Meinestadt.de - Bad Boll - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Göppingen | |
| Höhe: | 427 m ü. NN | |
| Fläche: | 10,95 km² | |
| Einwohner: | 5178 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 473 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 73085–73087 | |
| Vorwahl: | 07164 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GP | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 17 012 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 94 73083 Bad Boll |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans-Rudi Bührle | |
Bad Boll (bis 31. Mai 2007: Boll) ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Bad Boll liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb ca. 10 km südlich von Göppingen zwischen den Gemeinden Aichelberg, Dürnau, Gruibingen und Zell u. A.. Im Südosten von Bad Boll liegt der zur Gemarkung Gruibingen gehörende Kornberg (779 m ü. NN). Mit Gruibingen teilt die Gemeinde das südlich liegende ca. 122 ha große Naturschutzgebiet Teufelsloch-Kaltenwang.
Am Fuße der Schwäbischen Alb liegt Bad Boll im Bereich des schwarzen Juras, speziell dem Posidonienschiefer. Die Gegend zwischen Holzmaden und Boll bildet eines der fossilienreichsten Gebiete dieser Schicht des Juras. So wurde z. B. der erste Fischsaurier 1749 dort gefunden. Viele Fossilien, die in Bad Boll entdeckt wurden, tragen den Zusatz bollensis. Beispiele davon sind z. B. im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden oder im Museum am Löwentor in Stuttgart zu sehen. Die Gemeinde ist Teil des 1979 gebildeten Grabungsschutzgebiet Holzmaden.
Höher gelegene Gebiete des Gemarkungsgebiets liegen im Bereich des Unteren Braunen Juras.
Im Bereich des Ortsteils Bad Boll befinden sich gesundheitsfördernde Schwefelthermalquellen.
Bad Boll besteht aus den beiden Ortsteilen Boll mit Bad Boll und Eckwälden. Letzterer Ort wurde 1933 eingemeindet. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Ortsteile.[2] Gelegentlich wird noch der mit dem Hauptort verschmolzene, nicht offizielle Ortsteil Sehningen unterschieden. Die Gesamtgemeinde trug bis 31. Mai 2007 den Namen Boll. Nach Zustimmung des baden-württembergischen Ministerrates führt die Gemeinde seit dem 1. Juni 2007 offiziell die Bezeichnung „Bad Boll“.
Zusammen mit den Gemeinden Aichelberg, Dürnau, Gammelshausen, Hattenhofen und Zell u. A. bildet Bad Boll seit 1970 den Gemeindeverwaltungsverband Raum Bad Boll.
Die ersten menschlichen Spuren stammen aus der Zeit keltischer Besiedelung (ca. 700–200 v. Chr.) in Form einer Anlage (vermutlich einer Fliehburg) im Bereich Bertaburg auf dem Kornberg. Spuren römischer Besiedelung in Form eines Gutes wurden durch Scherbenfunde im Bereich des Ortsteils Bad Boll nachgewiesen. Nach dem Fall des Limes im dritten Jahrhundert wurde die Gegend durch Alemannen besiedelt und der heutige Ortsteil Sehningen gegründet.
Vermutlich um 800 n. Chr wurde eine erste Kirche gebaut, deren Spuren in Form der Krypta der heutigen Stiftskirche zu finden sind. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde dann die Stiftskirche St. Cyriakus vermutlich durch Berta von Boll auf der vorigen Kirche erbaut. Diese wurde zum ersten mal 1155 urkundlich erwähnt.
1595 wurden die Schwefel- und Thermalquellen im Bereich des Ortsteils Bad Boll gefunden. 1596 wurde das heutige Kurhaus in seiner ersten Form von Heinrich Schickhardt erbaut. 1823–1825 wurde das Kurhaus in seine heutige Form umgebaut.
1945 wurde als erste kirchliche Akademie in Deutschland die Evangelische Akademie Bad Boll gegründet.
Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2005.
| Datum | Einwohner |
|---|---|
| 1837 | 1461 |
| 1907 | 1364 |
| 17. Mai 1939 | 1529 |
| 13. September 1950 | 2426 |
| 27. Mai 1970 | 3692 |
| 31. Dezember 1983 | 4286 |
| 31. Dezember 2000 | 5149 |
| 31. Dezember 2005 | 5270 |
Bad Boll ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Raum Bad Boll.
Bad Boll gilt als Hochburg der Grünen, jedoch konnten sie noch keinen Bürgermeister stellen. Der amtierende Bürgermeister ist derzeit Hans-Rudi Bührle, (parteilos).
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| FWG | 37,6 % | −3,4 | 5 Sitze | −1 |
| Die Grünen | 33,3 % | +9,2 | 5 Sitze | +1 |
| CDU | 21,4 % | −2,0 | 3 Sitze | ±0 |
| SPD | 7,7 % | −3,8 | 1 Sitz | ±0 |
Die Blasonierung des Gemeindewappens von Bad Boll lautet: In Grün ein mit einer liegenden schwarzen Hirschstange belegtes silbernes Brunnenbecken mit aufsteigenden silbernen Wasserstrahlen.
Der Brunnen im Ortswappen weist auf das Schwefelbad des Ortes hin. Darunter weist die Hirschstange auf die württembergische Zugehörigkeit hin. Das Wappen wurde am 25. Januar 1961 vom Innenministerium verliehen. Die Farben des Ortes sind Weiß-Grün.
Es besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Herrnhut in Sachsen.
Die sich im Ortskern befindliche Stiftskirche St. Cyriakus ist eine sehenswerte, typisch romanische Kirche, die Teil der Straße der Staufer ist.
Während der Grabungen nach den Thermalquellen wurden auch in Bad Boll Fossilien gefunden. Diese befinden sich zum Teil in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus oder der Schule, sowie in der Versteinerungen-Sammlung-Hohl in Boll. Außerhalb Bad Bolls sind Boller Fossilien auch im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden und dem Museum am Löwentor in Stuttgart zu finden.
Im Ortsteil Bad Boll befindet sich die Evangelische Akademie Bad Boll, die erste ihrer Art in Deutschland, mit einem Tagungszentrum. Ein weiteres großes Tagungszentrum ist das Seminaris Hotel Bad Boll. Weiterhin gibt es eine Kur- und Rehaklinik, die die Thermalquellen nutzt. Bad Boll ist neben Herrnhut Sitz der Kirchenleitung der europäisch-festländischen Brüder-Unität, auch Herrnhuter Brüdergemeine genannt. Der Ortsteil Eckwälden ist Sitz des Kosmetik- und Arzneimittelbetriebs Wala sowie vieler weiterer anthroposophischer Einrichtungen.
Bis Ende der 1980er Jahre war Boll Endstation der Voralbbahn, auf der stündlich Züge zum Bahnhof Göppingen und zurück fuhren, allerdings wurde der Betrieb eingestellt, da er sich nicht mehr gelohnt hat.
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