Mittwoch, 16.05.2012



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Bad Sulza

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Sulza
Bad Sulza
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Sulza hervorgehoben
51.08768055555611.62325140Koordinaten: 51° 5′ N, 11° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 10,61 km²
Einwohner: 3000 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 99516–99518
Vorwahl: 036461
Kfz-Kennzeichen: AP
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 004
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
99518 Bad Sulza
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johannes Hertwig (CDU)
Lage der Stadt Bad Sulza im Landkreis Weimarer Land

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Bad Sulza ist eine Kleinstadt und staatlich anerkanntes Heilbad im Norden des thüringischen Landkreises Weimarer Land, am Fluss Ilm gelegen. Man nennt die Gegend auch Thüringer Toskana. Der Kurort liegt am Rande der Saale-Unstrut-Region, des wichtigsten Weinanbaugebietes Ostdeutschlands, im Bäderdreieck Bad BibraBad Kösen–Bad Sulza.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Ort ist umgeben von Berghängen, die zu den Ausläufern des Höhenzuges Finne und zur Muschelkalkformation der Ilm-Saale-Platte gehören.

Stadtgliederung

Ortsteile sind Stadtsulza, Dorfsulza, Bergsulza, Unterneusulza und Sonnendorf.

Geschichte

Die Siedlung Sulza wurde erstmalig zwischen 881 und 889 in einem Zehntregister des Klosters Hersfeld als Salzacha erwähnt. Am 5. Dezember 1064 gewährte König Heinrich IV. dem Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen für den Ort Sulza das Markt-, Zoll- und Münzrecht, sowie das Recht, Salz zu sieden.

Im frühen Mittelalter bestand nur ein Ort Sulza. Später entwickelte sich eine Siedlung aus deutlich voneinander getrennten Teilen: Stadtsulza, Dorfsulza, Bergsulza, Oberneusulza und Unterneusulza.

Im Jahre 1584 wurde Sulza von der Pest heimgesucht. 1593 erhielt der Ort die niedere Gerichtsbarkeit. 1613 wurde die Stadt von der Thüringer Sintflut heimgesucht. 1714 kam es zu einem Großbrand, der fast die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte. 1752 begann durch die Übernahme des Freiherrn von Beust eine neue Epoche für das Salzwerk, der dieses zu neuer Blüte führte. 1846 erhielt die Stadt mit dem Bau einer Eisenbahnstation Anschluss an die Thüringer Bahn. Das Jahr 1847 wird als das Jahr der Gründung des Solbades angesehen.

Im Jahre 1907 entstand aus dem Zusammenschluss von Dorfsulza (1895: 634 Einwohner) und Stadtsulza (1895: 2301 Einwohner) die Stadt Bad Sulza. 1923 erfolgte die Eingemeindung von Bergsulza und Oberneusulza. Unterneusulza blieb bis 1949 selbständig, als es in Großheringen eingemeindet wurde.

Von 1933 bis 1937 unterhielt die Gestapo (Geheime Staatspolizei) in dem ehemaligen Kurhotel "Zum Großherzog" ein Konzentrationslager, das die Nachfolge vom KZ Nohra antrat. Die Bewachung ging 1936 von der SA auf die SS über. Ca. 1000 Häftlinge wurden dort interniert und zu Arbeiten im Steinbruch und Straßenbau eingesetzt. Die Häftlinge aus Bad Sulza wurden 1937 in das KZ Buchenwald überführt. Seit 1940 wurde zunächst in einem ehemaligen Gasthaus und später in einem Barackenlager das Kriegsgefangenenstammlager (STALAG) IXC eingerichtet, in dem über 42.000 Gefangene verschiedener Nationalitäten erfasst und zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Von ihnen fanden mindestens 442 den Tod, die meisten waren sowjetische Gefangene, die in einem Sterbelager im Brühl an Typhus zugrunde gingen.

Gedenkstätten

  • Sowjetischer Ehrenhain auf dem Ortsfriedhof für mehr als 300 sowjetische Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges an Typhus und Unterernährung starben
  • Randweg mit fünf Stelen zur Information und zum Gedenken an die fünf Orte, die in der Zeit des Nationalsozialismus das Geschehen im Ort bestimmten: das frühe KZ Bad Sulza, das STALAG IX C, das Sterbelager im Brühl, das Ausweichlager des RSHA für ausgelagertes Kunstgut und die Begräbnisstätte für sowjetische Kriegsgefangene, zu jener Zeit außerhalb der Friedhofsmauern gelegen[1]

Politik

Erfüllende Gemeinde

Bad Sulza ist die "erfüllende Gemeinde" für die Orte:

Wappen

Das Stadtwappen von Bad Sulza in seiner heutigen Form entstand 1907. In dem Jahr schlossen sich Stadtsulza und Dorfsulza zu Bad Sulza zusammen.

Es zeigt auf der linken Seite das bisherige Wappen von Stadtsulza, den Heiligen Mauritius, der als Schutzpatron der Salzsieder gilt. Der Mohr im Stadtwappen von Sulza ist schon sehr früh nachgewiesen und findet sich schon im ältesten bekannten Siegel aus dem Jahre 1567. Auf der rechten Seite zeigt das Wappen eine goldene Linde auf schwarzem Grund, das bisherige Wappen von Dorfsulza, welches seit 1810 nachgewiesen ist.

Partnerstädte, Städtefreundschaften

Partnerstädt sind Bad Camberg in Hessen und Duszniki-Zdrój in Polen. Städtefreundschaften unterhält Bad Sulza zu Hatten in Niedersachsen, zu Bad Feilnbach in Bayern sowie zu Chambray-les-Tours in Frankreich.

Persönlichkeiten

  • Carl Müllerhartung (1834-1908), bedeutender Kantor, Musikpädagoge und Komponist, wurde in Bad Sulza geboren
  • Sulza ist der Herkunftsort des Geschlechts Jauch, dem verschiedene bekanntere Personen, darunter in heutiger Zeit der Fernsehmoderator Günther Jauch entstammen.

Verkehr

Bad Sulza hat einen Bahnanschluss an der Thüringer Bahn (Erfurt–Halle) und der Pfefferminzbahn (Straußfurt–Sömmerda–Großheringen–Naumburg).

Kur und Tourismus

Für das Gradierwerk „Louise“ mit seinem Wandelgang und Zerstäuberhalle wird heute Sole aus der Quelle „Johann Agricola“ verwendet und für therapeutische Zwecke genutzt.

Durch die Weinberge kann man auf markierten Wegen spazieren. Außerdem ist die Toskana-Therme mit eigenem Hotel und Bademantelgang ein Anziehungspunkt für Touristen und Kurpatienten. Die Toskana-Therme umfasst drei große Salzwasserbecken sowie eine Kuppel mit Lichteffekten, basierend auf dem Konzept des so genannten Liquid Sound. Des weiteren verfügt sie über einen großen Sauna- und Therapiebereich.

In Bergsulza befindet sich eine Jugendherberge. Bad Sulza liegt am 124 km langen Ilmradweg.

Nachweise

  1. Ruth-Barbara Schlenker / Udo Wohlfeld: Nationalsozialistische Lager in Bad Sulza. Ein Stadtrundgang, hg. Geschichtswerkstatt Weimar/Apolda e.V., 2008, ISBN 3-935275-06-4

Weblinks

en:Bad Sulza

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