Meinestadt.de - Bedburg - 21.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis | ||
| Höhe: | 70 m ü. NN | ||
| Fläche: | 80,21 km² | ||
| Einwohner: | 24.859 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 310 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 50181 | ||
| Vorwahlen: | 02272, 02463 (Kirchherten und Grottenherten) | ||
| Kfz-Kennzeichen: | BM | ||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 004
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Rathaus 1 50181 Bedburg |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Gunnar Koerdt | ||
| Lage der Stadt Bedburg im Rhein-Erft-Kreis | |||
Bedburg ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rheinland in Nordrhein-Westfalen, mit rund 25.000 Einwohnern. Die Stadt gehört zum Rhein-Erft-Kreis im Regierungsbezirk Köln.
Inhaltsverzeichnis |
Bedburg liegt linksrheinisch in der Kölner Bucht zwischen den Großstädten Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach und Aachen und grenzt an den Naturpark Kottenforst-Ville sowie im Uhrzeigersinn an folgende Städte und Gemeinden: Jüchen, Grevenbroich, Rommerskirchen, Bergheim, Elsdorf, Titz und indirekt Erkelenz.
Der Fluss Erft verläuft in seiner breitesten Bahn durch Bedburg. Ebenso gibt es in Bedburg den Kasterer See und Peringsmaar. Es ist geplant, den Peringsmaar an die Erft zu verbinden.
Das Wappen in der heutigen Form existiert auf Grund eines Ratsbeschlusses seit der kommunalen Neugliederung und dem sogenannten „Köln-Gesetz“, das die fünf Orte Bedburg, Kaster, Königshoven, Lipp und Pütz zur Stadt Bedburg zusammenschloss. Es zeigt in der oberen Hälfte einen silbernen gekrönten, zweigeschwänzten wachsenden Löwen auf rotem Grund mit rot ausgeschlagener Zunge und fünf silberne rautenförmige silberne Schindeln (für die fünf Orte). In der unter unteren Hälfte einen fünflätzigen blauen Turnierkragen und darunter in der Mitte ein leeres kleines rotes Schild.
(jeweils zum 31. Dezember)
Der Ort Bedburg wurde 893 erstmals im Urbar der Abtei Prüm erwähnt und erstmals 1295 als Stadt („oppidum“) bezeichnet. Im Mittelalter war Bedburg und das benachbarte (heute zu Bedburg gehörende) Kaster[Anmerkung 1] Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Kölner Erzbischöfen und den Grafen (späteren Herzögen) von Jülich um die Machtfrage im Erftraum.
Die Stadt Bedburg in ihrer heutigen Form ist aber noch jung. Zum 1. Januar 1975 wurden die damaligen Städte Bedburg und Kaster sowie die damaligen Gemeinden Lipp, Königshoven und Pütz durch das Köln-Gesetz zur neuen Stadt Bedburg zusammengelegt. Die damaligen Ämter Bedburg und Königshoven wurden aufgelöst. Durch den Braunkohleabbau im Rheinischen Braunkohlerevier mussten seit den 1950er Jahren mehrere Ortschaften mit insgesamt fast 7.000 Einwohnern innerhalb des Stadtgebiets umgesiedelt werden, darunter auch der 1311 erstmals erwähnte Ort Königshoven. Mittlerweile hat die Stadt Bedburg knapp 25.000 Einwohner.
Historische Bedeutung erlangte Bedburg in den 1580er Jahren im Zusammenhang mit dem direkten Vorläufer des Dreißigjährigen Krieges, dem so genannten „Kölnischen Krieg“ oder „Truchsessischen Krieg“ (1582–1587). Auslöser war die versuchte Einführung der protestantischen Lehre im Erzstift (Kurfürstentum) Köln durch den bisherigen Erzbischof Gebhard I. von Waldburg ab dem Jahre 1581. Zugleich wollte er das Erzstift in ein weltliches Fürstentum mit dynastischer Erbfolge umwandeln und selber die Gräfin von Mansfeld, eine ehemalige Stiftsnonne, heiraten. Der Erzbischof verstieß damit gegen Reichsrecht und wurde deshalb 1583 abgesetzt. Das Domkapitel wählte den Wittelsbacher Herzog Ernst von Bayern, der bereits das wichtige Fürstbistum Lüttich und ab 1584 auch Münster regierte, zum neuen Erzbischof und Kurfürsten. Der neue Kirchenfürst war zwar nicht als theologisch versierter Seelsorger hervorgetreten, wohl aber als radikaler Befürworter einer rigorosen Gegenreformation und von Hexenverfolgungen, da für ihn „Ketzer“ und Hexen als Diener des Teufels beinahe identisch waren.
