Meinestadt.de - Bad Sülze - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Nordvorpommern | |
| Amt: | Recknitz-Trebeltal | |
| Höhe: | 11 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,37 km² | |
| Einwohner: | 1779 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 18334 | |
| Vorwahl: | 038229 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NVP | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 57 006 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Am Markt 1 18334 Bad Sülze (Außenstelle) |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. Doris Schmutzer | |
| Lage von Bad Sülze im Landkreis Nordvorpommern | ||
| Datei:Bad Sülze in NVP.png | ||
Bad Sülze ist eine Stadt in Verwaltung durch das Amt Recknitz-Trebeltal im Landkreis Nordvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Ihre nördlichen und nordwestlichen Grenzen bilden die Städte Marlow sowie das Amt Ahrenshagen. Im Westen bildet der Landkreis Bad Doberan und im Osten die Ämter Trebeltal, Tribsees und Franzburg-Richtenberg die Grenze. Geprägt wird das Gebiet durch die Recknitz- und Trebelniederungen mit vielen Naturschutzgebieten.
Von besonderem Wert ist das zwischen Bad Sülze und Tribsees gelegene Grenztalmoor. Hier kommen vegetationskundliche Raritäten wie die fadenwurzlige Segge, Rauschbeere, Krähenbeere, Glockenheide, Siebenstern, Königsfarn, Breitblättrige Stendelwurz und Kleiner Klappertopf vor. Aber auch ornithologische Besonderheiten wie Graureiher, Wachtelkönig, Schreiadler, Sprosser, Waldschnepfe (zur Brutzeit) und Rotkehlchen kommen vor. Das Recknitztal bei Bad Sülze ist daher Vogelschutzgebiet im Rahmen des Programms Natura 2000 der Europäischen Union. 1993 wurde die neue Median-Klinik eröffnet und die alte Kurklinik wurde geschlossen. Geblieben ist der Kurpark, in dem im September das Dahlienfest der Stadt gefeiert wird. Mehrere hundert Dahlien sind in dieser Zeit im Kurpark zu bestaunen.
Sülze ist der Ort an der Salzquelle und Salinen sind bereits vor 1229 hier bezeugt worden. 1243 erhielt das Kloster Doberan das Recht in Sulta (lat. salina) Salz zu sieden. Der niederdeutsche Ortsname veränderte sich dann 1287 in Sulte, 1301 in Sulten und später in Sülte und Sülze. Das Salzmuseum zeugt heute noch von dem Ortsnamen.
Um 1229 wurde bezeugt, das am Ort Solequellen sind. 1243 erhielt das Kloster Bad Doberan das Recht zum Salzsieden. Der Ort erhielt sein Stadtrecht zwischen 1255 und 1260 durch die Fürsten von Rostock und 1287 wird er als civitas erwähnt. Die erste Nachricht von der Kirche zu Sülze stammt von 1276. Ein Stadtsiegel ist erstmals 1289 unter einer in Stralsund ausgestellten Urkunde zu finden. Fürst Nikolaus von Mecklenburg-Rostock stellte 1298 die Stadt unter lübisches Recht und verlegte die Gerichtsbarkeit von Marlow nach Sülze, die nunmehr Sitz eines Vogts ist . Von 1488 bis 1768 adeliger "Vormundschaft". 1599 gründete Henricus Calander die erste Schule der Stadt.
Der Dreißigjährige Krieg zerstörte die Stadt bis auf wenige Häuser. Das 1620 erbaute Gradierwerk musste seine Produktion einstellen. Nur langsam erholte sich die Stadt von den Folgen des Krieges. Von großen Erfolgen für die Saline war die Zeit von 1807 bis 1830 geprägt. Der Prahmkanal wird gebaut und die Saline 1816 von der Großherzoglichen Landesregierung übernommen. In der Stadt leben zum damaligen Zeitpunkt 1.600 Menschen.
1822 werden erste Solekuren verabreicht und 1824 mit der Großherzoglichen „Soolbadeanstalt“ (Kurhaus)der institutionelle Kurbetrieb aufgenommen. Schon um 1850 werden etwa 2500 Einwohner gezählt. Im Jahre 1895 erhält Sülze Bahnanschluss. Die „Friedrich-Franz-Bahn“ fährt von Rostock über Sülze nach Tribsees. Wegen Unwirtschaftlichkeit wird die Salzproduktion 1907 eingestellt und die letzte Fuhre Salz feierlich aus der Stadt gefahren. Sülze gewinnt in dieser Zeit als Sol- und Moorbad jedoch weiter an Bedeutung.
1927 wird die Stadt als Kurort anerkannt und darf sich „Bad Sülze“ nennen. 1944 wird das letzte Gradierwerk durch einen Blitzschlag stark beschädigt und muss 1970 abgerissen werden. Die Pfarrkirche ist ein Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit Orgelprospekt und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert, beide das Geschenk eines Kaufmanns aus Bergen (Norwegen) Sül(t)zer Herkunft nach dem großen Stadtbrand von 1770. Nach 1945 wurde die Bahnstrecke Rostock–Tribsees/Tessin zwischen Sanitz und Tribsees abgebaut.
Innenstadt und Rathaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und am 1. Oktober 1943 vom Reichsstatthalter in Mecklenburg bestätigt und unter der Nr. 128 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Gold über einem blau-silbernen Wellenschildfuß ein heraussehender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone und geschlossenem Maul, beiderseits begleitet von je einer grünen Salzaster.“
Das Wappen wurde 1943 von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer neu gezeichnet.
Bad Sülze verfügt über eine Grundschule und eine Kindertagesstätte mit angeschlossenem Hort.
Jährlich im September findet in Bad Sülze das Dahlienfest statt. Als 1980 Gärtnermeister Clasen vom Kurhaus angestellt wurde, rekultivierte er innerhalb weniger Monate große Teile des Kurparks und vermehrte Dahlien in einem Gewächshaus. Ein Jahr später blühten diese bereits tausendfach im Park. Anlässlich der Blüte wird seit 1981 jährlich das Dahlienfest ausgerichtet. Zu sehen sind über 3.500 Dahlien in über 150 Sorten von Juli bis September.
Bad Sülze liegt an der Landesstraße L 19 von Sanitz nach Grimmen und hat direkten Autobahnanschluss an die A 20. Die Abfahrt Bad Sülze ist gleichzeitig der kürzeste Weg nach Barth und Zingst/Fischland.
Bis 1945 lag Bad Sülze direkt an der Bahnstrecke Rostock–Tribsees mit Verbindung nach Greifswald. Danach wurde die Strecke als Reparationsleistung abgebaut. Das Bahnhofsgebäude und der Bahndamm sind in der Umgebnung von Bad Sülze noch gut erhalten. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Sanitz oder Tessin an der Bahnstrecke Rostock–Tessin.
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