Meinestadt.de - Borken/Hessen - 21.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Hessen | ||
| Regierungsbezirk: | Kassel | ||
| Landkreis: | Schwalm-Eder-Kreis | ||
| Höhe: | 205 m ü. NN | ||
| Fläche: | 82,3 km² | ||
| Einwohner: | 13.283 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 161 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 34582 | ||
| Vorwahlen: | 05682 (Stadtteile abweichend) | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HR | ||
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 34 001
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| Stadtgliederung: | 15 Stadtteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Rathaus 7 34582 Borken |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Bernd Heßler (SPD) | ||
| Lage der Stadt Borken im Schwalm-Eder-Kreis | |||
| Datei:Borken in HR.svg | |||
Borken ist eine Mittelstadt[1] im Schwalm-Eder-Kreis (Hessen, Deutschland) mit etwa 13.000 Einwohnern. Die Stadt war im 20. Jahrhundert ein Zentrum des Braunkohleabbaus und der Braunkohleverstromung in Hessen. Der Braunkohleabbau, der hier im Unterschied zu anderen Braunkohlerevieren auch unter Tage erfolgte, wurde nach dem schweren Grubenunglück von Stolzenbach (1. Juni 1988) eingestellt. Am 15. März 1991 wurde auch die Erzeugung von Strom im Kraftwerk Borken durch die PreussenElektra beendet.
Die Hinterlassenschaften des Borkener Braunkohlereviers werden nach der Rekultivierung als Borkener Seenland touristisch genutzt. Für den größten rekultivierten Tagebau ist eine eingeschränkte touristische Nutzung gegeben, da dieser zum Naturschutzgebiet Borkener See erklärt wurde.
Eine Attraktion ist das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum, in dem die Bergbautradition der Stadt dargestellt wird. Seit 2003 ist ein Freilichtbereich eröffnet, der über Kohle und Energie informiert. Dem Museum ist ein Naturschutzinformationszentrum zum Borkener See angegliedert.
Inhaltsverzeichnis |
| Nutzung | Fläche in ha und Prozent |
|---|---|
| Landwirtschaft | 4.805 (58,3 %) |
| Waldfläche | 1.725 (20,9 %) |
| Wohnbebauung | 564 (6,9 %) |
| Verkehrsfläche | 535 (6,5 %) |
| Wasserfläche | 305 (3,7 %) |
| Betriebe | 147 (1,8 %) |
| Erholung | 44 (0,5 %) |
| Sonstiges | 105 (1,4 %) |
| Gesamtfläche | 8230 (100 %) |
Borken liegt zwischen Kassel (ca. 50 km) und Marburg (ca. 55 km). Die nächstgrößeren Städte sind in nordöstlicher Richtung Fritzlar (ca. 15 km) und westlich Homberg (Efze) (ca. 15 km). Südöstlich von Borken befindet sich das Knüllgebirge (ca. 15 km) und westlich der Kellerwald (ca. 10 km).
Das Stadtgebiet ist Teil der Landsburger Senke (Borkener Becken und Trockenerfurther Gefilde) und des Hessengaus (Großenengliser Platte) in der Westhessischen Senke, der Ostsenke des Westhessischen Berg- und Senkenlandes. Entwässert wird das Borkener Becken durch viele kleine Bäche (wie Olmes, Hundsbach, und Lembach), Nebenflüsse der das Stadtgebiet von Westen nach Osten durchfließenden Schwalm.
Im Borkener Becken als Teil der westhessischen Senke sind tertiäre Sedimentablagerungen vorherrschend. Somit sind bedeutende Kies-, Sand- und Tonlagen im nordöstlichen Gemeindegebiet vorhanden. In der Gemeinde Borken befinden sich in diesen Sedimentlagen ergiebige Braunkohlevorkommen[2], die sowohl im Tagebau als auch im Untertagebau gefördert wurden.
Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 82,3 Quadratkilometer (= 8230 Hektar (ha)). Hiervon werden 4805 ha landwirtschaftlich und 1725 ha forstwirtschaftlich genutzt. 305 ha sind Wasserflächen (139 ha Borkener See, 74 ha Singliser See und 26 ha Gombether See) und 44 ha Erholungsflächen (10 ha Naturbadesee Stockelache). Weiterhin werden 535 ha für den Verkehr, 564 ha für Gebäude und deren Freiflächen, 147 ha für Betriebe und 105 ha „ohne spezifische Nutzung“ erfasst.[3]
Borken grenzt im Norden an die Stadt Fritzlar, nordöstlich an die Gemeinde Wabern, im Osten an die Stadt Homberg (Efze), im Süden an die Gemeinde Frielendorf, südwestlich an die Gemeinde Neuental, sowie im Westen an die Gemeinde Bad Zwesten (alle im Schwalm-Eder-Kreis).
Zur Stadt Borken gehören 15 Stadtteile (Datum der Eingemeindung in Klammern):
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Die Stadtteile waren bis zur Eingemeindung selbstständige Gemeinden. 13 von 15 Gemeinden wurden ehrenamtlich verwaltet[4].
