationen des Harzer Hexenstieges.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Walpurgis
  • Schützenfest mit Schützenumzug
  • Köhlerfest
  • Weihnachts-/Adventsmarkt
  • FIS Continental-Cup auf der Wurmbergschanze

Wirtschaft und Infrastruktur

Fremdenverkehr

Blick auf Braunlage von der Jugendherberge aus

Braunlage bildet traditionell eines der Zentren des Fremdenverkehrs im Harz. Hierfür bestehen neben einer gut ausgebauten Hotellerie und Gastronomie der unterschiedlichsten Preisklassen auch Angebote für Camper sowie Freizeiteinrichtungen wie Ski- und Wandermöglichkeiten und ein Eisstadion. Bemühte man sich lange, alpine Bergorte bezüglich der Art der Präsentation und der Vermarktung zu imitieren, werden zunehmend Stimmen laut, welche die Schärfung eines eigenen Profils fordern. Gleichzeitig versucht man, zahlungskräftigeres Publikum mit Angeboten höherer Qualität anzulocken. Dennoch gerieten mehrere Hoteliers in den letzten Jahren wegen ausbleibender Feriengäste in Existenzschwierigkeiten.

Verkehr

Straße

Braunlage ist mit dem Auto erreichbar über die Bundesstraße 4, die aus Richtung Braunschweig kommend den Harz überquert, und die Bundesstraße 27, die in den östlichen Teil des Harzes führt. Zur Entlastung des Braunlager Ortszentrums wurde im Verlauf der B4 eine Umgehungsstraße erbaut, die jedoch nicht den Verkehr von Ost nach West aus dem Zentrum fernhält. Während der Hauptsaison ist das Stadtzentrum durch den Autoverkehr sehr belastet.

Eisenbahn

Früher bestand über Sorge Anschluss an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen (siehe auch Südharz-Eisenbahn-Gesellschaft). Nächste Bahnhöfe sind Sorge und Elend an der Harzquerbahn. Weitere Bahnhöfe befinden sich in Bad Harzburg, Goslar, Bad Lauterberg und Walkenried.

Linienbusse

Es bestehen Linienverbindungen nach Bad Harzburg, Sankt Andreasberg und nach Walkenried. Ferner bestehen Verbindungen nach Elend sowie Wernigerode.

Bildung

Braunlage verfügt über eine Grundschule („Wurmbergschule“) und ein Schulzentrum (seit 1834 im Ortskern nahe dem Kurpark) mit einer kooperativen Haupt- und Realschule und der gymnasialen Unterstufe („Oberharz-Gymnasium“). Die Sekundarstufe I ist zumeist jeweils einzügig, bzw. existieren in der Hauptschule Kombiklassen, aufgrund der mangelnden Schülerzahl.

Um den Schulstandort Braunlage dauerhaft zu erhalten, werden seit dem Schuljahr 2006/07 nicht mehr ausschließlich Schüler aus Braunlage, Hohegeiß und Sankt Andreasberg aufgenommen, sondern auch aus dem sachsen-anhaltischen Benneckenstein und Tanne.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

Commons Commons: Braunlage – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bruno Schrep: Das Ende der "Idylle". In: Der Spiegel. 30. Juli 2007 (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,498023,00.html).
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