Montag, 21.05.2012



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Bastheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bastheim
Bastheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bastheim hervorgehoben
50.410.2284Koordinaten: 50° 24′ N, 10° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Höhe: 284 m ü. NN
Fläche: 41,75 km²
Einwohner: 2602 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97654
Vorwahlen: 09773 - 09775
Kfz-Kennzeichen: NES
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 116
Adresse der Gemeindeverwaltung: Gemeinde Bastheim
Obergasse 20
97654 Bastheim
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Anja Seufert (CSU)

Bastheim ist die größte Gemeinde im Besengau im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.

Die Bezeichnung Besengau erklärt sich aus der Tätigkeit des Besenbindens aus Reisern (=Zweigen) der Birke, die aus wirtschaftlicher Not von der Bevölkerung in den Wintern des 18. und 19. Jahrhunderts ausgeübt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bastheim (Mundart: Bosde) liegt in der Region Main-Rhön. Geographisch entspricht die Gemeinde Bastheim mit ihren Ortsteilen weitestgehend dem sogenannten Besengau, mit dem gleichnamigen Dorf Bastheim als Zentrum im Tal der Els.

Es existieren folgende Gemarkungen: Bastheim, Braidbach, Reyersbach, Rödles, Unterwaldbehrungen, Wechterswinkel, Wechterswinkeler Forst.

Ortsteile

Geschichte

Gräberfunde aus der Bronzezeit und Hallstattzeit in der Bastheimer Flur bezeugen kulturelle Aktivitäten bereits ca. 1800 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung.

Um 700 begann dann das Vorrücken der Franken nach Osten (bezeugt durch Orstnamen mit der Endung ..."heim"), von denen die Thüringer (von ihnen stammen ältere Gründungsbezeichnungen ..."ungen") bis zum Rennsteig, der im Mittelalter die fränkische Grenze war, zurückgedrängt wurden. Bastheim kann man sich zu diesem Zeitpunkt als eine kleine besiedelte Waldlichtung an einem Bachlauf vorstellen.

Überregionale Bedeutung für den Besengau im Mittelalter hatte das säkularisierte Zisterzienserkloster in Wechterswinkel.

Das Ortsadelsgeschlecht der Herren von Bastheim ist seit dem Jahr 1180 nachweisbar, und stellte im ausgehenden Mittelalter langfristig maßgebliche "Beamten" im Verwaltungsapparat für den Klerus des Fürstbischofs in Würzburg.

Infolge des Wiener Kongresses wurde dann ganz Franken und damit auch Bastheim zugunsten Bayerns 1805 an Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Das Geschlecht der Freiherren von Bastheim starb im Jahre 1848 aus.

Bastheim von Süden (2007), im Hintergrund die Rhön

Im Jahre 1856 erfolgte der Abriss des alten Wasserschlosses der Herren von Bastheim, 1869 die Errichtung der Pfarrkirche St. Sebastian.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde Bastheim.

In der Zeit der NS-Diktatur wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde am Auweg 1 beim Novemberpogrom 1938 geschändet und die Kultgegenstände wurden vernichtet. Am Gebäude, das heute vom Kolpingverein genutzt wird, erinnert eine Gedenktafel an dieses Geschehen.[1]

1972 erfolgte bei der Gemeindegebietsreform die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinden Braidbach, Reyersbach, Rödles und Unterwaldbehrungen, 1978 folgte die Eingemeindung von Wechterswinkel.

Überregionale Bedeutung hat Bastheim heute durch den 2 km nördlich der Kerngemeinde benachbarten Heimathof Simonshof. Hier betreut die Caritas Frauen und Männer aus gesellschaftlichen Randgruppen.

Kultur

Sebastiansbrunnen im Osterschmuck (2007)

Historisch bedingt ist Bastheim und der Besengau als Teil der Rhön kulturell Unterfranken zugehörig und entsprechend geprägt.

Die Sprache des "Bosdemers" ist Unterfränkisch mit starkem Rhöner Zungenschlag.