Um die Verwaltung zu professionalisieren, bessere Koordinierungs- und Abstimmungsmöglichkeiten für größere Planungsräume und die Verwirklichung des Gleichheitsgrundsatzes zu schaffen wurde die hessische Verwaltungs- und Gebietsreform durchgeführt.[4] Die erste Phase war der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden. Dies wurde auch durch finanzielle Vergünstigungen von Seiten des Landes gefördert. Dieses „Geschenk“ nahmen die Gemeinden Dillich, Freudenthal, Haarhausen, Gombeth, Lendorf, Pfaffenhausen, Singlis und Stolzenbach wahr und ließen sich 31. Dezember 1971 in die Stadt Borken eingliedern.[4] Die Gemeinden Kerstenhausen und Kleinenglis schlossen sich zur Gemeinde Kleinenglis zusammen. Der hessische Innenminister Hanns-Heinz Bielefeld verfügte am 20. November 1972 im endgültigen Modellplan, die noch „abseits“ stehenden Gemeinden nach Borken einzugliedern. Dies wurde am 1. Januar 1974 mit den Gemeinden Arnsbach, Großenenglis, Kleinenglis mit Kerstenhausen, Nassenerfurth und Trockenerfurth vollzogen.[5]
Durch Funde konnte für Borken eine Besiedlung in der älteren Bronzezeit (1300 v. Chr. bis 800 v. Chr.) belegt werden.[6] Auch für die nachfolgenden Jahre ist die Besiedlung durch Funde gesichert. Die Völkerwanderung scheint auf die Bevölkerung von Borken nur einen geringen Einfluss gehabt zu haben, da das nordhessische Gebiet nur in geringem Maße von ihr betroffen war. Aus der Zeit vor dem achten Jahrhundert sind keine schriftlichen Überlieferungen zu finden.[7]
Erstmals erscheint Borken in einer Schenkungsurkunde von Karl dem Großen an die Abtei Hersfeld, datiert auf den 5. Januar 775, die im Weirich Urkundenbuch Hersfeld Nr. 38 verzeichnet ist.[8][9] Borken gehörte zum pago Hassorum, einer fränkischen Gaugrafschaft.
1108 wurde die Burg zusammen mit den Inhabern des Gerichts zu Borken, den Herren von Furcun, erstmalig erwähnt. Sie lag am Fuße des Blumenhains. 1266 wurde die Burg im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gütern an das Kloster Haina als castrum erwähnt.[10][8]
1253 wurde Borken als villa Borchem bezeichnet.[10] In einem Schriftstück vom 26. August 1253 des Klosters Haina wird von einem Gerichtstag in Borken berichtet.[8]
1285 kamen Burg und Gericht nach dem Aussterben der Herren von Borken durch Erbschaft an die Herren von Löwenstein.[11] Werner von Löwenstein-Westerburg trug die Burg Borken und die dazu gehörenden Rechte im Jahr 1297 dem Landgrafen Heinrich I. von Hessen zu Lehen auf. Schon fünf Jahre später, 1302, erwarb der Landgraf die andere Hälfte der Burg von dem Hause Löwenstein-Schweinsberg.
In Urkunden vom 27. August 1303 („in oppido Burckenn“) und 18. Januar 1314 („in terminis oppidi Burcken“) wurde Borken als „oppidum“ und als „civitas“ bezeichnet.[8] Dies gab dem Ort als eine befestigte Siedlung eine herausragende Stellung gegenüber den umliegenden Ansiedlungen.
Am 9. November 1317 unterzeichneten Landgraf Otto von Hessen und Graf Johann I. von Ziegenhain einen Vertrag zur Gründung der Stadt Borken.[11] Mit der Unterzeichnung übergab Landgraf Otto von Hessen dem Grafen Johann von Ziegenhain das „halbe Haus Borken.“
1333 erwarben die Herren von Löwenstein die Ziegenhainer Hälfte, verloren sie aber bereits 1358 wieder an die Grafen von Ziegenhain.
Zur Verwaltung der landgräflichen Güter und der Gerichtsbarkeit wurde 1372 das Amt Borken gegründet. Hierzu gehörten die Ortschaften Herboldshausen und Heckenhausen als Bestandteile der Stadt Borken.
