Meinestadt.de - Arneburg - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Stendal | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Arneburg-Goldbeck | |
| Höhe: | 29 m ü. NN | |
| Fläche: | 26,45 km² | |
| Einwohner: | 1619 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 61 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 39596 | |
| Vorwahl: | 039321 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SDL | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 90 010 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | An der Zuckerfabrik 1 39596 Arneburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Lothar Riedinger (CDU) | |
| Lage der Stadt Arneburg im Landkreis Stendal | ||
| Datei:Arneburg in SDL.png | ||
Arneburg ist eine Stadt im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Goldbeck.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Arneburg liegt auf einer Hochfläche am Westufer der Elbe etwa zehn Kilometer nordöstlich von der Kreisstadt Stendal entfernt in der Altmark. Östlich schließen sich auf dem rechten Elbufer die Elbniederung, das etwas höher liegende Land Schollene und die Havelniederungen an.
Zu Arneburg gehört der Ortsteil Dalchau, der etwa drei Kilometer nördlich der Stadt liegt. Bei Dalchau steht der Überrest des Kernkraftwerks Stendal und der Industrie- und Gewerbepark Altmark.
Der Jahresniederschlag beträgt 516 mm. Die Niederschläge sind extrem niedrig. Sie liegen im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. An 5 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,1 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Arneburg gilt als eine der ältesten Städte der Altmark und wurde erstmals im Jahr 984 als „civitatis“ (=Stadt) bezeichnet. Die gleichnamige Burg wurde bereits um 925 unter Heinrich I. als Grenzfeste gegen die Slawen errichtet und 978 als ottonische Reichsburg und wichtigste Befestigung der damaligen Nordmark erwähnt. Diese Burg war der Stammsitz der Kaiser Otto III. und Heinrich II..
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erneuert Markgraf Ludwig der Römer zu Brandenburg die Stadtrechte der Bürger von Arneburg.[1]
Das älteste Gebäude der Stadt ist die um 1200 erbaute romanische Stadtkirche St. Georg. Sie ist eine der ältesten Kirchen in der Altmark.
Seit 1420 ist der Betrieb einer Fähre bei Arneburg nachgewiesen.
Im 15. Jahrhundert wurde Arneburg Sitz der Hohenzollern in der Mark Brandenburg. 1499 starb der brandenburgische Kurfürst Johann Cicero auf der Burg von Arneburg.
1767 wurde die Stadt einschließlich Kirche durch ein Feuer weitgehend verwüstet. Friedrich II. spendete für den Wiederaufbau 26.000 Taler. Das Baumaterial für den Wiederaufbau wurde aus der inzwischen zur Ruine gewordenen Burg gewonnen. Daher sind heute nur noch Grundmauern der Burg vorhanden.
In Arneburg befindet sich eine Außenstelle der Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Goldbeck, wobei jedoch Goldbeck der Hauptsitz ist.
Blasonierung: „In Silber über blauem Wasser eine rote Burg mit geöffnetem Tor und hochgezogenem Fallgatter; die goldbeknauften roten Türme mit unterschiedlicher Bedachung: der vordere mit grünem Satteldach, der hintere mit grünem Spitzdach; über dem Tor und zwischen den Türmen schwebend ein goldbewehrter roter Adler.“
Über Ursprung und Entstehungszeit des Wappens konnte nichts ermittelt werden. Burg und Adler sind vermutlich redende Symbole (Arneburg=Adlerburg) oder der Adler steht für die Mark Brandenburg, während das Wasser die geografische Lage Arneburgs an der Elbe versinnbildlicht. Die unterschiedlichen Türme im Wappen Arneburgs verweisen höchstwahrscheinlich auf ein ehemaliges Kloster und die Burg in Arneburg.
Eine Gierseilfähre stellt die Verbindung zum Ostufer der Elbe her.
15 Kilometer südlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 188. In ihrem Verlauf bietet eine Brücke am Nordrand der Stadt Tangermünde eine feste Querung der Elbe und eine Verbindung nach Osten in Richtung Berlin über Rathenow sowie in westliche Richtung via Stendal nach Wolfsburg.
