Meinestadt.de - Bönen - 21.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| |
|
||||
| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Arnsberg | ||||
| Kreis: | Unna | ||||
| Höhe: | 72 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 38,02 km² | ||||
| Einwohner: | 18.960 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 499 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 59199 | ||||
| Vorwahlen: | 0 23 83 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | UN | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 78 008
|
||||
| Gemeindegliederung: | 6 Ortsteile | ||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Am Bahnhof 7 59199 Bönen |
||||
| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Rainer Eßkuchen (SPD) | ||||
| Lage der Gemeinde Bönen im Kreis Unna | |||||
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | |||||
Bönen ist eine Gemeinde im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen. Sie gehört zum östlichen Rand des Ruhrgebietes.
Inhaltsverzeichnis |
Im Norden und Osten grenzt die kreisfreie Stadt Hamm an das Bönener Gemeindegebiet, südliche Nachbarkommune ist die Kreisstadt Unna. Westlich von Bönen liegt die Stadt Kamen (Kreis Unna).
Die Gemeinde Bönen besteht aus den sechs Ortsteilen: Altenbögge-Bönen, Bramey-Lenningsen, Flierich, Nordbögge, Osterbönen und Westerbönen.
Laut Siedlungsforscher Prof. Albert K. Hömberg war "Boine" in der vorkarolingischen Zeit der Name für einen Altsiedelraum. Dieser wurde im 10. Jahrhundert in einzelne Bauernschaften unterteilt. In alten Urkunden wird Bönen auch "Boynen", "Boinen" oder "Boine" geschrieben. Diese Schreibweise geht auf das altdeutsche Wort Bön, Bün oder Bühn zurück und drückt eine erhöhte Lage aus. Dem verstorbenen Heimatforscher Dr. Eickhoff zufolge wurde Bönen im Jahr 834 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Um das Jahr 1000 wird Bönen in den Werdener Heberegistern genannt.
Der Ort bestand zunächst nur aus einer Ansammlung von Bauernhöfen, bis 1899 der Schacht 3 (zwei Jahre später Schacht 4) der Zeche Königsborn abgeteuft wurde. Es entwickelte sich eine Bergarbeitergemeinde, die in Spitzenzeiten bis zu 20.000 Einwohner hatte. 1981 wurde die Schachtanlage geschlossen. Seither befindet sich die Gemeinde in einem Prozess des Strukturwandels. Im Norden der Gemeinde ist ein großes Industrie- und Gewerbegebiet mit vielen neuen Arbeitsplätzen entstanden.
Als Konsequenz aus der zunehmenden Verzahnung der Siedlungsgebiete erfolgte am 1. April 1951 der kommunale Zusammenschluss von Bönen und Altenbögge zur Großgemeinde Altenbögge-Bönen, die zum Amt Pelkum gehörte.
Im Rahmen der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1968 wurden die Kommunen Altenbögge-Bönen, Nordbögge, Westerbönen und Osterbönen (alle bislang dem Amt Pelkum zugehörig) sowie Bramey-Lenningsen und Flierich (beide Amt Rhynern) zur neuen Gemeinde Bönen zusammengeschlossen.
Seit den letzten Kommunalwahlen in NRW im Herbst 2004 setzt sich der Rat der Gemeinde wie folgt zusammen:
In der Liste[1] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:
| Jahr | SPD | CDU | FDP | Grüne | BgB |
|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | 62,6 % | 26,2 % | 11,2 % | ||
| 1979 | 63,5 % | 26,8 % | 9,6 % | ||
| 1984 | 62,4 % | 23,9 % | 6,4 % | 7,3 % | |
| 1989 | 67,5 % | 23,8 % | 8,7 % | ||
| 1994 | 56,0 % | 22,3 % | 3,5 % | 9,1 % | 6,3 % |
| 1999 | 48,5 % | 32,4 % | 10,9 % | 8,2 % | |
| 2004 | 56,1 % | 28,3 % | 9,5 % | 6,2 % |
Zum hauptamtlichen Bürgermeister wurde bei den Kommunalwahlen der ehemalige Kriminalbeamte Rainer Eßkuchen (SPD) mit 65,0% im ersten Wahlgang gewählt.