Mit dem Aussterben der Grafen von Ziegenhain im Jahre 1450 fiel ihr Besitz an der Burg Borken an die Landgrafschaft Hessen.[12] Die Söhne von Ludwig I. (Hessen) teilten die Landgrafschaft und hierbei wurde Borken 1467 mit Oberhessen an Landgraf Heinrich III. übergeben.[13] Zwischen Heinrich III. von Hessen-Marburg und seinem Bruder Ludwig II. gab es nach der Teilung ein Streit über die Teilung der Landgrafschaft. Dies führte zum Hessischen Bruderkrieg. Trotz der im Jahre 1468 durchgeführten stärkeren Befestigung der Stadt Borken[14] wurde die Stadt[15] und die Burg[16] Borken durch die Kämpfe im Jahre 1469 verwüstet. Bei der ersten Eroberung durch Ludwig II. am 7. Januar 1469 konnte die verstärkte Stadtbefestigung die Truppen nicht aufhalten. Ludwig konnte Borken jedoch nicht lange halten, da wenige Stunden später Truppen von Heinrich III. Borken zurückeroberten.[14] Am 12. Januar erschienen wieder Truppen Ludwigs vor Borken. Diesmal dauerte es sechs Tage, bis sie es erstürmen konnten. Dabei wurden die Stadt und die Burg in Asche gelegt.[14]
Wie der Zeichnung von Wilhelm Dilich, abgebildet in Synopsis descriptionis totius Hassiae tribus libris comprehensae, zu entnehmen ist, bauten die Borkener Bürger die Stadt in kurzer Zeit wieder auf. Nur die Burg Borken wurde nicht wieder instandgesetzt.
Im Jahre 1473 zogen das Amtsgericht und die Verwaltung der landgräflichen Besitzungen in das älteste noch erhaltene Gebäude Borkens um.[8] Bis 1570 stieg die Zahl der zu verwaltenden Ortschaften auf vierunddreißig an (hierzu gehörten als nördlichster Ort die Kalbsburg, als östlichster Singlis, als südlichster Schlierbach und als westlichster Ort Brünchenhain bei Jesberg). Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts erhöhte sich die Anzahl auf achtunddreißig Ortschaften.
Der Dreißigjährige Krieg zog auch Borken in Mitleidenschaft. 1631 plünderten Truppen von Tilly, 1635 zweimal kroatische und 1636 polnische Truppen Borken.[17]
Im Jahre 1750 zog die Verwaltung der Stadt in das angekaufte Rathaus am Marktplatz um.[18]
Das Archiv der Stadt Borken wurde in den Jahren 1791 und 1792 bei einigen Bränden zu großen Teilen vernichtet.[19] Die noch vorhandenen Unterlagen wurden 1982 zusammen mit den Archivalien der ehemals selbstständigen eingemeindeten Stadtteile dem Staatsarchiv Marburg übergeben.[20]
Während der Zeit des kurzlebigen Königreichs Westphalen (1807-1813) war Borken Sitz einer Kantonalsverwaltung und eines Friedensgerichts im Distrikt Hersfeld. Der Kanton war für 16 Dörfer und Weiler zuständig. In dem Kanton lebten 4.750 Menschen in 581 Haushalten. Nach dem Ende des Königreich Westphalen konstituierte sich das Kurfürstentum Hessen-Kassel wieder. Somit wurde Borken wieder Sitz eines kurhessischen Amtes.
1821 wurde das Amt Borken mit den Ämtern von Homberg und Raboldshausen zum Kreis Homberg zusammengelegt. Der Kreis Homberg wurde 1836 in Landkreis Homberg umbenannt. Das Amt Borken wurde als Justizamt Borken weitergeführt. Das Gebiet des Justizamts umfasste die Stadt Borken, 16 Dörfer und zwei Höfe.
1842 gehörten zu Borken 4367 Acker Land; davon wurden 2600 landwirtschaftlich genutzt. In diesem Jahr standen in Borken 177 Häuser mit 1378 Einwohnern. Es wurden in dieser Zeit fünf Jahrmärkte abgehalten.[17]
An der Aufteilung der Kreise und Justizämter änderte sich nichts, als Preußen 1867 nach der Annexion Kurhessens nach dem Deutschen Krieg eine Verwaltungsreform durchführte. Dabei wurde der Kreis Homberg in die Provinz Hessen-Nassau eingegliedert und in Landkreis Homberg umbenannt. Bei einer kleinen Verwaltungsreform 1932 in Preußen wurde der Landkreis Homberg mit dem Landkreis Fritzlar zum Landkreis Fritzlar-Homberg zusammengefasst. 1974 wurden im Rahmen der hessischen Kreisreform die Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum Schwalm-Eder-Kreis zusammengefügt.[21][22]
1920 zog die Verwaltung in das Haus Pferdetränke 1. Seit 1938 befindet sie sich im ehemaligen Gutshaus Koch, das von der Preußischen Elektrizitäts-AG erworben wurde.[8]
1958 wurde für das Amtsgericht ein neues Gebäude mit Richter- und Wachtmeisterdienstwohnung errichtet. Im Zuge der Auflösung kleiner Gerichte (Ein-Mann-Gerichte) wurde das Gericht 1968 geschlossen und in das Amtsgericht Fritzlar eingegliedert.
