Meinestadt.de - Adelsheim - 16.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Neckar-Odenwald-Kreis | ||
| Höhe: | 226 m ü. NN | ||
| Fläche: | 43,84 km² | ||
| Einwohner: | 5341 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 122 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 74740 | ||
| Vorwahl: | 06291 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | MOS | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 25 001
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktstraße 7 74740 Adelsheim |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Klaus Gramlich | ||
| Lage der Stadt Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis | |||
| Datei:Adelsheim in MOS.png | |||
Adelsheim ist eine Kleinstadt im Neckar-Odenwald-Kreis im Norden Baden-Württembergs, rund 40 Kilometer nördlich von Heilbronn. Der staatlich anerkannte Erholungsort hat eine über 1200jährige Geschichte.
Inhaltsverzeichnis |
Adelsheim liegt an der Mündung der von Osten kommenden Kirnau in die von Norden fließende Seckach. Der Zusammenfluss wurde beim Bau einer Stadtbefestigung genutzt. Die Seckach fließt weiter flussabwärts bei Möckmühl in die Jagst.
Großräumig gehört das Gebiet um Adelsheim zum Bauland, einem Höhenzug, der vom Odenwald im Nordwesten zum Jagsttal im Süden und zum Taubertal im Osten überleitet. Ein Teil des Gemeindegebiets liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald.
Adelsheims Kernstadt liegt in einem von Seckach und Kirnau gebildeten Talkessel. Typisch für den Ortsaufbau ist, dass zunächst Straßenzüge und Siedlungen (Nachkriegszeit) in den verschiedenen Tälern und erst dann auf den dazwischen liegenden Hochflächen (70–90er Jahre) entstanden sind. In der Mitte liegt der Wasserfall der Kirnau kurz vor der Mündung in die Seckach und versorgt eine in Betrieb befindliche Mühle mit seiner Energie. Diese Kernstadt entstand aus dem Viertel um die evangelische Stadtkirche und die beiden Schlossgebäude, der Seestadt unterhalb des Rathauses sowie aus der Vorstadt bei der gotischen Jakobskirche. Die Hauptstraße in Adelsheim ist die Marktstraße, von der unter anderem die Obere Austraße, Rietstraße, Lachenstraße und die heutige Bundesstraße 292 nach Oberschefflenz abzweigen.
Sennfeld liegt rund zwei Kilometer südwestlich im Seckachtal und hat etwa 1.200 Einwohner. Der Ort wurde erstmals im Jahre 1110 urkundlich erwähnt. 1615 stiftete Margaretha von Carben, eine Enkelin des Ritters Götz von Berlichingen „mit der eisernen Hand“, die evangelische Pfarrkirche. Das Schloss von Sennfeld, ehemals im Besitz von Familienangehörigen der Freiherren von Berlichingen, wurde 1713 im ländlichen Barockstil erbaut. Sennfeld und Adelsheim schlossen sich 1975 zusammen.
Das südlich von Adelsheim gelegene ehemalig ritterschaftliche Dorf Leibenstadt mit etwa 370 Einwohnern - seit 1971 Stadtteil von Adelsheim - wurde erstmals im Jahre 1293 erwähnt.
Der drei Kilometer östlich von Adelsheim gelegene Weiler Wemmershof lässt sich seit 1423 nachweisen. Im Mittelalter wurde den dort ansässigen Bauern der Grund und Boden zur Bestellung von den damaligen Grundherren überlassen. Heute ist Wemmershof nach wie vor eine landwirtschaftlich geprägte Siedlung und zählt nur etwa 50 Einwohner. In dem zur Stadtmitte laufenden Bachtal liegt auch das städtische Freibad.
Hergenstadt liegt südöstlich. Es ist ein Weiler mit etwa 50 Einwohnern, der 1500 gegründet wurde.
Der Ort, der bereits 779 unter dem Namen Adaloltesheim erstmals in einer Schenkung an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt worden war, gelangte nach mehrfachem Besitzwechsel Mitte des 13. Jahrhunderts in den Herrschaftsbereich der Herren von Dürn. Um diese Zeit trat auch ein Ortsadel auf, die Herren von Adelsheim, deren Veste 1338 erwähnt wird. Sie umgeben den Ort mit einer Wehrmauer, die eine Voraussetzung für das Stadtrecht war. 1374 verlieh Kaiser Karl IV. den Herren von Adelsheim „durch treuer Dienste willen um das Reich“ die Stadtrechte für ihre Residenz und damit das Recht zur Befestigung des Ortes mit Stadtmauer und Türmen. Etwa von 1400 an war Adelsheim Vorort des Ritterkantons Odenwald. Die Herren von Adelsheim ließen sich ihre Burg in ein Wasserschloss zwischen Kirnau und Seckach umbauen.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte Adelsheim vielfach unter Belagerungen, Durchzügen und Einquartierungen zu leiden. 1634 waren die Bewohner sogar drei Wochen lang aus der Stadt in die umliegenden Wälder geflüchtet. Im Zuge des Krieges forderten Seuchen und Hungersnöte zahlreiche weitere Opfer. Auch von späteren Kriegen wurde Adelsheim nicht verschont: 1683 kämpfte ein Adelsheimer Fähnlein beim Entsatz von Wien gegen die Türken in der Schlacht am Kahlenberg, 1814/15 war Adelsheim während der Napoleonischen Kriege aufgrund seiner Lage an der alten Sachsenstraße (Leipzig–Speyer) Etappenplatz der russischen Armee.
