Meinestadt.de - Bad Schussenried - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Biberach | |
| Höhe: | 570 m ü. NN | |
| Fläche: | 55,02 km² | |
| Einwohner: | 8449 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 154 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88427 | |
| Vorwahl: | 07583 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BC | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 26 014 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Wilhelm-Schussen-Straße 36 88427 Bad Schussenried |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Georg Beetz | |
| Lage der Stadt Bad Schussenried im Landkreis Biberach | ||
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Bad Schussenried (Betonung auf ried) ist ein Moorheilbad und eine oberschwäbische Kurstadt im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Bad Schussenried liegt am Fluss Schussen, geografisch zwischen Ulm und dem Bodensee. Der 48. Breitengrad läuft durch die Stadt.
Zu Bad Schussenried gehören die heutigen Stadtteile Otterswang, Reichenbach und Steinhausen, die früher selbstständige Gemeinden waren.
Die Ortsteile sind: Aichbühl, Atzenberg, Fünfhäuser, Hopferbach, Kleinwinnaden, Kürnbach, Laimbach, Lauhaus, Lufthütte, Olzreute, Roppertsweiler und Sattenbeuren.
Zugleich führt durch Steinhausen der historische Jakobspilgerweg, der in Santiago de Compostela (Spanien) endet. Steinhausen ist eine Station auf dem Teilstück Ulm - Konstanz. So wird Steinhausen heute wieder von vielen Menschen zu Fuß auf dem Weitwanderweg besucht.
Der nahegelegene Federsee hat viele archäologische Zeugnisse einer vorgeschichtlichen Besiedlung der Region erbracht. Schussenried wurde namengebend für eine Kulturgruppe des Jungneolithikum.
Die Geschichte der Stadt ist bis 1803 eng mit der Geschichte des Klosters Schussenried verbunden.
siehe auch Burg Hervetsweiler, Burg Kürnbach, Ruine Otterswang, Burg Reichenbach, Burg Rudersberg,Burg Schussenried (Alte Apotheke), Burg Schussenried (Neue Apotheke)
Der Torfabbau war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Wirtschaftszweig für Schussenried.
Im Psychiatrischen Landeskrankenhaus wurden zwischen 1940 und 1941 im Rahmen der "Euthanasie"-Aktion T4 561 Patienten in die Anstalten Grafeneck und Hadamar zur Tötung ausgeliefert. An diese Opfer des NS-Terrors erinnert seit 1983 eine Gedenktafel auf dem Anstaltsfriedhof.[2]
Das Prädikat „Bad“ führt die Stadt seit dem 26. April 1966.
Im Zuge der Gemeindereform wurden am 1. Januar 1972 Otterswang (1271 ha Markungsfläche) und Steinhausen (649 ha) sowie am 1. Januar 1974 Reichenbach (1255 ha) in die Stadt eingegliedert.
Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Blasonierung: „In Silber ein linksgewendeter, doppelschwänziger roter Löwe.“
Die Bad Schussenrieder Stadtfarben sind Rot-Weiß.
Der Bahnhof Bad Schussenried liegt an der Südbahnstrecke Ulm-Friedrichshafen. Das nördliche Teilstück nach Ulm kann im ÖPNV mit dem Tarif des Donau-Iller-Nahverkehrsverbundes genutzt werden.
1896 wurde der erste Streckenabschnitt der Schmalspurbahn Schussenried - Riedlingen - der Federseebahn - von Schussenried nach Buchau eröffnet. 1915 erfolgte die Verlängerung bis Dürmentingen und 1916 das letzte Reststück bis Riedlingen. Zwischen 1960 und 1969 wurden alle Strecken eingestellt. Heute existiert als Gütergleis noch der Streckenabschnitt bis zum Torfwerk (auf Normalspur umgestellt), seit 2002 allerdings ist diese Strecke stillgelegt.
Ein großer Arbeitgeber am Ort ist das Zentrum für Psychiatrie, Krankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, das 256 Betten vorhält. Weitere große Arbeitgeber sind die Schwäbischen Hüttenwerke (SHW) und die Betonmischer-Sparte der Liebherr-Gruppe.
Bad Schussenried verfügt über eine Grund- und Hauptschule, die Jakob-Emele-Realschule und ein Progymnasium.
Die Stadt ist eine Station an der Oberschwäbischen Barockstraße und liegt an der Schwäbischen Bäderstraße.
Sehenswert sind die erhaltenen Gebäude des 1183 gegründeten Klosters Schussenried, eines ehemaligen Prämonstratenser-Reichsstifts. 1748 begann man einen Neubau der gesamten Klosteranlage zu errichten, von der aber kaum die Hälfte ausgeführt werden konnte. Die Pläne dazu lieferte Dominikus Zimmermann; ein Holzmodell ist erhalten. Bauleiter war Jakob Emele, der 1750 zum Klosterbaumeister ernannt wurde und Zimmermann verdrängte. Das Bauvorhaben folgte dem Vorbild der Abtei Wiblingen. Beide Klöster zeichnen sich durch ihre überragenden Bibliothekssäle im Nordtrakt der Klosteranlagen aus. Ein Kapitelsaal im Osten wurde im frühen 19. Jahrhundert bereits wieder abgebrochen.
Aus dem Mittelalter ist die kurz vor dem Klosterneubau barockisierte Sankt-Magnuskirche erhalten, eine dreischiffige Basilika mit barocker Ausstattung, darunter das Chorgestühl von Georg Anton Machein und Deckenfresken von Johannes Zick. Die Klosterkirche hätte eigentlich durch einen Neubau nach Planung Emeles ersetzt werden sollen, doch ist es dazu nicht mehr gekommen.
Die ab 1728 erbaute Wallfahrtskirche St. Peter und Paul im Ortsteil Steinhausen gilt als ein Hauptwerk Dominikus Zimmermanns und ist als heiter-verspieltes Wahrzeichen des oberschwäbischen Barock ebenfalls Ziel vieler Touristen. Die häufig zu hörende Bezeichnung Schönste Dorfkirche der Welt ist jedoch eher irreführend, da die "Dorfkirche" als Wallfahrtskirche durch das reiche Kloster Schussenried errichtet wurde und als reine Pfarrkirche für ein Dorf dieser Größe völlig überdimensioniert wäre.
Die ebenfalls prächtig ausgestattete spätbarocke Kirche St. Oswald im Ortsteil Otterswang wird vor allem um das Erntedankfest im Herbst viel besucht, da sie jedes Jahr mit einem prunkvollen Erntedankteppich aus Feld- und Gartenfrüchten geschmückt wird.
Aus Bad Schussenried stammen die Schwabenrock-Gruppen Grachmusikoff und Schwoißfuaß.
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