Eine Anschlussbahn verbindet den Industriepark mit der Berlin-Lehrter Eisenbahn von Berlin über Rathenow, Stendal, Wolfsburg nach Hannover.
Auf dem Werksgelände des Kernkraftwerks beim Ortsteil Dalchau entstand der Industrie- und Gewerbepark Altmark. Hier wurden inzwischen zwei große Fabriken für Zellstoff und für Hygienepapier errichtet. Weitere Ansiedlungen sollen folgen.
Zunehmende Bedeutung hat der Fremdenverkehr. Für Wassertouristen und Wassersportler entstand im Winterhafen eine Steganlage mit Bootservicezentrum.
Auf dem ehemaligen Werksgelände des Kernkraftwerkes befindet sich eines der modernsten Zellstoffwerke Europas, das mehrheitlich zur Mercer Group gehört. Eingeweiht wurde das Werk 2004 von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer. Es wurde etwa eine Milliarde Euro investiert. Dieses Werk ist auf die Herstellung von 600.000 Tonnen Zellstoff pro Jahr ausgelegt. Als Rohstoff werden dafür etwa zwei Millionen Festmeter Rundholz pro Jahr benötigt. Knapp 600 Mitarbeiter werden am Standort beschäftigt. Die organischen Abfälle, vor allem Baumrinde, werden in einer Biomasseverbrennung zur Energieerzeugung genutzt. Das Werkskraftwerk liefert 90 Megawatt, wovon 35 Megawatt in das öffentliche Stromnetz abgegeben werden.
Im Herbst 2006 startete die Produktion bei der Delipapier GmbH, einer Tochtergesellschaft des italienischen Papierkonzerns Sofidel. Dieses Werk entstand auf 300.000 m² direkt neben der Zellstofffabrik. Investiert wurden etwa 200 Millionen Euro. Es entstanden 220 Arbeitsplätze. Rund 60.000 Tonnen Hygienepapiere verlassen jährlich dieses Werk.
Fünf Kilometer nördlich der Stadt wurde das Kernkraftwerk Stendal errichtet, dessen Fertigstellung die DDR 1989 allerdings aufgab.
Die romanische Stadtkirche St. Georg soll die älteste Kirche in der Altmark sein. Als Bauzeit wird die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts angenommen. Dabei wurden Grundmauern eines Vorgängerbaus in den Neubau einbezogen. Die Feldsteinmauern dieser Kirche sind bis zu 1,3 Meter stark.
Der vierteilige Grundriss zeigt einen Westturm, der breiter als das anschließende Langhaus ist. Ein Querhaus und ein Chor ohne Apsis schließen sich im Osten an. Der Chor weicht in seiner Längsachse von der Achse des Langhauses ab. Dies ist der Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus geschuldet.
Bei dem Stadtbrand am 5. Juli 1767 brannte das Innere der Kirche vollständig aus. Der Wiederaufbau war 1774 abgeschlossen. 1868 wurde der Turm um ein Glockenhaus aus Backsteinen erhöht und das gotischen Vorbildern folgende Westportal in den Turmbau gebrochen. Gleichzeitig wurde die Innenausstattung weitgehend erneuert.
Zwischen 1979 und 1985 wurde der Innenraum der Kirche erneut umgestaltet. Das Gestühl in der Vierung wurde entfernt und hier ein schlichter Altartisch aufgestellt. Zwei zugemauerte Chorfenster wurden wieder geöffnet. Der alte Altar wurde entfernt. Aus der Heilig-Geist-Kapelle in Quedlinburg stammen der jetzt aufgestellte Barockaltar und die Kanzel.
An die einst sehr bedeutende Fischerei der Stadt erinnert der Fischerbrunnen. Neben diesem plastischen Kunstwerk stehen in Arneburg mehrere weitere Plastiken zeitgenössischer Künstler.
An der Sekundarschule seines Namens erinnert seit 1972 ein Gedenkstein an den kommunistischen Sportler und NS-Widerstandskämpfer Werner Seelenbinder, der 1944 in Brandenburg-Görden ermordet wurde
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