Mittwoch, 16.05.2012



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Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorgehoben
50.5447222222227.113333333333399Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Höhe: 99 m ü. NN
Fläche: 63,38 km²
Einwohner: 27.625 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 436 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53474
Vorwahlen: 02641; 02646 (Stadtteil Ramersbach)
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 007
Stadtgliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 116
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Webpräsenz:
Stadtbürgermeister: Hans-Ulrich Tappe (CDU)
Lage der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Landkreis Ahrweiler
Datei:Gem kr aw bneuenahr ahrw.png

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Kreisstadt des Landkreises Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt im Ahrtal im linksrheinischen Teil des Rheinlandes, im Norden von Rheinland-Pfalz etwa zehn Kilometer von der nordrhein-westfälischen Landesgrenze entfernt. Die nächstgelegenen Großstädte sind Bonn und Koblenz. Die Stadt ist von Bergen umgeben, die zum Ahrgebirge gehören und an deren Südhängen Weinbau betrieben wird.

Der höchste Berg im Stadtgebiet ist das Häuschen mit 506 m ü. NN. Weitere Erhebungen sind der südlich gelegene Steckenberg (371 m) und der Neuenahrer Berg (339 m) sowie die östlich die Talerweiterung abschließende Landskrone (272 m). Auf den beiden letztgenannten Bergen standen einst Burgen.

Nachbargemeinden

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler grenzt im Uhrzeigersinn an folgende Städte und Gemeinden, beginnend im Norden: Grafschaft, Remagen, Sinzig, Königsfeld, Schalkenbach, Oberdürenbach und Dernau.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus folgenden Stadtteilen:

Stadtteil Einwohnerzahl
31. August 2007
Ahrweiler 7.630 Einwohner
Bachem 1.294 Einwohner
Bad Neuenahr 11.870 Einwohner
Ehlingen 273 Einwohner
Gimmigen 767 Einwohner
Green 99 Einwohner
Heimersheim 2.865 Einwohner
Heppingen 934 Einwohner
Kirchdaun 404 Einwohner
Lohrsdorf 601 Einwohner
Marienthal 53 Einwohner
Ramersbach 677 Einwohner
Walporzheim 707 Einwohner

Geschichte

Stadtgeschichte

Bad Neuenahr um 1900
Landskrone um 1900

In den Jahren 58 v. Chr. bis 50 v. Chr. wurde der Gallische Krieg geführt, eine Folge daraus war die fast vollständige Vernichtung der autochthonen keltischen Urbevölkerung, die dem Stamm der Eburonen angehörte. Germanischer Stammesverbände rückten in die linksrheinischen Gebiete am Mittelrhein ein. Aus dem 1.–3. Jhdt. n. Chr. existieren zahlreiche Funde aus der Römerzeit; unter anderem die Villa Rustica am Silberberg.

Anno 893 wurde Ahrweiler erstmals im Prümer Urbar (Güterverzeichnis aus der Benediktinerabtei Prüm) als Arwilre, Arewilre, Arewilere und später Arweiller benannt. Das Dorf Wadenheim wurde 992, also knapp einhundert Jahre danach, erstmals genannt, Hemmessen folgte im Jahr 1106. Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrkirche in Ahrweiler stammt aus dem Jahr 1204, 1221 wurde die Burg und die Grafschaft Neuenahr (Newenare) durch den Grafen von Are-Nürburg errichtet, das Geschlecht wurde nach der Burg benannt. Zwanzig Jahre darauf ließ König Konrad IV. Ahrweiler durch den Grafen von Landskrone brandschatzen. Die Ortschaft wurde 1246 an das Erzbistum Köln verschenkt. Am 2. August 1248 erfolgte die Bestätigung der Stadtrechte den Bürgern Ahrweilers durch Erzbischof Konrad I. von Are-Hochstaden in Are (Altenahr). 1250 begann der Bau der heute noch existierenden Stadtmauer von Ahrweiler, dieser wurde etwa zehn Jahre später abgeschlossen. Um das Jahr 1255 herum wurde Ahrweiler bereits regelmäßig Stadt (lat.; oppidum = „Stadt“) genannt, erhielt allerdings erst 1320 das Stadtsiegel. Im Jahr 1269 wurde mit dem Bau der St. Laurentius-Pfarrkirche begonnen.