Unterstützung fand Gebhard Truchsess von Waldburg in seinem mächtigen Lehnsmann, dem Grafen Adolf von Neuenahr, der zugleich auch Herr von Bedburg war. Der Graf hatte in seinen Herrschaften Moers und Bedburg die protestantische Lehre eingeführt und wurde dabei von der Bevölkerung unterstützt, nicht zuletzt von den wohlhabenden Bauern, die als Meinungsmacher in der ländlich geprägten Gemeinde fungierten. Im Jahre 1584 wurde Bedburg von den katholischen Truppen unter dem Kommando des Grafen Werner von Salm-Reifferscheidt-Dyck belagert und 1585 schließlich erobert. Das umliegende Land war weitgehend verwüstet.
Ein Vorläufer des Dreißigjährigen Krieges war dieser Krieg insofern, als in großem Maße Söldnerheere das Land verwüsteten, Kirchen niederbrannten (in zwei Fällen sogar mit der darin versammelten Gemeinde!) und systematisch plünderten – auch in den Gebieten, die ihrem Dienstherren unterstanden. Mit dem Ende der Kampfhandlungen waren die Leiden der Bevölkerung jedoch noch nicht beendet. Nun beherrschten Räuberbanden, vermutlich entlassene Söldner, das Umland zwischen der Erft und dem Rhein. Aber auch die katholische Burgbesatzung von Bedburg betätigte sich als Wegelagerer. Im Jahre 1587 machten die spanischen und bayerischen Söldner des Grafen von Salm-Reifferscheidt-Dyck bei Jüngersdorf (heute Ortsteil von Köln) einen ganzen Handelszug nieder, ohne dass sie dafür zur Rechenschaft gezogen wurden. Wir müssen davon ausgehen, dass zahlreiche oder alle Mordtaten, die später dem Werwolf von Bedburg angelastet wurden, in Wirklichkeit von diesen Banden verübt wurden.
Trotz der endgültigen Niederlage des abgesetzten Erzbischofs Gebhard von Waldburg unternahm das Haus der Grafen von Neuenahr im Jahre 1589 einen letzten Versuch, die Herrschaft über Bedburg mit Hilfe niederländischer Söldner wiederzuerlangen. In dieser Situation sah sich Graf Werner möglicherweise gezwungen, die drohende Unterstützung der Bevölkerung für die Angreifer durch ein brutales Exempel an einem führenden Kopf der Protestanten zu statuieren. Hier ist möglicherweise der Hintergrund für den spektakulären und zugleich einzigartigen Werwolfprozess gegen den als wohlhabend und einflussreich geschilderten Bauern Peter Stübbe (auch Stubbe oder Stump genannt) zu suchen. Vermutlich wird sich nie mehr klären lassen, ob der Mann wirklich dreizehn Frauen und Kinder ermordet hat oder ob die ihm zur Last gelegten Mordtaten auf das Konto von marodierenden Söldnern und Räubern gingen. Es gibt jedoch genügend Indizien dafür, dass die äußerst grausam und vor aller Augen vollzogene Hinrichtung, bei der auch Angehörige des hohen Adels (vermutlich sogar der Kurfürst selber) zugegen waren, vornehmlich dazu diente, die als konfessionell unsicher eingestufte Bevölkerung nachhaltig einzuschüchtern. In der Tat finden sich in den Jahren nach 1589 keine Hinweise mehr auf ein Bekenntnis zum Protestantismus in der Herrschaft Bedburg.
