Meinestadt.de - Bischofswerda - 21.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Bautzen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Bischofswerda | |
| Höhe: | 304 m ü. NN | |
| Fläche: | 46,26 km² | |
| Einwohner: | 12.545 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 271 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01877 | |
| Vorwahl: | 03594 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 25 040 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Altmarkt 1 | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Andreas Erler | |
| Lage der Stadt Bischofswerda im Landkreis Bautzen | ||
| Datei:Bischofswerda in BZ.png | ||
Bischofswerda (obersorbisch Biskopicy) ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Bautzen am westlichen Rand der sächsischen Oberlausitz. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bischofswerda.
Unter Einheimischen und Umwohnenden ist auch der inoffizielle Name Schiebock für die Stadt gebräuchlich. Dieser hat nichts mit dem Begriff Schiebbock für Schubkarren zu tun, sondern stammt vom alten sorbischen Ortsnamen Přibok (gesprochen Pschiebock) für „seitwärts gelegener Ort“[2].
Inhaltsverzeichnis |
Die Kleinstadt liegt am Rande des Oberlausitzer Berglandes zirka 40 km östlich von Dresden im Landkreis Bautzen. Sie bezeichnet sich selbst als „Tor zur Oberlausitz“. Durch Bischofswerda fließt die Wesenitz.
Das Stadtgebiet wird begrenzt von Burkau im Norden, Demitz-Thumitz und Schmölln-Putzkau im Osten, Neustadt und Stolpen im Süden sowie Großharthau, Frankenthal und Rammenau im Westen.
Zu Bischofswerda gehören die folgenden Ortsteile (sorbische Bezeichnungen in Klammern):
Die mögliche Gründung Bischofswerdas erfolgte bereits zwischen 970 und 1076. Der Bischof Benno von Meißen soll den Flecken Werda im Jahre 1076 zur Stadt erhoben haben.[3] Im Jahr 1227 wird Bischofswerda zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1229 wird bereits eine Pfarrkirche genannt. Zwischen 1218 und 1227 wurde der Platz des Marktes vermessen und somit die Häuserfluchten festgelegt. 1286 erfolgt der Bau des Stadtturms (Fronfeste). Bis 1852 diente dieser Turm als Gefängnis. 1286 ist auch das Ursprungsjahr des ersten Rathauses. Im Jahr 1288 erhielt Bischofswerda seine erste Stadtmauer, aber erst 1361 wird es in einer Urkunde als Stadt bezeichnet. 1429 brannten die Hussiten die Stadt nieder. 1469 ereignete sich der zweite Stadtbrand. 1494 wird ein Bischofsteich zum Betreiben von Fischzucht angelegt, 1503 auf Geheiß des Bischofs eine Brauerei gegründet. Die Stadtherren waren bis zum 16. Jahrhundert die Bischöfe von Meißen. 1559 musste der letzte Bischof von Meißen, Johann von Haugwitz, die Stadt zusammen mit Stolpen an den Kurfürsten von Sachsen abtreten.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Rathaus politische Gegner des NS-Regimes inhaftiert und misshandelt. Vom ehemaligen Amtsgericht aus wurden Häftlinge in das "Schutzhaftlager" Bautzen überstellt.
Von 1952 bis 1994 war Bischofswerda Kreisstadt des neugebildeten Kreises Bischofswerda.
(ab 1960 Stichtag: 31. Dezember):
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1834 | 2.434 |
| 1880 | 4.778 |
| 1960 | 11.350 |
| 2004 | 13.104 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2005 | 12.962 |
| 2006 | 12.732 |
| 2007 | 12.545 |
Datenquelle ab 2000: Statistisches Landesamt Sachsen
Im Stadtrat von Bischofswerda besitzt eine gemeinsame CDU/FDP-Fraktion die Mehrheit.
