Montag, 21.05.2012



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Billigheim

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Billigheim im Odenwald. Billigheim-Ingenheim ist eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Billigheim
Billigheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Billigheim hervorgehoben
49.3477777777789.2544444444445226Koordinaten: 49° 21′ N, 9° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 226 m ü. NN
Fläche: 48,97 km²
Einwohner: 5881 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74842
Vorwahl: 06265
Kfz-Kennzeichen: MOS
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 009
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Sulzbacher Straße 9
74842 Billigheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Reinhold Berberich (parteilos)
Lage der Gemeinde Billigheim im Neckar-Odenwald-Kreis
Datei:Billigheim in MOS.png

Billigheim ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Neckar-Odenwald-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Billigheim liegt im Bauland am Rande des Odenwaldes ca. 12 km östlich von Mosbach. Die Muschelkalkböden werden von der Schefflenz entwässert.

Nachbargemeinden und -städte sind: Roigheim, Möckmühl, Neudenau und Gundelsheim im Landkreis Heilbronn, sowie Neckarzimmern, Mosbach, Elztal und Schefflenz im Neckar-Odenwald-Kreis.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Billigheim besteht aus fünf Ortsteilen. Sulzbach ist mit 1.803 Einwohnern (am 31. Dezember 2007[2]) der bevölkerungsreichste Ortsteil der Gemeinde, gefolgt von Billigheim (1.772 Einwohner), Allfeld 1.254 (Einwohner), Waldmühlbach (633 Einwohner) und Katzental (463 Einwohner). Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt in der Form „Billigheim, Ortsteil …“. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[3]

Zum Ortsteil Allfeld gehören das Dorf Allfeld, die Höfe Eichhof, Gänslacherhof, Ober Bichelbacherhof (auch Beutelhof), Schopfenhof, Se(e)lbacherhof, Unter Bichelbacherhof (vgl. Ober Bichelbacherhof), das Gehöft Assulzer(Aüßer)hof und das Haus Untere Mühle (Sägmühle). Zum Ortsteil Billigheim gehören das Dorf Billigheim, der Weiler Schmelzenhof, der Ort „Stuhlseite, Mühle“ und die Häuser Ziegelhütte. Zu dem Ortsteil Sulzbach gehören die vier Talhöfe und der Gätschebergerhof, zu dem es jedoch keine direkte Verbindungsstraße gibt und daher von dem Ortsteil Katzental leichter zu erreichen ist. Zu den Ortsteilen Katzental und Waldmühlbach gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer.
Im Ortsteil Allfeld liegen die Wüstungen Selbach, Troppeneyhof und Marsel, dessen Lage nicht genau bekannt ist. Im Ortsteil Billigheim liegt die Wüstung Weilersberg, im Ortsteil Katzental die Wüstung Kröselingen und im Ortsteil Waldmühlbach liegen die Wüstungen Woluesloch und Inneres und mittleres Höflein.[4]

Geschichte

Ungefähr im Jahre 1000 gründete Bischof Heinrich von Würzburg ein Benediktinerinnenkloster in Billigheim, wovon die erste Erwähnung des Ortes als „Closter Bullikhemb“ zeugt. Der vermutliche ältere Ort wurde wohl von einem fränkischen Regionalfürsten aus der Familie von Bulling gegründet. Im Jahr 1238 wurde das Kloster auf Wunsch der Nonnen in ein Zisterzienserinnenkloster umgewandelt und erlebte noch im 13. Jahrhundert seine Blüte, während der es bis zu seiner Auflösung auch die Ortsherrschaft inne hatte.

1361 wurden Dorf und Kloster kurmainzisch und wurde von der Kellerei Allfeld verwaltet. 1462 wurde Billigheim vom Pfalzgrafen Ludwig von Zweibrücken belagert und angegriffen. Unter Kommando von Hans von Gemmingen konnte der Ort aber erfolgreich verteidigt und die Angreifer geschlagen werden. Durch Bauernkrieg und Reformation im 16. Jahrhundert wurde das Kloster geschwächt und 1584 schließlich von Erzbischof Wolfgang von Dalberg aufgehoben. Der Keller von Allfeld war zugleich Hofmeister zu Billigheim. Um 1700 wurde der Sitz der Kellerei von Allfeld nach Billigheim verlegt.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss fiel die Kellerei Billigheim 1803 als Grafschaft Leiningen-Billigheim an die Familie Leiningen. Die Grafen errichteten 1803 im Ort ein Schloss, das allerdings im Jahre 1902 durch ein Feuer vernichtet wurde.

Seit der Gründung des Rheinbunds 1806 gehört Billigheim zum Großherzogtum Baden. Es gehörte zum Amt Mosbach und ab 1936 zum Landkreis Mosbach.

Die heutige Gemeinde Billigheim entstand am 1. Januar 1974 durch Vereinigung der Gemeinden Allfeld, Billigheim, Katzental und Waldmühlbach. Die Gemeinde Sulzbach wurde am 1. Februar 1974 eingemeindet. Da bei der Kreisreform 1973 der Landkreis Mosbach aufgelöst wurde, fiel die Gemeinde an den Neckar-Odenwald-Kreis.

