Meinestadt.de - Bingen am Rhein - 21.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Mainz-Bingen | |
| Höhe: | 89 m ü. NN | |
| Fläche: | 37,74 km² | |
| Einwohner: | 24.590 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 652 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55411 | |
| Vorwahlen: | 06721-06725 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MZ, früher: BIN | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 39 005 | |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Burg Klopp 55411 Bingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Birgit Collin-Langen (CDU) | |
Bingen am Rhein ist eine Stadt im Landkreis Mainz-Bingen und liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Name der Siedlung war Bingium, keltisches Wort eventuell für „Loch im Fels“, Bezeichnung für die Untiefe hinter dem Mäuseturm, bekannt als Binger Loch. Bingen war Ausgangspunkt der Ausoniusstraße, einer römischen Militärstraße, welche die Stadt mit Trier verband. Bekannt ist Bingen unter anderem durch die Geschichte um den Binger Mäuseturm, in dem angeblich der Mainzer Bischof Hatto von Mäusen gefressen wurde. Die Stadt war 2008 nach Kaiserslautern und Trier Ausrichterin der dritten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau.
Inhaltsverzeichnis |
Bingen befindet sich unmittelbar südöstlich des Rheinknies am Binger Wald, der sich westlich der Stadt erhebt. Nördlich ragt auf der anderen Rheinseite das Rheingaugebirge, der südwestlichste Ausläufer des Taunus (Hessen), auf. In Bingen mündet die Nahe in den Mittelrhein. Bingen bildet den südlichen Abschluss des UNESCO-Weltkulturerbes Mittelrhein. Der Rochusberg wird nahezu vollständig vom Stadtgebiet umschlossen.
Der Jahresniederschlag beträgt 564 mm. Die Niederschläge sind niedrig. Sie liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
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(jeweils zum 31. Dezember)
| Jahr | 1998 | 2000 | 2002 | 2004 | 2006 | |
| Einwohner | 24.821 | 24.710 | 24.786 | 24.849 | 24.587 |
Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische (gallische) Siedlung mit Namen „Binge“ (=Graben). Anfang des ersten Jahrhunderts AD wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in "Bingium". Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Brückenkopfkastell. Durch den Presbyters Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika.[1][2] Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz.[3] Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.
Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.
1792-1813 war die Stadt als Teil des Département Donnersberg französisch, nachdem französische Revolutionstruppen die linke Rheinseite besetzt hatten. 1816 kam die Stadt nach dem Wiener Kongress an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt, der heutige Stadtteil Bingerbrück an die Rheinprovinz des Königreichs Preußen. Dadurch wurde es Grenzstadt bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871. Am 7. Juni 1969 wurde die früher preußische[4] Gemeinde Bingerbrück eingemeindet. Am 22. April 1972 folgte die Eingemeindung von Dromersheim und Sponsheim. Den Namenszusatz „am Rhein“ trägt die Stadt seit dem 1. Juli 1982.[5]
Zur Landesgartenschau 2008 in Bingen erfuhren die Rheinanlagen in der Stadt umfangreichen Modernisierungen.
Der Stadtrat aus Bingen am Rhein setzt sich aus 36 Stadtratsmitgliedern zusammen. Oberbürgermeisterin ist seit 1996 die CDU-Politikerin Birgit Collin-Langen. Ihr Stellvertreter ist der CDU-Politiker Thomas Feser.
| SPD | CDU | Grüne | FDP | FWG | Gesamt | |
| 2004 | 10 | 18 | 3 | 3 | 2 | 36 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)
Das Wappen zeigt den Heiligen Martin beim Teilen des Mantels, sowie das Mainzer Rad.