Das Wappen von Bönen zeigt eine rote, im Mittelalter gebräuchliche Fußfessel für Pferde, die sogenannte Haile, auf weißem Grund. Die zugehörige Gemeindeflagge ist rot-weiß belegt mit dem Wappen.
Im Kulturzentrum Alte Mühle finden neben Musik- und Theateraufführungen wechselnde Ausstellungen von Werken meist regional bekannter Künstler statt.
Im engeren regionalen Umfeld der Gemeinde bieten die Städte Unna, Kamen und Hamm zahlreiche kulturelle Angebote. Münster, Soest, Dortmund und das angrenzende Ruhrgebiet sind darüber hinaus kulturelle Anziehungspunkte. Mit dem Lichtkunstwerk „Yellow marker“ von Mischa Kuball ist Bönen im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten.
Das älteste erhaltene Bauwerk der Gemeinde Bönen ist der um 1000 n. Chr. erbaute Kirchturm der alten Kirche auf der Anhöhe Bönens. Im Mittelalter diente er als Wehrturm. Das Kirchenschiff selbst wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, als die baufällig gewordene frühgotische Kirche abgebrochen werden musste.
Eine weitere Sehenswürdigkeit Bönens ist der Ortskern von Flierich. Den Mittelpunkt Flierichs bildet die im späten 12. Jahrhundert aus weichem Anröchter Sandstein erbaute und dem Heiligen Michael geweihte evangelische Dorfkirche, umgeben von einer fürs Mittelalter typischen fachwerklichen Rundbebauung. Im Inneren birgt die Kirche einen hängenden, achteckigen Kanzelkorb mit Schalldeckel aus dem Jahr 1750. Auf dem Kirchplatz, der bis ins Jahr 1826 als Begräbnisstätte diente, steht ein Kriegerdenkmal für die Fliericher Opfer des Preußisch-Österreichischen Krieges (1866) und des Frankreichkrieges (1870-1871). Am benachbarten Dorfplatz steht das Fliericher Backhaus, ein Fachwerkbau, der neben der Backstube auch ein kleines Heimatmuseum beherbergt. Komplettiert wird das mittelalterliche Erscheinungsbild Flierichs zum Beispiel durch ein fachwerkliches Wartehäuschen der Bushaltestelle und die zahlreichen Bauerngärten.
1860 wurde in Bönen eine Turmwindmühle gebaut, die heute unter Denkmalschutz steht. Im Jahr 1969 erfolgte der Ausbau zum Kulturzentrum. Neben den regelmäßig dort stattfindenden Kunstausstellungen und Kleinveranstaltungen beherbergt die alte Mühle im Turm das standesamtliche Trauzimmer.
Das einzige Bauwerk, das von der Schachtanlage der Zeche Königsborn III/IV nach deren Schließung im Jahre 1981 erhalten geblieben ist, ist der vom Architekten Alfred Fischer im Jahr 1929 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Förderturm. Mit einer Höhe von mehr als 60 Metern ist er ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde Bönen. Am 7. August 1999 präsentierte Mischa Kuball die von ihm geplante Lichtkunst „Yellow Marker“, bei der zwei gegenüberliegende Ecken des Turms mit gelben Leuchtröhren Nachts erhellt werden. Dabei bildet der Förderturm in Bönen den Ostpol und der ebenso illuminierte Förderturm des Bergwerks Rossenray im 80 km entfernter Kamp-Lintfort den Westpol, welche die Kultur- und Industrieregion des Ruhrgebiets umschließen. Ein daraufhin gegründeter Förderverein, später dann eine Bürgerstiftung (Gründung am 14. September 2003), verfolgt das Ziel der Umgestaltung zur dauerhaften Nutzung des alten Zechenturms als Ort größerer Veranstaltungen im und um den Förderturm.
Am ehemaligen Bahnhof Lenningsen erinnert seit 1995 ein Rosenbeet mit „Elisabeth-Rosen“ an die dortige Übernachtung der britischen Königin Elisabeth II. im königlichen Sonderzug am 25. Mai 1965 während ihres ersten Deutschland-Besuchs.