Obwohl am 12. Mai 1813 ein vermutlich durch Fahrlässigkeit napoleonischer Truppen ausgebrochenes Feuer die gesamte Stadt innerhalb der Ringmauer (außer 3 Gebäuden) einäscherte, ist in Bischofswerda der mittelalterliche Stadtgrundriss außergewöhnlich gut ablesbar. Die geschlossene Innenstadtbebauung aus den Jahren nach 1813 ist fast vollständig erhalten.
Der sogenannte Bischofssitz beherbergt heute die Stadtbibliothek, das Heimatmuseum und die Carl-Lohse-Galerie.
Im Jahr 1549 erfolgte der Bau des zweiten Rathauses, welches zur Ausübung der Amtsgeschäfte des Rates diente. Dieses Rathaus stand an der Stelle des heutigen, seine zwei Giebel zeigten nach dem Markt.
1763 wurde das alte Rathaus abgebrochen. Teile seiner Grundmauern konnten 2007 bei Grabungsarbeiten auf dem Altmarkt wiederaufgefunden und in die neue Marktplatzgestaltung einbezogen werden.
Seit 2007 konnten restauratorische Untersuchungen im Rathaus immer wieder originale Wanddekorationen freilegen, die in die Sanierung 2009 einfließen werden.
Sehenswert ist die Christuskirche, die nach dem Stadtbrand von 1813 von Gottlob Friedrich Thormeyer unter Einbeziehung der alten Mauern bis 1818 [5] wiederaufgebaut wurde. Darauf verweisen vor allem die erhaltenen gotischen Stützpfeiler auf der Südseite, die statisch nicht mehr nötig wären. Die erste Kirchenorgel von 1571 ging bei dem Brand ebenfalls verloren, eine neue Orgel wurde 1825 in Betrieb genommen.[6] Den Namen Christuskirche verdankt die Kirche Kanzel- und Altarbild von 1889 sowie dem Mosaik vom Portal (1907) von Josef Goller, welches von der Fa. Villeroy & Boch hergestellt wurde. Osmar Schindler schuf 1927 das Sakristeigemälde Christus, das Licht der Welt, konnte es jedoch nicht mehr vollenden. 1941 wurden die Glocken eingezogen, aber in Hamburg wiederentdeckt (Rückkehr 1948).[7] Die letzte Innensanierung wurde 1990 bis 1991 durchgeführt. 2004 bis 2005 erfolgte eine Außensanierung, bei der auch die klassizistische Graufarbigkeit der Fassade - auf original erhaltenen Zeichnungen von Thormeyer nachweisbar - nach kontroversen Diskussionen rekonstruiert wurde.[8]
In der Innenstadt befinden sich vier Parkanlagen, namentlich Lutherpark, Schillerpark, Goethepark und Käthe-Kollwitz-Park.
Der 1957 angelegte Tierpark Bischofswerda ist mit circa einem Hektar Fläche der "kleinste Zoo Sachsens".[14] Schwerpunkte des Tierparks liegen in den Bereichen "Bären", "einheimische Tiere" und "Haustiere".
Sportbegeisterte können sich im Wesenitzsportpark betätigen, dieser verfügt über eine große Turnhalle und ein Stadion. Über die Stadt verteilt finden sich noch weitere Turnhallen und Sportplätze, die sowohl von Vereinen als auch von den Schulen der Stadt genutzt werden. Bischofswerda hat auch eine Bowlingbahn (Süßmilchstraße) und Möglichkeiten zum Kegeln (Gaststätte Bürgergarten) sowie ein Freibad. Auch gibt es in der Nähe des Kulturhauses einen Skatepark.
Der bekannteste Sportverein der Stadt ist der Bischofswerdaer FV 08, der zweimal den Aufstieg in die DDR-Oberliga schaffte. Ein Hundesportverein findet sich am Ortsausgang in Richtung Schmölln. Des Weiteren gibt es in Bischofswerda einen Handballverein, den VfB 1999 Bischofswerda, in dem die 1. Frauenmannschaft bereits Oberliga spielte.
