Meinestadt.de - Bad Wildbad im Schwarzwald - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Calw | |
| Höhe: | 425-850 m ü. NN | |
| Fläche: | 105,26 km² | |
| Einwohner: | 10.827 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 103 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 75323 | |
| Vorwahl: | 07081 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CW | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 35 079 | |
| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kernerstraße 11 75323 Bad Wildbad |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Mack (CDU) | |
Bad Wildbad (bis 1990 Wildbad im Schwarzwald) ist eine Kurstadt im nördlichen Schwarzwald. Sie gehört zum Landkreis Calw.
Inhaltsverzeichnis |
Bad Wildbad liegt im Tal der Enz, einem Nebenfluss des Neckars. Im Ortsteil Calmbach vereinigen sich die beiden Quellflüsse Kleine Enz und Große Enz zur eigentlichen Enz.
Die Stadt Bad Wildbad besteht aus den ehemaligen Gemeinden Aichelberg, Calmbach und Wildbad im Schwarzwald. Zur ehemaligen Gemeinde Aichelberg gehören das Dorf Aichelberg, die Weiler Hünerberg und Meistern und die Orte Aichelberger Sägmühle, „Kälbermühle, Pumpwerk“ und Rehmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Calmbach gehören das Dorf Calmbach und der Ort Tannmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Wildbad im Schwarzwald in den Grenzen von 1973 gehören die Stadt Wildbad im Schwarzwald, die Weiler Christophshof und Sprollenhaus, die Orte Grünhütte, Kälbermühle, Kleinenzhof, Lautenhof, Sommerberg, das Gehöft Kohlhäusle und die Häuser Rollwasser und Sprollenmühle.
Die Wohnplätze Hochwiese und Ziegelhütte im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wildbad im Schwarzwald wurden am 17. August 1970 aufgehoben.[2]
Ein Wiltbade wurde erstmals 1345 urkundlich erwähnt. Darin wurde Burg und Stadt Zavelstein „ane das Wiltbade das hant sie In behabet“ an die Pfalzgrafen von Tübingen verpfändet. 1367 wurde Graf Eberhard II. von Württemberg (auch der Greiner genannt), der sich mit seiner Familie im Wildbade befand, von den Martinsvögeln überfallen. Mit knapper Not konnte er entkommen und sich auf seine Burg Zavelstein retten. In Ludwig Uhlands Gedicht wird diese Episode heroisiert dargestellt. Diese Nennungen sind jedoch unsicher, da sie sich auch auf Bad Teinach beziehen können.
Es ist jedoch sicher, dass Wildbad schon im frühen Mittelalter bestand. Darauf deutet auch der 1904 entdeckte Urquell hin. Die dort aufgefundenen Gefäße und Eichenholzstücke wurden in Radiokarbon- und dendrochronologischen Untersuchungen auf das 12. Jahrhundert datiert.
Die erste sichere Nennung Wildbads ist von 1376, als der Bischof zu Speyer ersucht wird, den Wildbader Kaplan zu ermächtigen, selbst Taufen und Beerdigungen vorzunehmen und Legate sowie den Zehnten zu empfangen. Wildbad wurde zum Schutz mit einer Mauer umgeben und 1442 zur Amtsstadt erhoben. Im 15. Jahrhundert erscheint Wildbad bereits als bedeutender Badeort. Viele adlige und hochgestellte Gäste suchten in den Thermalbädern Heilung ihrer Gebrechen.
Während des Bauernaufstands 1525 befanden sich beispielsweise viele Ritter und einige Fürsten und Äbte in Wildbad. Ihre Herbergen waren mit Fahnen, Wappen und Schildern behängt, wodurch sich das Feuer beim großen Stadtbrand rasch ausbreiten konnte. In dieser Zeit war Wildbad eine der Hochburgen der Wismutmalerei. Die adligen Gäste nahmen gerne als Souvenir die auf Wismutgrund bemalten Kästchen mit. Sogar ein Flügelaltärchen der Äbtissin Veus soll dort 1551 hergestellt worden sein. Schon 1514 gab es in Wildbad eine städtische Ordnung der Maler, Dreher und Ladenmacher.
Der von Kaiser Maximilian I. erstellte Freiheitsbrief, der 1525 verbrannte, wurde 1530 von Kaiser Karl V. erneuert.