Die Daten für die Stadtteile sind in den Grafiken zur Einwohnerentwicklung nicht enthalten sondern in dem jeweiligen Stadtteilartikel zu finden. Zum Vergleich ist die Entwicklung in drei Grafiken zu sehen: von 1570 bis 1777, von 1777 bis 1950 und von 1950 bis 2007.
| 1724 | |
|---|---|
| Anzahl | Status |
| 92 | Bürger |
| 97 | Einlieger |
| 12 | Beisassen |
| 50 | Ackerleute |
| 74 | Handel- und Gewerbetreibende |
| 22 | Sonstiges |
| ? | Frauen |
| ? | Kinder |
| 347 | Gesamtzahl |
Gesicherte Daten für die Einwohnerentwicklung für die Stadt Borken liegen seit dem Jahre 1540 vor.[23] Die Daten der Grafiken wurden dem Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen (LAGIS) entnommen. Andere Quellen sind bei der entsprechenden Jahreszahl im Text vermerkt. Um die Differenz zwischen der „offiziellen“ Zählung und der tatsächlichen Anzahl aufzuzeigen ist als Beispiel das Jahr 1724[23] in der rechts stehenden Tabelle aufgeführt. Bis Mitte des 18. Jahrhundert wurde die Einwohnerzahl nach Häusern und/oder männlichen Erwachsenen gezählt und nicht nach Personen (Männer, Frauen und Kinder). Auch wurden Knechte und Mägde nicht mitgezählt.
Zwischen 1570 und 1777 war die Einwohnerzahl von Borken recht konstant bei ca. 140 Hausgesessenen. In diese Zeit fielen drei für die Bevölkerungsentwicklung abträgliche Ereignisse, der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) und die Pestjahre von 1625/26 und 1635/36.[8] Die Auswirkung der Pestjahre wird durch die hohe Anzahl von 40 Witwen dokumentiert.
Die Zählung aus dem Jahr 1777 mit 699 Einwohnern war wohl die erste, die die gesamte Bevölkerung erfasste. Bis zum Jahr 1834 gab es einen signifikanten Bevölkerungszuwachs auf 1329 Einwohner. Die damals erreichte Bevölkerungsgröße blieb bis zum Jahr 1910 mit 1226 ungefähr erhalten[24] Einwohnern wiederum recht konstant. Die Konstanz der Bevölkerungszahl kann sich aus dem Fehlen von größeren Gewerbe- oder Industriebetrieben und der Tatsache, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch 80 % der Einwohner in der Forst- und Landwirtschaft tätig waren ergeben haben.[8]
Bis 1925 stieg die Bevölkerungszahl auf 1666[25] Einwohner. 1933 zählt die Bevölkerung 1.946 Menschen.[25]
Trotz des Wegzugs und der Deportation von über 200 jüdischen Mitbürgern zwischen 1933 und 1939 war in diesen Jahren eine Steigerung der Einwohnerschaft zu verzeichnen, zurückzuführen auf den beginnenden Ausbau der Gruben im Borkener Braunkohlereviers im Zuge der Autarkiebestrebungen des Dritten Reiches. Die Einwohnerzahl stieg 1939 auf 2101.[25]
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl im Jahre 1950 durch den Zustrom von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches auf 3706.
Die folgenden Jahre waren von einem stetigen Wachstum der Bevölkerung gekennzeichnet. In der Zeit zwischen 1955 und 1965 gab es die geburtenstärksten Jahrgänge in Deutschland. Des Weiteren schlug der Zuzug von Gastarbeitern für die Arbeit im Bergbau und im Kraftwerk der PREAG und den Nachzug ihrer Familien bei der Bevölkerungsentwicklung positiv zu Buche. Auch der Bau des Volkswagenwerks Kassel in Baunatal trug zum Bevölkerungswachstum von Borken bei. So wuchs die Einwohnerzahl 1961 auf 4334 und 1970, dem letzten Jahr vor den Eingemeindungen, auf 5130.
In der dritten Grafik ist ein massiver Bevölkerungsanstieg zwischen 1961 und 2007 durch die Eingemeindungen zu erkennen (siehe auch Stadtteile). Für die Eingemeindungsjahre liegen keine Zahlen vor, so dass das Jahr 1970 angegeben ist. Ein weiterer Zuwachs der Bevölkerung war seit den Eingemeindungen bis zum Jahr 2007 ausgeblieben. Nur die Kernstadt hatte in diesem Zeitraum einen minimalen (≈ 2,8 %) Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Die Stadtteile verloren in diesem Zeitraum bis zu 44 % der Bevölkerung (Gombeth verlor zum Beispiel über 250 Bewohner (≈ 25 %) und Haarhausen ≈ 44 %).
Der christliche Glaube wird seit dem 8. Jahrhundert in Borken praktiziert. Begleiter von Bonifatius sollen eine Holzkirche errichtet haben, die der Jungfrau Maria gewidmet war. Der erste urkundlich nachgewiesene Pfarrer war der Magister Heinrich Pleban zu Borken im Jahre 1231. Die Urkunde behandelte die Zehntauflassung und Schenkung an das Kloster Haina. Zu der Zeit soll es eine feste Kirche aus dem 12. Jahrhundert gegeben haben. Diese wurde im Hessischen Bruderkrieg 1469 zerstört und durch die Borkener Bürger wieder aufgebaut. 1841 wurde diese Kirche abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, die jetzige evangelische Stadtkirche (siehe Abschnitt evangelische Stadtkirche).[26]. Im Jahre 1523 wurden die Borkener Christen im Zuge der Reformation evangelisch, drei Jahre vor der Homberger Synode, in deren Folge der Entschluss zur Einführung der Reformation im Fürstentum gefasst wurde.