Einwohnerentwicklung

Jahr Ortsteil Gemeinde
1871 3830 [5]
1880 3937 [5]
1890 3570 [5]
1894 880 [6]
1900 3606 [5]
1910 3724 [5]
1925 3622 [5]
1933 881 [7] 3620 [5]
1939 824 [8] 3380 [5]
1945 969 [8]
1950 4817 [5]
1956 4495 [5]
1961 4617 [5]
1970 5292 [5]
1987 5309 [5]
2000 5853 [5]
2007 1772 [9] 5881 [5]

Religionen

Billigheim und seine Ortsteile sind aufgrund der historischen Zugehörigkeit zu Kurmainz und zum Deutschen Orden vorwiegend römisch-katholisch geprägt. Es gibt jedoch auch eine evangelische Gemeinde in dem Ort.

Datei:Billigheim Denkmal Synagoge.JPG
Denkmal für die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger

Seit dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Billigheim eine jüdische Gemeinde. 1804 wurde eine Synagoge in der Schefflenztalstraße erbaut. 1842 lebten 140 Juden in Billigheim. Diese Zahl verringerte sich in der Folgezeit. 1933 lebten noch 30 jüdische Bürger im Ort. Die letzten zehn verbliebenden jüdischen Gemeindemitglieder wurden am 22. Oktober 1940 ins Internierungslager Gurs deportiert. Mindestens sieben von ihnen starben dort oder in Auschwitz. Die Synagoge wurde 1990 abgerissen. Das Türgewand der Synagoge blieb erhalten und ist heute eine Gedenkstätte.[10][11]

Politik

Rathaus von Billigheim

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen vom 13. Juni 2004 brachten folgendes Ergebnis:

Partei Stimmen +/- Sitze +/-
CDU 64,8% (+6,4) 13 (+2)
VUB 32,6% (−9,0) 6 (−1)
Andere 2,6% (+2,6) 0 (=)

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

1974–1982 Hermann Rieth
1982–2000 Ronald Schwammel
seit 2001 Reinhold Berberich

Im zweiten Wahlgang am 1. Februar 2009 wurde Reinhold Berberich mit 43,59 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen für eine zweite Amtszeit bestätigt.

Wappen

In geteiltem Schild oben in Blau schräggekreuzt ein goldener (gelber) Krummstab und ein goldenes (gelbes) Patriarchenhochkreuz mit Kleeblattenden, beide umschlungen von einem silbernen (weißen) Tuch, unten in Silber (Weiß) ein achtspeichiges Rad. Das Wappen erinnert mit Krummstab und Kreuz an das ehemalige Frauenkloster in Billigheim und mit dem Rad an die mainzische Ortsherrschaft vor 1803 (Mainzer Rad).

Gemeindepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Billigheim war bis 1965 durch die Schefflenztalbahn nach Oberschefflenz an das überregionale Streckennetz angebunden.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde Billigheim gibt es neben einer Grund- und Hauptschule im Ortsteil Billigheim, wobei die Kinder der Klassen 1 und 2 aus Billigheim, Katzental und Waldmühlbach in der Grundschule in Waldmühlbach untergebracht sind, auch je eine Grundschule in Allfeld und in Sulzbach. Außerdem gibt es fünf Kindergärten in der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche St. Michael

In der Ortsmitte von Billigheim befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Michael, die im 12. Jahrhundert als Klosterkirche des Klosters Billigheim erbaut wurde. Nach Aufhebung des Klosters 1584 wurden die restlichen Klostergebäude abgerissen. 1971-75 wurde die Kirche renoviert und durch einen Erweiterungsbau und einen freistehenden Turm zu ihrer heutigen Gestalt vergrößert. Der eichenhölzerne Dachstuhl des Langhauses aus dem 12. Jahrhundert gilt als große Kostbarkeit.

Bei der Pfarrkirche St. Michael befindet sich die Remise, ein Wirtschaftsgebäude, das 1625 aus den Steinen des abgebrochenen Konventsgebäudes des Klosters errichtet wurde und seit den 1970er Jahren Kindergarten ist. Die Remise trägt das Wappen von Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg.

Das alte Schul- und Rathaus mit dem markanten Glockentürmchen wurde 1838 errichtet. Im Ort befinden sich zahlreiche weitere historische Anwesen und Bildstöcke. Die evangelische Kirche ist eine ehemalige, später erweiterte Notkirche von 1964.

Am Arcoplatz ist die Apsis der ehemaligen gotischen Pfarrkirche zu sehen. An dieser Stelle wurde bereits im 9. oder 10. Jahrhundert eine hölzerne Kapelle errichtet, die dem Erzengel Michael geweiht war. Hier befand sich auch der Friedhof des Ortes. Die Kapelle wurde im 11./12. Jahrhundert durch einen Brand zerstört. Im 13. Jahrhundert wurde als Nachfolgebau die gotische Pfarrkirche St. Michael gebaut. Diese diente bis zur Aufhebung des Klosters als Pfarrkirche. Seither wurde die Klosterkirche als Pfarrkirche genutzt und der alte Bau diente zunächst noch als Friedhofskapelle. Den Namen erhielt dieser Platz von den Grafen von Leiningen-Billigheim zur Erinnerung an Gräfin Gabriele von Leiningen, geb. von Arco.

Gedenkstätten

Eine Gedenktafel an der Friedhofshalle sowie das Türgewand der ehemaligen Synagoge in der Schefflenztalstraße erinnern an die Deportation der jüdischen Frauen und Männer des Ortes, von denen mindestens sieben durch den NS-Terror ums Leben kamen.[1]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Einzelnachweise

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Weblinks

Commons Commons: Billigheim – Bilder, Videos und Audiodateien
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