Im Laufe der Jahrhunderte nahm Wildbad einen stürmischen Aufschwung, dank der Förderung durch die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg. Moderne Badegebäude, das Herzogliche Palais, die Kuranlagen, sowie moderne Hotels und Gasthäuser wurden erstellt um die ständig wachsende Zahl der Badegäste aufzunehmen. Unterbrochen durch Kriege und Stadtbrände wurde das herzogliche, später königliche Bad immer wieder aufgebaut und modernisiert.
Der Ort wird im Jahr 830 als Calenbach im Codex Hirsaugiensis erstmals genannt, da im 9. Jahrhundert das Kloster Hirsau hier begütert war. Ganz deutlich wird Calmbach 1100 erwähnt, als eine Calwer Gräfin Richlind dem Kloster Hirsau sechs Hüben und sechs Leibeigene „ad Calenbach“ schenkt. Im 14. Jahrhundert war der Ort im Besitz der Grafen von Vaihingen. Zusammen mit Neuenbürg kam Calmbach an die Grafschaft Württemberg.
Haupterwerbsquelle der Bewohner waren die Flößerei und die Waldwirtschaft. Die Landwirtschaft war unbedeutend. Verwegene Holzhändler (auch Schiffer genannt) brachten es zu Reichtum und Wohlstand, während die Einwohner ein karges Dasein fristeten. Erst nach Gewerbe- und Industrieansiedlungen, besonders der Firma Alfred Gauthier GmbH, gab es bessere Verdienstmöglichkeiten.
Mit dem Prädikat Luftkurort begann in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts der Fremdenverkehr als zusätzliche Erwerbsquelle. Heute ist der Stadtteil, der auch als Fünftälerort bezeichnet wird, eine Wohngemeinde mit guter Infrastruktur.
Die erste urkundliche Erwähnung ist eine Besiedelung des Kegelbachtals, (früher Mühlbachtal) mit einer Sägmühle im Jahr 1528. Um das Jahr 1560 wird in der „Spolenwaser-Hut“ ein Forsthaus errichtet. In den Jahren 1594 und 1624 erscheint die kleine Ansiedlung urkundlich unter „Spollenhauß“.
Um 1763 wurde Sprollenhaus größer durch die Ansiedlung von Kolonisten, die den Wald rodeten um Ackerland zu gewinnen und als Holzhauer ihren Unterhalt verdienten. Heute ist Sprollenhaus zusammen mit Nonnenmiß eine schön gelegene Wohngemeinde.
Der Bergort wurde um 1330 als „Villula Aychelberc“ erstmals genannt. Die Ortsherren waren damals die Herren von Fautsberg und ihre Erben, die Herren Horneck von Hornberg. Sie verkauften die Burg und die zugehörigen Orte zur Hälfte an Württemberg, die andere Hälfte wurde 1345 von den Pfalzgrafen von Tübingen an Württemberg verkauft.
Von heimatgeschichtlichem Interesse ist auch, dass mit Urkunde vom 22. April 1561 der württembergische Reformator Johannes Brenz die Fautsburg (Vogtsburg) vom württembergischen Herzog als Lehen erhielt. Zum Lehen gehörten außer Wiesen und Ackern auch die Holz- und Wassergerechtigkeit sowie die Fautsberger Sägemühle (Aichelberger Sägemühle).
Die Weiler Aichelberg, Meistern, Hünerberg, Kälbermühle und Rehmühle bildeten 1850 die Gemeinde Bergorte. Vorher gehörten sie im Rahmen der Herrschaft Vogtsberg Jahrhunderte lang zum Stab Neuweiler, einem Unteramt der Vogtei Calw. 1938 erhielt die Gemeinde den Namen Aichelberg. Die Einwohner lebten früher überwiegend von der Land- und Waldwirtschaft. Der schön gelegene Stadtteil ist heute eine Wohngemeinde mit landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sowie mit Fremdenverkehr.
Am 1. Januar 1974 wurde Aichelberg nach Wildbad im Schwarzwald eingemeindet. Die Stadt wurde am 1. Juli 1974 durch Vereinigung von Wildbad im Schwarzwald mit der Gemeinde Calmbach neu gebildet. Seit 1990 heißt sie Bad Wildbad.