| Größte Weinbaugemeinden im Anbaugebiet |
Rang nach Rebfläche (innerhalb von RLP) |
Bestockte Rebfläche |
Rebsorten | |
|---|---|---|---|---|
| Weißwein | Rotwein | |||
| ha | % | |||
| 26228 | 67,4 | 32,6 | ||
| Worms | 3 | 1490 | 59,6 | 40,4 |
| Nierstein | 6 | 783 | 75,6 | 24,4 |
| Alzey | 8 | 769 | 69,0 | 30,1 |
| Westhofen | 9 | 764 | 68,7 | 31,3 |
| Alsheim | 10 | 704 | 69,3 | 30,7 |
| Bechtheim | 11 | 654 | 70,2 | 29,8 |
| Ingelheim am Rhein | 12 | 641 | 45,1 | 54,9 |
| Flörsheim-Dalsheim | 13 | 635 | 65,0 | 35,0 |
| Bingen am Rhein | 15 | 590 | 72,6 | 27,4 |
| Saulheim | 16 | 508 | 72,2 | 27,8 |
| Osthofen | 20 | 464 | 67,8 | 22,2 |
| Guntersblum | 21 | 461 | 71,8 | 28,2 |
| Dittelsheim-Heßloch | 23 | 446 | 68,6 | 31,4 |
| Stadecken-Elsheim | 24 | 433 | 69,2 | 30,8 |
| Quelle: Weinbau 2005/2006. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz Bad Ems, Mai 2006. |
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Die Region ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt, zumal sich in Bingen drei Weinanbaugebiete (Rheinhessen, Mittelrhein und Nahe) treffen. Die Stadt ist auch Namensgeber für den Bereich Bingen im Weinrecht.
Andere Industrien, die sich früher aufgrund des Hafens in Bingen angesiedelt hatten, sind im Laufe der Jahre abgewandert. Die heutigen Dienstleistungsgewerbe befinden sich hauptsächlich im Industriegebiet (Autobahnabfahrt Bingen-Ost / Kempten / Industriegebiet) und im Gewerbepark Scharlachberg.
Aber auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.
Der Hauptbahnhof Bingen/Rhein liegt im Stadtteil Bingerbrück. Er wird als regionaler Bahnhof von Intercitys sowie einer ICE-Linie angefahren, siehe auch Liste der Intercity-Bahnhöfe und Liste der Intercity-Express-Bahnhöfe.
Der Bahnhof Bingen/Rhein Stadt liegt zwei Kilometer weiter östlich, direkt gegenüber dem historischen Hafenkran. Dieser Bahnhof ist nur für den Nahverkehr von Bedeutung. Darüber hinaus gibt es noch einen Haltepunkt in Bingen-Gaulsheim. Die Entstehung zweier Bahnhöfe ist historisch bedingt, da der Hauptbahnhof Bingen früher ein preußischer Grenzbahnhof war, während der Stadtbahnhof zur Hessischen Ludwigsbahn gehörte.
Die Haltepunkte Drususbrücke an der Strecke Bingen Hbf-Bad Kreuznach bzw. die Haltepunkte Bingen-Kempten und Büdesheim-Dromersheim an der Strecke Bingen/Rhein Stadt–Alzey werden nicht mehr bedient.
Siehe auch Eisenbahntrajekt Bingen-Rüdesheim.
Bingen liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen 60 und 61, die durch die Bundesstraße 9 angeschlossen werden.
Von Bedeutung ist nur noch der Personenverkehr. Der Güterhafen ist aufgegeben. Der ehemalige Winterhafen ist heute Yachthafen.
Es gibt Anleger der Touristiklinien Köln-Düsseldorfer, Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt und der Rösslerlinie. Eine Personen- und eine Autofähre verbinden Bingen mit Rüdesheim (siehe Liste der Rheinfähren).
Bis zum Ende der 1970er Jahre war Bingen Lotsenstation.
Bingen war vom 18. April bis 19. Oktober 2008 Gastgeber für die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz. Die Veranstaltung wurde entlang von 2,8 Kilometer Rheinufer auf 24 Hektar Ausstellungsfläche durchgeführt. Mit 1,3 Millionen Besuchern wurde die erwartete Zahl von mindestens 600.000 Personen deutlich übertroffen.[7]
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