1992 entstand in der neu gestalteten Gemeindemitte eine Teichanlage mit Kinderspielplatz. 2004 wurde zusätzlich ein Boule-Feld angelegt.
Südlich des Ortsteils Bönen, im Wald Südholz gelegen, befindet sich ein ausgedehnter „Trimm-Dich-Pfad“ sowie ein großer Teich.
Auf dem Bönener Gemeindegebiet sind vier Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 132 ha. ausgewiesen. Von Westen nach Osten sind dies die Gebiete Lettenbruch, Holzplatz, Sandbachtal und Horster Mühle. Das Naturschutzgebiet Seseke grenzt im Osten direkt an die Bönener Gemeindegrenze.
Bönens größtes Waldgebiet ist der teilweise zum Naturschutzgebiet erklärte Lettenbruch. Mitten durch diesen Mischwald führt die Bundesautobahn A2.
Heiliger Eichsberg Am östlichen Ortsrand befand sich eine germanische Kultstätte, hier wurden auf einem Stein unter einer "heiligen Eiche" Opfer gebracht und heidnische Götter angebetet. Diese Eiche soll mehr als ein Jahrtausend überdauert haben. Die heute noch so benannte Flur liegt am Herrenweg und ist heute eher bekannt als "Hexenberg".
Östlich des Ortsteils Bönen liegt das Naturschutzgebiet Sandbachtal. Hier, wo das Bett des Sandbachs durch einen Waldstreifen am südlichen Hang des Röhrbergs führt, hat man einen weiten Ausblick auf den Haarstrang, der die natürliche Grenze zwischen dem flachen Münsterland und dem Mittelgebirge des Sauerland bildet.
Neben dem Bahnhof Bönen an der Bahnstrecke Hamm - Hagen besitzt auch der Ortsteil Nordbögge einen eigenen Bahnhof an der Strecke Hamm - Dortmund. Beide Bahnhöfe werden zur Hauptverkehrszeit in alle Richtungen mindestens einmal stündlich durch Regionalzüge bedient.
Für den Güterverkehr verfügt auch das Industrie- und Gewerbegebiet „Am Mersch“ über einen Gleisanschluss.
Die Anbindung der verschiedenen Ortsteile an den ÖPNV ist durch Buslinien bzw. Taxibusse gewährleistet.
Seit 1995 verfügt Bönen auch über eine Autobahnanschlussstelle an der A 2. Durch die unmittelbare Nähe zum Kamener Kreuz (Autobahnkreuz der Autobahnen A 1 und A 2) liegt Bönen verkehrsgünstig sowohl an einer wichtigen Nord-Süd- als auch West-Ost-Achse.
Durch Bönen führen die folgenden Landesstraßen (L):
Der nächstgelegene Flughafen ist in ca. 20 km Entfernung der Flughafen Dortmund.
Lokale Tageszeitungen sind der Westfälische Anzeiger und die Westfälische Rundschau. In Bönen sind die Lokalradiosender Antenne Unna und Radio Lippewelle Hamm zu empfangen. Seit 1999 erscheint täglich das Boenen Portal im Internet.
Bei dem Anmeldeverfahren der Kinder im ersten Schuljahr sind die Schulbezirksgrenzen entfallen.
Neben fünf Allgemeinmedizinern und Praktischen Ärzten gibt es verschiedene Facharztpraxen (Augenarzt, Frauenarzt, HNO - Arzt, Kinderarzt, Orthopäde, Zahnarzt) sowie homöopathische Praxen. Die übergeordnete medizinische Versorgung wird durch die Krankenhäuser in den angrenzenden Städten Kamen, Unna und Hamm sichergestellt.
Bergkamen | Bönen | Fröndenberg/Ruhr | Holzwickede | Kamen | Lünen | Schwerte | Selm | Unna | Werne
en:Bönen eo:Bönen fr:Bönen nl:Bönen pt:Bönen ro:Bönen ru:Бёнен vi:Bönen vo:Bönen