Seit der Reformation ist Wildbad evangelisch geprägt, doch gibt es heute auch wieder eine römisch-katholische Gemeinde in der Stadt. Neben den beiden großen Konfessionen gibt es nunmehr auch eine eigene Gemeinde des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes in Calmbach, eine adventistische, eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde sowie Zeugen Jehovas.
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 33,0 % | +5,1 | 7 Sitze | ±0 |
| SPD | 26,8 % | +8,0 | 5 Sitze | +1 |
| UBKL | 25,3 % | −0,5 | 5 Sitze | −1 |
| FDP/DVP/FWV | 14,9 % | −8,1 | 3 Sitze | −2 |
| Andere | 0,0 % | −4,4 | 0 Sitze | −1 |
Bad Wildbad ist durch die Linie S6 der Stadtbahn Karlsruhe, die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft betrieben wird, an das Schienennetz angeschlossen. Die Stadtbahn fährt auf der Strecke der Enztalbahn bis Pforzheim und wird teilweise als S5 nach Karlsruhe/Wörth am Rhein bzw. Bietigheim-Bissingen durchgebunden. Im Stadtgebiet gibt es folgende Haltestellen: Kurpark, Uhlandplatz/Sommerbergbahn, Bahnhof, Nord, Calmbach Süd und Calmbach Bahnhof.
Die Sommerbergbahn Bad Wildbad führt auf den Wildbader Hausberg hinauf und überwindet dabei eine Höhendifferenz von ca. 300 Metern.
Wildbad ist bereits seit dem 15. Jahrhundert als Kurort bekannt. Das Ortsbild wird vor allem durch herausragende Beispiele der Kurarchitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt.
Bad Wildbad verfügt über alle herkömmlichen Schulformen. Das Abitur kann auf dem Enztal-Gymnasium abgelegt werden. In Calmbach gibt es eine Realschule. Die Goßweilerschule Calmbach und die Wilhelmschule Wildbad sind Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule. Außerdem gibt es die Grundschule Oberes Enztal und die Förderschule Calmbach.
Im Ortsteil Calmbach besteht ein Heimat- und Flößermuseum.
Seit August 2000 gilt der Hausberg Bad Wildbads, der Sommerberg, als Geheimtipp für Mountainbike-Freaks. Die Topographie des Sommerberg, die Bergbahn und die beiden Skilifte bieten ideale Voraussetzungen für die Fans von Biker-X, Dual-Slalom, Freeride- oder Downhill-Strecken. Die Downhill 1-Strecke von Bad Wildbad gilt als eine der anspruchsvollsten Downhillstrecken in ganz Deutschland.
Wegen seiner besonderen Tallage ist die Sonneneinstrahlungsdauer eines Tages im Schnitt um zwei Stunden kürzer als in den umliegenden Gemeinden. Die Durchschnittstemperatur ist deshalb um etwa 1 °C niedriger als in anderen Schwarzwaldorten, die sich auf derselben Höhe (425 m ü. NN) befinden.
Bekannte Persönlichkeiten Wildbads sind Ludwig Hofacker, die Badeärzte von Renz und Justinus Kerner, in Wildbad geboren wurde der württembergische Autor, Politiker (Paulskirche) und Übersetzer (Aristophanes) Ludwig Seeger. Auch der königliche Hofphotograph Karl Blumenthal ist mit seinen Bildern der alten Waldberufe weit über die Grenzen Wildbads hinaus bekannt.
Durch seine Liebe zum Schwarzwald ist ein bedeutender Künstler mit Aichelberg verbunden: Karl Wilhelm Bauerle (englisch: Bowerley), * 1831 in Endersbach (heute zu Weinstadt), † 1912 in Aichelberg (Schwarzwald; heute zu Bad Wildbad), war Kunstmaler in London, seit 1869 am Hof von Viktoria I. Königin von Großbritannien und Irland, seit 1876 als englischer Staatsbürger. Aus Ärger über den britischen Krieg gegen die Buren zog er nach Deutschland.
Herausragende Persönlichkeiten Calmbachs waren Johann Friederich Goßweiler, die Rössleswirtin Jakobina Friederika Lutzin und deren Sohn Christian Friederich von Lutz.
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