Begegnungsstätten

  • Besengauscheune in der Kerngemeinde mit wechselnden Veranstaltungen;
  • LandStadt Haus im Ortsteil Rödles, kultureller Dialog;
  • Kulturspeicher: Kultur- Begegnungsstätte für den Landkreis im ehemaligen Kloster Wechterswinkel, derzeit noch im Rohbau;

Söhne und Töchter

Überregional bedeutender Künstler aus Bastheim ist der Holzbildhauer Josef Gerngras. Geboren am 12. Oktober 1894 in Bastheim gehörte er zu einer Generation, die zwei Kriege erleben musste. Überwiegende Wirkungsstätte eines entsprechend wechselvollen Lebens des selbstständigen Künstlers war der Würzburger Raum. Verstorben ist Josef Gerngras am 10. Januar 1959. Ausgeführte Objekte in Bastheim sind in der Pfarrkirche die Christkönigsstatue, die Bruder Konradstatue und das Kruzifix mit den Kriegergedächtnistafeln. Weitere ausgeführte Objekte in der näheren Umgebung sind in der kath. Pfarrrkirche in Salz (ECCE HOMO) und in Heustreu (Tragmadonna und Christkönig in der Pfarrkirche) zu besichtigen.

Ortsansässig und berufstätig in Wechterswinkel war der Schullehrer, Schriftsteller, Mundart- und Heimatdichter Georg Trost (1906-1968) der mit viel Phantasie historische Geschichten und Sagen aus der Rhöner Heimat erzählen konnte.

Vereinsleben

Die gesellschaftliche und kulturelle Hauptaktivität in der Gemeinde geht überwiegend von den Vereinen aus, daher im folgenden eine Liste:

  • Bastheim ist regionale Faschingshochburg. Die Karnevalsgesellschaft "Ba-Ka-Ge", gemeinsam betrieben von den Vereinen TSG und Kolping, organisiert mit Unterstützung der gesamten Dorfbevölkerung Faschingsveranstaltungen nach "rheinischer Art" wie Prunksitzungen, Faschingstänze und Kinderfasching.
  • Die TSG Bastheim, die Turn-und Sportgemeinschaft, ist der zahlenmäßig größte und auch aktivste Verein; das Vereinsheim mit den Sportplätzen liegt auf dem Spielberg ca. 1km nördlich der Ortschaft;
  • Der Musikverein Bastheim versammelt die Blasmusiker, das Vereinsheim ist im Rathaus untergebracht;
  • Der Bastheimer Zweigverein des Rhönklubs ist ebenfalls im Rathaus untergebracht;
  • Der Kolpingverein hat sein Vereinsheim am Mühlbach;
  • Die Freiwillige Feuerwehr Bastheim hat ihr Feuerwehrhaus in der Geckenauer Straße
  • Der Kleintierzuchtverein hat sein Vereinsheim in einem Nebenflügel des Rathauses;

Wirtschaft und Infrastruktur

Bastheim im Luftbild 1999

Wirtschaft und Landwirtschaft, Tourismus

Wie in allen ländlichen Regionen ist auch in Bastheim die ehemals vorhandene Infrastruktur der Wirtschaft stark auf dem Rückzug. Von den vor wenigen Jahrzehnten in der Kerngemeinde Bastheim ortsansässigen zwei Bäckereien, zwei Metzgereien, zwei Gastwirtschaften, vom Schuster, Büttner und allen anderen übrigen Handwerksbetrieben der wirtschaftlichen Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren wenig übrig geblieben, bedingt auch durch die starke Attraktivität der jetzt mit dem Auto erreichbaren nahen Städte. Hauptarbeitgeber für die Bastheimer Bevölkerung sind somit die noch verbliebenen ortsansässigen Handwerksbetriebe und die mittelständischen Unternehmen und Großbetriebe in den benachbarten Städten wie Bad Neustadt oder Mellrichstadt.

Auch in Bastheim blieb die Landwirtschaft vom „Bauernsterben“ in den vergangenen Dekaden nicht verschont. War nach dem letzten Weltkrieg noch nahezu jeder Hof der Gemeinde überwiegend ein Vollerwerbsbetrieb in der Landwirtschaft, mit zusätzlicher saisonaler Nebentätigkeit (im Sommer Bauer, im Winter Waldarbeiter oder Schnitzen und im Frühjahr in den Steinbruch zum Hausbau) so sind derzeit nur noch vier in Land- und Fortwirtschaft tätige Vollbetriebe gemeldet.

Tourismus und Fremdenverkehr in einem größerem Maßstab konnte sich in Bastheim nicht etablieren, es gibt aber einige Gästehäuser und Fremdenzimmer.

Bildung

Die Gemeinde Bastheim verfügt über eigene Kindergärten in den Ortsteilen Bastheim und Reyersbach. In der Kerngemeinde Bastheim gibt es eine Grundschule.

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 119

Weblinks

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