Es dauerte über 300 Jahre bis zum Jahre 1861, bis wieder Katholiken in Borken ansässig wurden.
Bereits im 14. und 15. Jahrhundert sollen vereinzelt Personen jüdischen Glaubens in Borken gelebt haben. Die erste urkundliche Erwähnung von Juden erfolgte 1596. 1777 lebten 7 Familien mit 28 Personen und eigenem Judenschulmeister im Ort. Die jüdische Gemeinde wuchs im Jahr 1854 auf 120 Personen in 25 Familien an. Ihre Berufe waren Schuster, Buchbinder, Metzger und Händler. 1861 umfasste die Gemeinde 164 Personen, 1895 waren es 204 [8].
Die jüdische Gemeinde verfügte seit 1777 über eine eigene Schule, die 1823 in die Trägerschaft der Gemeinde Borken überging. Der Unterricht wurde in der heutigen Bahnhofstraße 84 und in der Hintergasse 1 in angemieteten Räumen durchgeführt. 1845 wurde die jüdische Schule als Elementarschule anerkannt. In den Jahren 1895/1896 wurde ein neues Schulgebäude in der Pferdetränke 12 erbaut. 1934 schlossen die Nationalsozialisten die jüdische Schule.[27]
Als Synagoge wurde ab 1825 eine umgebaute Scheune genutzt, deren Baujahr nicht bekannt ist.[28] In der Synagoge hatten 66 Männer und 34 Frauen Platz.[29]
Sie wurde am Abend des 8. November 1938 in der Reichspogromnacht durch NSDAP-Mitglieder, die durch antisemitische Zeitungsartikel über das Attentat von Herschel Grünspan an Ernst Eduard vom Rath „aufgepeitscht“ worden waren, verwüstet.[30]
Die jüdische Gemeinde verkaufte unter dem Druck der damaligen Verhältnisse die Synagoge und das Schulhaus an die Stadt Borken.[31]
In der Nähe des Stadtzentrums von Borken liegt der jüdische Friedhof an der Ecke Jahnstraße/Teichgartenweg.[32]
Von den 44 jüdischen Familien Borkens, die am 1. Januar 1933 Geschäfte beziehungsweise Güter in Borken hatten, war am Ende des Zweiten Weltkrieges nur von 6 Personen der Aufenthaltsort bekannt.[33] Die jüdischen Bewohner, die „unbekannt verzogen“ sind, wurden in Konzentrationslagern ermordet. Dies geht aus Dienstanweisungen der Geheimen Staatspolizei hervor.[34]
Am 30. September 1937 lebten in Borken noch sechzig Personen jüdischen Glaubens.[35] Am 25. August 1942 lebten in Borken nur noch drei Menschen jüdischen Glaubens.[36] Diese wurden mit einem Sonderzug der Reichsbahn am 7. September 1942 nach dem KZ Theresienstadt deportiert.[37] Eine Liste mit jüdischen Opfern des Nationalsozialismus gibt es beim Bundesarchiv.[38]
In der Gemarkung Borken gibt es zwei Flurbezeichnungen, die Judenhecke und den Judengarten im Südosten, die auf Bürger jüdischen Glaubens hinweisen.[29]
→ Hauptartikel: Borkener Braunkohlerevier
In der Region Borken wurde vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts das bedeutendste hessische Braunkohlevorkommen abgebaut und im Großkraftwerk Main-Weser, gebaut und betrieben von der Preußischen Elektrizitäts AG, in elektrische Energie umgewandelt. Gefördert wurde die Braunkohle in 13 Tagebauen und in sechs Untertagebauen. Die Tagebaue erreichten eine Tiefe bis zu 150, die Untertagebaue bis zu 170 Meter.
Mit dem Ende der kostengünstigen Förderung der Kohlevorräte, dem Grubenunglück von Stolzenbach am 1. Juni 1988 und der Abschaltung des Kraftwerks Borken am 15. März 1991 endete diese historische Epoche, die Ökonomie, Landschaft und Menschen nachhaltig geprägt hatte. Seither befindet sich das ehemalige Braunkohlerevier in einem Umstrukturierungsprozess zu einem Dienstleistungszentrum.
Im 21. Jahrhundert verknüpfen das Borkener Seenland und das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum die Landmarken und Hinterlassenschaften der Bergbau- und Kraftwerksära zu einer erlebnisorientierten Freizeit- und Museumslandschaft.
Die Stadtverordnetenversammlung besteht in Borken aus 37 Mitgliedern. Bei den letzten beiden Wahlen wurde wie folgt gewählt:
| Parteien | 2006 | 2001 | ||||
| Anteil | Sitze | ±Anteil | ±Sitze | Anteil | Sitze | |
| CDU | 21,4 % | 8 | −1 % | ±0 | 22,4 % | 8 |
| SPD | 52,2 % | 19 | −2,1 % | −1 | 54,3 % | 20 |
| FWG | 26,4 % | 10 | −0,9 % | +1 | 27,3 % | 9 |
| Wahlbeteiligung | 55,6 % | −10,4 % | 66,0 % | |||
Zum Stadtverordnetenvorsteher wurde Heinz Meier (SPD) gewählt.