Im Jahr 1839 erwarben Mitglieder des rheinischen ritterbürtigen Adels das Bedburger Schloss und eröffneten darin am 1. Mai 1842 die Rheinische Ritterakademie, dem Vorläufer des heutigen „Silverberg Gymnasiums“. Sie war bis 1850 nur dem Adel zugänglich, ab dann aber auch bürgerlichen Schülern und wurde 1929 in das „Städtische Realgymnasium Bedburg“ umgewandelt.
| Partei / Wahl |
CDU | SPD | Bündnis 90/ Die Grünen | FDP | FWG |
|---|---|---|---|---|---|
| Ergebnisse der Ratswahl[1] | 49,7 % | 30,1 % | 3,9 % | 4,5 % | 11,9 % |
| Gewinn/Verlust | -11,9 % | -2,1 % | +0,9 % | +2,0 % | +11,9 % |
Bei der Wahl zum Bürgermeister wurde Gunnar Koerdt, CDU, mit 52,1 % der Stimmen gewählt.
Bedburg unterhält eine Städtepartnerschaft mit Vetschau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg.
Bedburg verfügt an der A 61 über einen eigenen Autobahnanschluss. Folgende Autobahnen und Bundesstraßen befinden sich in unmittelbarer Nähe des Stadtgebiets bzw. sind in wenigen Autominuten zu erreichen: A 44, A 540, A 46, A 4, B 477, B 55, B 59, B 264
| Linie | Linienbezeichung | Linienverlauf |
|---|---|---|
| RB38 | Erftbahn | Köln–Bergheim–Bedburg–Grevenbroich–Neuss–Düsseldorf |
| RB38 | Erftbahn | Horrem–Bergheim–Bedburg |
Die ehemalige Linie Düren-Bedburg-Neuss ist dem Tagebau Hambach zum Opfer gefallen.
| Linie | Linienverlauf |
|---|---|
| 987 | Bedburg Mitte – Kirch-/Grottenherten – Klein-/Kirchtroisdorf – Kaster |
| 988 | Elsdorf Busbahnhof–Oberembt–Bedburg Bf |
| 975 | Erftstadt–Horrem–Bergheim–Bedburg |
| 924 | Bedburg Bf–Bedburg-Rath–Bergheim–Niederaußem |
In Bedburg befinden sich zahlreiche Rad und Wanderwege. Darunter die Kaiser-Route, Wasserburgen-Route und den Erft-Radweg.
Die nächsten Flughäfen sind
Die nächstgelegenen Häfen sind der Neuss-Düsseldorfer Hafen und die Kölner Häfen.
Am 1. August 1883 wurde die Zuckerfabrik Bedburg gegründet. Am 18. Mai 1995 schloss sich die Zuckerfabrik Bedburg mit der Zuckerfabrik Jülich zu einem neuen Unternehmen zusammen. Hierauf wurde die Zuckerfabrik Bedburg am 31. März 1997 geschlossen. Zuletzt hatte sie noch 127 Mitarbeiter.
Viele Firmen haben im Industrie- und Gewerbepark Bedburg/Bergheim - Mühlenerft bei Bedburg ihre Existenz gegründet. Dieses Gebiet war früher eine ungenutzte Fläche der RWE Power AG. In Zukunft plant die Stadt mit der RWE Power AG, diese Fläche um etwa das Doppelte zu erweitern. Damit wäre es eines der größten Industriegebiete in der Region.
Am 28. Oktober 2008 gab außerdem der chinesische Baumaschinenhersteller SANY Heavy Industry Co., Ltd. bekannt, dass man dort eine Montageanlage, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie eine Ausbildungsstätte bauen wird. Damit werden mehrere hundert Arbeitsplätze in der Region geschaffen.[2]
Die Braunkohleindustrie ist eine der hauptarbeitgebenden Kräfte in der Region. Da im Jahr 2045 langsam die Braunkohleindustrie rückläufig wird, denkt man jetzt schon über Alternativen nach, z. B. durch das Projekt terra nova der Regionale 2010 bei dem Bedburg auch Mitglied ist.
Bedburg gehört zum Amtsgerichtsbezirk Bergheim.
Söhne und Töchter
Personen mit Verbindung zu Bedburg
Ehrenbürger
Bedburg | Blerichen | Broich | Kaster | Kirchherten mit Grottenherten | Kirchtroisdorf mit Kleintroisdorf | Kirdorf | Königshoven | Lipp mit Millendorf | Pütz | Rath mit Garsdorf
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