Die Herzöge von Jülich erhielten 1343 die Grafschaft Neuenahr zum Lehen. Um 1350 wurden erstmals die innerstädtischen Viertel Oberhut, Adenbachhut, Niederhut und Ahrhut genannt. Im Jahr 1352 folgten nach dem Tod des Grafen Wilhelm von Neuenahr schwere Erbstreitigkeiten, da sein Geschlecht in männlicher Linie mit ihm ausstarb. Aus dem Jahr 1365 stammt das älteste erhaltenes Stadtsiegel von Ahrweiler. Zu einem Eingriff durch den Erzbischof von Köln Friedrich III. von Saarwerden kam es 1372, die Burg Neuenahr wurde zerstört und Kurköln zum Mitbesitzer der Grafschaft. Zwei Jahre darauf erfolgte die erste Nennung des Dorfes Beul in der Grafschaft Neuenahr.

Die Ahrweiler Huten (Ahrhut, Niederhut, Oberhut, Adenbachut), ursprünglich fiskalische Bürgergemeinschaften, wurden 1411 mit Wehraufgaben betraut. Aus dem Jahr 1510 stammt die älteste überlieferte Stadtordnung für Ahrweiler. 36 Jahre später, 1546, kam es zur Rückeroberung der Grafschaft Neuenahr durch den Herzog von Jülich; seitdem war die Grafschaft mit dem Herzogtum Jülich als Amt Neuenahr vereint. Mit dem Vertrag von Xanten aus dem Jahr 1614 in Folge des Jülich-Klevische Erbfolgestreits fiel Neuenahr an das Herzogtum Pfalz-Neuburg. Generalfeldmarschall Wolf Heinrich von Baudissin erzwang 1632 den Einzug in die Stadt, gegen die Entrichtung einer hohen Summe am 11. Dezember kam es zu keinen Plünderungen. Vier Jahre darauf eroberte Bernhard von Sachsen-Weimar Ahrweiler. Im Jahr 1646 eroberte dann der französische General Vicomte de Turenne Ahrweiler. Nur zwei Jahre danach forderte die Pest mehr Menschenleben als zuvor der Krieg. Neuenahr fiel mit Jülich-Berg 1685 an die Kurpfalz. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg vier Jahre später wurde Ahrweiler von französischen Truppen unter General Sourdis bis auf zehn Häuser niedergebrannt.

Im Jahr 1797 wurde Ahrweiler mit der gesamten Region französisch und gehörte zum Rhein-Mosel-Département. Bei der Säkularisation 1803 folgte das Ende der tausendjährigen Herrschaft des Klosters Prüm in Ahrweiler, die Benediktiner-Mönche waren nicht mehr länger Pfarrherren. 1815 wurde die preußische Rheinprovinz gegründet. Dasselbe Jahr markiert die Geburtsstunde der Kreise Ahrweiler und Adenau; Ahrweiler wurde zur Kreisstadt. Der Straßentunnel bei Altenahr wurde 1834 eröffnet, damit begann der Fremdenverkehr. Etwa zwanzig Jahre darauf, 1852, wurde der Apollinarisbrunnen erbohrt. Im Jahr 1856 wurden die Heilquellen erschlossen und zwei Jahre später ein Heilbad in Wadenheim gegründet. 1875 erfolgte die Zusammenlegung der Orte Wadenheim, Hemmessen und Beul zur Gemeinde Neuenahr (Name der ehemaligen Burg, der Grafschaft und des Burgberges). Die Ahrtalbahn von Remagen bis Ahrweiler wurde 1880 eröffnet (1886 führte sie bis Altenahr, 1910 erfolgte der zweigleisige Ausbau). Zwischen 1899 und 1901 wurden das Thermal-Badehaus, der Ostbau, das Kurhotel und das Kurhaus gebaut.

Im Jahr 1908 wurde das Ahrgau-Museums durch Peter Joerres gegründet. Das Ahrhochwasser forderte 1910 mehrere Menschenleben. Am 30. Juli 1912 starb Kardinal-Erzbischof Antonius Fischer während einer Kur. Am 5. Juli 1927 genehmigte das Preußische Staatsministerium das Wappen des Kreises Ahrweiler. Im selben Jahr wurde der Heilcharakters der Quellen anerkannt – Neuenahr wurde Bad Neuenahr. Während des Zweiten Weltkriegs kam es in den letzten beiden Kriegsjahren zu schweren Kriegsschäden durch alliierte Bombenangriffe auf Ahrweiler, dabei wurden 126 Häuser insbesondere in der unteren Ahrhutstraße, Schützbahn und Blankenheimer Hof zerstört. Nach dem Krieg, 1946, wurde Ahrweiler zur Kreisstadt im neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz. Fünf Jahre später erfolgte die Verleihung der Stadtrechte an Bad Neuenahr.