Bischofswerda heißt umgangssprachlich auch Schiebock, was die Volksetymologie irrtümlich von dem schubkarrenähnlichen einrädrigen Gefährt ableitet, mit dem die Bauern der Region früher ihre Waren auf den Markt fuhren. Regelmäßig finden in der Stadt die sogenannten Schiebocker Tage statt. Höhepunkt sind dabei die Weltmeisterschaften im Schiebockrennen, bei dem die Wettkämpfer beladene Schiebocke um die Wette über grobes Kopfsteinpflaster durch die Stadt karren. Ebenso zählen die jährlich auf der kleinen Waldbühne im Stadtwald von Bischofswerda stattfindenden Veranstaltungen zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt. Die Spielgemeinschaft Gojko Mitic Bischofswerda e. V. veranstaltet seit 1993 auf der Waldbühne Bischofswerda Deutschlands kleinste Karl-May-Spiele mit den jüngsten Darstellern. In jedem Jahr besuchen bis zu 6000 Zuschauer die zehn bis 16 Vorstellungen auf der kleinen Freilichtbühne mit 400 Sitzplätzen im Stadtwald von Bischofswerda. In den jährlichen Neuinszenierungen wirken 30 bis 50 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren und zahlreiche Tiere mit. Neben bis zu sechs Pferden spielten in den vergangenen Jahren schon Esel, Bärenkinder, Ziegen, Hunde, Tauben, eine Riesenschlange und ein Greifvogel mit. Seit 2002 gibt es auch eine Erwachsenenbesetzung. In ihr spielen ehemalige Kinderdarsteller und Eltern.
Die Stadt liegt an der Eisenbahnstrecke Dresden-Görlitz. Eine direkte Bahnverbindung besteht auch nach Zittau und Liberec. Wichtigste Straßenverbindung ist die Bundesstraße 6 nach Dresden bzw. in östliche Richtung über Bautzen nach Görlitz zur polnischen Grenze. Etwa 6 Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich die Anschlussstelle Burkau zur A 4. In Zukunft wird die Stadt wahrscheinlich ein wichtiger Standort der deutschen Solarindustrie sein. Das kanadische Unternehmen ARISE Technologies nahm am 17. April 2008 seine erste Produktionslinie für Solarzellen in Betrieb. Als erste Großkunden konnten die Berliner Solon AG, sowie der renommierte Solarmodul-Produzent Aleo Solar gewonnen werden.
Schon länger etabliert haben sich die Branchen Stahl- und Metallbau, Werkzeug- und Formenbau, sowie die Metallverarbeitung. Die Firma Roth Umwelttechnik fertigt hier schon seit 1991 Regenwasser-Flachspeicher nebst der dazugehörigen Pump- und Nachspeisemodule. Ebenfalls im Programm sind Kleinkläranlagen. Noch länger ansässig ist hier die Firma SchoPlast im Bereich Duroplast- und Thermoplastverarbeitung. Etwas kleiner dimensioniert sind in Bischofswerda die traditionellen Industrie- und Handwerkszweige Fleischverarbeitung und Wurstkonservierung. Daneben spielt auch noch die Herstellung von Holzspielzeug und künstlerischer Töpferwaren eine größere Rolle, sowie der Schornstein-, Ofen- und Kaminbau, die Natursteingewinnung und -verarbeitung als auch die Maßanfertigung orthopädischer Schuhe.
Über das Lokalgeschehen in und um Bischofswerda berichtet die Sächsische Zeitung, der WochenKurier sowie der Oberlausitzer Kurier.
Die Stadt Bischofswerda verfügt über drei Grundschulen (davon eine in Goldbach), eine Mittelschule und das Goethe-Gymnasium. Des Weiteren sind eine Berufsfachschule für Wirtschaft und eine Schule zur Lernförderung ansässig.
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