Meinestadt.de - Bodenwerder - 21.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Holzminden | |
| Samtgemeinde: | Bodenwerder | |
| Höhe: | 76 m ü. NN | |
| Fläche: | 28,92 km² | |
| Einwohner: | 5784 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 200 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 37619 | |
| Vorwahl: | 05533 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HOL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 55 003 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Münchhausenplatz 1 37619 Bodenwerder |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Karl-Gerhard Sievers (SPD) | |
Bodenwerder ist eine Kleinstadt im niedersächsischen Landkreis Holzminden.
Die Stadt Bodenwerder ist Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde und liegt im Weserbergland. Bekannt geworden ist sie vor allem als Geburtsort und langjähriger Wohnsitz des „Lügenbarons“ Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort liegt zwischen Hameln und Holzminden an der Oberweser. Südöstlich davon liegt der Vogler. Bei Bodenwerder mündet die Lenne in die Weser.
In der Nähe des Klosters Kemnade entstand nach 960 n. Chr. auf einer Weserinsel gegenüber der Lennemündung eine Marktsiedlung mit Namen Insula (Werder, als ursprünglichen Sinne einer Insel in einem Fluss).
1245 kaufte Ritter Heinrich II. von Homburg vom Kloster Corvey die Siedlung und gab ihr am 29. Januar 1287 die Stadtrechte. Erste Erwähnung von „consules“ erfolgte 1284. 1289 existierte bereits eine wichtige Brücke über der Weser, die eine Verbindung zwischen den damaligen Hauptverbindungen zwischen Hameln-Paderborn und Einbeck-Frankfurt herstellte.
Um 1340 entstand durch grundherrlichen Akt eines der Homburger Bodonen eine planmäßig erbaute Anlage mit Mauern und Türmen, daher die Ableitung zum heutigen Stadtnamen aus „Bodonis insula“, „Insel des Bodo“: „Bodenwerder“.
Nach dem Aussterben der Homburger 1409 gehört die Stadt zu Braunschweig-Lüneburg, 1521 endgültig nach der Hildesheimer Stiftsfehde zum Fürstentum Calenberg unter Erich I..
Ab 1418 Erwerb von umfangreichem Forstbesitz im Vogler.
Zwischen 1460 und 1470 wurde die gotische Pfarrkirche St. Nikolai als dreischiffige Hallenkirche erbaut. Im Glockenturm befindet sich noch heute eine Glocke von 1471. 1542/43 wurde die Reformation eingeführt. In der Kirche befindet sich ein Taufstein von 1608. 1899/1900 wurde im Süden der Kirche ein neuer Chorraum geschaffen, 1960/62 erfolgte eine einschneidende Umgestaltung des Kirchenraumes mit Inventarien.
1750 zieht sich Baron Münchhausen auf sein Gut in Bodenwerder zurück und erzählt dort Freunden seine Lügengeschichten.
1886 erfolgt die erfolgreiche Erbohrung einer jodhaltigen Solequelle.
1935 erwirbt die Stadt das Herrenhaus des 1797 verstorbenen Karl Friedrich Hieronymus Freiherr von Münchhausen und nutzt es als Rathaus und integrierte ein Erinnerungszimmer an den Baron Münchhausen.
Während der Industrialisierung siedelten sich Binnenschiffswerften (u.a. Arminius-Werft) und Baustoffindustrien (u.a. ab 1946 die Vereinigten Baustoffwerke Bodenwerder, ab 1961 bekannt mit der Weltmarke Rigips) an. Bodenwerder gehört zu dieser Zeit zum Kurfürstentum Hannover.
1972 werden die Ortschaften Kemnade, Rühle, Linse und Buchhagen eingemeindet.
In Bodenwerder gibt es zwei evangelisch-lutherische Gemeinden (Pfarramt I und II) mit den Kirchen St. Nikolai und der evangelischen Klosterkirche St. Marien in Kemnade. Weiter findet sich dort die römisch-katholische Pfarrei St. Maria Königin. Daneben existiert eine neuapostolische Kirchengemeinde sowie eine freikirchliche Gruppe, die als "Generation Church" firmiert.
Im Ortsteil Buchhagen befindet sich ferner das kleine abgelegene, gebäudemäßig noch im Aufbau begriffene orthodoxe Dreifaltigkeitskloster. Es existiert seit Anfang der 1990er Jahre und ist das erste deutsche orthodoxe Kloster weltweit. Formal (kirchenrechtlich) untersteht es der Metropolie der bulgarisch-orthodoxen Diözese von West- und Mitteleuropa.
Die Landschaft um Bodenwerder ist Schauplatz von Wilhelm Raabes Roman „Alte Nester“ von 1881.
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