1953 wurde die „Bundesschule der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk“ im Stadtteil Marienthal eingerichtet. Der Zusammenschluss der Städte Ahrweiler und Bad Neuenahr und der Gemeinden Gimmigen, Heimersheim, Kirchdaun und Lohrsdorf zu Bad Neuenahr-Ahrweiler im neu gegründeten Landkreis Ahrweiler erfolgte am 7. Juni 1969. Die bis dahin selbstständige Gemeinde Ramersbach wurde am 16. März 1974 eingemeindet. Im Jahr 1971 wurde die THW-Bundesschule in die Katastrophenschutzschule des Bundes umgewandelt. Bei Bauarbeiten an der Bundesstraße 267 wurde 1980 eine Römervilla entdeckt. Zwischen 1991 und 1993 wurden die Ahrthermen gebaut. 1995 kam es zum Kompromiss von Bad Neuenahr: Es wurde eine historische Einigung zwischen den deutschen Länderregierungen zu einem neuen Rundfunkstaatsvertrag erzielt. Die Europäische Akademie Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen (Technikfolgenabschätzung) wurde 1996 gegründet, im selben Jahr wurde die Akademie für Notfallplanung und Zivilschutz (AkNZ) – seit 2002 Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) – eingerichtet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815–5.276
  • 1835–6.508
  • 1871–7.328
  • 1905–12.104
  • 1939–15.795
  • 1950–18.091
  • 1961–21.652
  • 1965–23.877
  • 1970–24.274
  • 1975–26.371
  • 1980–26.141
  • 1985–25.027
  • 1987–21.758
  • 1990–25.178
  • 1995–26.417
  • 2000–27.061
  • 2005–27.589
  • 2006-27.487
  • 2007–27.625
Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Religion

Vorherrschende Religion in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist das römisch-katholische Christentum. Evangelische Christen sind in der Minderheit. Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland tagt jährlich, zumeist im Januar in Bad Neuenahr.

Politik

Die CDU ist in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler seit Jahren die bestimmende politische Kraft. Dies wurde auch in der letzten Kommunalwahl bestätigt.

Kommunalwahl-Ergebnis vom 13. Juni 2004: CDU 55,83 % – SPD 18,79 % – FWG 12,68 % – GRÜNE 7,66 % – FDP 5,02 %

Der Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler besteht aus 36 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Stadtbürgermeister.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

CDU SPD FWG Grüne FDP Gesamt
2004 20 7 4 3 2 36 Sitze

Städtepartnerschaft

Bad Neuenahr-Ahrweiler unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit dem belgischen Brasschaat.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein Kurort mit kohlensäurehaltigen Natronthermen an der Apollinarisquelle, erheblich geprägt vom Weinbau und mit 284 Hektar bestockter Rebfläche größte Weinbaugemeinde der Ahr. Es werden hauptsächlich Rotweinreben angepflanzt.

Des Weiteren steuern Industriebetriebe wie Apollinaris, Morgan Rekofa, ZF Sachs (ehemals Boge) und J.M. Schmitt ihren Teil zur wirtschaftlichen Stabilität des Ortes bei. Daneben ist die Bundeswehr mit dem Logistikzentrum des Heeres großer Arbeitgeber für die Menschen vor Ort.

Der Tourismus muss für die Mittelstadt als weiterer wichtiger Wirtschaftszweig genannt werden. Vor allem Bad Neuenahr, als eines der wenigen privat geführten Heilbäder in Deutschland, steht mit seinen zahlreichen großen Kliniken und zahlreichen Hotels für die meisten Arbeitsplätze, optimal ergänzt durch Ahrweiler mit seinem sehenswerten Altstadtkern, ist es ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel für Touristen. Das Restaurant Zur Alten Post von Hans Stefan Steinheuer im Stadtteil Heppingen zählt mit zwei Michelin-Sternen zu den zehn besten in Deutschland. Die Bad Neuenahrer Ahr-Thermen mit den weltberühmten Quellen werden zu den schönsten Thermal-Badelandschaften Europas gezählt.