→ Hauptartikel: Liste der Bürgermeister von Borken (Hessen)
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg hatte Borken vier Bürgermeister:
Bürgermeister Bernd Heßler (SPD) wurde am 10. April 2005 im ersten Wahlgang mit 60,0 % der Stimmen im Amt bestätigt.
Seit dem Jahre 1254 gibt es Siegel und Wappen mit direkten Bezug zu Borken. Das erste Siegel stammt von Volpert von Borken mit der umlaufenden Inschrift: „+SIGILE VOLPTI DE BURKEN+“[39]
Seit den frühen 1960er Jahren pflegen die Stadt Borken und ihre Stadtteile Partnerschaften zu Orten in europäischen Ländern. [40]
→ Hauptartikel: Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum
Das 1992 gegründete Hessische Braunkohle Bergbaumuseum' präsentiert unter dem Leitmotiv „Industriekultur entdecken – Landschaftswandel erfahren“ zahlreiche Ausstellungsstücke aus dem Bergbau und der Energieerzeugung, die den Besuchern im Demonstrationen vorgeführt werden. Dabei stehen die unter- und die übertägige Gewinnung des Rohstoffs Braunkohle, seine Nutzung und der Umgang mit der Bergbaufolgelandschaft im Mittelpunkt.
Die Besucher können zwischen vier Museumsbereichen auswählen:
Das Besucherbergwerk und die Ausstellung zur Bergbaugeschichte sind in dem ältesten Gebäude der Stadt Borken Am Amtsgericht, erbaut 1473, in der Altstadt untergebracht. Der Themenpark Kohle & Energie und das unmittelbar angegliederte Naturschutzinformationszentrum Borkener See befinden sich Am Freilichtmuseum vor den Toren der Stadt.
An der Stelle der heutigen evangelischen Stadtkirche befand sich seit dem Beginn des 12. Jahrhundert eine Kirche. Diese wurde im hessischen Bruderkrieg teilweise zerstört und im Jahr 1469 neu aufgebaut. Auch der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) zwang zu Reparaturen an dem Kirchengebäude. Seit (nachweislich) 1676 gibt es eine Orgel in der evangelischen Stadtkirche. Sie musste schon 1699 restauriert werden. Jedoch verursachten Gewölbeeinbrüche in den Jahren 1760 und 1767 wiederholt große Schäden an der Orgel. Der Kirchturm wurde in den Jahren 1684 bis 1686 neu erbaut und musste schon 1788 repariert werden. Im Jahre 1812 war der Kirchturm für einen Todesfall „verantwortlich“. Vom Turm fiel ein Stein auf einen sechzehnjährigen Jungen und verletzte ihn tödlich.
Die häufigen Reparaturen und das tödliche Ereignis führten dazu, dass sich die Gemeinde mit Neubaugedanken beschäftigte. Doch dauerte es bis 1841, bis die Kirche abgerissen wurde. Der Glockenstuhl mit den drei Glocken, der hölzerne Predigtstuhl, die Altarsteine, die Kirchenuhr, die Orgel und die alte Kanzel waren vorher ausgebaut und zwischengelagert worden. Am 15. Juli 1843 wurde der Grundstein für den Neubau der jetzigen evangelischen Stadtkirche gelegt. Der Bau kostete 10.371 Taler. 1844 konnten die Glocken im neuen Kirchturm angebracht werden. Es dauerte aber noch bis zum 23. November 1845, bis die Kirche feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben wurde. Erst im Jahre 1846 wurde die Orgel wieder eingebaut.[26]
In der Kirche befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1100. Im Zuge des Abbruchs der Vorgängerkirche wurde dieser Taufstein 1842 für sieben Taler verkauft, zuerst als Springbrunnen und anschließend als Futtertrog verwendet. 1954 kam er wieder in den Besitz der evangelischen Gemeinde, wurde 1973 restauriert und am 4. November 1973 in der Kirche aufgestellt.[26]
→ Hauptartikel: Kraftwerk Borken
Das Großkraftwerk Main-Weser wurde 1922/23 nach Plänen der Industriearchitekten Werner Issel und Walter Klingenberg von der Gewerkschaft Großkraftwerk Main-Weser AG erbaut. 1927 fusionierten die Preußische Kraftwerk Oberweser AG, die Großkraftwerk Hannover AG und die Gewerkschaft Großkraftwerk Main-Weser AG zur Preußischen Elektrizitäts AG, die das Kraftwerk bis zur Stilllegung am 15. März 1991 betrieb.