Adelsheim gehörte nie zu den großen Kirchen- oder weltlichen Fürstentümern der Umgebung, sondern war bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 im Besitz der Reichsritter. Anschließend kam es zum Großherzogtum Baden, wo es 1828 Sitz eines Bezirksamtes für das Gebiet des südlichen Baulandes wurde. Der Oberamtmann und das Amt waren für 34 Gemeinden, Höfe und Weiler mit rund 14.000 Einwohnern zuständig. 1936 wurde der Bezirk aufgehoben und dem Bezirksamt Buchen zugeschlagen, aus dem 1938 der Landkreis Buchen wurde.
Vorläufer des Volksfestes waren die Heimattage 1948. Anlass zum zweiten Adelsheimer Volksfest im Jahr 1949 war die Brückeneinweihungsfeier der 1945 zerstörten Kirnaubrücke. Am 11. November 1948, eröffnete die Kreislandwirtschaftschule Adelsheim unter der Leitung von Leopold Wiswesser ihre Pforten. Auch in den Folgejahren definierte sich Adelsheimer Geschichte weitgehend über ihre Schulen: Die Volksschule zog 1958 auf den Eckenberg. Und dort entstand auch einige Jahre später das Gymnasium mit seinem Internat. Nach der Auflösung des Buchener Landkreises kam Adelsheim 1973 zum neugebildeten Neckar-Odenwald-Kreis.
Am 1. November 1971 wurde Leibenstadt nach Adelsheim eingemeindet. Die heutige Stadt wurde durch Vereinigung von Adelsheim mit der Gemeinde Sennfeld am 1. Januar 1975 gebildet.
In Adelsheim lebten Juden bereits im Mittelalter. 1338 hatte Kaiser Ludwig der Bayer den Brüdern Poppo und Beringer von Adelsheim erlaubt, in ihrem Gebiet vier jüdische Familien zu „halten“. Auch 1690 waren vier jüdische Familien in Adelsheim ansässig. Die Entstehung einer eigentlichen Gemeinde wird für das 17. Jahrhundert angenommen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1885 mit 70 Personen erreicht. Nach einer Bestimmung von 1690 hatte die damalige jüdische Gemeinde an die Freiherren jährlich vier Gulden für die Erlaubnis zu bezahlen, am Schabbes „Schule“, das heißt Gottesdienste, halten zu dürfen. Der damalige Betsaal soll nach mündlicher Überlieferung im zweiten Stock des von Melchior Keller 1418 in der Torgasse erbauten Haus eingerichtet gewesen sein. Dieses Haus wurde 1952 abgebrochen. Später gab es einen Betsaal in einem gleichfalls nicht mehr bestehenden Gebäude im Hof des Oberschlosses. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1889 bestand eine Synagoge in der Turmgasse 27. Eine Mikwe (rituelles Tauchbad) und eine Cheder (jüdische Schule) waren im 19. Jahrhundert im Gebäude der alten Synagoge untergebracht, ab 1889 in der neuen Synagoge (Untere Austraße 1). Beim Abbruch dieser neuen Synagoge 1977 wurde die Mikwe wiederentdeckt. Rituelle Bestattungen wurden in Buchen-Bödigheim und nach 1884 im Jüdischen Friedhof des heutigen Ortsteils Sennfeld durchgeführt.
Nach der Wagner-Bürckel-Aktion in der Zeit des Nationalsozialismus kamen von den 35 Personen jüdischer Konfession, die 1933 hier wohnhaft gewesen waren, mindestens zehn ums Leben.
In Folge der Reformation wurde die überwiegend christliche Bevölkerung evangelisch. Bis 2000 war Adelsheim Sitz eines Dekanats (Kirchenbezirk) der Badischen Landeskirche mit einer lokalen Patronatsverfassung. Im Zuge der Dekanatreform zog das Dekanat nach Hirschlanden (Ortsteil von Rosenberg) um.
Katholiken bildeten bis 1930 eine weitere Minderheit. Nach 1945 kam es durch die Flüchtlingsaufnahme zu einem ungefähren Gleichgewicht dieser beiden christlichen Konfessionen. 1960 entstand neben der kurz darauf abgerissenen St. Jakobskirche ein modernes katholisches Kirchengebäude, die St. Marien-Kirche. Beide Konfessionen betreiben Kindergärten.