Verkehr

Luftverkehr

Der Flugplatz Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt unmittelbar nördlich der Stadt und ist als Sonderlandeplatz zugelassen. Die befestigte Start- und Landebahn hat eine Länge von 500 Metern. Der Flugbetrieb ist zugelassen für Flugzeuge bis zu zwei Tonnen Höchstgewicht, Hubschrauber, Motorsegler, Segelflugzeuge, UL und Luftsportgeräte sowie Ballone. Der Platz unterliegt einer PPR Regelung (prior permission required) und ist bei Sichtflug-Wetterbedingungen anfliegbar.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Bad Neuenahr

Die Bahnhöfe Bad Neuenahr und Ahrweiler sowie die Haltepunkte Heimersheim, Ahrweiler Markt (nahe der historischen Innenstadt von Ahrweiler) und Walporzheim liegen an der Ahrtalbahn (KBS 477) RemagenAhrbrück, auf der im Personennahverkehr die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio Südwest, die für die RB 30 Dieseltriebwagen der DB Baureihe 643 für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.

Für den öffentlichen Personennahverkehr auf der „Rhein-Ahr-Bahn“ gilt sowohl der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) als auch des regionalen Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), für Fahrten in ganz NRW auch der NRW-Tarif.

Straßen

An das Fernstraßennetz ist Bad Neuenahr-Ahrweiler über die Autobahnzubringer 571 und 573 an die Bundesautobahn 61 angeschlossen.

Ausbildungseinrichtungen

Im Stadtteil Ahrweiler ist die 1996 gegründete und 2002 umbenannte Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ansässig, welche als zentrale Ausbildungsstätte des Bundes im Bereich des Bevölkerungsschutzes fungiert.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es drei Gymnasien: Im Stadtteil Bad Neuenahr sind das Peter-Joerres-Gymnasium und das Are-Gymnasium untergebracht, in Ahrweiler befindet sich die Klosterschule Kalvarienberg, welche in jüngster Zeit ebenfalls für männliche Schüler die Gymnasiums-Türen öffnete, während zuvor nur Mädchen zugelassen waren. Daneben gibt es zwei Realschulen: die Realschule Ahrweiler und eine Realschule, welche auch zur Klosterschule Kalvarienberg gehört. Ferner die Erich-Kästner-Hauptschule, zwei Förderschulen (Don-Bosco-Schule und Levana-Schule) sowie eine berufsbildende Schule. Die Stadt hat drei Grundschulen, je eine im Stadtteil Heimersheim, Ahrweiler und Bad Neuenahr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ahrweiler, Niederhutstraße: Fachwerkhäusern u. Niedertor

Im Stadtteil Ahrweiler befindet sich die Römervilla, in welcher ein Herrenhaus aus der Römerzeit des 2. bis 3. Jahrhunderts freigelegt und untergebracht ist. Das Herrenhaus ist, nebst großem Badetrakt, sehr gut erhalten, wodurch potenzielle Besucher einen sehr plastischen Einblick in die gehobene römische Wohnlebensweise erhalten können. In Ahrweiler selbst gibt es viele prächtige, aufwändig restaurierte Fachwerkhäuser und eine gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer mit teilweise noch vorhandenem Graben. Alle vier Stadttore, Ober-, Walporzheimer oder Gisemer Tor, Nieder- oder Rheintor, Adenbach- oder Winzertor und Ahrtor sind erhalten. Die Tore sind sehr unterschiedlich gebaut, zwei sind Doppelturmtore (Ahrtor, Niedertor), zwei Dreimauertore (an der Stadtseite offene, portallose Tore). Das Obertor wurde 1500 auf der offenen Stadtseite mit einer vierten Mauer versehen, hat seitdem zwei Portale. Das Adenbachtor – benannt nach dem wüst gefallenen Flecken Adenbach – wurde erst 1974 nach 285 Jahren wiederhergestellt. Von den drei mittelalterlichen Wohntürmen sind nur der Weiße Turm, der seit dem 17. Jahrhundert statt des gotischen Helms eine oftmals erneuerte barocke Haube hat, und der Kolwenturm (Colventurm, oftmals umgebaut) am Adenbachtor erhalten (heute Burgrestaurant Adenbach). Der Schenkenturm nahe dem Obertor (auch Kautenturm, Runder Turm, Roter Turm) wurde 1811 abgerissen. Weiterhin sind zwei der sieben mittelalterlichen Adelshöfe, der (große) Blankhartshof (vormals Fischenicher Hof) und der Deutsche Hof, dazu zwei Klosterhöfe erhalten: der Prümer Hof und der Rodderhof. Nicht mehr existent sind die Adelshöfe Dalwigkscher Hof (vor dem Adenbachtor), Ehrensteiner Hof (neben dem Prümer Hof), Gymnicher Hof (Weinanbaugebiet), Kolwehof (nahe Adenbachtor) und der Eltzer Hof (ehemaliger (kleiner) Blankartshof) am Ahrtor.