Seit dem Bau in den Jahren 1922/23 wurde das Kraftwerk immer wieder erweitert, so dass die Stromerzeugung bis 1964 von zehn Megawatt (MW) in 1923 auf 356 MW stieg. Diese Leistung konnte bis Anfang der 1980er Jahre gehalten werden. Dann wurde die Kraftwerksleistung bis auf 60 Megawatt im Jahre 1991 reduziert. Der Grund dafür war die zurückgehende Förderung der Braunkohle in den Gruben des Borkener Braunkohlereviers.
Die Erweiterungsbauten wurden nach der Stilllegung des Kraftwerks abgerissen und das Abbruchmaterial zur Verfüllung eines Teils der Grube Gombeth verwendet. Die in den 1920er Jahren errichteten Gebäude des Kraftwerks Borken stehen unter Denkmalschutz.
Ein privater Investor erwarb die noch bestehenden Gebäude und veranstaltet dort regelmäßig Flohmärkte.
Die Stadtansicht Borkens ist durch das weithin sichtbare Wahrzeichen, den Wasserturm, geprägt. Errichtet ist er auf dem Blumenhain in direkter Nachbarschaft zum Sportstadtion. Sein Erdgeschoss liegt auf einer Höhe von 264 Meter (m) über Normalnull (üNN), die Turmspitze auf 309,5 m. Somit erreicht er eine Gebäudehöhe von 45,50 m (einschließlich Gründung 50,95 m).
Gebaut wurde er vom August 1969 bis Mai 1971. 2700 Kubikmeter (m³), meist Basaltfels, mussten ausgehoben werden um den Wasserturm zu verankern.[44] Für den Bau wurden 1223 m³ Beton und 126 Tonnen (t) Stahl verwendet. Die Kosten beliefen sich auf rund 1,2 Millionen Deutsche Mark. Seine Oberfläche besteht aus Sichtbeton mit einem beigefarbigen Schutzanstrich.
Der Turmschacht hat einen Durchmesse von sechs und eine Höhe von 32,25 Metern in acht Stockwerken. An der Außenwand des Turmes führt eine Treppe hinauf. Sie umschließt einen viereckigen Rohrschacht. Darüber befindet sich auf 4,10 m Höhe ein Aussichtsumgang mit einer Länge von 25 Metern. Er bietet eine gute Weitsicht über das Stadtgebiet und die Nachbargemeinden. Über dem Aussichtsumgang befindet sich der eigentliche Wasserbehälter, der 330 m³ Wasser fasst (85 m³ Löschwasser und 245 m³ Brauchwasser). [44]
→ Hauptartikel: Kaiserkreuz (Kleinenglis)
Ein Zeugnis von besonderer historischer Bedeutung im deutschen Reich des 15. Jahrhunderts ist das Kaiserkreuz im Borkener Stadtteil Kleinenglis. Das von einem unbekannten Bildhauer gestaltete gotische Denkmal erinnert an den Überfall von Heinrich von Waldeck, Friedrich von Hertingshausen, Werner von Hanstein und Konrad von Falkenberg auf den Herzog Friedrich von Braunschweig und Lüneburg am 5. Juni 1400.
Wilhelm Dilich schreibt hierzu in seiner Hessischen Chronica von 1605 Folgendes:[45]
„Alß auch in mittels der undüchtige Keiser Wenceslaus vonn Churfürsten des Reichs entsetzet vnd Friedrich H. Magni mit der ketten söhn Hertzog zu Braunschwig an seine statt zum Keiser erwehlet solches aber dem Bischoff zu Meintz einem gebornen von Nassau zuwider hat er durch den Grafen von Waldeck/vnd etliche Hessische vom Adel darunder auch die von Falckenberg vnd Hertingshausen auff den newerwehlten Keyser halten vnd bey Engeliß erschlagen lassen: vnd stehet noch an dem ort da die that vollnbracht ein hohes steinern creutz.“
Eine andere Deutung geht darauf zurück, dass Heinrich von Waldeck dem Herzog von Braunschweig und Lüneburg 100.000 Mark Silber schuldete und er versuchte, den Herzog gefangen zu nehmen.[46]
→ Hauptartikel: Borkener Seenland
Der Stockelache, der Singliser Surfsee, der entstehende Gombether See und das Naturschutzgebiet Borkener See in der Bergbaufolgelandschaft werden touristisch genutzt. Das Angebot reicht von Baden, Schwimmen, Tauchen über Beach-Volleyball, Surfen und Aqua-Golf bis zur Naherholung, zum Wandern und zur Naturbeobachtung.
Die Stadt Borken bietet eine Vielzahl an regelmäßigen Veranstaltungen an. Hauptveranstaltungsort ist das Bürgerhaus.[47]
Im Bürgerhaus finden zahlreiche Veranstaltungen statt, darunter am ersten Sonntag im Jahr das Borkener Neujahrskonzert. Am letzten Freitag im Januar ist es für den Neujahrsempfang reserviert. Drei Wochen vor Ostern, am Sonntag, findet der jährlich wiederkehrende Ostermarkt statt. Am ersten Sonntag im November öffnet der Borkener Kunsthandwerkermarkt seine Pforten. Die letzte regelmäßige Veranstaltung im Jahr ist der Borkener Weihnachtsmarkt am dritten Advent (Freitag bis Sonntag) im Bürgerhaus.