Die Kommunalwahlen vom 13. Juni 2004 brachten folgendes Ergebnis:
| Partei | Stimmen | +/- | Sitze | +/- |
| CDU | 37,2 % | (+0,4) | 8 | (=) |
| SPD | 30,4 % | (+5,9) | 6 | (+1) |
| FWV | 16,2 % | (−0,4) | 3 | (=) |
| BLA | 16,2 % | (−0,4) | 3 | (=) |
| Andere | 0,0 % | (-5,4) | 0 | (−1) |
Blasonierung: Auf Silber ein schwarzes, senkrecht stehendes Steinbockshorn. Es läuft von unten nach links und oben (ist also nach rechts offen).
Das Wappen des Ortsadels und heute der Stadt wurde 1422 durch Kaiser Sigismund bestätigt. Die Adelsheimer Stadtfarben sind Schwarz-Weiß. Die Stadtfarben sind beim Schildmännchen nahe dem Zentrum am Oberschloss-Erker zu sehen.
Im Hauptort Adelsheim bestehen zahlreiche historische Bauwerke:
Im Ortsteil Sennfeld befindet sich die 1615 von Margaretha von Carben gestiftete evangelische Pfarrkirche. Das Schloss von Sennfeld, ehemals im Besitz von Familienangehörigen der Herren von Berlichingen, wurde 1713 im ländlichen Barockstil erbaut. Die ehemalige und von 1836 bis 1938 als Gotteshaus genutzte Synagoge des Ortes ist heute Museum. Zu weiteren markanten Gebäuden des Ortes zählen das evangelische Pfarrhaus sowie das um 1900 erbaute ehemalige Rathaus.
Auf dem Ortsfriedhof erinnern zwei Sammelgräber mit Gedenkkreuzen und der Aufschrift "Opfer des Faschismus" an 19 Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Neckarelz vom Frühjahr 1945, die zunächst auf einer Wiese verscharrt und danach hier begraben wurden.[1]
Adelsheim: Aus den vier Vereinen der Nachkriegszeit (Gesangverein, Sportverein, Jugendclub, Feuerwehr) wurden inzwischen einige mehr. Aber diesen Kern gibt es leicht verändert immer noch. Feuerwehr- und Rot-Kreuz-Vereine gehören zu den ältesten Gliederungen ihrer Organisationen in Nordbaden. Der DRK Ortsverein Adelsheim feiert 2009 als ältester Rot-Kreuz-Verein in Deutschland sein 150-jähriges Bestehen.
Sennfeld: In Sennfeld wurden zahlreiche Vereine nach dem Zweiten Weltkrieg neu- bzw. wiedergegründet. Die meisten Mitglieder haben der TV 1897 Sennfeld e. V. (Turnverein mit Faustball, Gymnastik) der SV Germania Adelsheim und der VfB Sennfeld 1923 e. V. (Fußball, Tischtennis, Badminton). Daneben gibt es zahlreiche kleinere Vereine aus vielen Interessensgebieten.
Neben der Landwirtschaft entwickelten sich Mitte des 20 Jahrhunderts mittelständische Betriebe (Landwirtschaftliche Kleinmotoren, Holz, Lacke). Handwerksbetriebe überwiegen am Ort. Ein Teil der Einwohner pendelt nach Heilbronn und Mannheim in die dortigen Industriebetriebe.
Adelsheim liegt mit den Haltepunkten Adelsheim Ost und Sennfeld an der Frankenbahn Würzburg–Stuttgart und mit dem Haltepunkt Adelsheim Nord an der von Westen herführenden Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken. Seit Dezember 2003 verkehrt auf dieser Strecke im Stunden-Takt die Linie S 1 der S-Bahn Rhein-Neckar Homburg (Saar)–Mannheim–Osterburken. Der regionale Busverkehr (außer Schulbusse) ergänzt das Angebot der Bahn. Zusätzlich wird in den Abendstunden sowie sonntags eine Ruftaxi-Linie angeboten, die eine Verbindung zwischen dem außerorts liegenden Bahnhof Nord und den Stadtteilen darstellt.
Es besteht über die nur 8 km vom Zentrum liegende Autobahnausfahrt Adelsheim-Osterburken (Nr. 6) Anschluss an die Bundesautobahn 81 (Stuttgart–Würzburg). Durch Adelsheim führt die Bundesstraße 292 (Bad Schönborn–Lauda-Königshofen).
Adelsheim verfügt neben der großen Justizvollzugsanstalt Adelsheim auch über ein Amtsgericht vor Ort, das zum Landgerichtsbezirk Mosbach und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört. Direkt im Anschluss war seinerzeit ein kleines Gefängnis und Polizeistation errichtet worden, das heute nicht mehr so genutzt wird.
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