Der Stadtteil Bad Neuenahr ist eine bekannte Kurstadt mit zugehörigen beachtenswerten Kuranlagen und Kureinrichtungen, so den Ahrthermen und dem Kurhaus (erbaut 1903-1905), das heute das Spielcasino beherbergt. Zahlreiche Villen und Kurhotels, unter anderem auch das ehemalige kaiserliche Postamt, nach dem die Poststraße benannt ist, zeugen noch von der Blütezeit des Bades zu Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich bildete sich Bad Neuenahr aus den Orten Beul, Wadenheim und Hemmessen. Einzelne Bauobjekte, wie Kapellen, die Rentmeisterei oder Fachwerkhäuser geben von deren Geschichte noch Zeugnis. Südlich Neuenahrs finden sich noch Reste der namengebenden Burg der Grafen von Neuenahr (zerstört 1372), an ihrer Stelle wurde vor etwa 40 Jahren ein Aussichtsturm errichtet.

Die auf der rechten Ahrseite oberhalb der Rentei stehende Willibrorduskirche war die Wadenheimer-Pfarrkirche. Sie stammt in Teilen aus der Spätromantik. 1899–1901 wurde in Wadenheim die Rosenkranz-Basilika des Architekten August Menken errichtet, ihr 60 m hoher Turm beeinflusst das Stadtbild. Die Kapelle in Hemmessen (St. Sebastian) wurde 1869 an Stelle einer früheren errichtet.

Regelmäßige Stadtführungen finden während der Hauptsaison für Touristen statt.

Im Stadtteil Marienthal befand sich der inzwischen aufgegebene und weitgehend rückgebaute Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes, der im Verteidigungsfall zentralen Bundesorganen eine atomsichere Zuflucht bieten sollte. Ein kleiner, vom Rückbau ausgenommener Teil dieses „Regierungsbunkers“ ist im Jahr 2007 als Museum des Kalten Krieges eröffnet worden. Bekannt ist auch die Ruine des Augustinerinnen-Klosters.

Im Stadtteil Heppingen befindet sich eines der renommiertesten Restaurants Deutschlands. Hans Stefan Steinheuers Restaurant Zur Alten Post trägt seit 1986 (Erlangen des ersten Michelin-Sterns) zum kulinarischen Aufschwung der Region bei.

Im Ortsteil Ramersbach befindet sich eine im reinen Jugendstil erbaute Kirche. St. Barbara wurde 1908 gebaut und feiert 2009 das 100 jährige Bestehen. Zu diesem Anlass wird derzeit eine Chronik erarbeitet.

Persönlichkeiten

in Bad Neuenahr-Ahrweiler geboren

mit Bad Neuenahr-Ahrweiler verbunden

  • Blandine Merten (Schwester Blandine) (1883–1918), Ordensschwester und Selige, trat 1908 in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ein, dort befinden sich im Kloster Kalvarienberg ein Blandinen-Archiv sowie ein Blandinenmuseum
  • Georg Habighorst (1899–1958), Arzt (Sanitätsrat) in Ahrweiler und Politiker, es gibt eine Georg-Habighorst-Straße in Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Hermann Cuno (1831–1896), Architekt, entwarf die 1872 erbaute Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr–Ahrweiler
  • Carsten Sebastian Henn (* 1973), Autor, schreibt die Kriminalromanreihe um den Ahrtaler Koch Julius Eichendorff
  • Walter Wirz (* 1947), Politiker, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Bad Neuenahr–Ahrweiler
  • Pen Cayetano (* 1954), Musiker und Maler aus Belize, lebt in Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Günter Ruch (* 1956), Autor, lebt in Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Anno Saul (* 1963), Drehbuchautor und Filmregisseur, besuchte das Peter-Joerres-Gymnasium Ahrweiler
  • Sandra Minnert (* 1973), Trainerin des Frauenfußball-Bundesligavereins SC 07 Bad Neuenahr

Siehe auch

Weblinks

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