Das Saisoneröffnungsfest des Themenparks Kohle & Energie des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseum findet am letzten Sonntag vor Ostern statt. Der Saisonabschluss am letzten Freitag im Oktober wird ebenfalls mit einem Fest gefeiert.
Das Borkener Stadtfest findet am vierten Juni-Wochenende eines jeden Jahres in der Borkener Innenstadt statt. Es ist ein Familienfest und bietet Fahrgeschäfte, Bühnenprogramm mit Livemusik, Spiel- und Spaßangebote für Kinder, Schaubuden und einem verkaufsoffenen Sonntag. Hiermit soll eine Identifikation der Einwohner der Kernstadt mit „ihrem“ Borken gefördert werden.
Das Borkener Heimatfest am zweiten Wochenende im September in der Innenstadt und auf dem Festgelände zwischen Wasserturm und Blumenhain-Stadion soll zur Identifikation der ehemals selbstständigen Stadtteile mit der Stadt Borken bieten. Hervorgegangen ist es aus den Feiern zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Borken im Jahre 1975.
Beim Schwalm-Eder Brat- und Wurstmarkt am letzten Sonntag im September präsentieren sich Metzger und Direktvermarkter mit ihren Wurstprodukten. Die Ahle Worscht hat dabei als regionale Spezialität eine herausragende Stellung. Das Markttreiben wird durch ein reichhaltiges Wein-, Sekt- und Gewürzangebot abgerundet.
Borken ist durch kleine, mittelständische und Großbetriebe geprägt. Schwerpunkte sind Landwirtschaft, Handel, Dienstleistungsgewerbe, Logistik von Automobilzulieferern, Stromverteilung, Recycling und Banken. Ansässige Banken sind die Stadtsparkasse Borken (gegründet am 15. März 1859) und die Raiffeisenbank eG Borken (gegründet am 7. Dezember 1895).
Das Straßennetz von Borken besteht zu großen Teilen aus Landesstraßen (L3148, L3150, L3223 und L3384) und Kreisstraßen. Die überregionale Anbindung ist durch die Bundesstraße 3 (B 3) und die Bundesautobahn 49 (A 49) gegeben. Die Bundesstraße 3 führt von der Anschlussstelle Borken der A 49 über Kerstenhausen südwestlich weiter in Richtung Marburg. In der Region wird umgangssprachlich auch die Strecke von der Anschlussstelle Borken der A 49 in Richtung Gudensberg (zwischen Kleinenglis und Großenenglis über die Kalbsburg) noch als B 3 (alte B 3) bezeichnet.
Den öffentlichen Personennahverkehr in Borken organisiert der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV). Borken und der Stadtteil Singlis haben eigene Haltestellen an der Main-Weser-Bahn (bedient durch die Linie R30 und die Regiotram-Linie RT9). Das übrige Stadtgebiet und die Nachbargemeinden werden durch Buslinien verbunden.
→ Hauptartikel: Borkener Schulgeschichte
In Borken sind zwei Grundschulen und eine kooperative Gesamtschule mit Förderschulzweig ansässig. Die früher selbständige Förderschule Teichgartenschule ist seit dem Schuljahr 2005/2006 ein Förderschulzweig der Gustav-Heinemann-Schule Außenstelle Teichgartenweg. Durch diese Bezeichnung wird an die ehemalige Namensgebung erinnert.[48]
Die Mittelpunktschule Schwalmblick Kleinenglis[49] ist als Grundschule für die Stadtteile Kleinenglis, Arnsbach, Großenenglis und Kerstenhausen zuständig. Für Borken, Freudenthal, Gombeth, Lendorf, Nassenerfurth, Pfaffenhausen, Singlis, Stolzenbach und Trockenerfurth ist die Grundschule Schule am Tor in Borken zuständig.[50] Die beiden Grundschulen gehören dem Schulverbund Schwalm-Eder-Kreis/Nord an. Dazu gehören auch die Altenburgschule in Bad Zwesten und die Grundschule Neuental-Zimmersrode in Neuental-Zimmersrode
Die Gustav-Heinemann-Schule Borken ist eine kooperative Gesamtschule. Sie hat zur Zeit 35 Klassen mit 845 Schülern und 50 Lehrern. Träger der Schule ist der Schwalm-Eder-Kreis.[51] Sie bietet eine pädagogische Mittagsbetreuung[52] an.
Für Schüler aus Borken gibt es staatliche Gymnasien in Homberg (Theodor-Heuss-Schule) und Fritzlar (König-Heinrich-Schule). In Bad Zwesten-Oberurff ist die private CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff mit Realschule und Gymnasium ansässig und in Fritzlar die private Gesamtschule Ursulinenschule Fritzlar.
→ Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Borken (Hessen)
Die Stadt Borken verlieh erstmals 1971 die Ehrenbürgerwürde. Bisher wurde diese Würde sechs Bürgern zu teil. [53]
Bad Zwesten | Borken (Hessen) | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg (Efze) | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen
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